türkisch,
adj. ,
zu Türke,
in dem sich die verschiedene wirkung und wertung der jahrhundertelangen engen berührung mit den Türken in den kreuzzügen und vor allem im 16.
und 17.
jh. niedergeschlagen hat. 11)
zu Türke 1
in reiner sachfeststellung. 1@aa)
von gegenständen im sinne '
nach art und weise der Türken, nach türkischer manier',
weniger um die herkunft, als um die formung und fertigung nach türkischem muster zu kennzeichnen. 1@a@aα) ein getruckt türckisch tuch (1520) Dürer
tageb. 72, 23
Leitsch.; mein wirth hat mir geschenckt ... ein alt türkische gaisel (
geiszel)
ebda 60, 20; ir goltfarbes har ... von dem glantzet die verhöhung nit anderst, dann wer das ein gespunnen turckisch gold gewesen (1554) Wickram
w. 2, 51
Bolte; mit türckschen peitschen (
schlagen) W. Scherffer
Grobianer (1640) 86; in türkisch papir gehefftet Thomasius
aufzeichn. 320
Sachse; er zündete nun seine türkische pfeife an und erfüllte das zimmer mit dem fremden wohlgeruch des morgenländischen tabaks G. Keller
ges. w. (1889) 4, 27; der türkische pfeifenkopf W. Raabe
s. w. I 6, 413; türckisches garn '
wird viel von den nach der Levante handelnden kaufleuten heraus gebracht, und zu einigen manufacturen angewendet'
allg. haush.-lex. (1749) 3, 557
a; türkische farbe
von einer leuchtenden roten farbe, deren ursprüngliche herstellung man den Türken zuschrieb: die weiber pflegen nach dem bad ... die händ vnd füsz ..., mit rohter türckischer roszfarb zu ferben Schweigger
reyszbeschr. (1619) 115; ein ... teppich, in dem das türkische rot vorherrschte Fontane
ges. w. (1905) I 1, 188;
auch: stirne und backe ... mit dem türkischen roth der scham färben Jean Paul
s. w. 23, 82
Reimer. 1@a@bβ)
vor allem von modischen dingen: türkischer shawl Meisl
theatr. quodlibet (1820) 1, 13; Müllner
dramat. w. (1828) 7, 153;
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 2, 249; in den kissen des türkischen diwans (1861) W. Raabe
s. w. I 5, 196; türkische pantoffeln G. Keller
ges. w. (1889) 2, 120;
früh bezeugt: aulaea, vela regia türckische teppiche A. Siber
gemma (1581) 107; ein türckischer teppich
tapete faszuoletto etc. turchesco Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1163
a; der königliche pallast gläntzet von türckischen teppichten, tapezereyen vnd gemahlten (schildereyen) Comenius
janua res. (1638) § 679; des geprassels wegen, das dennoch der türkische teppich mächtig dämpft Hebbel
s. w. 8, 288
Werner; er betrat einen reichen türkischen teppich C.
