lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

stranden

mnd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
10
Verweise raus
15

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stranden vb.

Bd. 19, Sp. 841
stranden, vb. , 'auf den strand oder eine untiefe geraten'. von strand gebildet, wie landen von land. im deutschen seit dem 15. jh. bezeugt; nl. seit dem 16. jh., s. Verwijs-Verdam mnl. wb. 7, 2269; engl. strand; schwed. stranda, vielleicht aus dem mnd., s. Hellquist svensk et. ordb.21085. — mundartlich bei den meeranwohnenden, s. Doornkaat-Koolman 3, 333; Mensing schlesw.-holst. 4, 877; Dähnert pomm. u. rüg. 466; Fischer Samland 155. — das perfect wird heute mit sein gebildet, in älterer sprache jedoch häufig mit haben: wo er gestrandet hat Hohberg d. habsburg. Ottobert (1684) B 1b; ein ufer ... an welchem ich gestrandet habe (26. 6. 1769) Schubart br. 1, 139 Strausz; s. auch Kluge seemannsspr. 763. unabhängig hiervon ist ein anderes denominativum von strand, in der bed. 'strandgut bergen, suchen', vgl.strand 1 a. nur mundartl. bezeugt: stranden gestrandetes auffischen Mensing schlesw.-holst. 4, 877; strantjen durch strandrecht gewinnen Krüger Emden 68; strandjan auf den strand ziehen Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 333; strantjen Molema Groning. 409; stroînien 'strandgut bergen' Jensen nordfries. 591; norw. stranda, 'am strand entlang gehen, sich dem untergang nähern (von der sonne)', s. Torp 723, jüt. strande, bornholm. strana strandgut suchen.ein drittes denominativum wäre stranden 'zu schiff an der küste entlang fahren', jedoch kaum lebendig: stranden costeggiare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 996c; stranden, neben an der seeküste hinfahren costeggiare Rädlein (1711) 849b. bedeutung und anwendung. 11) eigentlich. 1@aa) 'unter einwirkung des windes die gewalt über das steuer verlieren und mit dem manövrierunfähigen schiffe auf dem meeresstrand fest geraten', dasselbe wie scheitern, schiffbruch leiden. 1@a@aα) das schiff als subject: szo ein schiff und gut aus der sehe in ungewitter und ungstumickeit keme gestorczt und strante ... sal solch schiff ... frey folgen und gelassen werdenn qu. d. 15. jh. in:acten der ständetage Preuszens 5, 389 Toeppen; aus welcher unordnung denn das schiff unvermeidlich in gefahr des strandens und schifbruchs gerathen musz Lohenstein Arminius (1689) 2, 1318; das schiff sitzet auf dem strande fest, oder es ist gestrandet, d.i. auf den flachen strand gelaufen Gottsched beobachtungen (1758) 250; ein gestrandet schiff Kramer dict. 2 (1702) 997a; mein fürst! mit leichtem muthe knüpft der arme fischer den kleinen nachen an im sichern port, sieht er im sturm das grosze meerschiff stranden Schiller 12, 380 G.; verluste, welche in neuester zeit durch die dänische sperre und durch stranden des schiffes 'Altorf' mit ladung gesteigert worden sind quelle a. d. j. 1851; ebenso von fischen: also dasz alle walfische, die bey derselben vorüber schwimmen, stranden und sterben müssen O. Dapper Africa (1670) 186b; (das reich) in seiner unbehülflichkeit einem gestrandeten walfisch vergleichbar war Döllinger akadem. vorträge (1888) 1, 132; eine gelegenheit, wo kleine fische ... stranden, läszt sie (die lachmöve) nie unbenutzt Naumann vögel 10, 287; stranden wird heute mit an und auf verbunden, älter jedoch auch anders: die am land stehen, die sehen den stein oder felsen, darwider ein schiff gestrandet, viel besser, als die in dem schiff selbsten Zinkgref apophthegmata (1628) 299; hatten also die gefährliche straszen überstanden oder hinter uns, vor uns aber drey sand-bäncke, auf welchen die schiffe leichtlich stranden qu. v. 1726 bei Kluge seemannsspr. 763; auf der küste stranden Adelung umst. lehrg. d. dtsch. sprache 2, 162; und steuerlos an tückischen gestaden sah ich mein schiff auf schlechter sandbank stranden Cl. Brentano ges. schr. (1852) 6, 8; ein ... mit steinen beladenes schiff strandete sonnabends an einem pfeiler der Dresdner brücke Göthe IV 23, 347 W.; wenn nicht ... eine karthaginiensische pentere an der bruttischen küste gestrandet ... wäre Niebuhr m. gesch. 3 (1862) 675; schwere wolken lagerten am himmel wie gestrandete schiffe Ric. Huch kampf um Rom (1925) 304. 1@a@bβ) die ladung und besatzung des schiffes als subject: (wie) mit den gestranten schiffen und güttern es for bas solde gehaltenn werdenn (1482) acten der ständet. Preuszens 5, 389 Toeppen; die gestrandete güter ihrer verunglückten schiffe auf der küste frei und ungehindert ... zu sich zu nehmen O. Dapper Asia 1 (1681) 291a; ein Franciskanerkloster, in welchem gestrandetes gut unter dem schutz der gottesmutter geborgen wurde G. Freytag ges. w. 18 (1888) 251; heute besonders häufig mit persönlichem subject: wanneer die schipper durch onweder in noeden kumpt, dat he syn goett moett werpen, oder he strandet, oder schip unde goett vorgeitt waterrecht von Aurich (16. jh.) in: nd. jahrb. 