lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

toppeln

mhd. bis nhd. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 2 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
0
Verweise raus
2

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

toppeln verb

Bd. 21, Sp. 875
toppeln, verb , als ableitung von toppel m. in seinen verschiedenen bedeutungen. 11) das verb als spielerausdruck wird in den bedeutungen 'mit würfeln spielen' und überhaupt 'ein glücksspiel spielen' gebraucht, dann auch 'mit den würfeln auslosen', und 'auslosen' überhaupt, und 'beim spiel betrügen' und 'betrügen' überhaupt, ferner 'beim spiel speculieren' und 'speculieren' überhaupt. die form toppeln erscheint in der älteren hochd. literatur. in lebendigem sprachgebrauch gilt nur die form mit weichem dentalanlaut und weicher inlautender doppelconsonanz, fast ausschlieszlich auf nichthochd. boden: im niederl. und nieders. dobbelen (dabeln) woordenb. 3 ii 2670; Doornkaat-Koolman 1, 303; Woeste westf. 53; Danneil altm.-plattd. 37; brem.-nieders. wb. 1, 217; im fries. dobbelje Dijkstra 1, 280; aus dem niederd. stammenn. dob(b)le, schwed. dobbla. im niederd. hat auch die form mit dem stammvocal u geltung, so im holstein. (vor-)dubbeln Schütze 1, 199; auch noch im thür. dubele Hertel 86. niederl. und nieders. dobbelen findet sich bereits in aufzeichnungen aus dem späteren mittelalter Verwijs-Verdam 2, 219; Schiller-Lübben 1, 527; im altfries. dobbela Richthofen 688; aus dem niederd. entlehnt ist spätaltisl. dubela. der von Wolfram bildlich gebrauchte ausdruck umb den wurf der sorgen toppeln Parz. 248, 11 ist von Ulr. v. Türh. im Willehalm nachgeahmt worden (vgl. Lexer); dann hat Wolfram in seinem Willehalm 415, 17 und 368, 15 toppeln und ertoppeln in verbindung mit dem object schanze gebraucht, gewisz anspielend auf den doppelsinn der l-ableitung, der auf ihrer verwendung auch in der bedeutung 'kampfgetümmel' beruht; ertoppeln mit einem accusativobj. 'etwas beim spiel gewinnen' steht auch im passional 408, 89 Köpke. die zusammensetzung mit ver- in der bedeutung 'etwas im spiel verlieren' erscheint zuerst im Sachsenspiegel III 6, 1; im niederd. ist virdobbelen geläufig; im hochd. vertoppeln z. b. im Kulmer recht 78 und 181 Leman; im Brünner stadtrecht 360 Rössler; dann in den predigten des mit der rechtssprache wohlvertrauten Berthold v. Regensburg 1, 25 Pfeiffer; auch in einer unechten Neidhartstrophe 110, 5 Haupt und in der Kolmarer liederhs. 126, 40 Bartsch. in frühnhd. denkmälern begegnet dann mehrfach verdoppeln theil 12 i 238. wie die zusammensetzung mit ver- so ist dann auch das einfache verb in späteren hochd. rechtsaufzeichnungen und literaturdenkmälern überhaupt verwendet worden. auch toppeln begegnet im Brünner stadtrecht 360 und 366 Rössler; in den predigten Bertholds: swie sô ir die zît unnützelîchen angeleit habet, ... ez sî mit tanzen unde mit topeln 1, 21, 21 Pfeiffer; noch Luther hat die literar. form verwendet: die mit gotts worten toppeln und spilen, wie Paulus sagt Eph. III 26, 385 Weim.; [] auch z. b. Fischart last uns eins toppeln geschichtsklitterung 146 neudr.; in einem vocab. des 15. jhs. 'ludere cum taxillis' toppeln gloss. 338b Diefenbach; in der älteren poesie: toplin Nic. v. Jeroschin 506 Strehlke; töpelen in Lassbergs lieders. 2, 546; in einem kirchenlied 1, 78 Fischer-Tümpel. im frühnhd. ist dann die form doppeln gebräuchlich geworden: sie erscheint in Fischarts geschichtsklitt. 134 neudr., ferner z. b. in den schriften von Mathesius, Hennenberger, Moscherosch und auch noch von Lessing; vgl. theil 2, 1268; diese form wird auch mehrfach in den älteren wbb. verzeichnet, so noch von Adelung 1, 1520; Campe 1, 733. 22) toppeln wird gelegentlich auch in der bedeutung 'schlagen, stoszen' wie bei einem handgemenge gebraucht: dran man tuot eim umb den kopf toplen Nic. Manuel 248 Bächtold. man verwendet ferner doppeln auf schweiz. boden auch sonst in den bedeutungen 'klopfen, schlagen', z. b. 'an einer thüre klopfen' oder 'mit dem hammer schlagen'; eindoppeln heiszt 'einklopfen', z. b. 'einen nagel einschlagen'; daneben ist auch döppeln 'schnell und schwach klopfen' gebräuchlich Stalder 1, 290. 33) in der Schweiz heiszt toppeln auch 'den einsatz beim wettschieszen erlegen': toppla Tobler Appenz. 140; doppeln Stalder 1, 290; nach Hunziker Aargau 56 und Seiler Basel 79 bedeutet dopla auch 'nach der stichscheibe schieszen'. 44) in der Schweiz kann toppeln auch 'mit den füszen auftreten' bedeuten: mit den füszen dopplen, oder mit den henden klopffen zuo einem zeichen eines gunsts und guoten willens 'plausum dare' Frisius dict. (1556) 440a. in der bedeutung 'den takt nach den regeln der tanzmusik schlagen', besonders von tänzern, die den boden taktmäszig mit den füszen stampfen, wird im Entlebuch doppeliren gebraucht Stalder 1, 290.
4608 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    toppelnsw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    toppeln , sw. V. Vw.: s. topelen (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    toppelnverb