F. Meyer
s. w. (o. j.) 3, 103
Knaur. 1@a@gγ)
festen substantivischen zusammensetzungen entsprechen feste, z. t. ältere adjectivische verbindungen: türkischer säbel (
s. o. türkensäbel
sp. 1860):
ensis falcatus, silius ein krumb schwärdt wie ein sichel, oder ein türckischer sebel Frisius
dict. (1556) 542
a; Golius
onomast. (1585) 189; A. Siber
gemma (1581) 119; in ainer absonderlichen cammer sein unns gezaiget worden 12 cuirasses pp ainen statlichen türggischen säbl Ernstinger
raisbuch 215
lit. ver. türkischer bund, hut (
s. o. türkenbund
sp. 1856, türkenhut
sp. 1858)
für die eigenartige kopfbedeckung, den turban: ferrner setzten wir auff weisse türckische bündt mit eingewürckten blawen leistlein, wie die christen zutragen pflegen Rauwolff
aigentl. beschr. (1582) 133; auff seinem haubt ein türckhischen bundt
Regensburger fastnachtsp. 1 (1618) 1031;
ebenso Grimmelshausen
Simpl. 53
Scholte; Günther
ged. (1735) 980; meinen türkischen kopfbund Hölderlin
ges. dicht. 2, 163
Litzmann. synonym dazu: tiara, cidaris türckischer hut Golius
onomast. (1585) 211;
nomencl. lat.-germ. (1634) 427; türckescher hut (baret, tiara) Comenius
janua res. (1638) § 514; ein türckischer bund, türckischer hut
turbante (
turdesco) Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1163
b. 1@bb) türkische musik
eine eigenartige laute, stark akzentuierende musikalische gestaltung, vgl. janitscharenmusik: die türkische musik ist unter allen kriegerischen musiken die erste C. D. Schubart
ges. schr. (1839) 5, 337,
vgl. 335; das sujet ist turkisch und heist ... die verführung aus dem serail; die sinfonie, den ersten ackt und den schluszchor werde ich mit türckischer musick machen (1781) Mozart
br. 2, 105
Sch.; in Teplitz hörte ich alle tage 4 mal türkische musik (1812) Beethoven
s. br. 2, 93
Kalischer; so machte er eine türkische musik, die wohl nicht ihresgleichen in der welt hat Hegner
ges. schr. (1828) 1, 111; mit türkischer musik (1825) A. v. Droste-Hülshoff
br. 1, 71
Schulte-K.; grosze fête mit türkischer musik (1842)
ebda 2, 36; mit einer fürtrefflichen türkischen musik A. Hartmann
volksschausp. (1880) 130;
vgl. den in der musik der Wiener klassik beliebten satz '
alla turca'.
dazu: im dienste einer herumziehenden reutergesellschaft, die ihm bei ihren kunstvorstellungen die türkische trommel anvertraut hat H. Heine
s. w. 2, 354
Elster. 1@cc)
von den fremdartigen lebensgewohnheiten: die füsze nach türkischer manier unter sich schlagen Bahrdt
leben (1790) 3, 313;
formelhaft wird die präpositionale fügung: incoxare i. cossim insidere apud pomponium sitzen mit beyden beinen vnder dem aers auff turckisch H. Junius
nomencl. (1577) 28
b;
s. u. 2 a, b
u. vgl.: da wär es ja besser, sich auf gut türkisch die ohren ein für allemal mit wegrasieren zu lassen Geibel
ges. w. (1893) 7, 114. 1@dd)
von staatlichen einrichtungen der Türken als inbegriff ungewöhnlicher machtfülle und herrlichkeit, aber auch uneingeschränkter despotischer willkür. türkischer kaiser
als bezeichnung des sultans: da hilfft keyn wuten noch toben fur, wenn sie gleych viertausent turckischer keyszer auff yhrem teyll hetten (1522) Luther 10, 1, 1, 667
W.; wolde ich lieber denn turgkischen keiszer widder mich habenn
ebda 14, 282;
vgl. 19, 195; 19, 574;
im 16.
u. 17.
jh. bleibt diese bezeichnung allgemein üblich, vgl. volksb. v. dr. Faust 67
Petsch; Aventin
s. w. 1, 188; Grimmelshausen
Simpl. 454
Scholte; Chr. Weise
erznarren 25
ndr.; Schottel
haubt-spr. (1663) 17;
seitdem ersetzt durch sultan,
s. d. teil 10, 4,
sp. 1047
ff. jüngerem sultanat
entspricht älteres türkisches kaisertum
u. ä.: den trotz wolt ich nicht fur zehen türckisch keiserthum nemen Luther 28, 299
W.; ders. tischr. 6, 194
W.; wenn meine tochter Magdalena ... wieder sollte lebendig werden und sollt mir das türkische königreich mitbringen, so wollt ichs nicht thun
ebda 5, 192; du sprichst, ich hab ein feines schlosz, wann du darzu hettst tausent rosz, ja, auch das türckisch keyserthumb, so bistu noch nicht edel drumb Alberus
fabeln 13, 87
ndr. 22)
mit negativer bewertung als folge der verachtung orientalischer lebens-, denk- und glaubensformen. sie prägt sich in dem schimpfwort türkischer hund,
das in H. Hugs
Villinger chron. bereits 1529 (
s. 185),
also früher als türkenhund (
s. d.)
