unanständig,
adj. adv. ,
verneintes oder eingeschränktes anständig.
um die mitte des 17.
jhs. ringt die form unanständig
noch mit der form unanständlich.
vgl. ständig
und ständlich
th. 10, 2, 771. 770.
seit ende des jhs. erscheint die heutige form gesichert Kramer (1678) 108
a; Dentzler 321
b; Frisch (1741) 2, 318
c; Steinbach 2, 673;
schwed. oanständig;
dän. uanstændig.
im 17.
jh. hat das neue wort noch einen ziemlich schwankenden und weiten begriffsumfang, wie er aus der reichen ausdrucksfähigkeit des verbums anstehen
sich ergiebt; verletzung der geschlechtlichen schamhaftigkeit im besondern bezeichnet es noch nicht. erst gegen ende des 18.
jhs. verengert sich zusehends der begriffsumfang; gesellschaftliche und geschlechtliche sitte und sittlichkeit werden nun für das wort eigentlich maszgebend, so dasz z. b. Campe 5, 121
diese bedeutung allein gibt: '
gewöhnlich nur uneigentlich, dem stande und anstande nicht gemäsz'.
verd. wb. 371, 408
schlägt er es für indecent und malhonnêt vor. philosophisch-logische definitionen von anstand (Kirchner-Michaelis
6 1037; Eberhard - Lyon
14 70
ff.)
beginnen und wirken ein. das folgende jh. setzt die einschränkung des begriffes fort, arbeitet das gesellschaftliche und sexuelle noch mehr heraus (Campe
verd. wb. 442
b obscoena)
und theilt auch den andern älteren bedeutungen etwas davon mit. schlieszlich wird unanständig (
vgl.unangenehm)
mildere bezeichnung für unsittlich, gemein, verwerflich. die construction, aus der des verbums anstehen (
vgl.unanstehend)
hervorgegangen, ist zunächst wie bei diesem der dativ (Adelung
lehrg. 2, 466; Wilmanns
gr. 3, 639),
für den vereinzelt, vielleicht unter einflusz des lat. me dedecet
oder unter nd. einflusz, bei v. Fleming
der accusativ erscheint. mit der präp. für,
früher auch vor,
kann es heute noch verbunden werden. im allgemeinen zeigt das wort die neigung, sich mit der entwicklung selbständiger bedeutung von verbindungen unabhängig zu machen. Göthe
gebraucht es nur selbständig; Bohner 42.
die an den verbalen zusammenhang erinnernde dativische verbindung kann als veraltet gelten. II.
in dativischer und präpositionaler verbindung. vgl. mir ist anständig
zeitschr. f. d. wortf. 10, 76 me decet.
die bedeutung gelangt, von wenigen späten beispielen abgesehen, über unanstehend im wesentlichen nicht hinaus: dinge hören, die uns unanständig
indigna nobis audire; was seinen vorfahren unanständig gewesen
quod majoribus dedecorum fuit; was dir unanständig ist
quod te non decet Steinbach 2, 673. I@AA.
