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spulen

nhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
19
Verweise raus
21

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spulen verb.

Bd. 17, Sp. 222
spulen, verb. auf die spule laufen lassen. im ahd. nicht bezeugt, mhd. spuolen, im bairischen auch spuelnen neben spuelen. Schm. 22, 666; mnd. spôlen pila voluere ad pennulam Schiller-Lübben 4, 337a; die spuren einer umgelauteten form zeigen sich im frühen nhd.: die spinn sich auch nicht lang besann, zohe ein zu einem armen man, begundt gemächlich anzuheben zu spinnen, haspeln, splen, weben. B. Waldis Esop 2, 31, 158. bedeutung. 11) spulen im eigentlichen sinne, als weber- und spinnerarbeit: penulare spuelen, spuln Dief. 423b; spuolen, glomerare, cumulare, accumulare fila Maaler 382d; spulen, glomerare Schottel 1420. Stieler 2108. Frisch 2, 311b; absolut: früh waren die garnstränge schon trocken und man bereitete sich zu spuhlen, nämlich das garn am rade auf rohrspulen zu winden. Göthe 23, 58; die gans die hat nütze vil: die wiberin spuolt über den kil, damit sie hüllen weben. könig v. Odenwalde III, 73, s. 50 Schröder; sie haspeln unde winden vorne unde hinden, sie spulen, weben, walken. VI, 29, s. 59; abbretten, netzen, und nammen setzen, und spuolan und wollslahen. teufels netz 12616 anm.; we soliden rait of urdel geven die gespoilt haint alle ir leven? (weber gewesen sind). d. städtechron. 12, 61, 1399; transitiv: das garn spulen, es auf die weberspulen bringen. Adelung; jetzt wurde die gesponnene wolle in die webstube gebracht, zum zeddel gespult, fett gemacht und gestärkt. Hebel 3, 85; ich ging von schule zu schulen biʒ daʒ iʒ (lies ich) larte spulen, mit spule spulet ich rot und wiʒ, und mancher hand varwe gliʒ. Brun v. Schonebeck 2736; vgl.abspulen, aufspulen; in hier sich anschlieszenden bildern: er spuhlte freudig das lange seidne wickelband (ein zopfband) von seinem kopf an ihren. J. Paul Tit. 1, 90; seine paar ellen flor um den arm spuhlen (als zeichen der trauer). komet 2, 58; man liesz die fabrik (mittelmäsziger dramatischer stücke) zuletzt spulen und schnurren, ohne ferner eingriffe in ihre thranduftigen räder zu versuchen. Immermann Münchh. 1, 28. 22) landschaftlich, in Düringen (nach spule 4) gänse spulen, ihnen die spulfedern ausreiszen; ebenso in der Wetterau. Weigand wb. 2, 784. 33) ebenso volksmäszig spulen von langem und gleichmäszigem essen: er spult mit groszem appetit; er hat ein ganzes brot hintergespult, aufgespult. 44) spulen, in älterer sprache von einem gleichmäszig anhaltenden sprechen, das wie von einer spule sich abwickelt (vgl. leiern 3, theil 6, sp. 686): [] doch fing ich wider an zu sagen und sprach : mein höchste zuversicht, die wort sülln alle gelten nicht die ir gen mir habt ab gespullt. Hans Folz, Haupts zeitschr. 8, 515, 153; nu hab ich doch in kurzen jarn bei hundert frauen wol erpult und so viel wort nie darausz (l. heraus) gespult, darmit ich sie mocht han erfert (erschreckt). fastn. sp. 320, 32; einer, der ümb sein eeweib pult, und ir mit solchen worten fürspult, ir man sei zu schwach und zu alt. 711, 8. 55) spulen, von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann-, kohl-, hauben- und blaumeisen, denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit-zit« rufend an alle spitzen und wipfel. Tschudi thierleben der alpenwelt 86; häufiger in allen nadelholzschlägen ist die braungraue, weiszbauchige haubenmeise, .. die sich schon von weitem durch ihre spulenden, kollernden locktöne verräth. 87.
3451 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spulen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Spulen , verb. regul. auf die Spule, und in weiterer Bedeutung auch auf die Spindel laufen lassen. Das Garn spulen, es a…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    spulen

