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trusen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trusen f.

Bd. 22, Sp. 1427
trusen, f. , 'hefe, bodensatz; rückstand'; ahd. truosana, druosana, mhd. truosene, truosen, druosene, mnd. drôsem, mnl. droese, droesene, droeseme u. ähnl. Verwijs-Verdam 2, 422, ags. drōsne, f., drōsna, m., Bosworth-Toller 215a u. suppl. 158b. grundform germ. *drōhsnō, mit -sn -formans zur wurzel idg. dhrēgh-, erweiterung der (nur aus den konsonantischen erweiterungen dhrēgh- und drābh- erschlossenen) grundwurzel dher-, dherā- 'trüber bodensatz' (vgl. Walde-Pokorny 1, 854 f.), die auch in trester sp. 178, tros ebda sp. 896, trub sp. 1162, trübe sp. 1165 sowie treber teil 11, 1, 1, sp. 1568 vorliegt. weitere verwandte wie anord. dregg, f., 'hefe' s. bei Walde-Pok. a. a. o. im anlaut erscheint bereits im ahd. auch d; neben ahd. trusenon (gen. plur.) Notker 2, 302 P., trosana (10./11. jh.) ahd. gll. 1, 516, 29 St.-S., trusana (11. jh.) ebda, truosana (10. u. 11. jh.) 614, 1 steht druosana (11. jh.), drusina (11./12. jh.) 614, 2; für spätere zeit vgl. drusêna (12. jh.) 3, 222, 4, drusna (13. jh.) ebda, drusina (13. jh.) 293, 15, drussene Meinauer naturlehre bei Wackernagel leseb. (1861) 475, aber truozin Hugo v. Langenstein Martina 7, 94, truosen ebda 65, 92 u. ö.; truosen Nicolaus v. Basel bekehrung Taulers 9 Schmidt. älternhd. überwiegt t, doch ist d mehrfach bezeugt, vgl. druosen (voc. d. 15. jhs.) Diefenbach gl. 232b, drusen S. Fischer chron. 64b Veesenmeyer, druosen bei Fischer schwäb. 2, 427, drussen Seb. Franck lob. d. thorheit (o. j.) 97, druosen Montanus schwankb. 439 Bolte, vgl. den artikel drusen teil 2, 1461. vermutlich liegt einflusz von druos, drüse 'drüse' vor (s. Schatz ahd. gramm. § 186), der wohl auch den gelegentlich auftretenden umlaut hervorgerufen hat, vgl. trüsen Seb. Franck bei Fischer schwäb. 2, 427, öltrsen Frischlin nomencl. (1586) 32, tresen Megiser thes. (1603) 1, 518c, trsen sive drsen Stieler stammb. (1691) 2305, und dazu beitrug, dasz trusen z. t. als plural aufgefaszt und ein neuer singular truse, trus, trüse, trüs gebildet wurde, vgl. trüsz Roth dict. (1572) g 2a, trüse Hulsius-Ravellus dict. (1616) 331a, trusz Heupoldus dict. (1620) 166, truse Steinbach dt. wb. (1734) 2, 877, Campe 4, 903; schon ahd. olidrovsa amurca, windrosa vinacia ahd. gll. 2, 627, 61 bzw. 4, 108, 47 St.-S. wird (nicht nur im anlaut) durch druos 'drüse' beeinfluszt sein. mundartlich noch im alem. und im westl. md. lebendig, z. t. nur im plural, vgl. z. b. schweizer. truəsə Karl Schmid Entlebuch 74, Weber Zürcher Oberland 63, in truesenbranntawiin Friedli Bärndütsch 2, 261, truəsnə Streiff Glarner ma. 81, truese Seiler Basler ma. 86; elsäss. druesen, pl., Martin-Lienhart 2, 765, schwäb. truse ausgestorben (dafür tros, m.) Fischer 2, 427; bad. drusen (druəsə), plur., und trus, sing., bad. wb. 578; lothr. drusen, pl., Follmann 109; rhein. drūsən, pl., rhein. wb. 1, 1527 neben drus, drusem, m.; nass. drusen, druse, pl., Kehrein 118; durchgängig als bezeichnung für 'hefe', 'trester' von wein und ausgepresztem obst, als 'bodensatz' von flüssigkeiten, besonders öl, ausgelassene butter u. s. w.; als m. für 'branntwein aus weinhefe', vgl. Stucki Jaun 93, Martin-Lienhart a. a. o., bad. wb. a. a. o. offenbar elliptisch für trusenbranntwein (s. dort), doch vgl. auch ein m. bei Montanus (s. unten 3). seit dem 17. jh. literatursprachlich kaum noch bezeugt und fast nur lexikographisch weitergeschleppt. 