mit dativ: was nun etwa (
vom lebenssaft) zu berflssig oder der natur unanstAendig, solches hauchet oder schwitzet endlich von einem wider hinweg Butschky
Pathmos 428; er ... tadelte öffentlich, was der kaiser also seiner hoheit unanständig begienge Anton Ulrich v. Braunschweig
Octavia 1, 191; Titius ... redete ihr zu, sie solte .. keine einer ROemerin unanstAendige weichmtigkeit (
zeigen) 1, 288; mir ist guter massen bekant, .. dasz der römische thron diesem kOenig bisher unanstAendig gewesen 3, 26; noch weniger ist es geschehen, jemanden mit einigem ihm etwan unanstAendigen bericht zu krAenken Arnold
unpart. kirch- u. ketzergesch. 1, 2; dasz es Gott nicht unanständig sey, dinge, die aus natürlichen ursachen entstehen, .. zu einem zeichen .. seiner gnade oder seines zornes zu machen Wolff
vern. ged. über gott § 173; Henricus aber hatte .. zum voraus überleget, .. ob man ... in die abtragung einer dermassen schändlichen, und einem freyen volck gantz unanständigen gabe noch ferner willigen wollte Hahn
reichs- u. kayser-historie 2, 26, 12; die folgerung ist gantz nothwendig: ein schertz-lied sey mir unanständig; warum? weil ich kein welt-mann bin Weichmann
poesie der Niedersachsen 4, 181; ich will nicht untersuchen, was seine zärtliche und ihm so unanständige neigung zu gewissen lächerlichen schreibern für ursachen hat Liscow 38; ob es mir gleich unanständig seyn würde, nichts als ein bloszes tagebuch in reimen allhier zu schreiben Koenig
gedichte 189; die acten sind voll von beleidigenden ausdrücken, von solchen ausdrücken, welche einem richter unanständig sind Rabener 1, 113; es wäre mir höchst unanständig, wenn ich so
auf dem rathhause reden wollte Gottsched
deutsche schaubühne 1, 448; überhaupt ward dieses für kein den geistlichen unanständiges geschäfte, sondern für rühmlich ... gehalten Schmidt
gesch. der Deutschen 1, 332; der .. es seinem amte für unanständig hält, auf meinen willen zu wirken Lessing 8, 28; ist's mir, dem schüler unanständig, die hülle über Gottes herrlichkeit in dem antlitz und der bildung des menschen mit bescheidener hand wegzuziehen? Lavater
fragm. 1, 4;
vgl. nicht anständig Göthe 46, 288
Weim.; Leibnitz glaubte, es sey der macht und weisheit Gottes unanständig Kant 8, 65; dem lehrstande jeder nation ists unanständig, als ein hintergebäude des hofes .. betrachtet zu werden Herder 23, 131
u. o.; es ist nicht unanständig dem könig Voss
Il. 19, 182; Bumann fand es der würde schweizerischer nation unanständig, länger in einem lande zu verweilen, in welchem das recht der regierenden stände zertreten ... war Zschokke 6, 110; eine der krone unanständige nachgiebigkeit Ranke 15, 85.
mit accusativ: die hurerey und unkeuschheit ist ein höchst schändliches laster, welche einen soldaten, sowohl als einen andern sehr unanständig; sie macht sie verdrossen zu ihren beruf Fleming
der vollk. teutsche soldat 98, § 5; doch ist es (
das voltigieren) auch einen jungen menschen, der stärcke, geschwindigkeit, gesundheit, lust und geschicklichkeit dazu besitzt, nicht unanständig 23, § 8. I@BB.
mit präposition vor
und für: herr Alfons ist jünger und stärker, für ihn solte sie (
die braut) nicht unanständig sein
kunst über alle künste (1672) 8, 6; eine pfeife toback rauchen, sieht vor ein frauenzimmer ... unanständig aus Hippel
über die ehe 186; viel wissen sei für einen cavalier unanständig Immermann 1, 54. IIII.
selbständig. II@11)
zunächst bedeutet unanständig
wie unter I
nicht oder wenig anstehend (
vgl.unanstehend);
selten II@1@aa)
in sinnlicher verwendung: entstellend, von entstellendem eindruck: welche (
die nase) noch darzu durch so eine unanständige krümme verstellet war, dasz sie wie ein sebel, dessen spitze gleich auff die unter-lippe traff, über dem maule hieng Ziegler
Banise 82; ihre (
der Griechen) götter und göttinnen waren nicht, wie die Ägyptischen, allegorische ungeheuer .. noch, wie die Hetrurischen, traurige und unanständige figuren Herder 3, 56; wobei ihnen die tiefliegenden augen und besonders die so sehr vorstehende nase nur unanständig und ganz den barbaren angemessen erschien Ritter
erdkunde 2, 351.