bezeugt ist, besonders scharf aus. 2@aa)
diese bedeutungsfärbung reicht mundartlich bis in die gegenwart: wer machet dich gewisz, dasz du ... gott gefallest mit deiner päpstischen oder türkischen möncherei und heiligkeit? Luther 9, 9
Erl.; wo ist diese freyheit hinkommen, nach dem die einwohner selbst ihren monarchen fast auff türckische weise dienstbar seyn Chr. Weise
polit. redner (1677) 517; die leut leben in aller schandt, vnfläterey, gleich als in einem Venusberg, vnd setzen auff gut türckisch, alle zucht vnd keuschheit hindan D. Schaller
theolog. heroldt (1604) 95.
auf bestimmte charakterliche eigenheiten anspielend: eine mehr als türkische eifersucht (1797) Caroline 1, 194
Waitz; der schwiegersohn ist ein melancholischer mensch und in der eifersucht türkisch gesinnt E. T. A. Hoffmann
s. w. 6, 159
Gr.; ich werde alle zeit dazu haben, da ... meine türkische faulheit in dieser beziehung nichts zu wünschen übrig läszt Pückler
briefw. u. tageb. (1873) 6, 43. 2@bb)
der negative bedeutungsgehalt verfestigt sich zu der sonderbedeutung '
hart, grausam, barbarisch; willkürlich, despotisch, ungerecht'
; vgl. Türke 1 d;
entstanden aus verbindungen wie mit türckischer vnerhörter vngüte, gewald, zwang, drang Spangenberg jagteuffel (1562) G 4
a: was auch ferner für ein grausahmer mordgeist in unseren herren soldaten wohne, dasz beweisen ihre mehr als türckische vnd tartarische thaten Rist
rettung (1642) C 5
a.
so lexikalisch: einen auf türckisch ò türkisch brügeln,
tractiren, bastonare, trattare uno alla turchesca, alla turca, cioè crudelmente, spietatamente, barbaramente, alla barbara; v. '
grausam' Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1163
b; auf gut türkisch mit einem umgehen,
crudelissimo dominata premere, immanibus plagis in alicujus tergum saevire Weismann
lex. bip. (1725) 2, 417 (
vgl. die ausgangsbedeutung aufhellendes auf türkisch
unter 1 c); türkisch: st. grausam; z. b. türkisch mit jemandem umgehen Voigtel
wb. (1793) 3, 433
b.
sogar bis in die maa. gedrungen und dort erhalten: türksch,
adj. u. adv., unchristlich; unbillig Dähnert
pommersch-rüg. (1781) 498
a;
grosz, heftig M. Schuster
alt-wienerisch 171; Schranka
Wiener dial. 175.
literarisch seit dem 16.
jh. belegt; dabei schimmert meist die entstehung dieser bedeutung aus der eigentlichen durch (
s. 1): sonder dasselbige tyrannisch, türckisch, unmenschlich, ja auch teüflisch schetze Montanus
schwankb. 41
Bolte; denen, welche sich gefangen geben, ... gnade beweisen sol, unnd nicht türckisch mit den christen leuten handeln Lorichius
pädag. princip. (1595) 333; ein tartarisch übel wird die gicht genennt. gar ein türckisch rasen ist sie, wer sie kennt Logau
sinngedichte (1654)
nr. 3508.
erst im 18.
