träufeln,
vb. ,
stillare, guttare. herkunft und form. frühneuhochdeutsche iterativ- und deminutivbildung zu träufen.
zuerst bei Luther
belegt. auf md. herkunft weist neben der verbreitung auch der im gegensatz zu träufen (
s. dort sp. 1415)
überall durchgeführte umlaut. im 16.
jh. auszer bei md. protestantischen schriftstellern Luther, Mathesius
und Ringwaldt,
nur bei dem Schwaben Rabus,
der aber auf der lutherischen universität Wittenberg studierte, und bei dem aus Schlesien gebürtigen Sebiz.
auch im 17.
jh. brauchen es neben vielen md. protestanten erst wenige [] lutherische Oberdeutsche wie Harsdörffer
und Dannhawer.
erst vom 18.
jh. an wird träufeln
auch in Süddeutschland etwas häufiger. in die mundarten kaum eingedrungen, z. b. tröüffele Hunziker
Aargau 61,
auch lexikalisch im 16.-18.
jh. neben den synonymen träufen, triefen, tropfen, tröpfeln, trupfen
nur wenig gebucht. daher ist träufeln
wohl ein literarisches wort, das sich durch Luther
und seine nachfolger nach norden und süden ausgebreitet hat. abweichende formen fehlen infolgedessen fast ganz, wo sie eintreten, z. b. entrundung getreiffelt Sebiz
feldb. (1579) 22,
gehen sie mit denen von träufen
conform, s. dort. im 16.
und 17.
jh. wie träufen
in prosa und poesie gleich häufig, werden beide verben im 18.
jh., im zeitalter der empfindsamkeit (
vgl. tränengeträufel
u. ähnl.)
immer mehr poetische worte, vgl. Adelung: träufeln '
der höheren schreibart eigen' 4, 654.
in der prosa werden seitdem beide worte durch triefen, tropfen, tröpfeln
stark in den hintergrund gedrängt. bedeutung und gebrauch. träufeln
wird von anfang trans. und intrans. gebraucht. auch das weist auf bildung des wortes erst im 16.
jh., als träufen
ebenfalls nicht mehr bloszes trans. verb war. seit beginn völlig synonym mit träufen
verwendet: destillo herabtreuffeln,
exstillare herausztreuffen Weismann
lex. bipart. (1698) 1, 531
b. AA.
transitiv. flüssigkeiten in tropfen fallen machen. A@11)
eigentlich. A@1@aa)
ohne locale bestimmungen: dasz sich etliche leute mit den gieszkannen ... drauff verstanden, dasz wenn sie einen ... sahl umkehren wollen, vorher ... im staube rechte menschenbilder mit dem treuffeln zu leisten gewust haben Prätorius
anthropod. pluton. (1666) 1, 245; o günstiger nordwest ... ach treuffle fort für fort das reiche himmelnasz G. Treuer
dt. Dädalus (1675) 1, 820; schöne göttin ... und nun träufelst du uns regen Herder 5, 171
S. A@1@bb)
mit angabe der herkunft oder des zieles: thränen, die liebe und zorn aus den schönen augen träufeln Heinse
sämtl. w. 3, 373
Schüddekopf; sie (
die furien) träufeln aus den augen böses blut C. A. Böttiger
kl. schrift. 1, 207
v. Sillig; der himmel träuffelt seinen thau auff manchen acker, feld und au A. Silesius
hl. seelenlust 17
ndr.; doch die andern götter träufelten von ihrem göttertrank auf die asche S. Mereau
ged. (1800) 2, 30; wie man den ... protestanten siedendes pech auf die fuszsohlen geträufelt Laube
ges. schr. 14, 7; die frau ... träufelte das ... öl auf das grünzeug Rosegger (1895) 3, 181; mein zartes grab, in das sie kühle thränen träufelte Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 302; träufelt ihr köstliches öl in das haar ihm Aphrogeneia Mörike (1897) 1, 107; der greis verbrannt es auf zerspaltnem holz, und träufelte darüber schwarzen wein Bürger
werke 147
b Bohtz; wie träufen
gern in medizinischem bereich: wann man dasselbige (
blut der taube) auf die flieszende oder trieffende augen leget oder drein treuffelt
viehbüchlein (1667) 115; so thut auch das distillirte tillöl, äuszerlich 3 bis 4 tropffen in die höle des nabels getröffelt, sehr gut Ettner
mediz. maulaffe (1719) 428. A@22)
gelegentlich auch von festen körpern: wann sie (
die erde) inn wasser wird getreiffelt, gibets demselben einen süszen geschmack Sebiz
feldb. (1579) 22;
hauptsächlich in poetisch übertragener anwendung: und dennoch schmeckt die frucht der weiszheit nach dem brode (
manna), das dort der himmel treuffeln heiszt Chr. Günther
ged. (1735) 228;
[] ähnlich auch Gottschedin
schaub. 1, 259: eine pappel träufelt ihre hülle (
das laub) in die wasser, die zu euch entfliehn Uhland
ged. (1898) 2, 260; o träufle sanft in meines mädchens locken wie regentröpchen deine blütenflocken (
an ein mandelbäumchen) graf Loeben
ged. 4
Pissin. A@33)
bildlicher gebrauch setzt ein in der mitte des 17.