7, 61; sindemal diese nicht allein schiffbruch, sondern auch eine langwierige gefängnisz unter dem volck, an dessen ufern sie gestrandet, ... erleiden müssen E. Francisci das alleredelste unglück (1670) 73; wenn du ... an dem unwirthbaren ufer dem fremden strandenden rückkehr und heil bereitest? Göthe I 39, 328 W.; unbekümmert ob ich strande, ob ein sturm mein schiff zerschellt Hoffmann v. Fallersleben ges. w. (1890) 1, 360; auch von luftfahrern: nun so geleit euch denn auf euerm wolkenkinde, ... gott Aeolus der vater aller winde, damit ihr ja nicht etwa stranden müszt! Kretschmann s. w. (1784) 2, 301; Ikarus, gestrandet, bedauert vom geretteten vater Göthe I 49, 69 W. 1@bb) vorsätzlich mit einem schiff am offenen meeresufer, ohne landeeinrichtungen, landen; in seenot wird das stranden als letzter ausweg gewählt, vgl. auf strand setzen (sp. 836): ein schiff ist gestrandet, wenn es durch sturm, zufall oder auch vorsätzlich, um einer gefahr zu entgehen, auf den strand oder auf untiefen der see gerathen ist und daselbst festsitzt Röding allg. wb. d. marine 2, 738; stranden, wen man das schiff in zeit der noth lesset auff den strand lauffen Schottel (1663) 1424; doch strandeten freiwillig seiner dreirudrigen schiffe drei H. Klee berümter leute leben (1589) 1, 386. im sinne von 'landen', ohne seenot, vereinzelt im 16. und 17. jh. bezeugt: hierauff ... lieffen sie mit vollem segel dermaszen fort, dasz sie in kurtzer zeit an der seiten der andern Balearischen inseln in Minorca strandten kundten Opitz Argenis (1644) 426; derhalben sie ihr bestes theten, dasz sie möchten auff der flandrischen seiten stranden oder an landt kommen E. v. Meteren hist. beschr. des niderl. krieges (1614) 224b. 1@cc) gelegentlich von anderen dingen 'an land kommen': der bornstein ag allein in Preussen strendet und ist eine materia von der sonnen im sande gewirckt Grunau preusz. chron. 1, 49 Perlbach; anders, wie o. a), im sinne des scheiterns: man könnte meinen, eine mine wolle stranden Franz graf Zedtwitz tiergesch. (1936) 195. 22) uneigentlich im allgemeinen sinn von 'scheitern, miszerfolg haben'. 2@aa) in allgemeiner anwendung ausgeführter bilder der seefahrt auf verschiedene menschliche tätigkeiten: (der verfasser) schifft in gefährlicher gegend, sein fahrzeug schwebt über untiefen und läuft gefahr, jeden augenblick zwischen den zwei leidigen syrten, sinnlichkeit und mystik, ohne rettung zu stranden Göthe I 48, 176 W.; dasz zu einer fahne ein sprecher gehöre, wenn man mit derselben aufziehen wolle, und die wahl dieses sprechers war es, die das siebenbemannte schifflein fast hätte stranden lassen G. Keller ges. w. 6 (1889) 307; vom schiff der hoffnung, schiff unserer wünsche usw.: wie meiner hoffnung schiff gleich glücklich solte landen, so must es bey dem port ohn alle hülfe stranden Neukirch bei Hoffmannswaldau u. anderer Deutschen ged. 2, 133; hier das ufer? — hier in diesen grotten stranden eurer wünsche stolze flotten? Schiller 1, 342 G.; persönlich gewandt: Gott lasz fürs künftige sorgen. denn wer da fragt gleich nach dem hafen und landen, der wird verzagt schier bei dem auslaufen stranden E. M. Arndt w. 5, 241 Rösch-M.; die traurige vernunft eines dichters, der niemals das ufer verläszt und aus groszer furchtsamkeit strandet Ramler einl. i. d. schönen wissensch. (1758) 2, 72; wer sein ziel kennt und die navigation im strom der welt, der kann nicht stranden Werfel Bernadette (1948) 391. 'unfreiwillig an land gehen': was thut ein mensch nicht, der sich vor dem stranden fürchtet! ... ich denke wenigstens noch die ersten besten zehn jahre nach lust und belieben auf dem ocean des lebens herumzusteuern Merck ausgew. schr. 139 Stahr; scherzhaft: doch Erin ist natürlich wiedermal dreiviertel über bord, will sagen, total betrunken, strandet an einer orangenbude Wilh. Raabe Abu Telfan 3 (1868) 186. an klippen, sandbänken stranden an hindernissen scheitern: so must du denn nunmehr, mein armes hertze, stranden auf klippen, die ein kalter sinn gemacht Happel cav. im irrgarten (1738) 451; dasz alle projecte ... an denen klippen des geistes des unfriedens stranden müssen vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 270 Gottsched; du sagst, ich sei an der klippe der wollust gestrandet, wenigstens sollst du mich nicht an der klippe des unsinns stranden sehen Klinger w. (1809) 5, 383; dasz Valer an der klippe scheitern wird, woran ihr gestrandet seid? J. Fr. Löwen schr. (1765) 4, 145; wie lange ist es wohl schon, mademoiselle, dasz mein herz an den sandbänken ihrer güte gestrandet hat? Gottsched dt. schaub. (1741) 2, 292; so waren wir im begriff auf den sandbänken der neuesten dramatischen litteratur zu stranden Göthe IV 22, 345 W. 2@bb) in unmittelbarer übertragung, ohne ausführung des bildes, im sinne von 'scheitern': die vorsicht theilt ja lust und pein zu unserm eignen vortheil ein, damit der mensch in keinem strande Günther ged. (1746) 87; ich war dem abgrund nah und fieng schon an zu stranden: ich lebte wie ein vieh, und fragte nicht nach gott Angelus Silesius cherubin. wandersmann 147 ndr.; häufig von abstracten: es strandet zuweilen eine von meinen hofnungen Joh. El. Schlegel w. (1761) 5, 199; du wirst einen gesetzten muth vor dir finden, an dem dein ganzer lasterhafter witz stranden wird Nicolai literaturbriefe (1759) 7, 23; dasz ihr urteil diesmal gestrandet Musäus physiogn. reisen (1778-79) 2, 168; das ganze leben ist ein ewiges stranden alles heiligen Bettine dies buch gehört dem könig (1843) 2, 365; von plänen: dasz manches grosze project und dessein gestrandet und zu wasser worden, und dasz sich der feind unverrichteter sachen zurück ziehen müssen v. Fleming vollk. teutscher soldat (1726) 100; wie weh mir es thut, wohlüberdachte pläne stranden zu sehen Göthe IV 27, 177 W.
10504 Zeichen · 202 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    strandensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    stranden , sw. V. nhd. stranden, scheitern, Schiffbruch leiden, an den Strand treiben bzw. gespült werden Vw.: s. ane-, …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stranden

