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Stäk

mnd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Stäk m., f.

Bd. 6, Sp. 732
Wossidia Stäk a. Spr. Steke m., mod. Stäk f., selten m., oft in hd. Lautform Stich m. Stich 1. das Stechen eines spitzen Gegenstandes, einer Waffe oder eines Insekts a. eig.: as dat Mäten (Dornröschen) von den Stäk (der Spindel) ümfollen wir S. Neum. Volksm. 148; Schwerverwundete baten, se süllen ehr doch 'n lütten Stich gäben, dat se dormit af wiren (1889) RoRostock@RibnitzRibn; 'di ... Joden vor den steke des scapes twe pennighe unde vor den steke des rindes vire scolen gheven den vleschoweren' (als Gebühr für das Schächten; 1350) UB. 10, 389; Stich der Bienen Wo. Sa.; von Schlangen: de Slangen laten em gor nich ut 'n Stich verfolgen ihn Wa; Stäk spälen Messerspiel Wa Waren@LexowLex; wessen Messer dabei im Rasen stecken bleibt, der hat 'n Stäk RoRostock@Barnstorf bei WustrowBarnstW; 'n Stich LuLudwigslust@ZiegendorfZieg; Stich Zeichen auf dem zu backenden Teig HaHagenow@EichhofEichh. b. Rdaa., vom Kampf ausgehend: dor is nich Hau oder Stäk in er redet unvernünftig Wa; Hau un Stich Ha Hagenow@RedefinRed; weitere Belege s. Hau1 1 (Bd. 3, 505); 'im steke unde lope tholatende' (in der Gefahr verlassen) Gry. Lb. 1, Dd 1b; 'du ... kanst mick so hübsck in Steecke laaten' Laur. in Nd. Jb. 11, 148; se hett dat Geld in Stich laten RoRostock@TessinTess; 'solck flickwerck holdt den steke nicht unde kan nicht bestan' (ist nicht stichhaltig) Gry. Both. Jon. Ff 2b; Paw. R 1a; 'nademe Oeverst de Lde wanckelmOedich syn, und went thor prove kumpt, den steke und de farve nicht holden' (sich als unzuverlässig erweisen) Slüt. G 2b; Mien Tähn ... hohlen kuhm bie Klümp mehr Stich (1742) Kohf. Hg. 29, 2a; Ehn anner Minsch de hehl kehn Stich, Vertell dat up den Straten Babst 3, 40. c. übertr. Stichelei: dat (eine Geschichte) is jo 'n Stich in de Marlowschen RoRostock@BartelshagenBart; 't is mi gor kein'n lütten Stich (Ärger, Kummer) Stillfr. Biweg 161; 'n lütten Stich (weg) hebben etwas verrückt sein allgem.; von Nahrungsmitteln etwas verdorben sein: de Melk hett 'n Stich ist etwas sauer allgem.; dat Bier hett 'n Stich ist sauer GüGüstrow@PustohlPust; vereinzelt: dat Äten hett nich den richtigen Stich Geschmack PaParchim@DobbertinDobb; ne Stäk Trumpf beim Kartenspiel StaStargard@Alt StrelitzAStrel. 2. dinglich a. die Stelle am Hals, wo das Schwein gestochen wird: sḍä·k f. Jac. 1, 109; 'am Schwein ein bestimmtes Stück Fleisch, etwa 30 cm im Geviert groß, das an der oberen Brust sitzt' Nd. Jb. 43, 80; GüGüstrow@GägelowGäg; rechnet zu den Eingeweiden (vgl. Kaldun 2, Bd. 4, 46) RoRostock@ReezReez; WiWismar@ZurowZur; Swienskopp mit oder ahn Stäk Wa; wenn Swin slacht't wir, denn gew 't Supp mit Stäk, dat wir uns' Morgenbrot HaHagenow@BesitzBes; de Stäk von 'n Swin kümmt int Swartsuer RoRostock@DierhagenDierh; von einem Menschen mit dickem Hals und etwas Kropfansatz: dee hett œwer ne däägte Stäk Nd. Jb. 43, 51. b. Herausgestochenes; dem Silber entnommene Probe: 'Meister ..., welche ... einem jeglichen Goldschmidt in seine Werckstädt gehen, sein Silber, Gold und Arbeit besehen, streichen und mit dem Stich probiren sollen' (1562) Bär. Ges. 4, 1, 86; 'n Stich Botter ein Stück Butter von bestimmter Größe, welches den Dienstboten auf dem Lande gegeben wird Mi 10b; Reut. 4, 408; allgem.; wi kregen in 'n Winter twei Stich Botter, in 'n Sommer twei Stich Botter un ein Stich Smolt GüGüstrow@RothspalkRothsp; von 'n Gräunen Dunnersdag an gew 't 'n Stich Botter mihr WaWaren@BlücherhofBlüch; Spatenstich: weck Städen sünd twei Stich Afrum, weck man einen bei der Gewinnung von Erde zum Ziegelbrennen SchwSchwerin@DambeckDamb. c. seem. wie Krüzknuppen (s. d., Bd. 4, 728 mit Abb.): de Schippers seggen twee halw Stäk, wi Fischers seggen Krüzknuppen WaWaren@MalchowMalch; Kluge Seem. 759. Vereinzelt für die Schlinge um den Bindebaum: Stäk Ro Rostock@JahnkendorfJahnk; Marl; HaHagenow@GothmannGothm; Syn. s. Bäs'bomschört, Karte bei Sner. d. im Hääktisen die zugespitzten und mit Widerhaken versehenen Zinken: de Stäk kriggt se (die Hechte) fat't RoRostock@RibnitzRibn. e. Mittelpunkt der Schießscheibe: Stich Monh. 6, 280b. 3. kaufmänn. Tauschgeschäft: 'im Kauff und stich, oder Tausch' (1615) Bär. Ges. 3, 2, 32; mod. vereinzelt, mit Bedeutungswandel: wenn se in 'n Stich köpen willen im Ganzen RoRostock@RibnitzRibn. 4. PN.: 'arnoldus stek' (1301) Brockm. 105. — Zss.: Achter-, Botter-, Grad'-, Hand-, Kähl-, Krüz-, Metzer-, Ogen-, Pahl-, Schoten-, Sünnen-, Swin-, Wäwlinstäk, -stich. — Mnd. stek(e). — Br. Wb. 4, 1019; Dä. 460a; Da. 208a; Kü. 3, 256; 272; Me. 4, 827; 842.
4165 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    staͤk

