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Tagelöhner

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Tagelöhner

Tagelöhner

Tag m. ‘Zeit zwischen Morgen- und Abenddämmerung, Zeitraum von 24 Stunden (von Mitternacht bis Mitternacht)’, ahd. tag (8. Jh.), mhd. tac, tag (Genitiv tages) ‘Tag, Tageszeit, Zeit, Gerichtstag, Gericht, Jüngstes Gericht, Frist, Termin, Aufschub, Waffenstillstand, höheres Alter, Mannbarkeit, Volljährigkeit, Lebensalter, Leben’, asächs. nl. dag, mnd. mnl. dach, aengl. dæg, engl. day, anord. dagr, schwed. dag, got. dags, dazu ablautend aengl. dōgor ‘Tag’, anord. dœgr ‘Halbtag von 12 Stunden’, got. fidurdōgs ‘viertägig’. die Herkunft des Substantivs germ. *daga- ist nicht gesichert. Wahrscheinlich ist anzuschließen an aind. áhar-, áhan-, áhas- ‘Tag’, dessen unterschiedliche Stammbildungen auch im Germ. auftreten, vgl. den r-Stamm anord. dœgr, den n-Stamm anord. dœgn und den s-Stamm in got.-griech. (Eigenname) Dagis-theos (Δαγισ-θεος, got. *Dagis-þius). Sie führen auf ie. *ā̌g̑her-, *ā̌g̑hen-, *ā̌g̑hes- ‘Tag’. Anlautender Dental im Germ. könnte durch Einfluß eines germ. *ðā̌gwaz (ie. *dhō̌gu̯ho-) ‘warme Tageszeit’ entstanden sein, das sich mit lit. dãgas ‘(Sommer)hitze’ vergleichen und zu einer Wurzel ie. *dhegu̯h- ‘brennen’ stellen läßt, wozu auch aind. dáhati ‘brennt, verbrennt’, dāhaḥ ‘Brennen, Hitze’, ni-dāgháḥ ‘Hitze, Sommer’, lat. fovēre ‘wärmen, warm halten, hegen und pflegen’, favilla (aus *dhog‐ͧhlolā) ‘(glühende) Asche, Flugasche’, mir. daig ‘Feuer, Schmerz’, lit. dègti ‘brennen, anzünden’. An den früher (seit mhd. Zeit) in der Rechtssprache üblichen Gebrauch von Tag in der Bedeutung ‘festgesetzter Tag, Termin, Versammlung, Verhandlung’ erinnern Zusammensetzungen wie Landtag, Reichstag (s. d.), ferner Gerichts-, Ratstag sowie tagen, vertagen (s. unten). Vgl. die Fügung Tag und Nacht ‘immer, ununterbrochen, beständig’, ahd. tages inti nahtes (8. Jh.), mhd. naht unde tac. – tagen Vb. ‘Tag werden, an einem bestimmten Tag zur Beratung zusammentreten, auf einer Tagung verhandeln’, ahd. tagēn ‘Tag werden’ (10. Jh.), mhd. tagen, tegen ‘Tag werden, leuchten (wenn es Tag wird), sich zeigen, die Tage hinbringen, verbleiben, auf einen bestimmten Tag anberaumen’, spätmhd. frühnhd. ‘Gericht halten, vor Gericht bringen, verteidigen, verhandeln, vorladen’. Die Verwendung im Sinne von ‘eine Beratung, Sitzung (in Rechtssachen) abhalten’ kommt im 14. Jh. in der westobd. Rechtssprache auf, hält sich in der Schweiz, wird von Schiller („Tell“, 1804) übernommen und gelangt in die Literatursprache. Dazu Tagung f. ‘das Tagwerden, Dämmern’ (heute veraltet), ‘Versammlung, Sitzung, Verhandlung, Beratung’ (15. Jh.). vertagen Vb. ‘verschieben, aufschieben’, mhd. vertagen ‘einen Gerichtstag ansetzen, zu einer Verhandlung vorladen, versäumen, aufschieben, verschieben’, intransitiv ‘Jahr und Tag bleiben, wohnen’, reflexiv ‘ablaufen (von der Zeit)’. betagt Part.adj. ‘alt, hoch an Jahren’, mhd. betaget ‘ein gewisses Alter habend’, Part. Prät. von mhd. betagen reflexiv ‘alt werden’. täglich Adj. ‘jeden Tag sich wiederholend, vor sich gehend, an jedem Tag’, ahd. tagalīh (8. Jh.), mhd. tagelich, tegelich; dazu verstärkendes tagtäglich Adj. ‘jeden Tag, immer wiederkehrend’, mhd. tactaglich Adv. tags Adv. ‘am Tage’, ahd. (8. Jh.), mhd. tages, adverbiell erstarrter Genitiv Sing. Tagebau m. ‘Bergbau an der Erdoberfläche’ (19. Jh.) Tageblatt n. ‘Tageszeitung’, eigentlich ‘täglich erscheinendes Blatt’ (Anfang 19. Jh.), für gleichbed. Journal (s. d.) Tagebuch n. ‘Buch für tägliche Eintragungen persönlicher Erlebnisse, Gedanken, dienstlicher Vorkommnisse’, von Kepler (1613) als Übersetzung von spätlat. diurnum (commentāriolum) ‘Tagebuch, Journal’ (das ein Sklave über die häuslichen Angelegenheiten führt) geprägt; vgl. mlat. diurnale, jurnale, jornale ‘Tagewerk, Rechnungs-, Tagebuch’ (s. Journal); anfangs vor allem in kaufmännischem Sinne ‘Buch, worin die laufenden Geschäfte der Zeit nach geordnet eingetragen werden’. Tagedieb m. ‘Faulenzer, wer die Zeit unnütz verbringt’, eigentlich ‘wer die Zeit stiehlt’ (Ende 17. Jh.), vgl. mnd. dachdēf. Tagegeld n., meist Plur. Tagegelder ‘Vergütung für die Arbeit, die Unkosten eines Tages’, zuerst (Ende 18. Jh.) von Wieland für Diäten. Tagelohn m. (besonders in der Landwirtschaft) ‘nach Arbeitstagen berechneter und meist auch täglich ausgezahlter Lohn’, ahd. tagalōn (9. Jh.), mhd. tag(e)lōn; dazu Tagelöhner m. ‘(Land)arbeiter im Tagelohn’ (15. Jh.). Tagewerk n. ‘die Arbeit eines Tages, Arbeit, Aufgabe’, ahd. tagawerc (11. Jh.), mhd. tagewerc ‘Arbeit um einen Tagelohn, Fronarbeit von einem Tage’, auch ein Flächenmaß; vgl. asächs. dagwerk, mnd. dachwerk, dāgewerk, aengl. dægweork. Tagesordnung f. ‘Reihenfolge der Themen, die bei einer Sitzung, Versammlung behandelt werden sollen’ (Ende 18. Jh.), nach frz. ordre du jour, das selbst als parlamentarischer Ausdruck nach engl. order of the day gebildet ist. Tageszeit f. ‘eine bestimmte Zeit am Tage’ (18. Jh.); vgl. ahd. tagozīt ‘Tageszeit, Stunde’ (9. Jh.), mhd. tag(e)zīt ‘Zeitdauer eines Tages, Tageszeit, bestimmter Tag, Termin’.
4965 Zeichen · 152 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tagelöhner