zum gegensatz anständig
bei Göthe
vgl. Göthejahrb. 19, 232
f. Boucke 111. II@1@bb)
häufig dagegen übertragen '
unpassend, ungehörig, wenig geziemend, unziemlich, nicht zustehend, ungeeignet, unangemessen, unwillkommen, ungelegen, unzutreffend, abgeschmackt'
u. ä., und zwar ganz allgemein, so dasz das urtheil vorwiegend nach thatsachen und objectiven maszstäben gewonnen erscheint: damit er also allen ferneren unanständigen ärgernussen, so man den leyen geb, als auch den unnützen verschwendungen, vorkommen könte
Simpl. 2, 434, 19; nun wäre unlängst ein leichtfertiger kerl mit einem schreiben, worauf unanständige titel gestanden, zu ihm kommen Trebellius
polit. narrenkappe (1683) 75; und werdet ihr, ehrwürdiger vater, eurer hohen vernunft so viel raum ertheilen, dasz keine unanständige phantasie bey euch platz gewinnen könne Ziegler
Banise 587; die ... freyheit sperrte zugleich andern ausländischen gottesdiensten thür und thor auf; entweder: dasz selbste gantz neuerlich einschlichen, oder dem alten eine unanständige auslegung machten Lohenstein
Arminius 1, 977
a; den räubern die unanständige beute abnehmen 1, 1294
a; obgleich viele leute bey ihnen dieser heiligen jungfrau allerhand unanständige dinge beylegen Leibniz
deutsche schriften 2, 368; es ist unanständig, wenn man sich selbst grosz machen will Rabener 1, 175; (
der wahre redner ist) allezeit als durch eine eingebung unterrichtet, wie weit er gehen soll; was anständig, was unanständig ist Cramer
nord. aufseher 1, 55; die unwissenheit, die eitelkeit sind .. unanständig 1, 522; denn denke nur selbst, wie unanständig und unsicher es seyn würde, zu einer solchen reise den herzog um urlaub zu bitten Lessing 17, 426; aber eine ohrfeige in einem trauerspiel! wie englisch, wie unanständig 10, 14; wir wissen noch nicht, worinn hr. R. findet, dasz
M. gott und den engeln unanständige reden in den mund gelegt Haller
tagebuch 1, 44; für mich ist es eine pflicht, von der kein umstand mich losspricht, bei dem untergange von Syrakusa nicht auf mich zu sehen, noch einer unanständigen rachbegierde gehör zu geben Sonnenfels 3, 336; und nun kommt weit und breit die geschichte von Thersites, die hr. Kl. mal über mal für unanständig, unschicklich, ungereimt, unwürdig erklärt Herder 3, 205; in dem er nicht nachliesz, harte und unanständige reden zu führen Göthe 44, 28
Weim.; denn unanständig erschien es, dasz ein gast an der thür erst harrete Voss
Od. 1, 120. II@22)
das ende des '
artigen'
jahrhunderts engt unanständig
mit vorliebe ein auf den mangel an gesellschaftlichem tact, verstösze gegen die conventionelle sitte, gegen die schicklichkeit, den wohlanstand, die standesrücksichten: aber es wäre unanständig, mich mit einer so geringen person abzuwerfen Petrasch 1, 35; der herr baron von Kreuzen hat gestern einen unanständigen streich bei uns gespielt Stephanie
lustsp. 131; ich gestehe, dasz ich es sehr unanständig gefunden, wenn der fleckensdiener einen reichsfreien mann zu stadtpflichten verabladen wollen Möser 1, 315; und auch die so über eine kurze zeit es eben so machen werden, finden es unanständig, dasz jene frau hinter dem rücken des mannes einem gecken die hände drückt Hippel
über die ehe 77; ihr müszt jetzo eure unanständige passion gegen den jungen laffen aufgeben Knigge
roman meines lebens 3, 54; die empfindung und der sinn für kunst sind aus der mode gekommen und unanständig geworden Wackenroder
herzenserg. 259; (
Mignon) liebte ... mit den knaben die kleider zu wechseln, ... ob es gleich von ihren pflegeeltern höchst unanständig und unzulässig gehalten wurde Göthe 23, 274
Weim.; die männer wild, doch nicht unanständig III 2, 76
Weim.; es ist wenigstens unanständig, seine wohlthäter lächerlich zu machen 45, 96
Weim.; unanständiges gewerbe, wie kramhandel oder handwerk .. zog .. die notation nach sich Niebuhr
röm. gesch. 2, 179; der familiäre umgang, das cameradsein, das .. unanständige dutzen, will ich mir ein für allemal verbitten Tieck (1828) 3, 31; vater! beweist sich's, dasz zu unanständ'gen stunden mit mir ein mann sprach Heine 5, 468; ein berühren der nusz mit dem munde (
beim trinken) gilt als unanständig Ratzel
völkerkunde 2, 258.