jh. und blüht besonders um die wende des 18.
und 19.
jh.: der Wiener friede war wie mohnsaft auf die deutsche welt geträufelt Laube
ges. schr. (1875) 1, 69; hör ich dich denn auch wohl, mit geistes ohre, dich dein tröpfchen leises geräusches träufeln, weinende weide Klopstock
werke (1823) 2, 94; so träufelst du in den kelch der leiden den tropfen der liebe, der alles versüszt Göthe I 13, 38
W.; o träufle kühle lindrung nur einen tropfen Fr. Schlegel
werke (1846) 9, 218; der abgrundtiefe himmelsherr lasse glück, und heil, und segen auf dich treufeln wolkenab Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 2, 174; und du, nahes gewölk, o treufle du segen und wärme auf die kühlenden schatten aus deinen schöszen herunter Klopstock
Mess. (1749) 34; wie der morgenstern, der bei einer nacht ... glanz von sich träufelt Heinse
sämtl. w. 4, 124
Schüddekopf; sie (
die götter) nun träufelten sanft auf die augen mir lieblichen schlummer J. H. Voss
Odyssee 12, 338; unglückliches gedächtnisz! dasz der himmel ruhige vergessenheit auf dein graues haupt träufelte! Klinger
theater 2, 277; die gute Maria ... träufle frohsinn in deine getrübte seele J. v. Müller
sämtl. w. (1810) 6, 184; sünderin, die ... an dem verzweifelt, der auf frevler gnade träufelt! Müllner
dram. w. (1828) 7, 101; lerchen träufelten ihren gesang über die jungen saaten I. Seidel
labyrinth (1924) 190; welch einen befruchtenden thau diese erkundigung auf die vertrockneten lebensgeister ... träufelte K. Fr. Cramer
Neseggab 2, 9.
ganz losgelöst vom sinnlichen: wohltätige freundschaft träufelt mir ... gelehrtes schwärmen ins herz, ins ohr harmonisches säuseln Hamann
schr. 2, 324
Roth; o süszes echo, deine antwort hat mir trost ins herz geträufelt Castelli
sämtl. w. (1845) 13, 44; ihm ward auch gram zu seinem theil gegeben und bitterkeit geträufelt in das leben Lenau
sämtl. w. 340
Barthel. redensartlich geworden ist in bildlicher anwendungsweise balsam in die wunden, (gift) ins ohr träufeln: ehe die Zollern wohltätigen balsam in die wunden (
des landes) träufelten Fr. L. Jahn 1, 10
E.; H. Heine
werke 1, 309
Elster; U. v. Wilamowitz-Möllendorf
reden a. d. kriegszeit (1915) 10; den balsam des trostes in die wunden der seelen träufeln S. v. Laroche
d. frl. v. Sternheim (1771) 2, 219; des freundes treue hände träufeln balsam in todeswunden, die das schicksal schlug Grillparzer (1892) 10, 57; ich argwohnte ... nicht, welch ein gefährlicher leumund ... mir ins ohr geträufelt ward L. v. François
Reckenburgerin (1871) 1, 27; Ardinghello ... träufelt ihr mit der stimme des lebendigsten gefühls ins ohr: 'welche sklavische furcht hat sich deiner bemeistert?' Heinse
sämtl. w. 4, 78
Schüdd.; das gift, welches Iduna Schlunk in ihr ohr geträufelt hatte, zehrte und frasz H. Seidel
vorstadtgesch. 43; Gutzkow
ritter vom geiste 3, 357. A@44)
bildlich ist auch eine eigentümliche verwendungsweise bei protestantischen schriftstellern des 16./17.