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Tagelöhner , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Tagelöhnerinn, ein Handarbeiter, welcher um Tagelohn arbeitet. I…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tagelöhner

    Goethe-Wörterbuch

    Tagelöhner [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tagelöhner

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tagelöhner , derjenige, der gegen Tagelohn arbeitet; vgl. Arbeitslohn.

  4. modern
    Dialekt
    Tagelöhner

    Rheinisches Wb.

    Tage-löhner (s. S.) m. (-əršə f. ) Allg. mit Ausn. des Klevld, wo -hürder gilt: 1. wie nhd. — 2. übertr. verächtl. papie…

  5. Sprichwörter
    Tagelöhner

    Wander (Sprichwörter)

    Tagelöhner 1. Ein gesunder Tagelöhner ist besser als ein kranker König. – Körte, 5846. 2. Ein ieder tagloner ist seines …

  6. Spezial
    Tagelöhner

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ta|ge|löh|ner m. (-s,-) orá (oras) m. ▬ als Tagelöhner arbeiten fá l’orá; lauré a giornada; lauré a dis.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tageloehner

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von tageloehner 2 Analysen

tagelohn + -ner

tageloehner leitet sich vom Lemma tagelohn ab mit Suffix -ner, mit Umlaut-Wechsel, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: tagelohn+-er

Zerlegung von tageloehner 2 Komponenten

tage+loehner

tageloehner setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tageloehner‑ als Erstglied (4 von 4)

Tagelöhnerarbeit

Campe

tageloehner·arbeit

Х Die Tagelöhnerarbeit , Mz. — en , eine Arbeit, welche Tagelöhner zu verrichten pflegen. Dann auch die Arbeit eines Tagelöhners und uneigen…

Tagelöhnerbrot

Campe

tageloehner·brot

Х Das Tagelöhnerbrot , — es , o. Mz . das Brot, der spärliche Unterhalt eines Tagelöhners. Tagelöhnerbrot essen, seinen Unterhalt als Tagelö…

Tagelöhnerdienst

Campe

tagelohn·erdienst

Х Der Tagelöhnerdienst , — es, Mz. — e , der Dienst, die gewöhnlich beschwerliche Arbeit eines Tagelöhners für Andere. »Lange vorher, also v…

Tagelöhnerleben

Campe

tagelohn·erleben

Х Das Tagelöhnerleben , — s , o. Mz . das Leben, die Lebensweise eines Tagelöhners. Uneigentlich, ein beschwerliches Leben, da man sich nur …