jh. zu völliger selbständigkeit erstarkt: viele leute ..., wenn sie ... den kindern ... das fell auf türkisch durchgerben, meynen sie, sie haben ihre kinder recht erzogen G. Schuster
christerbaul. sendschr. (1742) 759; ein pudel wars, den er auf türkisch plagte Pfeffel
poet. versuche (1802) 3, 95; ganz türkisch metzgerte man hier (
in Troja), hatschier und läufer und portier, und was man fand, zusammen Blumauer
ged. (1782) 203; sie sehen, mein freund, wie unbillig und türkisch das urtheil sey: es strangulirt den ausleger und den propheten Herder 10, 100
S. 33)
zu Türke 2,
als feste zusatzbezeichnung zum namen bestimmter heimischer pflanzen- und tiersorten, die durch die Türken eingeführt oder verbreitet worden sind. 3@aa)
für '
mais'
; in älterer zeit üblich: türkisch korn
bei Fuchs
neukreuterbuch (1543) 320;
frumentum turcicum, türckisch korn Frischlin
nomencl. (1591) 87;
triticum asiaticum türckisch korn
nomencl. lat.-germ. (1634) 102; türckisch korn
sorbo ò sorgo turco Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1163
b;
irio, frumentum nigrum heidnisch oder türckisch korn Pomey (1720) 140;
teutsch-lat. wb. 33; türckisch korn
frumentum indicum seu turcicum Lonicerus (1737) 525.
über ganz Deutschland verbreitet: khamen erstlich zu einer nazion, die heist Suruchakuiss; diese hatten vonn dem türckischenn khornn unnd mandeoch auch ander wurtzeln U. Schmiedel
reise (1554) 60; vonn dem türckhischen khornn oder meys
ebda 43; ferrner fande ich auch gantze äcker vol mit türckischem korn, sesamo vnnd bomwoll vberseet Rauwolff
aigentl. beschr. (1582) 137;
ebda 198; maisz aber ist türckisch oder indianisch korn, so man triticum sarracenum vnd milium crassum oder amplum, auch triticum peruanum nennet Decker
diurnal (1629) 53; das sogenannte türkische korn oder der mais ... ward uns zuerst aus Nordamerika zugeführt J. G. Forster
s. schr. (1843) 4, 159; in einem (
kistchen) ist das türckische korn, 2 pfund türckisch garn und etwas rabuntzeln (1795) frau rat Göthe
br. 1, 276
Köster; man sagt, das türkische korn zehre (
in Italien) den boden aus Göthe I 30, 178
W.; der Colone baut nach wie vor ... im schweisze seines angesichts wein oder oel oder türkischkorn
F. Gregorovius
wanderj. in Italien 2 (1904) 241.
im norden Deutschlands dafür türkischer weizen: melica ... türckisch weitzen Decimator
thes. (1608) 784
a;
auch mundartlich: torkschen weiten Block
Eilsdorf 98; torkschen weten Böning
Oldenburg (1941) 117; Sallmann
neue beitr. z. dt. ma. in Estland 33.
entsprechend literarisch: ein kleiner beutel mit geröstetem türkischem waizenmehl stillte unsern hunger Kotzebue
s. dram. w. (1827) 6, 192; auch türkischen weizen zieht er Storm
s. w. (1898) 7, 33; ein leiterwagen, mit türkischem weizen beladen
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 4, 119. 3@bb)
für allerlei andere kulturpflanzen in feld und garten. 3@b@aα) turckische bund
lilium intortum Hohberg
georg. cur. (1682) 3, 487
a; türkischer bund Zorn
botanologia medica (1714) 398;
vgl. türkenbund 2 a
α: das schöne blumen-bilt, das türkschem bunde gleichet W. Scherffer
bei Drechsler 89. 3@b@bβ) türckischer cucumer türckische pfeben Wirsung
artzneyb. (1588)
reg.; die melonen oder türckisch cucumern (
heiszen) latine melopepo, cucumer turcicus Lonicerus (1737) 445;
vgl. türkenbund 2 a
β. 3@b@gγ)
sonstige zier- und nährpflanzen: der türckische kressen heist ... draba, dabra, araba Lonicerus (1737) 507; türkische wicke
lathyrus odoratus Reinwald