jh., auf biblischer grundlage beruhend, s. träufen A 1 c
sp. 1418: du sprichst, weissage nicht wider Israel, und treuffel nicht wider das haus Isahac (
non stillabis super domum idoli)
Amos 7, 16; die propheten treuffeln oder tropffnen, und würt darbei verstanden, das die propheten gottes zorn
[] nicht auff ein mal einführen, sondern allein durch ihre trewwort, als mit kleinen tropffen, verkündigen und eintreuffeln Rabus
hist. d. martyrer (1571) 24
b; und da ein frommer Amos kam, der etwas hub zu treufflen an Ringwaldt
christl. warnung (1590) G v b;
hierher: (
du) als der rechte Ezechiel, du redest deine sieben krafftwort und treuffelst mit blut
V. Herberger
passionszeiger (1611) 375. BB.
intransitiv. B@11)
subject ist die herabfallende flüssigkeit. B@1@aa)
eigentlich. B@1@a@aα)
ohne locale bestimmungen: so treufelt auch in groszer menge des edlen balsams köstlichs nasz Chr. Fr. Weichmann
poesie d. Nieders. 2, 110; wenn der sturmwind wellen in die luft emportrieb, und sich diese in einen träufelnden regen auflösten Wieland I 3, 499
akad.; dann träufelte der milde regen Kretschmann
sämtl. w. (1784) 1, 146;
ähnlich auch: Herder 27, 87
S.; Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 6, 60; amen sprechen mond und sterne, träufelnd sprach das wasser: amen
ebda 3, 192; B@1@a@bβ)
mit angabe der herkunft oder des zieles des tropfenfalles: von ihnen (
den bergen) treufeln gutthätige wasser Gellert
werke (1839) 7, 20; wie die blätter der pappel bewegt sich die arbeit der hände und es träufelt das öl vom festgeschlagnen gewebe Göthe I 4, 327
W.; der schweisz träufelt mir von der stirne maler Müller (1811) 2, 253; helles wasser träufelt mir von hut und locken Platen 1, 406
Redlich; sein kopf war mit einem tuch umwunden, aus dem das blut träufelte W. Alexis
Isegrim (1854) 2, 159;
ähnlich graf Strachwitz
ged. (1850) 334; W. Raabe
hungerpastor (1864) 1, 241. ich sah ein haus weit in der sonne und durch die fenster träufelt gift Denis
lieder Sineds (1772) 24; thun die himmel sich auf und regnen, so träufelt das wasser über felsen und gras Göthe I 1, 338
W.; wie natürlich ist es ..., wie diesem die sauce über den bart geträufelt sei W. Hauff
sämtl. w. (1890) 3, 216; dasz das blut ihres hingerichteten vaters auf ihre weiszen gewänder träufle Klinger
werke (1809) 3, 190; feiner regen träufelte sanft auf die erde H. v. Barth
nördl. Kalkalpen (1874) 475. B@1@a@gγ)
seit der mitte des 18.
