traget,
f. ,
das getragene; der träger (
seltener n.: ain traget [
acc.]
württemb. ländl. rechtsquellen 1, 78
Wintterlin; Gersdorff
s. u.; traget,
n. Kramer 2 [1702] 1104
b; tragat,
n. Lexer
kärnt. 66);
bildung wie kochet
zu kochen
s. th. 5, 1561;
vgl. Brückner
in Frommann
dtsche maa. 3, 135.
seit dem frühnhd. bezeugt (
zuerst 1490
in württ. ländl. rechtsqu. a. a. o.).
im plur. schwach flectiert, s. Fischer schwäb. 2, 308.
acc. sg. trägeten
durch reimzwang: Sägeten Scheffel (1907) 3, 133
s. u.tragete
im schwäb. mehrfach südl. von Stuttgart neben traget
s. Fischer
a. a. o.; trogete Hebel
s. u.; tragete Schmidt
id. Bern. 66; tragede Seiler
Basel 82.
dazu nebenformen tragets,
n. (trogets
neben troget Ruckert
unterfränk. 184; dragets Crecelius
oberhess. 286; tragets Lenz
Handschuhsheim. 49
b)
und tragend (Fischer
a. a. o.),
vgl.köchts und kochend
th. 5, 1561.
auch ein tragens Kramer 2 (1702) 1104
b gehört vermutlich hierher. heute in md. und obd. dialekten s. u., bei Hebel
und Auerbach. 11)
als maszbezeichnung, so viel auf einmal getragen werden kann, vgl. 1tracht III C 2: ein traget pfel (
pfähle) oder rayff
a. d. j. 1528
s. württbg. vierteljahrsh. f. landesgesch. n. f. 12, 444; diser Rosenberger ist ... in eines hirten kleidung mit einer tragendt besam gehn Hall uff den mark kommen
a. d. j. 1617
bei Uhland
schr. z. gesch. d. dicht. u. sage 4, 173; zwar war ich gar nicht gesinnet, etwas daselbst zu stelen, dann ich hätt ja sonst wol eine traget silbergeschirr aufpacken können Grimmelshausen 2, 406
Keller; het nit in churzer zit der weber e trogete garn gholt? Hebel
s. w. (1834) 2, 54; ich wette, dasz ich den wagen mitsammt den erbsen in drei trageten bis zu der krone hinuntertrage Auerbach
dorfgesch. 7, 16;
noch heute dialektisch verbreitet, z. b. e drâed grâs Hertel
Thüring. 245; a traget holz Sartorius
Würzburg 126.
in verkürzter ausdrucksweise wie 1tracht
sp. 985: wan der hürt ainen bedrit, da er samelt, so soll der selb im ain traget geben zu dem münster und wolt er im sol garb nit geben ...
hirten- und flurbuch von 1490
in württembg. ländl. rechtsquellen 1, 78
Wintterlin; Jakob hob Magdalenen die schwere last (
kleebündel) auf den kopf ... 'du hast ein schwere traget, das hättst du nicht allein aufladen können' Auerbach
dorfgesch. 2 (1884) 156; wird ihm (
dem ort Hochschür) ja nur von ... Segeten (
nest im waldshutischen) die ehre des 'bestverleumdeten' streitig gemacht, wie dies der volksmund ausdrückt: 'Hochschür und Sägeten gibt eine trägeten' (traglast,
d. h. sie wiegen beide gleich schwer) Scheffel 3 (1907) 133.
bildlich vom rausch Ruckert
a. a. o.; Martin-Lienhart
elsäss. 2, 745
b. 22) '
aufgetragene speise, gericht'
vgl. 1tracht III A 2: ein traget latwerg, die man all tag am morgen essen mag (
überschrift). nim mirabolanorum, indorum ... und mach darusz täfelin oder ein traget Gersdorff
wundarzney (1526) 55
b;
in Henneberg traget
speciell '
durch stoszen oder rühren zubereiteter dicker kartoffelbrei' Brückner
a. a. o. 33)
nachgeburt der kuh Martin-Lienhart
a. a. o.,
vgl. trage,
f., B 2. 44)
activisch: traggerät vgl. trage,
f., A 1: der sohn mäht wie befohlen, hat aber eine traget auf dem rücken und in der traget einen geiger Auerbach 15, 14.