humoristisch: ich .. schleiche durch gedeckte pfade nach der unanständigen seite (
Egerthal) hinaus, wo man nur bauern begegnet Bismarck
briefe a. s. braut 424.
mit nieder
verbunden: glücklich ist das bauernmädchen, die ihn ohne scheu des vorwurfs unanständig-niedrer sitte .. anschauen .. darf Herder 28, 415. II@33)
noch einschneidender war die etwa gleichzeitige verengung des begriffes im sinne geschlechtlicher sitte und sittlichkeit, zur bezeichnung der naturalia atque turpia, der obscönitäten. Campe
verd. wb. (1813) 442: '
obscöna unanständigkeiten,
schmutz in sittlichem sinne genommen'.
heute heiszt in der schul- und kinderstube bist du unanständig gewesen?
tune crepitum ventris edidisti? vgl. sich unanständig aufführen, betragen: indessen finde ich doch unter diesen unanständigen erzählungen verschiedene, welche ein vater .. seinem sohne zum unterrichte erzählt Adelung
mag. 2, 4, 59; folglich können wir nicht sagen, ob ein wort ... wegen eines unanständigen nebenbegriffes abgekommen sey Kinderling 24; unanständige geberden machten das charakteristische desselben (
tanzes) aus Vieth
encyklopädie der leibesübungen 1, 82; ein lied, das wir unsern lesern nicht mittheilen können, weil sie es vielleicht abgeschmackt oder wohl gar unanständig finden könnten Göthe 21, 206
Weim.; zwar sind auch wir von herzen unanständig, doch das antike find' ich zu lebendig
Faust 7086; was nun am hof vorgeht, ist höchst unanständig Grimm
Reinhart Fuchs cxxxiii; das alte weiszbierlokal mit dem komischen und etwas unanständigen namen Fontane I 5, 300; der culturmensch, der durch die mühe zu verstecken unanständig wird, wo jener nur natürlich ist Ludwig 5, 270; ein unanständiges lügenmärchen Scherer
litteraturgesch. 69; ich sasz einst hinter dem tische, mit irgend einem spielzeuge beschäftigt, und sprach dazu einige unanständige, höchst rohe worte vor mich hin, deren bedeutung mir unbekannt war und die ich auf der strasze gehört haben mochte Keller 1, 84. II@44)
im sinne des rechten oder auch vermeintlichen sittlichen tactes kann es an unsittlich
grenzen, '
gemein, niedrig, verwerflich, elend'
bedeuten und nimmt die bedeutungen 2
und 3
in sich auf: es ist nie unrecht freiwillig zu sterben, aber oft unanständig länger zu leben Schlegel im
Athenäum 112, 6; hufschläge des esels zu erwiedern ist unanständig Voss
antisymb. 2, 3;
zum gegensatz bei Göthe
vgl. Boucke 111; er möchte seine 'unanständig und undankbar scheinende unbeständigkeit' rechtfertigen Justi
Winckelmann 1, 320.
so wird es heute zur euphemistisch mildernden bezeichnung des unmoralischen im weitesten sinne; man sagt: eine unanständige gesinnung, unterstellung, ein unanständiger charakter.
wenn heute ein unanständiges glück
etwas humoristisch klingt, so liegt doch nur die alte bedeutung 1
vor. vgl. unanständig reich
u. ä. IIIIII.