    Mittelniederdeutsches Wb.

    staͤk Brandis 183], stêken [steiken], Opt.

  2. modern
    Dialekt
    Stäkm., f.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stäk a. Spr. Steke m. , mod. Stäk f., selten m., oft in hd. Lautform Stich m. Stich 1. das Stechen eines spitzen Gegenst…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staek

65 Bildungen · 57 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

staek‑ als Erstglied (30 von 57)

Stäkaf

MeckWB

Stäkaf n. imperat. Bildung; in der Sage vom Schmied und geprellten Teufel wie Stäker ein kleines schaufelförmiges Eisenstück am Ende des Pei…

Stäkappel

MeckWB

staek·appel

Stäkappel m. 1. Stechapfel, datura stramonium: stramonia 'Steckappel' Chytr. 512; Stäckappel Wred. Flora 1, 314; Stäkappel Monschr. 3, 827; …

Stäkbeitel

MeckWB

staek·beitel

Stäkbeitel m. verschieden breites flaches Stemmeisen von geringer Dicke: Stechbeitel Wa. Sass 21 Steek-, Stichbeitel.

Stäkbolten

MeckWB

Stäkbolten m. seem. Tau an der Rah, das beim Reffen durch die Reffflœgel heißenden Ringe, die am Segel sitzen, gezogen wird: de Stäkbolten b…

Stäkboors

MeckWB

Stäkboors m. wie Stäkling Wa Klink .

Stäkbüdel

MeckWB

staek·buedel

Stäkbüdel m. wie Stäkling und Stäkerling : Stäckbüdel R. Jesse Fische 6; Arch. N. F. 9, 77. Me. 4, 814.

Stäkdraff

MeckWB

Stäkdraff m. zu schneller Trab der Pferde Gü Kritzk .

Stäkduurn

MeckWB

Stäkduurn m. Stachelbeere, ribes uva-crispa: Stäckdurn Wred. Flora 1, 442.

stäken

MeckWB

stäken stechen, stecken; wie stäken stechen (I) werden auch Kausativum (II 1) und Intransitivum (II 2) dazu stark flektiert und bilden in de…

Stäkenpierd

MeckWB

staken·pierd

Stäkenpierd n. Steckenpferd, aus dem Hd. 1. Kinderspielzeug: Popp, Klœterbüß un Stäkenpierd Bri. 1, 172. 2. Liebhaberei: dat grot Naturalien…

Stäkenschipp

MeckWB

staken·schipp

Stäkenschipp Pl. -schäp n. größeres Frachtboot mit flachem Kiel, durch Stangen fortbewegt, es beförderte bis zum Aufkommen der Lastkraftwage…

Stäker

MeckWBN

Wossidia MeckWB Stäker m. Stecher; zu 3: Handgerät zum Kartoffelpflanzen, wie Tüffelplanter Lu Ludwigslust@Niendorf Niend ; Sta Stargard@Dab…

Stäkerabend

MeckWB

staeker·abend

Stäkerabend m. derb vom Sonnabend Wa; zu stäken Ie coire gebildet nach Hœker-, Sträkerabend (Bd. 3, 753).

