Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Ventil n.
Ventil n.
Ventil n. ‘Absperrvorrichtung, den Durchlaß flüssiger oder gasförmiger Stoffe regelnder Mechanismus’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh., Paracelsus) aus mlat. ventile ‘Schleuse (an einem Wasserkanal), Windmühle’; zu lat. ventus ‘Wind’. Speziell bei der Orgel ‘Klappe, die die Zufuhr des Luftstroms zu den Pfeifen reguliert’, bei Blechblasinstrumenten ‘mechanische Vorrichtung, die das Erzeugern aller Töne der chromatischen Tonleiter ermöglicht’ (2. Hälfte 16. Jh.); in übertragenem Sinne ‘offengehaltene Möglichkeit, Mittel zum Abbau aufgestauter Emotionen’ (vereinzelt Ende 16. Jh., häufig seit Mitte 19. Jh.). – ventilieren Vb. ‘Wind, einen Luftstrom erzeugen, einen Raum (be)lüften’ (17. Jh.), ‘mit einer Lüftungsanlage versehen’ (19. Jh.), zuvor (vereinzelt, dem Lat. unmittelbar folgend) ‘schwingen, in die Luft werfen, worfeln’ (2. Hälfte 16. Jh.), bildlich ‘eingehend erörtern, sorgfältig erwägen, von allen Seiten durchdenken’ (Anfang 17. Jh.), aus lat. ventilāre ‘etw. in der, in die Luft schwenken, schwingen (um es zu lüften, zu reinigen), worfeln, Kühlung zufächeln’, spätlat. ‘beunruhigen, hin und her überlegen, besprechen, erörtern’; zu lat. ventulus ‘schwacher Wind’, Deminutivum von lat. ventus ‘Wind’. Ventilation f. ‘Lufterneuerung, (Be)lüftung, Luftwechsel, (Be)lüftungsanlage’ (Mitte 18. Jh.), lat. ventilātio (Genitiv ventilātiōnis) ‘das Lüften (der Weintrauben), das Worfeln (des Getreides)’; vgl. früher bezeugtes mfrz. frz. engl. ventilation ‘Erzeugung eines Luftstroms, (Be)lüftung’. Ventilator m. ‘Gerät zur Bewegung der Luft und zur Erzeugung eines Luftstroms (zur Kühlung), Vorrichtung zur Lufterneuerung oder Luftumwälzung’ (Mitte 18. Jh.), so benannt (1743) von seinem englischen Erfinder St. Hales, zu engl. to ventilate ‘einen Luftstrom erzeugen, mit Frischluft versorgen’, aus lat. ventilāre (s. oben); vgl. lat. ventilātor ‘Schwinger, Getreideworfler, Beunruhiger, Antreiber’.