lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Snūte

mnd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
2 in 2 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
1
Verweise raus
59

Eintrag · Westfälisches Wb.

Snūte f.m.

Bd. 5, Sp. 233
Snūte f.m. [verbr.] 1.1. das vorstehende Maul verschiedener Tiere. Snūte un Pauten inn’e Eärfensuppe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Sprichw.: Beim Schweine is dat Beste tüsken Schnute un Steert (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). — 1.2. Schnabel (des Vogels). — 2. vom Menschen. — 2.1. Mund (bes. der einer redseligen Person). De Schniute verteun wenn man unerwartet etwas sehr Bitteres oder Saures zu schmecken bekommt (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@LangenholzhausenLh). Ne schǟiwe Snūte trecken (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Wat mokste för en schoibe Schniuten? (Kr. LemgoLem Lh). Nu wiske dine Schnute! (Kr. MünsterMün Kr. Münster@MünsterMü). Outslag an de Snoute (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). Enn’n ann’e Snūte krīgen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Ann’e Snūte slōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Hä rückt (riecht) ūt dä Schnute (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HolthausenHo). — Ra.: Praoten, so at em dän Snuten ewaossen is ohne Hemmungen sprechen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). Wann dä es stïerwet, maut me eäm de Snūte noch apatt dautslōan der redet ununterbrochen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Ik häbb de Schnuute vull mir reicht es (WmWb). Holl de Schnute! sei still (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnerheideHd || mehrf.). Do ähr de Schnuute dicht! bring sie zum Schweigen (WmWb). De Snūte hangen loten mutlos sein (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@PlettenbergPb). He häf sik de Schnūte verbrannt zu viel gesagt (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). Ik häff ’n Schnuuten de nich nao staon habe keine Lust dazu (WmWb). De Schnut in’t Fiäsk (Dachfirst) stiäcken im Sarg liegen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Met’e vekāde Snūte blōasen hungern (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Hä kürt Hochdütsch met de plattdütsche Schnute mit Plattdeutsch durchmischtes Hochdeutsch (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch Li). De is nich up’n Schnuuten follen kann gut reden, ist schlagfertig (WmWb). Up de Schnuute fallen scheitern, keinen Erfolg haben, eine Niederlage erleiden (WmWb). — Sprichw.: Nieschierige (neugierige) Schnuten kieckt dör alle Ruten (Fensterscheiben) (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@SuderwickRs). Jede Rūte eine Snūte wenn Leute neugierig aus dem Fenster sehen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — 2.2. Mundwerk, respektlose Art zu reden. Hai hätt ne freche Schnute (Kr. MindenMin Kr. Minden@RosenhagenRh). Ne grooten Schnuuten häbben (WmWb). Dat het ne Sniuten, de het sik wosken ist nicht auf den Mund gefallen (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). — Ra.: Dai Käl hiät ne Sniute am Koppe, dai häöt nit iehme hat ein großes Mundwerk (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). — 2.3. Nase. ’n gläunigen (glühend) Schnūten (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@WulfenWu). He hät en Schnuten, de löcht’t äs ne Kiätse (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@WulfenWu). Ick hebbe de Brille up de Snut (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RhedebrüggeRb). — 2.4. Gesicht. Wat steuht diem d’ Schniute scheif! (Kr. SoestSos Kr. Soest@BorgelnBo). — Ra.: Lange Schnoute bei Enttäuschung (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@WinterbergWb). — 2.5. Gaumen (Frbg.) (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WennewickWw). — 3. Vorderteil eines Gegenstandes (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@PaderbornPb); schnauzenförmiger Gegenstand (WmWb). — 3.1. Ausguss eines Gefäßes: Kannenausguss, Tülle (an Kannen) (Kr. ArnsbergArn Wa); Ausgussröhre am Kessel (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@ÜckendorfÜd). — 3.2. Schuhspitze, -kappe; Riester, über die ganze Spitze des Schuhs reichend (Lippe WWB-Source:219:OesterhOesterh). De Schnuute van’n Klump Vorderteil des Holzschuhs (WmWb). Ne nigge Snūte ann’n Schau māken (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). ⟨Genus: m. Snūte(n) (WmWb), sonst f.⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 7,1573: Schnauze sowie 7,1688: Schnute; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 11,296: Snūte; HnVwb 3,340: Schnauze sowie 3,389: Schnute, Schnutte. Zus.:→ Āpen~, Appel~, Babbel~, Bek~, Bläbbe~, Blabber~, Blaffe~, Blarre~, Bliᵉke~, Blüffe~, Brāseke~, Brē²d~, Brī~, Bril~, Bullen~, Būrskop~, Dik~, Doggen~, Dop~, Drämmel~, Dreªpe~, Dum~, Frech~, Gāpe~, Gēr~, Gibbel~, Glap~, Grense~, Grīne~, Grof~, Grō²t~, Hange~, Hāwek~, Jappe~, Jumfer~, Kabbel~, Klaffe~, Klap~, Klats~, Kō¹~, Koªper~, Kwasel~, Kwāter~, Lach~, Lǟg~, Lüᵉgen~, Pappel~, Plapper~, Prul~, Rappel~, Reªtel~, Rewolwer~, Rū~, Rüᵉden~, Sabbel~, Schap~, Schēf~, Schüppen~, Slabber~, Sladder~, Snäbbel~, Snukke~, Stump~, Suᵉge~, Ssukker~, Swabbel~, Swāter~, Swīne~.
3543 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    snûtef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    snûte (° snoete Hans. Ub. 6, 165), f. , 1. Tierschnauze, Rüssel der Borstentiere; in grober Sprache auch vom Menschen de…

  2. modern
    Dialekt
    Snūtef.m.