Henneberg 209; wenn ihr die persische rose, bis auf die letzte minute fest geschlossen, den mittag, die türkische tulpe den abend ... verkündigt Hebbel
s. w. (1904) 8, 290
Werner; türckische nelcken und grasz Chr. Lehman
histor. schaupl. (1699) 473;
phalaris picta Reinwald
Henneberg 209;
rhiz. graminis Arends
volkstüml. namen d. arzneimittel (1948) 236; dort blühen purpurn ganze bäume wie hier der türk'sche klee Rückert
ges. poet. w. (1867) 2, 237; türckische melissen Chr. Wirsung
artzneyb. (1588)
reg.; Hohberg
georg. cur. (1682) 3, 481
b; etliche nennens knottenkraut vnd türckischen beyfusz Lonicerus (1737) 193;
herb. botryos Arends
volkstüml. namen d. arzneimittel (1948) 236. türkisch kümmel:
fruct. cumini ebda 236;
piperitis, siliquastrum türckischer pfeffer Frischlin
nomencl. (1591) 73;
nomencl. lat.-germ. (1634) 108;
fruct. capsici Arends
volkstüml. namen d. arzneimittel (1948) 236; türckische bonen
fave turchesche cioè baccelli, fagginoli Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1163
b; Hohberg
georg. cur. (1682) 3, 481
a; die hülsenfrüchte aber sind in den hülsen vnd vnterschiedenen fachlein eingewickelt, wie an der bonen ... vnd den welschen (türckischen) bonen zusehen Comenius
janua res. (1638) § 128; wo die türkische bohn über nacht einen so langen stengel schieszt Bettine
dies buch geh. d. könig (1843) 1, 131; türckische hirse Chr. Lehman
histor. schaupl. (1699) 473;
corylus colurna L. türkische nuss Schlechtendal
flora v. Deutschl. (1880) 10, 160; türckischer hanff, auch wunderbaum Chr. Wirsung
artzneyb. (1588)
reg.; wunderbaum hat viel namen, wirdt auch römischer hanff, türckischer hanff, creutzbaum vnnd zeckenkörner genannt Lonicerus (1737) 237. 3@cc)
von bestimmten, aus dem vorderen orient eingeführten und nun heimisch gewordenen rassen des federviehs: türckischer, calecutisch oder indianischer han, gallus Indicus, coq d'Inde, ist ein bekandter grosser vogel, welcher seinen ursprung aus Ostindien ... hat Amaranthes
frauenz.-lex. (1715) 2048;
vgl. engl. turkey '
truthahn'; turkeypowt '
puter' Lokotsch
etym. wb. (1927) 165
b; gleich wie ein hausvater aufm lande seine lust daran hat, wenn er sein federvieh, die tauben, die hüner, die gänse, die endten, die türckischen hüner zusammen locket Scriver
seelenschatz (1737) 1, 759
a; vor uns war ein teich, auf welchem schwäne, türkische enten und anderes geflügel schwamm Nicolai
reise (1781) 3, 118. 44)
zusammensetzungen mit farbadj. zur bezeichnung bestimmter kräftiger und lichtbeständiger farben (
vgl. oben unter 1 a
sp. 1864/65): türkischblau ... sanft röthlich schimmerndes blau Mothes
ill. baulex. (1881) 4, 381; die (
kleider) sich ein wenig au fftürckischblau zogen
P. della Valle reiszbeschr. (1674) 1, 57; die durch mischung von chromgelb mit pariserblau hergestellten grünen federn (
sind) ... türkischgrün Lueger
lex. d. ges. techn. (1894) 3, 49; mit weiszem, lose gedrehtem sogenannten muggengarn, mitunter auch mit türkischroth gefärbten, deszgleichen mit blauen garnen Göthe I 25, 1, 231
W.; das rosiren der türkischroth gefärbten baumwolle Muspratt
chemie 3 (1891) 39; das schöne türkischrot wurde aus dem krapp (rubia tinctorum) gewonnen Wimmer
gesch. d. dt. bodens (1905) 252.
davon in technischen werken die miszbildungen: das türkischrothfärben Muspratt
chemie 1 (1888) 1813; Lueger
lex. d. ges. techn. (1894) 7, 739; türkischrothfärberei Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 1, 77; Muspratt
chemie 3 (1891) 3; türkischrotgarnfärberei Lueger
lex. d. ges. techn. (1894) 1, 602; türkischrothölverfahren Muspratt
chemie 3 (1891) 372.