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Tanne

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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24 in 21 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Tanne

Bd. 19, Sp. 310
Tanne (Abies Juss., Picea Don., hierzu Tafel »Tanne I u. II«), Gattung der Abietineen, meist hohe Bäume, deren Hauptäste in unregelmäßigen Quirlen und deren Nebenäste meist zweireihig stehen, mit einzeln stehenden, meist zweizeiligen, flachen, unterseits längs des Mittelnervs bläulichweiß gestreiften Nadeln, aufrechten Zapfen und nach der Reise abfallenden Zapfenschuppen. Etwa 20 Arten in Europa, Asien (mit Ausnahme der Tropen) und Nordamerika. Die europäische Edeltanne (Weißtanne, Silbertanne, Abies pectinata D. C., A. excelsa Lk., P. Abies Dur., P. pectinata Lam., s. Tafel), einer der schönsten Waldbäume mit in der Jugend pyramidaler, im Alter fast walzenförmiger, unregelmäßiger, am Wipfel storchnestartig abgeplatteter Krone, wird im Schluß über 65 m hoch, hat zuerst olivenbraune, später weißgraue Rinde und behaarte, rauhe Zweige, an denen die Nadeln nach zwei Seiten flach gestellt sind. Sie werden 2–3 cm lang und sind am obern Ende abgerundet und ausgerandet; die Blüten stehen fast nur in den obersten Verzweigungen des Wipfels an vorjährigen Trieben, die männlichen Blütenkätzchen sind viel länger als die der Fichte, die senkrecht ausgerichteten, 4–6 cm langen weiblichen Blütenzäpfchen gelbgrün, die aufrecht stehenden, 12–15 cm langen Zapfen länglich walzenförmig, hell grünlichbraun, ihre Deckschuppen lineal zungenförmig mit dem zwischen den Fruchtschuppen hervorragenden Teil rückwärts gebogen. Nach der Samenreife im Oktober, oft erst im April des folgenden Jahres, löst sich der Zapfen ganz auf, und nur die spindelähnliche Achse bleibt am Trieb stehen. Die Samen sind dreikantig, geflügelt. Die T. hat eine ziemlich tiefgehende Pfahlwurzel und unter der Oberfläche des Bodens verlaufende zahlreiche Nebenwurzeln. Die Keimpflanze besitzt gewöhnlich 5–7 sehr große Keimnadeln; in der Jugend wächst die T. viel langsamer als die Fichte, vom 25. oder 30. Lebensjahr an beginnt aber ein fördersameres Wachstum, das wohl 200 Jahre anhält. Sie erreicht ein sehr hohes Alter (500 Jahre), blüht vom 60. Jahr an und trägt alle 2–5 Jahre Samen, aber nie so reichlich wie die Fichte. Sie wächst als Waldbaum in den Gebirgen des mittlern und südlichen Europa von den Pyrenäen bis zum Kaukasus, nordwärts bis zum Harz, Schlesien, Galizien, südwärts bis Korsika, Sizilien, Mazedonien, Bithynien, steigt in den Pyrenäen bis 2000 m, in den Alpen bis 1300 m ü. M. empor, meidet die aufgeschwemmten Bodenarten des Flachlandes und liebt vor allen den Verwitterungsböden des Urgebirges. Ausgedehnte Bestände bildet sie mit der Rotbuche zusammen, auch mit der Fichte; ihr ganzes Wuchsverhalten aber stempelt sie zum Betrieb in reinen Beständen mit höherm Umtrieb (140–150 Jahre). Die T. ist sturmfest und dem Schneebruch und Insektenschäden wenig unterworfen, Wildbeschädigungen aber sehr ausgesetzt. Man verjüngt die Tannenbestände am besten in dunkeln Samenschlägen; zur Neubegründung von solchen Beständen wendet man Schirmschläge an. Man pflückt die Zapfen im September, 1 hl wiegt 45 kg und ergibt etwa 3 kg gereinigten Samen von je 16,000 Körnern auf 1 Hektar. Der Same wird höchstens 0,8 cm tief mit Erde bedeckt. Frühjahrssaat ist wegen der Frostgefahr und des Mäusefraßes vorzuziehen. Die zweijährigen Pflänzlinge werden umgepflanzt (verschult), im sechsjährigen Alter in die Bestände gepflanzt. Vielfach werden auch Wildlinge mit Ballen, fünf- bis sechsjährig, zur Vervollständigung der Kulturen verwendet. Man benutzt das sehr gleichmäßige und spaltbare Tannenholz