11) 'trüber bodensatz des weines, weinhefe', vgl. ahd. windruosana vinacia ahd. gll. 2, 364, 34 u. öfter: chelih lutteres wines plenus mixto doh foller miscelatun foller truosenon also in moste diu bediu zesamine gemiscelot sint Notker 2, 302 P.; ich meine, das uwer vasz noch nút reine ist, und klebent noch truosen dinne Nicolaus v. Basel bekehrung Taulers 9 Schmidt; das (fasz) soll er zuo stunt noch einander schencken untz der win uskumpt und soll do zwüschent nützit darin tuon, weder win, truosen noch wasser noch deheinerleye ding (15. jh.) Straszburger zunft- u. polizeiverordn. 579 Brucker; de spade te bekeerne plien (pflegen), slachten (gleichen), secht scrifture, dien, die metter droeseme van dem wyne eeren weent den heren sine spieghel d. zonden 75a bei Schiller-Lübben 6, 108; so man wein ablaszt, so blaszt man als lang untz das der lauter wein herausz gelaufft, und laszt die muoter und die truosen im vasz beleyben Geiler v. Keisersberg sieben scheiden (1510) c c 5d; wer ein fasz mit hefen oder trüsen füllt, der kan den wein nimmer hinneinthun Seb. Franck bei Fischer schwäb. 2, 427; disem unfal kompstu am rechtsten, so du in (den gästen) gibst den aller schlechtsten (wein), der khanecht ist und auff den truosen, so schütten sie in halb in buosen K. Scheit Grobianus v. 1990 ndr.; einen weyn lauter lassen werden und warten bisz sich die trsen an boden gesetzt Frisius dict. (1556) 373b; rockenmäl mit essighefen oder truosen vermischt H. Bock kräuterbuch (1587) 425b; wann die rosz vom sporenstich am bauch geschwöllen, nimm honig, schillroten wein, trusen, die zimlich dick sein, und kochs mit eynander Sebiz feldbau (1580) 159; doch haben auch bei uns die dicken wein viel trusen oder heffen, und ist die trusen gewisz gesaltzen Hulderich Frölich offenbar. d. natur (1591) 744; wie der wein in dem keller bey allgemächlicher auskochung seine rauchen irdischen theile ... ablege, welche dann unden und an den wänden in die trusen gehen und den weinstein gestalten Scheuchzer naturgesch. d. Schweitzerlandes (1706) 1, 25. 22) dicker bodensatz; von öl und anderen flüssigkeiten, vgl. oletruosin (amurca) Notker 2, 333 P.; amurca, fex olei drusina ahd. gll. 3, 293, 15 St.-S.; öltrüsen amurca Frischlin nomencl. (1586) und öldrusen teil 7, 1276: und sell das el daraus (aus dem ölhafen) thon, das nun die drusen und der wust vom el drinn bleyb Seb. Fischer chron. 64b Veesenmeyer; darumb so sprich ich zu recht, das alles lauter öl der fünf follen fasr sol abgelaszen werden von den hefen oder trusen Steinhöwel Esopus (1555) 96a; vgl.'bodensatz vom öl' Martin-Lienhart elsäss. 