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    toppeln , verb , als ableitung von toppel m. in seinen verschiedenen bedeutungen. 1 1) das verb als spielerausdruck wird…

Verweisungsnetz

5 Knoten, 2 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Kompositum 1 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit toppeln

23 Bildungen · 1 Erstglied · 20 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von toppeln 2 Komponenten

topp+eln

toppeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

toppeln‑ als Erstglied (1 von 1)

toppeln als Zweitglied (20 von 20)

Abstoppeln

Campe

abs·toppeln

Abstoppeln , v. trs. den Überrest mühsam aufsuchen und herabbringen. Pflaumen, Nüsse abstoppeln. Das Abstoppeln. Die Abstoppelung.

Ausstoppeln

Campe

aus·stoppeln

Х Ausstoppeln , v. trs. aus andern zusammenstoppeln, in uneigentlicher Bedeutung. Ein aus zwanzig andern ausgestoppeltes Werk; gewöhnlicher,…

Haferstoppeln

PfWB

hafer·stoppeln

Hafer-stoppeln Pl. : wie schd., -stopple [verbr.], -stupfle [ GH-Vollmw ]. De Wind geht schun iwwer d' H. 'Es wird Herbst' [LA-Nd'hochstdt, …

Hāwerstoppeln

WWB

hawer·stoppeln

Hāwer-stoppeln Pl. [verstr.] Stoppeln des Haferlandes ( WmWb ). De Wuind waigget iawer de Hawerstoppeln es wird Herbst bzw. Winter ( Kr. Hal…

mundstoppeln

RhWB

mund·stoppeln

mund-stoppeln Ahrw , Neuw-Unkel schw.: Trauben u. anderes Obst, bei der Ernte übersehen, nachernten, von Kindern u. Erwachsenen; m. gohn.

nachstoppeln

DWB

nach·stoppeln

nachstoppeln , verb. ähren in den stoppeln und überhaupt früchte nachlesen, sicilire Stieler 1225 , reliquias spicarum colligere Aler 1438 a…

schönheitsstoppeln

DWB

schoenheit·s·stoppeln

schönheitsstoppeln , plur., bildlich von den resten körperlicher schönheit: ich meyne hier das wilde feuer, das in den schönheits-stoppeln b…

Traubenstoppeln

PfWB

trauben·stoppeln

Trauben-stoppeln n. : 'Traubennachlese in fremden Weingärten', Trauwestoppele (-šdǫbələ) [ NW-Hardbg ]; vgl. PfWB stoppeln . SHW Südhess. I …

upstoppeln

MeckWB

Wossidia upstoppeln auf den Stoppelacker säen: dei Lupinen warden nah dei Aust sei't up den Stoppel, sei warden upstoppelt Ha Hagenow@Lank L…

verstoppeln

RhWB

verst·oppeln

ver-stoppeln Ottw , Bernk (Hunsr), Geld-Veert schw.: etwas, sich v., verstecken.

wochenstoppeln

DWB

woche·n·stoppeln

wochenstoppeln , pl., bartstoppeln einer woche: der pflug ( das messer ) geht den bauern über die wochenstoppeln; es ist sonnabend Raabe d. …

zusammenstoppeln

DWB

zusammen·stoppeln

-stoppeln , v. , -stuppeln, -stüppeln: deine knechte haben das geld zusammengestoppelt, das im hause gefunden ist, und habens den erbeitern …

übertoppeln

KöblerMhd

übertoppeln , sw. V. Vw.: s. übertoppelen*

Ableitungen von toppeln (2 von 2)

ertoppeln

KöblerMhd

ertoppeln , sw. V. Vw.: s. ertopelen*

vertoppeln

DWB

vertoppeln , verb. , s. verdoppeln.