wie Fichtenholz, außerdem namentlich zu Resonanzböden musikalischer Instrumente, die Rinde zum Gerben (s. Fichtenrinde). Die T. liefert auch Harz und Terpentinöl. Sie wird in mehreren Varietäten wie die folgenden Arten als Ziergehölz kultiviert. A. sibirica Ledeb. (Sibirische Weißtanne, Chadsura der Mongolen), in Nord- und dem mittlern Ostrußland, Nordasien bis zum Amur, besonders im Altai bis 1700 m, über 30 m hoch, mit schwärzlichgrauer Rinde, sehr dicht stehenden Zweigen, von denen die untern überhängen, und weichen, 15–27 mm langen Nadeln. Sie wächst langsam, ist bei uns völlig hart und durch schlanken Wuchs ausgezeichnet. A. venusta Dougl., in Kalifornien, über 30 m hoch, mit brauner Rinde, weit herabhängenden untern und unregelmäßig abstehenden obern Ästen und zugespitzten Nadeln. A. amabilis Forb. (Purpurtanne), an der Westseite Nordamerikas, über 60 m hoch, mit brauner Rinde, in der Jugend auf beiden Seiten bläulich gestreiften, zuletzt gleichmäßig grünen, an der Spitze oft ausgerandeten Nadeln und 11–14 cm langen, dunkelpurpurnen Nadeln. A. balsamea Mill. (Balsamtanne), im östlichen Nordamerika, südlich bis Virginia, sehr verbreitet, mit schwärzlichgrauer Rinde, dichtern, kürzern Nadeln als die europäische Edeltanne, violetten Zapfen, wird 15 m hoch und bildet eine pyramidale Krone; ihre Nadeln und Zweige riechen gerieben sehr angenehm; sie liefert den Kanadabalsam, der aber auch von der nächst verwandten, nur in allen Teilen kleinern A. Fraseri Lindl. gewonnen wird. A. Nordmanniana Link., in der Krim, im Kaukasus und in dem den Kaukasus mit dem armenischen Hochlande verbindenden Gebirge, 30 m hoher, meist vom Grund an regelmäßig mit Ästen besetzter Baum mit schwärzlichgrauer Rinde, dunkelgrünen, denen der Edeltanne ähnlichen Nadeln und sehr großen, meist mit Harz stark bedeckten Zapfen, zählt zu den schönsten und höchsten Edeltannen, ist raschwüchsig und vollständig hart. Sie kam etwa 1848 nach Europa. A. Pinsapo Boiss. (spanische Weiß- oder Edeltanne), in der spanischen Provinz Malaga in der Gebirgsgruppe der Serrania de Ronda, ein 20–25 m hoher Baum mit grauschwärzlicher Rinde, ringsum stehenden, harten, zugespitzten, gleichfarbigen oder unterseits schwach bläulichweiß gestreiften Nadeln und ziemlich großen Zapfen (s. Tafel »Koniferen III«, Fig. 7), hält in Norddeutschland in geschützten Lagen ziemlich gut aus. Edle Weißtanne (amerikanische Edeltanne, A. nobilis Lindl.), 70 m hoher Baum in Oregon und Kalifornien, mit kastanienbraunem Stamm, fast ringsum gestellten, nach oben gekrümmten Nadeln und 16–18 cm langen Zapfen (s. Tafel »Koniferen III«, Fig. 6), eine der schönsten Edeltannen, bildet in ihrem Vaterland große Wälder und ist in Norddeutschland vollkommen hart. A. magnifica Murr. (s. Tafel »Koniferen I«, Fig. 14), in Kalifornien im Shastagebirge, im Kaskadengebirge bis zum Columbiafluß, über 60 m hoch, mit rotbrauner Rinde, steifen, dicken, stumpfgespitzten, meist sichelförmig gebogenen Nadeln und 20 cm langen, rötlichbraunen, zylindrisch abgestumpften Zapfen. In Norddeutschland versteht man unter T. häufig die Kiefer. Vgl. Schuberg, Die Weißtanne (Tübing. 1888); Lorey, Ertragstafeln für die Weißtanne (2. Aufl., Frankf. 1897); Eichhorn, Desgl. (Berl. 1902).
6749 Zeichen · 87 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    tanneswstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    tanne swstf. tanne. ahd. tanna Graff 5,428. abies sumerl. 1,3. 25, 3. 39,27. 45,51. voc. o. 41,54. gl. Mone 4,93. 5,234.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tanneM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    tanne , M. Vw.: s. tant (1) L.: MndHwb 3, 786 (tanne)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tánne