2, 765, 'ölsatz' rhein. wb. 1, 1527, 'brauner rückstand von gesottener butter' Streiff Glarner ma. 81. — allgemein, vgl. faex ein bodengleger, trüsz, heffen, das unterst, schlechtest und heylosest eins jeden dings Roth dict. (1572) g 2a: diu erde ist der andern elemente reinate unde ein drussene Meinauer naturlehre bei Wackernagel leseb. (1861) 475; (quinta essentia ist) gereiniget und gezogen von den fecibus, als von den truosen und unreiner materien, die da ist ein ursach der zerstörung der ding H. Braunschweig distillierbuch (1532) 3a; dann wie der welt trusen seind die element, also seind der elementen das wasser und die erden. derhalben gleich wie die flieszenden ding gröszer seind denn die trusen, und die trusen das minder theil, dessen die trusen ist: also seind auch das wasser und die erden der minder theil der elementen Hulderich Frölich offenbar. d. natur (1591) 16; als 'trübung, schmutz, verunreinigung, dreck', vgl. bad. wb. 578b, rhein. wb. 1, 1527. 33) in bildlicher verwendung; für 'verunreinigung, trübung': umb unsir sunde truosen Hugo v. Langenstein Martina 27, 36; gar ane leidez truosen ebda 65, 92; 'unsauberer rest': do sollent luogen und gewarnet sein, die zuo iren alten tagen kummen seind, und gott dem herren nüt anders zuo geben hond, weder die truosen, iren bluomen in der jugent in aller üppikeit und buobery verzert haben Geiler v. Keisersberg postill (1522) 1, 31b; 'das unwerteste, verächtlichste': falscheit und untreüw hat uberhant genumen in unseren landen, also das wir seint truosen aller welt worden Joh. Pauli Keiserspergs narrensch. (1520) 36b. redensartlich auf die trusen gehen 'auf die neige gehen, zu ende gehen': wann dann der würt thuot merken schon, das es will auf den druosen gohn, und kein gelt mehr vorhanden ist, so braucht er dann erst würtes list Montanus schwankb. 439 Bolte; ähnlich dialektisch auf der (dem) trusen sein 'am ende sein', vgl.uf də truəsnə sī 'auf dem hund sein' (studentisch) Stucki Jaun 93, uff de druose sin 'auf dem letzten rest des vermögens, ganz herabgekommen' Ch. Schmidt Straszburger ma. 29a.
8212 Zeichen · 224 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    trusenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    trusen , trüsen , vb. , ' hefe, bodensatz absondern ' u. dgl.; denominativum von trusen, f., vgl. den artikel drusen, vb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trusen

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von trusen 2 Komponenten

tru+sen

trusen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trusen‑ als Erstglied (7 von 7)

trusenasche

DWB

truse·nasche

trusenasche , f. , asche von gebrannter weinhefe; zu trusen, f., vgl. drusenasche teil 2, 1462: aus den reben- und truosenäschen heben etlic…

trusenbranntwein

DWB

truse·n·branntwein

trusenbranntwein , m. , branntwein aus weinhefe gebrannt, s. trusen , f.: was ... soll ich dir bringen? einen halben schoppen, aber trusenbr…

truseneⁿ

Idiotikon

truseneⁿ Band 14, Spalte 1338 truseneⁿ 14,1338

trusensack

DWB

truse·n·sack

trusensack , m. , s. drüsensack teil 2, sp. 1462; dort irrig zu drüse gestellt. sack, in dem beim auspressen oder durchseihen die rückstände…

trusenwein

DWB

truse·n·wein

trusenwein , m. , ' tresterwein, nachwein; hefiger, kahmiger wein ', zu trusen, f.; vgl. vappa tropffwyn oder truossenwyn gemma gemm. (1508)…