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Übergang

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Übergang

Übergang

gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit 1Gang (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē-gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. – abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.
5719 Zeichen · 193 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Übergang

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Übergang , des -es, plur. die -gänge, von dem Zeitworte übergehen. 1. Die Handlung des Übergehens, ohne Plural. (1) …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Übergang

    Goethe-Wörterbuch

    Übergang [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Übergangm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Über-gang m. : 1. 'Weg über einen Graben, Bahnübergang usw.', Iwweʳgang [mancherorts]. De I. an de Bohn is grad geschloß…

  4. Sprichwörter
    Uebergang

    Wander (Sprichwörter)

    Uebergang 1. Aless huod en Iwergänk, hat der Fuss gesôt, da se 'm det Fiel iver de Iren zugen. ( Siebenbürg.-sächs. ) – …

  5. Spezial
    Übergang, usuellerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Übergang , m , usueller переход , м , узуальный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit uebergang

73 Bildungen · 73 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von uebergang 2 Komponenten

ueber+gang

uebergang setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

uebergang‑ als Erstglied (30 von 73)

übergangsalter

DWB

uebergang·salter

-alter , n. , sie war in dem übergangsalter von einer jugend, die man nicht mehr ... behaupten kann, zu demjenigen alter, dem man ... Gutzko…

übergangsart

DWB

uebergang·sart

-art , f. , trapp und grauwacke, die zu den übergangs- und flötzarten gehören Hegel 7, 1, 449 . —

übergangsbestimmung

DWB

uebergang·s·bestimmung

-bestimmung , f. , die zur durchführung dieses gesetzes erforderlichen übergangsbestimmungen werden durch besondere verordnungen erlassen Wi…

übergangsbildung

DWB

uebergang·s·bildung

-bildung , f. , in den mittleren gauen, herrschen ... sprachlich zersplitterte, buntscheckige übergangsbildungen Riehl naturgesch. d. volkes…

übergangsepoche

DWB

uebergang·s·epoche

-epoche , f. , in der mitte von zwei bildungsstufen der menschheit ist das fünfzehnte jahrhundert gleichsam eine übergangsepoche Humboldt ko…

übergangsfarbe

DWB

uebergang·s·farbe

-farbe , f. , es ist besser orange und violett ... als übergangsfarben zu zählen Vischer ästhetik 2, 45 . —

übergangsform

DWB

uebergang·s·form

-form , f. , forma transitoria Krünitz 192, 347 ; pflanzen- und thiergebilde ... reihen sich durch neuentdeckte mittelglieder oder durch übe…

übergangsformel

DWB

uebergang·s·formel

-formel , f. , was die bindewörter ... in einzelnen perioden sind, das sind die übergangsformeln in absicht auf die rede Sulzer theorie d. s…

übergangsgebirge

DWB

uebergang·s·gebirge

-gebirge , n. , übergangsgebirge werden gebirge genannt, welche für jünger gelten als die urgebirge Krünitz 192, 347 f.; die ganze gebirgsma…

übergangsgeschöpf

DWB

uebergang·s·geschoepf

-geschöpf , n. , hier siehst du einmal ein übergangsgeschöpf, das dir den lebenserschaffungsprozesz verdeutlichen wird Hebbel tageb. 3, 163 …

übergangsglied

DWB

uebergang·s·glied

-glied , n. , das übergangsglied zu dem folgenden akt Freytag technik d. dramas 176 ; als übergangsglieder zwischen den neuweltsaffen mit gr…

übergangskalk

DWB

uebergang·skalk

-kalk , m. , der dem granit gegenüberstehende urkalk geht, in dem übergangskalk, einer mehr aufgeschlossenen weise des kalkes zu Hegel 7, 1,…

übergangskleid

DWB

uebergang·s·kleid

-kleid , n. , durch sie ( die mauser ) erhält das männchen ( des flachsvogels ) ein ... geflecktes übergangskleid Brehm thierl. 4, 258 Pechu…