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Toter

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
9 in 6 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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26
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13

Eintrag · Pfälzisches Wb.

Toter m., f., n.

Bd. 2, Sp. 379
Toter, Tote, Totes m., f., n. : 'verstorbener Mensch, menschliche Leiche', der Dot [KU-Schmittw/O], der Dode [PS-Geisbg NW-Wachh], de (der) Dore [PS-Gersb WD-Niedkch RO-Dielkch NW-Kallstdt]; e Dodeʳ [KU-Dietschw KB-Kerzh LU-Opp], e Doleʳ [KU-Bedb], e Doreʳ [verbr.], e Doureʳ [BZ-Dierb LA-Nd'hochstdt Land], e Daureʳ [BZ-Albw]; e Dores [KU-Schmittw/O RO-Semb]; Pl. die Dore [verbr.]. Dem Dore muß m'r die Aage zudricke [NW-Frankeck, KU-Schmittw/O]; de D. beim Borjemäiⁿschder oonzeie [KU-Schmittw/O]; de D. wäsche [KU-Brück]; de Doure zerechtmache (herrichte, anzieche, anduⁿ) [BZ-Dernb, verbr.]; beim Dore wache [KU-Schmittw/O]. Die Polizei besitt (besichtigt) die Dore [WD-Niedkch]. Der Dot muß zwäimol 24 Stunne laie (vor der Beerdigung) [KU-Schmittw/O]. RA.: Des brennt wie for'n Doude, vom schlecht brennenden Licht [LA-Gommh]; vgl. Totenlicht. Der nimmt's vun de Lewendiche, vun de Dure krieht er nix, vom Kaufmann, der zu hohe Preise fordert [RO-Odh]. SprW.: Mer soll die Dode ruhe losse [LU-Opp, KU-Schmittw/O]. De Doure soll mer nix Schlechtes noochsage [LA-Nd'hochstdt]. Brauchtum: Wenn einer gestorben ist, werre die Nochberschleit oun die Freindschaft geruft. De Dore werd gewäscht oun angezoo. Jerer bet e Vatterunser, oun dann werd Kaffi getronk [WD-Niedkch]. Die Dore krien jetzt (um 1930) oft Dorekirrel (s. Totenkittel) an aus Papier; friher aus weißem Stuft (Stoff); die Kirrel sin iwwer de schwarze Anzug gezoo worre [ZW-Gr'bundb]. Nachtwachen beim Toten mit Essen und Trinken (Brot, Käse und Schnaps) sind seit etwa 1910 nicht mehr üblich [KU-Diedk]. Den Toten gibt man einen schwarzen Rosenkranz [GH-Kand]. Nach Eintritt des Todes verhängt man sofort den Spiegel, damit die Seele des Verstorbenen sich nicht spiegeln und dadurch wieder körperhaft werden kann [Becker Vk. 142]. Man glaubt, die Seele könne nur dann das Haus verlassen, wenn die Fenster geöffnet sind [verbr., auch Journal 1790, 8. St., S. 142 ff.]. Die Gesichter der Toten kehrt man gegen Osten, sonst würden sie von den Winseln (eine Drosselart?) immer in Schrecken gesetzt, welche von Westen her schwärmen [ebd.]. Läßt man Tränen über einen Toten fallen, dann komme er nicht zur Ruhe; auch das klägliche Gewimmer um einen schon lange Begrabenen störe dessen Ruhe [ebd.]. Alle Gegenstände, die man beim Zurechtmachen der Leiche gebraucht hat (Kamm, Rasiermesser, Waschtücher), müssen in den Sarg getan werden [ebd.]. Volksgl.: Warzen wird man los, wenn man einem Toten zum Grabe läutet und sich nach der Beerdigung in fließendem Wasser wäscht [ebd.]. Reib Warze mit'm Wäschlumbe, wu en Dodes gewäsche is wärre mit, un vergrab'n noo unnich der Dachtraaf [Fogel Beliefs Penns Nr. 1699, 1737]; Ähnliches s. bei Dachtraufen 1, anklopfen 1. 's gebt Reeⁿ, ich han heit nacht vun Dole geträämt [KU-Bedb]. Es gebt Hochzich, wammer traamt fun'me Dode [Fogel Beliefs Penns Nr. 264]. — Südhess. I 1599/600; Rhein. VIII 1249/50; Saarbr. 48; Bad. I 514 r.
2990 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TOTERswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    TOTER , TOTTER swm. dotter. ahd. totoro Graff 5,384. cuscuta tother sumerl. 56,42. vitellus, vitellum toter Diefenb. gl.…

  2. modern
    Dialekt
    Toterm., f., n.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    To-ter , To-te , To-tes m., f., n. : ' verstorbener Mensch, menschliche Leiche ', der Dot [ KU-Schmittw/O ], der Dode [ …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit toter

28 Bildungen · 24 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

toter‑ als Erstglied (24 von 24)

toterei

Lexer

tote·rei

toter-ei stn. BMZ eidotter, vitellum Dfg. 623 c . von eim geprâten tutereie. gib im z'eʒʒen tutereier Cgm. 724,193 ( 15. jh. ) bei Schm. Fr.…

Toteres

RhWB

tote·res

Toteres -ərəs, Pl. -əsən Bitb-Dudeld m.: verächtl. dummer, ungeschickter Tölpel, oft dazu verschlossen; einer, der sich nie zu helfen weiss.

Toterich

RhWB

tote·rich

Toterich ttəriχ, Pl. -jə Rheinb-Ollh , Bo-Dransd , Sieg-ODollend Ägid Uckerath , Aach-Bardenbg m.: = Toter I.

toterig

RhWB

tote·rig

toterig -t- Dür-NZier Adj.: dickflüssig.

Toter II

RhWB

Toter II -t- = dummes Geschwätz s. Doter.

Toterjannes

RhWB

Toter-jannes -nəs Prüm-Stdt m.: dass.

toterln

BWB

toterln Band 4, Spalte 4,43

toterlīn

KöblerMhd

toter·līn

toterlīn , st. N. nhd. „Dotterlein“, Eidotter ÜG.: lat. vitellum Gl Q.: Gl (13. Jh.) E.: s. toter W.: nhd. (ält.) Dotterlein, M., Dotterlein…

Toternilles

RhWB

Toter-nilles -niləs, –e- Trier-Gilzem , Bitb-Dudeld , Prüm-Flering m.: dass.

Toterninnes

RhWB

Toter-ninnes -nəs Trier-Gilzem m.: dass.

Totersack

RhWB

toter·sack

Toter-sack -a-, –ā- Allg. m.: einer, der totert 1 a, 2. RA.: Wann dein Motter noch su en T. hätt, kinnt se dich op de Mest setzen Trier-Schl…

totertsch

PfWB

toter·tsch

totertsch Adj. : ' langsam ', toteʳtsch [ RO-Rehborn ]; vgl. Rhein. VIII 1259 totern 2 'träge, müde, bummelig gehen, langsam arbeiten'.

Totertshuhn

RhWB

Toterts-huhn Dür-Froitzh n.: = Totert 1 a.

toter als Zweitglied (4 von 4)

eiertoter

KöblerMhd

eiert·oter

eiertoter , st. M. nhd. Eidotter Hw.: vgl. mnl. eidoder, mnd. eiesdȫder* Q.: BvgSp, SalArz (Anfang 13. Jh.) E.: s. ei (1), toter W.: s. nhd.…