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Tánne , plur. die -n, eine Art Fichten, im weitesten Verstande dieses Wortes, deren Nadeln einzeln wachsen, und wohi…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tanne

    Goethe-Wörterbuch

    Tanne [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tanne

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Tanne , lat. pinus picea (s. coniferae ), immergrüner Nadelholzbaum, von der Fichte durch weißes Holz, die kammartig um …

  6. modern
    Dialekt
    Tanne

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Tanne Band 3, Spalte 3,1182f.

  7. Sprichwörter
    Tanne

    Wander (Sprichwörter)

    Tanne 1. Alle Tannen haben Ohren. – Simrock, 7667 a . 2. Auch die kräftigste Tanne wächst sich einmal aus. – Altmann V, …

  8. Spezial
    Tanne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Tan|ne (Abies alba) f. (-,-n) (Weißtanne, Silbertanne) ‹bot› aidin (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tanne

323 Bildungen · 300 Erstglied · 23 Zweitglied · 0 Ableitungen

tanne‑ als Erstglied (30 von 300)

Tanne(n)bart

Idiotikon

Tanne(n)bart Band 4, Spalte 1615 Tanne(n)bart 4,1615

Tanne(n)bibel

Idiotikon

Tanne(n)bibel Band 4, Spalte 922 Tanne(n)bibel 4,922 M.

Tanne(n)bicker

Idiotikon

Tanne(n)bicker Band 4, Spalte 1120 Tanne(n)bicker 4,1120

Tanne(n)bir

Idiotikon

Tanne(n)bir Band 4, Spalte 1501 Tanne(n)bir 4,1501

Tanne(n)bloch

Idiotikon

Tanne(n)bloch Band 5, Spalte 13 Tanne(n)bloch 5,13

Tanne(n)bǖschli

Idiotikon

Tanne(n)bǖschli Band 4, Spalte 1768 Tanne(n)bǖschli 4,1768

Tanne(n)chrīs

Idiotikon

Tanne(n)chrīs Band 3, Spalte 854 Tanne(n)chrīs 3,854

Tanne(n)epfel

Idiotikon

Tanne(n)epfel Band 1, Spalte 384 Tanne(n)epfel 1,384

Tanne(n)fuer

Idiotikon

Tanne(n)fuer Band 1, Spalte 974 Tanne(n)fuer 1,974

Tanne(n)füereteⁿ

Idiotikon

Tanne(n)füereteⁿ Band 1, Spalte 974 Tanne(n)füereteⁿ 1,974

Tanne(n)grotzeⁿ

Idiotikon

Tanne(n)grotzeⁿ Band 2, Spalte 838 Tanne(n)grotzeⁿ 2,838

Tanne(n)grotzleⁿ

Idiotikon

Tanne(n)grotzleⁿ Band 2, Spalte 839 Tanne(n)grotzleⁿ 2,839

Tanne(n)hār

Idiotikon

Tanne(n)hār Band 2, Spalte 1509 Tanne(n)hār 2,1509

Tanne(n)marg

Idiotikon

Tanne(n)marg Band 4, Spalte 401 Tanne(n)marg 4,401

Tanne(n)mirteⁿ

Idiotikon

Tanne(n)mirteⁿ Band 4, Spalte 428 Tanne(n)mirteⁿ 4,428

Tanne(n)rauch N

Idiotikon

Tanne(n)rauch N. Band 6, Spalte 98 Tanne(n)rauch N. 6,98

Tanne(n)rindeⁿ

Idiotikon

Tanne(n)rindeⁿ Band 6, Spalte 1036 Tanne(n)rindeⁿ 6,1036 u.