jh. ist thränen träufeln
als ausdruck der empfindsamkeit besonders beliebt: milde thränen träufeln selbst von der krieger rauhen wangen v. Schönaich
Heinrich d. Vogler 141; wo sich die langsam träuffelnde thräne mit blute verfärbte Wieland I 1, 183
akad.; dennoch träufelt die thrän auf den kranz Klopstock (1854) 1, 238; ihr kopf liegt auf meinem schosze, und ihre thränen träufeln auf die erde S. v. Laroche
frl. v. Sternheim (1771) 1, 171; noch träufelte der letzte thau aus den augen des unglücklichen auf die elende tochter Klinger
werke (1809) 3, 135;
ähnlich ebda 8, 371; 10, 53; sehnsuchtsthränen träufelten Hölty 91
Halm; träufelt zähre auf zähre Bettine
Göthes briefw. 3, 8; ein alter ... invalide las ..., und bei manchem worte träufelte ihm eine klare thräne in den ... schnauzbart Heine
werke 3, 146
Elster. B@1@bb)
übertragen nur selten gebraucht: es wälzen sich dicht bei der pforte (
der hölle) die felsen unabsehlich hinab, durch treufelndes feuer gespaltet Klopstock
Mess. 9, 755.
[] B@1@cc)
bildlicher gebrauch seit dem 17.
jh., besonders beliebt wieder um 1800;
im sinne von regnen (
s. u. 2 a
α): nach dem donnern und blitzen fangt an das evangelium holdselig träufflen Dannhawer
catechismusmilch 6, 279; wie wechselnde regenschauer kamen die seelen, itzt dicht aus der wolke stürzend, itzt träufelnd Klopstock
Mess. 16, 206; es träufelte mit jedem neugehörten ton der ruhe thau in ihr zerlechzetes gebein Herder 16, 270
S.; wir lechzen nach dem thau der weisheit und des witzes, der von ihren lippen träufelt S. Brunner
erz. u. schr. (1864) 1, 319; von deinen lippen träufelt überredung
theater der Deutschen (1768
ff.) 17, 130; wie die wehmut aus den augen träufelt Hölty
ged. 52
Halm; es träufelt von schwanken ästen süszer schlummer v. Knebel
in schr. d. Götheges. 7, 188; aus diesem hause mag in der that ein reicher segen über die bayerische landwirthschaft träufeln L. Steub
wander. im bayr. geb. (1862) 3.
unsinnlicher: so träuffelt auch die gunst des ... gestirns auf wissenschaft und kunst Chr. Günther
ged. (1735) 406; und mein geist ist hocherfreut, weil des himmels reicher segen auf mich arme magd geträufelt D. W. Triller
poet. betracht. 1, 601. B@22)
subject ist der ort, von dem die flüssigkeit herabtröpfelt. B@2@aa)
von wirklichen flüssigkeiten. B@2@a@aα)
die flüssigkeit ist nicht näher bezeichnet: ... Medusas schlangenzöpffe treuffeln über unsere köpfe Gryphius
trauersp. 434
Palm; wenn die füsze rinnen oder träufeln
allg. haushalt.-lex. (1749) 2, 626
b; zogst du eben dein träufelndes schwert aus dem sterbenden leichnam Wieland I 1, 212
akad.; geduld! kühlest du dann nicht sein träufelndes gesicht? Schubart
sämtl. ged. (1825) 1, 97; ihre (
der eiche) blätter träufeln vom gewitter des tags Hölderlin 2, 173
L.; und meine seele sieht in süszer ruh der perlen träufeln von den rudern zu Herwegh
ged. eines leb. (1841) 190;
von den augen für weinen: Jobst ... wischte sich die augen, welche anfingen zu träufeln G. Keller
ges. w. 4, 257;
durchnäszte menschen träufeln: da ragten aus der Isar mit träufelndem haar blaue Najaden hervor Mastalier
ged. (1774) 94; hob Miller mich aus dem schwankenden kahne und umarmte mich träufelnd am ufer Schubart
sämtl. ged. (1825) 2, 314;
gelegentlich auch von tieren: sie (
von der flut ergriffene bären) ... huben sich träufelnd empor E. v. Kleist (1771) 1, 154.
seltener in der prosa der zeit verwendet: die kleider mit gewalt über die träufelnden glieder zu ziehen Göthe I 44, 309
W.; Thomas ..., welcher träufelnd und vor frost schaudernd vor ihm stund J. J. Chr. Bode
Thomas Jones 2, 29.
vom 16.-18.