Stäkerbull

MeckWB

staeker·bull

Stäkerbull m. Stichling, gasterosteus (?): elisterosteus aculatus Schill. Nachl.

Stäkerdäuser

MeckWB

Stäkerdäuser m. die Spindel im Rätsel: dat hett de Stäkadäusa dahn Sta Babke .

Stäkerechtdag

MeckWB

stake·rechtdag

Stäkerechtdag m. a. Spr. gerichtlicher Termin, Stichtag: 'alse he uppe den stekerechtdach sik tuge to bringende vorromet hadde' (um 1430) Jb…

Stäkerfork

MeckWB

Stäkerfork f. dass. : Grotmoder ehr längst Stäkerfork Bri. 5, 100. Eine zweifelhafte Form wie auch Stœkerforken 3, 48.

Stäkeri

MeckWB

staek·eri

Stäkeri f. Stecherei, Stechen: tau 'n ollick Mesik hürt ok Slägerie un Stäkerie Ratz. Bilder 1, 30. Zs. Dörchstäkeri .

Stäkerkrut

MeckWB

staeker·krut

Stäkerkrut n. Stechapfel, datura stramonium Schill. Kr. 1, 30 b ; Syn. s. Stäker 2.

stäkerlang

MeckWB

staeker·lang

stäkerlang in scharfem, weitem Strahl: he (ein Tier) schitt stäkerlang weg Ha Red .

Stäkerling

MeckWB

staek·erling

Stäkerling m. Stichling: columbi, spinachia 'steckerlinge' Chytr. 387; der Neunstachlige Stichling, pungitius pungitius: Stäckerling R. Jess…

Stäkhelm

MeckWB

staek·helm

Stäkhelm m. Turnierhelm; a. Spr.: '1 olden stekehelm' (Wi) Schill.-Lübb. 4, 379 a ; zu stäken I a.

Stäkholt

MeckWB

staek·holt

Stäkholt n. 1. für das Aalstechen an der Bordwand angebrachte eingekerbte Hölzer (Knacken) zur Führung der Aalstaken Wi Kirchd . 2. Pl. Stäk…

stäkig

RhWB

stäkig -E- Bitb-Geichl Adj.: faul, von der Kartoffel.

staek als Zweitglied (5 von 5)

Beefstäk

MeckWBN

Wossidia MeckWB Beefstäk n. Beefsteak; verkürzt: Bistäk Lu Ludwigslust@Groß Laasch GLaasch ; häufig für Deutsches Beefsteak, aus Hackfleisch…

Krüzstäk

MeckWBN

kruez·staek

Wossidia Krüzstäk f. fischersprl. wie Krüzknuppen (s. d. mit Abb.), Stäk 2 c Wi Wismar@Kirchdorf Kirchd .

Pisserverstäk

MeckWBN

pisser·verstaek

Wossidia Pisserverstäk n. in der Verbindung Pisserverstäk spälen coire Schw; auch Pisserverstäker spälen Wo. Sa.

Slangenstäk

MeckWBN

slange·n·staek

Wossidia Slangenstäk f., m. Schlangenbiß: Oll Schlangensteck Staak Krankh. 246 b .

Ableitungen von staek (3 von 3)

erstäken

MeckWB

erstäken erstechen: 'ein man ... hedde einen Sweden ersteken' (1570) Dietr. V. Lohe 32 u. öft. Mnd. ersteken.

Verstäk

MeckWB

Verstäk n., selten m. Zier. Plaugf. 62 Versteck: sonn' bäten achter Verstäk schiten an verstecktem Orte Ha Dreil ; Verstäk spälen allgem.; B…

verstäken

MeckWB

verstäken a. Spr. vörsteken 1. a. Spr. abtreiben, verschlagen: 'dat schipper J. ... szegeln scholde, dar oenhe overst de winth vorsteke' (Wi…

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APA
Cotta, M. (2026). „staek". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/staek/meckwb?formid=S08648
MLA
Cotta, Marcel. „staek". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/staek/meckwb?formid=S08648. Abgerufen 16. May 2026.
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Cotta, Marcel. „staek". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/staek/meckwb?formid=S08648.
BibTeX
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