Tanne(n)rolleⁿ

Idiotikon

Tanne(n)rolleⁿ Band 6, Spalte 874 Tanne(n)rolleⁿ 6,874

Tanne(n)rugel

Idiotikon

Tanne(n)rugel Band 6, Spalte 761 Tanne(n)rugel 6,761

Tanne(n)rīs

Idiotikon

Tanne(n)rīs Band 6, Spalte 1333 Tanne(n)rīs 6,1333

Tanne(n)scheller N

Idiotikon

Tanne(n)scheller N. Band 8, Spalte 552 Tanne(n)scheller N. 8,552

Tanne(n)schindlen

Idiotikon

Tanne(n)schindlen Band 8, Spalte 923 Tanne(n)schindlen 8,923

Tanne(n)schmalz

Idiotikon

Tanne(n)schmalz Band 9, Spalte 955 Tanne(n)schmalz 9,955

Tanne(n)schutz

Idiotikon

Tanne(n)schutz Band 8, Spalte 1729 Tanne(n)schutz 8,1729

Tanne(n)schwumm

Idiotikon

Tanne(n)schwumm Band 9, Spalte 1876 Tanne(n)schwumm 9,1876

Tanne(n)schīt

Idiotikon

Tanne(n)schīt Band 8, Spalte 1519 Tanne(n)schīt 8,1519

Tanne(n)spitz

Idiotikon

Tanne(n)spitz Band 10, Spalte 696 Tanne(n)spitz 10,696

Tanne(n)spitzliⁿg

Idiotikon

Tanne(n)spitzliⁿg Band 10, Spalte 714 Tanne(n)spitzliⁿg 10,714

tanne als Zweitglied (23 von 23)

harztanne

DWB

harz·tanne

harztanne , f. pinus abies. Nemnich 4, 974 ; harztanne, zirlebaum, föhr. Frischlin nomencl. 55 ; harzdanne, schwarzdannenbaum, feuchten, pic…

pechtanne

DWB

pech·tanne

pechtanne , f. was harztanne, pinus abies Nemnich 2, 974 . Stilling georg. 2, 257 ( piceae, kiefergehölz Voss ). mnl. peckdennenboom Kilian …

Rothtanne

Adelung

roth·tanne

Die Rothtanne , plur. die -n, S. Adelung Rothfichte und Adelung Fichte .

rottanne

DWB

rott·anne

rottanne , f. , s. v. a. rotfichte, pinus abies Nemnich (rote danne, picea Stieler 288 ), roth-tanne, abies ligno subrubro. Frisch 2, 128 b …

sautanne

DWB

saut·anne

sautanne , f. 1) bärlapp, lycopodium clavatum Nemnich. Pritzel-Jessen. 2 ) porsch, postkraut, ledum palustre. ebenda.

Schwandtanne

DRW

schwand·tanne

Schwandtanne, f. eine Art Schwandholz [brönnholtz belangend:] sol ouch niemand einich jung holtz ... vellen, sonders allein alt roͤn, schwan…

schwarztanne

DWB

schwarz·tanne

schwarztanne , f. die fichte, pinus abies Nemnich 2, 974 , im gegensatz zur weisztanne, der eigentlichen tanne, edeltanne, pinus picea. 981,…

silbertanne

DWB

silber·tanne

silbertanne , f. die weisztanne, edeltanne, tanne, pinus picea. Nemnich 2, 981 , abies pectinata Pritzel-Jessen 2 a ( Schwaben ).

Stecktanne

DRW

steck·tanne

Stecktanne, f. Tanne als Steckbaum habi er mine frowen von T. umb zwo zylig stecktannen gebätten, do erloubtend sy und ire meyster ... die z…

stümbeltanne

KöblerMhd

stümbeltanne , st. F., sw. F. nhd. „Stümmeltanne“, seiner Äste beraubter Tannenbaum Q.: LexerHW (14./15. Jh.) E.: s. stumbel, tanne W.: nhd.…

Weißtanne

BWB

Weißtanne Band 3, Spalte 3,1183f.

wettertanne

DWB

wetter·tanne

-tanne , f. , vorwiegend in den Alpenländern ' einzeln stehende tanne oder fichte mit ausgebreiteten ästen, unter denen das weidevieh gegen …