    Goethe-Wörterbuch

    spulen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    spulentr. v.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    ElsWB PfWB RhWB spule n [špùlə fast allg.; špúələn Av. ; špoulən D. Si. ] tr. v. 1. spulen, Spulen mit dem Spulrad fülle…

  4. Sprichwörter
    Spulen

    Wander (Sprichwörter)

    Spulen Wenn man spult, kann man nicht spinnen. ( Rheinpfalz. )

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spulen

22 Bildungen · 7 Erstglied · 13 Zweitglied · 2 Ableitungen

spulen‑ als Erstglied (7 von 7)

spulenbank

DWB

spulen·bank

spulenbank , f. wagerechte scherbank, worin die spulen zum kettenscheren der seidenzeuge liegen. Jacobsson 4, 240 b .

Spulenlade

Campe

spulen·lade

Die Spulenlade , Mz. — n , bei den Seidenwirkern, eine wagerecht liegende Scherbank, worin die Spulen zum Kettenscheren der Seidenzeuge auf …

spulenmacher

DWB

spulen·macher

spulenmacher , m. verfertiger von weberspulen: meester Klotz-George, spulenmacher. A. Gryphius 1, 719 .

spulenzieher

DWB

spulen·zieher

spulenzieher , m. reiniger der spulen im salzwerk zu Halle. Jacobsson 4, 240 b . vgl. DWB spule 10, sp. 221.

spulen als Zweitglied (13 von 13)

abspulen

DWB

abs·pulen

abspulen , glomerare fila in cannulas, nnl. afspoelen, von der spule winden: einer hat lang umb mich gepult, und so vil wort gen mir abgespu…

anspulen

DWB

ans·pulen

anspulen , fila convolvere in glomum, das garn anspulen.

aufspulen

DWB

auf·spulen

aufspulen , garn auf die spule laufen lassen: garn, wolle aufspulen.

Ausspulen

Campe

aus·spulen

Ausspulen , v. intrs. bis zu Ende spulen, aufhören zu spulen Das Ausspulen.

durchspulen

GWB

durch·spulen

durchsplen [ für: συγκλύζειν ; eluere ] GWB N3,41,17 FlH I [ Zit s v durchshen ] Ursula Werske U. W.

erspulen

DWB

ers·pulen

erspulen , wie erspinnen, auf der spule gewinnen: sie wendets, kann sie was erspulen, an ihren leib, an ihren buhlen. Göthe 41, 48 .

herabspulen

PfWB

herab·spulen

herab-spulen schw. : in der RA.: ääm rabspule 'einem Schläge geben' [Wasgau-Bote Nr. 11/1934]. —

Nachspulen

Campe

nach·spulen

Nachspulen , v. trs . nach oder außer dem Gespulten spulen, wie auch, das noch zu Spulende spulen, nachholen. D. Nachspulen. D. — ung .

Überspǘlen

Campe

ueber·spulen

Überspǘlen , v. trs . ich überspüle, überspület, zu überspülen . 1) Auf der ganzen Fläche bespülen; auch nur, über etwas weg gehen und es be…

verspulen

DWB

vers·pulen

verspulen , verb. zu spule, spulen th. 10, 2, 219, 222; erst bei Campe verzeichnet. mit der spule verarbeiten, auf die spule laufen lassen: …

vorspulen

DWB

vors·pulen

vorspulen , verb. , ' vor jemandem spulen ( d. h. den gesponnenen faden aufwinden ), damit er es sehe und nachthue ' Campe ; in älterer spra…

Zusammenspulen

Campe

zusammen·spulen

Zusammenspulen , v. trs . spulend mit einander vereinigen, verbinden. Zwei Fäden zusammenspulen , zwei Fäden zugleich auf die Spule laufen l…

Ableitungen von spulen (2 von 2)

erspulen

DWB

erspulen , wie erspinnen, auf der spule gewinnen: sie wendets, kann sie was erspulen, an ihren leib, an ihren buhlen. Göthe 41, 48 .

verspulen

DWB

verspulen , verb. zu spule, spulen th. 10, 2, 219, 222; erst bei Campe verzeichnet. mit der spule verarbeiten, auf die spule laufen lassen: …