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Stranden , verb. regul. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, an den Strand getrieben werden. Gestrandetes Holz, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stranden

    Goethe-Wörterbuch

    stranden [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stranden

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stranden , s. Strandung .

  5. Spezial
    stranden

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    stranden (Lakune) оказаться выброшенным на берег (напр., о морских животных), сесть на мель, потерпеть крушение устойч.

Verweisungsnetz

27 Knoten, 18 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 16 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stranden

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von stranden 2 Komponenten

stran+den

stranden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stranden als Zweitglied (3 von 3)

anestranden

KöblerMnd

ane·stranden

anestranden , sw. V. nhd. „anstranden“, stranden E.: s. ane (2), stranden W.: s. nhd. anstranden, sw. V., anstranden, DW 1, 490, DW2 2, 1424…

anstranden

DWB

anst·randen

anstranden , allidere ad litora, nnl. aanstranden: nachdem ich an dem marsilischen ufer angestrandet. Opitz Arg. 2, 460. 477 ; ein groszer w…

bestranden

DWB

best·randen

bestranden , littore aggredi, am strand angreifen: daselbst hast du den feind zu wasser angefaszt, und kräftig ihm gezeigt, dasz in Europen …

Ableitungen von stranden (2 von 2)

bestranden

DWB

bestranden , littore aggredi, am strand angreifen: daselbst hast du den feind zu wasser angefaszt, und kräftig ihm gezeigt, dasz in Europen …

verstranden

DWB

verstranden , verb. , bei Campe für das übliche stranden angeführt, ' verschlagen werden ': das schiff musz irgendwo verstrandet sein. vgl. …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stranden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stranden/dwb?formid=S50674
MLA
Cotta, Marcel. „stranden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stranden/dwb?formid=S50674. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stranden". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stranden/dwb?formid=S50674.
BibTeX
@misc{lautwandel_stranden_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„stranden"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/stranden/dwb?formid=S50674},
  urldate      = {2026-05-12},
}