steigerungsformen: man kann sich keinen dreistern, unanständigern autorkniff denken Gerstenberg
rec. 30, 264; dagegen gilt die entblöszung des hinterhauptes für noch unanständiger als die des gesichtes Peschel
völkerkunde 177; immer kam sie auf das factum meiner liebeserklärung zurück, und zwar warf sie, die sonst ein so gesundes urtheil zu haben schien, die unsinnigsten, kleinlichsten und unanständigsten reden und argumente durcheinander und that einen wahren kindskopf kund Keller 4, 59. IVIV.
adverbium: IV@11)
mundartlich für ohne weile oder verzug, anstand
cessatio, unverweilt, sogleich Unger-Khull 607
a. IV@22)
gemeinsprachlich in den unter II
entwickelten bedeutungen: unanständig (
indecore) reden Steinbach 2, 673; die liebe musz alle ihre verderbliche macht an ihm verschwendet haben, weil er so unanständig reden kann Lessing 2, 103, 17; schickt es sich wohl, wenn ihr vor einem solchen herrn unanständig umher blickt Miller
predigten fürs landsvolk 1, 34; also müss' es allen ergehn, die das heilige gastrecht unserer insel verletzen und, unanständig und gottlos, zeche verlangen vom manne, der sie doch höflich bewirthet Göthe 1, 300
Weim.; denn ihre äuszerungen klangen frech und unanständig genug Immermann 1, 107; haben sie nicht meiner mutter, .. schmach angethan, .. und, .., ihr saumrosz unanständig verstümmelt? Raumer
gesch. d. Hohenst. 4, 64; philosophis .., gegen welche ich unanständigerweise es an schuldigem respekt habe fehlen lassen Schopenhauer 3, 360.
vgl.auf eine unanständige weise Herder 15, 106; Göthe 43, 70
Weim. u. o. man sagt sich unanständig aufführen (
z. b. Kotzebue
bei Heyne 3, 1139), betragen, benehmen
u. s. w., sowohl in allgemeiner bedeutung als auch in dem unter II 3
vermerkten beschränkten sinne. unanständig bezahlen
heiszt oft nur wenig,
wie anständig
soviel als viel zahlen.
wird anständig
in neuerer zeit bei quantitätsbegriffen für '
nicht unbedeutend, gehörig'
gebraucht, so steht unanständig
bei negativen ausdrücken wie wenig, gering, klein, knapp, theuer
u. ä. im sinne von auszerordentlich, wobei aber die bedeutung 1 b '
ungebührlich'
mit empfunden wird: die für die grösze des volkes unanständig klein dünkende zahl Niebuhr
röm. gesch. 1, 160; sein jahreseinkommen ward vom parlamente unanständig knapp bemessen Treitschke
deutsche gesch. im 19.
jh. 5, 127; die rechnung ist wohlfeil im Royal, nur wagen unanständig theuer, ich fahre gar nicht mehr Bismarck
briefe a. s. braut 397.
aber auch wieder humoristisch: einen ordentlich unanständig reichen glückspilz Gaudy 12, 150. VV.
substantiviert: vatter (
beklagt sich über seine tochter): sie denkt, die jungen jahre entschuldigen alles unfehlbar, was sie unanständiges begeht Stranitzky
ollapatrida 302, 6
neudr.; aber meine feinde sollen mir beweisen: ich habe mit irgend einem dieser vornehmen mädchen etwas unanständiges unternommen Zimmermann
über die einsamkeit 1, 268; das gefühl vom unanständigen wirkt ... gelächter bey den zuschauern
allg. deutsche bibliothek 2, 27; indem ... das anständige oder unanständige früher auffällt, als die ursachen davon gedacht werden können Möser 4, 26; ich thue nichts unanständiges, wenn ich annehme, dasz alle diese umstände ewr. durchlaucht nicht bekannt gewesen Lessing 18, 273; der kleinling des geschmacks (
findet) das unanständige zuerst und am liebsten Herder 22, 86; ach, dacht' ich, hat er in deinem betragen was freches, unanständiges gesehn? Göthe
Faust 3172; wir mochten wohl eine stunde da gewesen seyn, ohne .. das geringste unanständige unternommen zu haben Laukhard
leben u. schicksale 2, 154; begriffe, welche an und für sich nichts unanständiges enthalten Schopenhauer 2, 110.