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speuzen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

speuzen verb.

Bd. 16, Sp. 2197
speuzen, verb. spuere, vomere. eine intensivbildung zu mhd. spiuwen, also eigentlich spiuwezen, vgl. speien (I, 2, sp. 2074 f.) und speuen. lautliche varianten sind spützen, spauzen (sp. 2010), speizen, spirzen, spurzen, s. diese. Kluge6 370b (vgl. dazu Franck anz. f. d. alterth. 21, 312). die ältesten belege gehören dem 14. jahrh. an: da sputze er an die erden. Frankf. handschr. des 14. jahrh. (evang.) bei Dief.-Wülcker 858 (der sputze als verschreibung für sputzte faszt); und sputzten in under die antlitze. Frankf. urk. v. 1437 bei Lexer handwb. 2, 1103. beide stellen vielleicht richtiger zu spützen. doch läszt sich das wort mit sicherheit schon in einer glosse des 12. jahrh. nachweisen: pitisso frequenter bibo (vel spuo) vel psiwizo (l. spiwizo), s. zeitschr. f. d. alterth. 5, 335a, 504. Steinmeyer ebenda 15, 16a, 690 und ahd. gl. 2, 682, 60; dadurch ist zugleich Kluges ansatz gesichert. mit speuzen ist offenbar identisch an. spýta Cleasby-Vigfusson 585a, und wol auch nl. spuiten, engl. spout (mittelengl. sputen, spouten), beide in der bedeutung 'spritzen', obwol hier auch andre möglichkeiten der erklärung vorhanden sind, s. Franck 948 f. Skeat 583b und spritzen. zu dem nl. spuiten gehört: ind hey bespuytzede mit erden de vrauwen alle, de do saessen. Karlmeinet 185, 39. so auch ostfries. speiten, speuten (-ern), spoiten, spuiten, speien, spritzen, wasser einlassen oder durchtreiben. Stürenburg 250b f. ten Doornkaat Koolman 3, 270b. — speuzen ist besonders frühnhd. bezeugt, vgl. Weigand 2, 760 f.: screo ich reuspere, speuze mit hertigkeit. Dasypodius lat.-germ. (1537); speutzen bei Alberus (1540) aa 3b und KK 2b, s. Weigand a. a. o.; spOeutzen, spuere, adspuere, despuere. einem ins angesicht spOeutzen, inspuere in frontem mediam hominis. er spOeutzt feüwr, er wirfft ausz dem maul feüwr ausz, flammas ore vomit. man hats für ein sünd dahin ze spOeutzen, ubi nunc despui religio est. vast spOeutzen, sputare. Maaler 381c (vgl. Frisch 2, 299a); speüwen oder speutzen, spuere, salivam ejicere. Calepin (1570) 1453; spuere, speutzen, schnuffen. Apherdiani tyrocinium (1580) 17; speyen, ... it. spürtzen, speitzen, speutzen, spützen. Kramer dict. 2, 859c. — die litteraturbelege gehören dem oberd. gebiet, zumeist dem Elsasz an, vgl. Ch. Schmidt hist. wb. d. els. mundart 335b. speichel auswerfen: (im bilde:) nit speutz nür eyn clein weniglin als etliche thn die do hofflich wöllen usz speuwen, ruspel dich redlich, sag die grossen sünden dapfferlich uszher. Keisersberg bilg. 153b; (zur messe) sol gehören, das reuchen, corporal, kelchwüschen, niessen, speutzen. Murner künig usz Engelland, s. kloster 4, 949; und zwar so hat dieser phlegmatische unrath seinen auszgang in den pferden fast einig unnd allein durch die naszlöcher, denn sie sind von natur also nicht beschaffen, dasz sie jhme durch das husten, reuszperen oder speutzen könten abhelffen. Uffenbach neues rofsbuch (1603) 8; als hernach ein ander gut gericht auff den tisch gesetzet worden, wuste Demylus nicht, wie er es anstellen solte, dasz jhm sein gesell nicht widerumb einen solchen eintrag thAete, speutzet derhalben in die schüssel, dasz alle die, so an der taffel gesessen, einen eckel darob bekommen. Garzoni piazza universale (1612) 880a. mit object: es ist umb uns prediger wie umb ein schneider. ein schneider der nimt dz mul vol wasser, er trinckt es aber nit, es berürt im ouch daz hertz nit, und daz wasser speützet und sprengt er uff das thuoch. also ist es umb uns prediger, was wir predigen, das gat nur vonn dem mund her, es kumpt nit vom hertzen. Keisersberg emeis 24b. mit besonderer bedeutung: der aber zum obristen gehangt, hat in die hendt gespeuzet, sich dester fester zu erheben und zu erhalten. Zimm. chron.2 1, 318, 12; und so oft hernach der koch die zwen finger uf die nasen teute, so speuzet sie gegen im auss, thet findsellig, macht damit ir selbs ain gespött und andern ain kurzweil. 2, 505, 36. — heute in westlichen mundarten erhalten, so schweiz. speuze, -a 1) spucken (der tüfel speuzt, wenn man jemanden anspuckt); 2) fauchen, von katzen; 3) seinen widerwillen wogegen ausdrücken (ab öpisem speuze). Hunziker 246. Tobler 378 (danach auch 'mit geräusch platzen, springen, von trockenen oder feuchten dingen, wenn sie ins feuer kommen'). Seiler 271b, speutzen, -eln (nebenform spölzeln) spucken, heftig zürnen. Stalder 2, 382, vgl. auch Schm. 2, 692; hess. speuzen, spoizen, speizen, spauzen, s. Pfister 280. Kehrein 1, 380; thür. šbyz, šbiz(e) Hertel sprachsch. 231. Salzunger wb. 44 (vgl.spützen). ostfries. speuten s. o.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    speuzenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    speuzen , verb. spuere, vomere. eine intensivbildung zu mhd. spiuwen, also eigentlich spiuwezen, vgl. speien (I, 2, sp. …

  2. modern
    Dialekt
    speuzen

    Südhessisches Wörterbuch

    speuzen Band 5, Spalte 1167-1168

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit speuzen

2 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von speuzen 2 Komponenten

spe+uzen

speuzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von speuzen (2 von 2)

bespeuzen

DWB

bespeuzen , was bespeizen, nnl. bespuiten. Maaler 62 b gibt bespeuwen und bespeutzen, Alberus conspuo, ich bespeutz.

verspeuzen

DWB

verspeuzen , verspeizen , verb. , intensivbildung zu mhd. spi(u)wen, auf spi(u)wezen zurückgehend, nur oberdeutsch nachzuweisen: despuo, ich…

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Cotta, M. (2026). „speuzen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/speuzen/dwb?formid=S34172
MLA
Cotta, Marcel. „speuzen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/speuzen/dwb?formid=S34172. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „speuzen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/speuzen/dwb?formid=S34172.
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