toppeln,
verb ,
als ableitung von toppel
m. in seinen verschiedenen bedeutungen. 11)
das verb als spielerausdruck wird in den bedeutungen '
mit würfeln spielen'
und überhaupt '
ein glücksspiel spielen'
gebraucht, dann auch '
mit den würfeln auslosen',
und '
auslosen'
überhaupt, und '
beim spiel betrügen'
und '
betrügen'
überhaupt, ferner '
beim spiel speculieren'
und '
speculieren'
überhaupt. die form toppeln
erscheint in der älteren hochd. literatur. in lebendigem sprachgebrauch gilt nur die form mit weichem dentalanlaut und weicher inlautender doppelconsonanz, fast ausschlieszlich auf nichthochd. boden: im niederl. und nieders. dobbelen (dabeln)
woordenb. 3 ii 2670; Doornkaat-Koolman 1, 303; Woeste
westf. 53; Danneil
altm.-plattd. 37;
brem.-nieders. wb. 1, 217;
im fries. dobbelje Dijkstra 1, 280;
aus dem niederd. stammen dän. dob(b)le,
schwed. dobbla.
im niederd. hat auch die form mit dem stammvocal u
geltung, so im holstein. (vor-)dubbeln Schütze 1, 199;
auch noch im thür. dubele Hertel 86.
niederl. und nieders. dobbelen
findet sich bereits in aufzeichnungen aus dem späteren mittelalter Verwijs-Verdam 2, 219; Schiller-Lübben 1, 527;
im altfries. dobbela Richthofen 688;
aus dem niederd. entlehnt ist spätaltisl. dubela.
der von Wolfram
bildlich gebrauchte ausdruck umb den wurf der sorgen toppeln
Parz. 248, 11
ist von Ulr. v. Türh.
im Willehalm nachgeahmt worden (
vgl. Lexer)
; dann hat Wolfram in seinem
Willehalm 415, 17
und 368, 15 toppeln
und ertoppeln
in verbindung mit dem object schanze
gebraucht, gewisz anspielend auf den doppelsinn der l-
ableitung, der auf ihrer verwendung auch in der bedeutung '
kampfgetümmel'
beruht; ertoppeln
mit einem accusativobj. '
etwas beim spiel gewinnen'
steht auch im passional 408, 89
Köpke. die zusammensetzung mit ver-
in der bedeutung '
etwas im spiel verlieren'
erscheint zuerst im Sachsenspiegel III 6, 1;
im niederd. ist virdobbelen
geläufig; im hochd. vertoppeln
z. b. im Kulmer recht 78
und 181
Leman; im Brünner stadtrecht 360
Rössler; dann in den predigten des mit der rechtssprache wohlvertrauten Berthold v. Regensburg 1, 25
Pfeiffer; auch in einer unechten Neidhartstrophe 110, 5
Haupt und in der Kolmarer liederhs. 126, 40
Bartsch. in frühnhd. denkmälern begegnet dann mehrfach verdoppeln
theil 12 i 238.
wie die zusammensetzung mit ver-
so ist dann auch das einfache verb in späteren hochd. rechtsaufzeichnungen und literaturdenkmälern überhaupt verwendet worden. auch toppeln
begegnet im Brünner stadtrecht 360
und 366
Rössler; in den predigten Bertholds: swie sô ir die zît unnützelîchen angeleit habet, ... ez sî mit tanzen unde mit topeln 1, 21, 21
Pfeiffer;
noch Luther
hat die literar. form verwendet: die mit gotts worten toppeln und spilen, wie Paulus sagt Eph. III 26, 385
Weim.; auch z. b. Fischart last uns eins toppeln
geschichtsklitterung 146
neudr.; in einem vocab. des 15.
jhs. '
ludere cum taxillis' toppeln
gloss. 338
b Diefenbach; in der älteren poesie: toplin Nic. v. Jeroschin 506
Strehlke; töpelen
in Lassbergs lieders. 2, 546;
in einem kirchenlied 1, 78
Fischer-Tümpel. im frühnhd. ist dann die form doppeln
gebräuchlich geworden: sie erscheint in Fischarts
geschichtsklitt. 134
neudr., ferner z. b. in den schriften von Mathesius, Hennenberger, Moscherosch
und auch noch von Lessing;
vgl. theil 2, 1268;
diese form wird auch mehrfach in den älteren wbb. verzeichnet, so noch von Adelung 1, 1520; Campe 1, 733. 22) toppeln
wird gelegentlich auch in der bedeutung '
schlagen, stoszen'
wie bei einem handgemenge gebraucht: dran man tuot eim umb den kopf toplen Nic. Manuel 248
Bächtold. man verwendet ferner doppeln
auf schweiz. boden auch sonst in den bedeutungen '
klopfen, schlagen',
z. b. '
an einer thüre klopfen'
oder '
mit dem hammer schlagen'; eindoppeln
heiszt '
einklopfen',
z. b. '
einen nagel einschlagen'
; daneben ist auch döppeln '
schnell und schwach klopfen'
gebräuchlich Stalder 1, 290. 33)
in der Schweiz heiszt toppeln
auch '
den einsatz beim wettschieszen erlegen': toppla Tobler
Appenz. 140; doppeln Stalder 1, 290;
nach Hunziker
Aargau 56
und Seiler
Basel 79
bedeutet dopla
auch '
nach der stichscheibe schieszen'. 44)
in der Schweiz kann toppeln
auch '
mit den füszen auftreten'
bedeuten: mit den füszen dopplen, oder mit den henden klopffen zuo einem zeichen eines gunsts und guoten willens '
plausum dare' Frisius
dict. (1556) 440
a.
in der bedeutung '
den takt nach den regeln der tanzmusik schlagen',
besonders von tänzern, die den boden taktmäszig mit den füszen stampfen, wird im Entlebuch doppeliren
gebraucht Stalder 1, 290.