jh. für regnen gebräuchlich: treuffelt ir himel von oben
Jesaias 45, 8;
ähnlich: J. A. Cramer
sämtl. ged. (1782) 2, 28; alle steine aber blieben über seinem (
Abrahams) haupte hangen, wurden zu wolcken, und treuffleten auff seinen kopff, ihn zu erquicken A. Olearius
pers. rosenthal (1696) 94; ein heller regenbogen stand um den halben himmel in träuflend schwarzen wolken Gleim
sämtl. schr. (1798) 2, 84; wenn wolken träufelnd niedersinken Lessing 1, 96
L.-M.; [] ähnlich Herder 12, 275
S.; Göthe I 40, 267
W. vgl. noch: gleich dem träufelnden bogen der luft, wenn sein liebliches haupt leuchtet über dem see Bürger 275
a Bohtz. B@2@a@bβ)
mit angabe der flüssigkeit: wie er von einem myrthenbaume einen strauch abreiszet, der von blute treufelte J. Bodmer
abh. von dem wunderb. (1740) 307; unser Marquis ... durch und durch genäszt, träufelnd von abflieszender feuchte Göthe I 33, 89
W.; ähnlich Bürger
werke 247
Bohtz; wilde kirschen- und schlehblüthen, die noch vom regen träufelten J.
M. Miller
briefw. dr. ak. freunde (1778) 1, 374. B@2@bb)
mit umkehrung der bewegungsvorstellung vereinzelt bei Bodmer: (
als Noah mit dem engel des herrn aus dem lager flieht) unter den fersen stieg aus dem treufelnden boden ein nebel
Noah (1752) 33;
vgl. dazu den spott eines Gottschedjüngers: träufeln: ein boden träufelt. von unten herauf? das ist fein! sehr fein! Schönaich
neolog. wb. 416. B@2@cc)
bildlicher gebrauch: träuffelt, ihr wolken, mit segen und heil Chr. Fr. Henrici
ged. (1727) 1, 155; du sahest deine wohltaten unbemerkt, die hügel, die von deinem segen träufeln, mit gözenhaynen entweyht Wieland I 2, 386
akad.; schon thräufelt ihr auge von wonne Klopstock
Mess. 17, 50; der mund (
des Titus ist) von bestimmter weisheit und güte träufelnd Lavater
physiognom. fragm. 2, 253; (
ein dichter) der ganz und gar von honigsüszen empfindungen träufelt J. G. Jacobi
sämtl. w. (1807) 2, 164; durch die immergrünen haine, ... wenn sie glänzend von der sonne purpur träufeln Waiblinger
ged. aus Italien 101
Grisebach; mit parodistischem tonfall: wagst du dich heran und findst du lust an diesen weiszen teufeln (
mädchenbrüsten), armer freund, wie bald beginnst du selbst von traurigkeit zu träufeln Fr. Wedekind
ges. w. (1918) 1, 28. B@33)
unpersönlicher gebrauch: seit dem 17.
jh., hauptsächlich vom aufkommenden oder feinen regen, heute dafür meist tröpfeln, tropfen: ja, es treufelt, ja es taut der gesunde regen fällt P. Fleming
dt. ged. 1, 232
Lappenberg; in der nähe des dorfes ... fing es an zu träufeln P. Haak
bemerkg. auf einer reise (1829) 289.
substantiviert: wo der wolke donner nur scholl, dem labendes träufeln folgte Klopstock
od. 2, 79
M.-Paw.; dasz sich süszer heben kann violenduft, musz ein träufeln beben durch die laue luft O. Ludwig (1891) 1, 92.
bildlich: da wir einen platzregen von schulen über unser unglückliches land haben niedergehen sehen — es träufelt noch immer P. de Lagarde
dt. schr. 347; wenn es am morgen von schnöden bemerkungen nur geträufelt hatte, so gosz es jetzt von ihnen W. Raabe
sämtl. w. II 5, 240.
auch sonst gelegentlich: von oben träufelt es beständig in allen theilen der höhle G. Forster
sämtl. schr. (1843) 3, 415; ich sank ..., ich hört ihn weinen, und wie glühende thränen träufelte es auf meine wange Hebbel
werke 1, 15
Werner.