    Westfälisches Wb.

    Snūte f.m. [verbr.] 1.1. das vorstehende Maul verschiedener Tiere. Snūte un Pauten inn’e Eärfensuppe ( Dor Wl ). — Spric…

Verweisungsnetz

65 Knoten, 63 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Hub 1 Kompositum 63 Sackgasse 1

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit snute

41 Bildungen · 35 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

snute‑ als Erstglied (30 von 35)

Snūtenafwisken

WWB

snuten·afwisken

Snūten-af-wisken n. IdW.: Dat es män so’n Sniudenafwisken ist nur eine Kleinigkeit, geht schnell (vonstatten) ( Hal Bh).

Snūtenanton

WWB

snuten·anton

Snūten-anton m. 1. Person mit dummem Gesicht, hängendem Unterkiefer (Lippe Oesterh ). — 2. tölpelhafte Person (Lippe Oesterh ). — 3. Großmau…

Snutenbœhn

MeckWB

snuten·boehn

Snutenbœhn m. Nasenboden: dee is toierst nah 'n Snutenbœhn kamen, hett sick de fettst rutsöcht ein Mensch mit großer Nase Schö Warn ; Schw D…

Snutendörp

MeckWB

Snutendörp n. scherzhaft für Lu Neese .

Snutenfäger

MeckWB

Snutenfäger m. Barbier Sta Friedl ; Wi; Ro; Wa; Ha Boiz . Me. 4, 671.

Snūtenfeªger

WWB

Snūten-feªger m. [verstr.] 1. Barbier, Bartscherer. — 2. Großmaul ( Isl Ha).

Snutenhubel

MeckWB

snuten·hubel

Snutenhubel m. kleinster Hobel des Tischlers, der seine Schneide ganz vorne hatte und in Ecken und Winkeln angewandt wurde: Pfitzn.-K. 49; R…

Snutenkönig

MeckWB

snuten·koenig

Snutenkönig m. der Mann mit der größten Nase, er wird am Fastelabend ausgewählt, wenn sich die größte Tanzlust gelegt hat. Dazu wird die Snu…

Snutenlad'

MeckWB

snuten·lad

Snutenlad' f. s. -könig; zu Fastelabend mußten sich die jungen Bauern in die Snutenlad' einkaufen Ha Kraak ; sie war beim Gastwirt oder eine…

Snūtenleªder

WWB

snuten·leader

Snūten-leªder n. Mund, Lippen (bei geschwätzigen Personen). Holt doch duin Sniudenliar! halt den Mund. — Ra.: Dui goit de Snawel oss en ault…

Snūtenlippes

WWB

Snūten-lippes m. unreife, vorlaute männl. Person ( Pad Xy).

Snutenpahl

MeckWB

Snutenpahl m. einer der Kummpahls der Fischreuse Ro Warn . Vgl. Kählpahl (Bd. 4, 29).

Snutenpott

MeckWB

snuten·pott

Snutenpott m. eiserner Kaffeetopf mit großem weiten Ausgießer Sta Wes .

Snūtenrīten

WWB

snuten·riten

Snūten-rīten n. IdW.: Sei mutt üäwer olles et Sniutenräiten häwen redet viel und Schlechtes über ihre Mitmenschen ( Pad Da).

Snūtensd

WWB

snuten·sad

Snūten-sad IdW.: Säggest de lank Sniutensoot wenn jmd. die Unterlippe lang hängen lässt ( Lst An).

Snutensnacker

MeckWB

snuten·snacker

Snutensnacker m. einer, der anderen zu Munde redet Ro; Schö Dem . Kü. 3, 189; Me. 4, 671.

Snūtenstoffel

WWB

snuten·stoffel

Snūten-stoffel m. [verstr.] 1. dumme (ungebildete) Person, die viel Sinnloses redet, spez.: großmäulige, einfältige Person ( Gel We ). — 2. …

Snūtenstoffer

WWB

Snūten-stoffer m. [ Mün Wbg] großmäulige Person.

snute als Zweitglied (6 von 6)

(rȫden)snûte

MNWB

roden·snute

° (rȫden)snûte , rödden- , f. : Hundeschnauze, êne r. dê is alletît kōlt (Köker ed. Cordes 49).

swînesnûte

MNWB

swine·snute

*° swînesnûte , f. ( Pl. -n ) : Schweineschnauze , (bildl.:) „ vele Dadeler / so nu mit eren Swynesnuten gude Boͤker auerlopen / vnd darynne…

verkensnûte

MNWB

verken·snute

verkensnûte „Schweineschnauze” übersetzt Dietrich Engelhusen den Vatersnamen des Papstes Sergius IV. (Petrus Osporci).