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sirup

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sirup m.

Bd. 16, Sp. 1236
sirup, m. dickflüssige zuckerlösung. Jacobsson 4, 354a. Steinbach 2, 593. Stieler nachsch. 27b. Schottel 1416. Hulsius (1616) 299a. Maaler 375b, daneben syrup. Jacobsson. Stieler a. a. o., syrupp. Adelung (veraltet), sirop. Campe ergänzungswb. Wirsung arzneib. (1597) 1. register, mhd. sirop, syrop, -up, -op, -ope. Lexer mhd. handwb. 2, 940, daneben mhd. siropel, syropel, m. n. 941, ebenso noch frühnhd. siropel, ein tranck in artzney. Dief. 538b (von 1482), syrup, syrupel, syrop, oder syropel. Wirsung arzneib. (1597) 1. register (hat diese bildung sich erhalten in dür. ziropel, schwarzer, unreinlicher mensch, zigeuner. Hertel thür. sprachsch. 265 ? die übertragung würde sich aus der dunklen farbe des sirups erklären); nd. sirup, in Ostfriesland sirôp und strôp, wol nach ndl. stroop (aus siroop). ten Doornkaat Koolman 3, 188a. 341b; aus mlat. sirupus, siropus, syropus. Dief. 538b, franz. sirop, ital. siroppo (neben sciroppo), die wol zunächst zurückgehen auf span. xarope, dem seinerseits arab. scharâb, trank, wein, kaffee zu grunde liegt. vgl. Diez4 295. — mhd. flectiert das wort stark und schwach. Lexer a. a. o., frühnhd. noch bisweilen schwach: syrupen, wie die sollen gemacht und bereyt werden. Wirsung arzneib. (1597) 1. register, heute nur stark. 11) das wort geht wahrscheinlich in letzter linie auf arabische ärzte zurück. im deutschen erscheint es jedenfalls zuerst als ausdruck der heilkunde. es bezeichnet zuerst flüssige arznei: zuo dem fierden so thut got wie ein artzet, wen er zuo eim siechen kumpt und sicht daʒ im geholffen mag werden, so gibt er in eim syrop etwas biters, damit er in purgiere. Keisersberg emeis (1516) 63d; wie ein gütiger artzet, der da vor dem krancken trinckt den bittern sirop, das in darnach der siech dester frölicher trinck. Luther 7, 255, 18 Weim. ausg.; den truchsessen hiess er (im scherz) ain apoteker mit der langen nasen von Wolfeck, und dieweil der von Zimbern ain hurtigs, kleins zelterle, hiess er ine den doctor, sprechende, sie solten uf die nacht ein gueten sirop zurüsten. Zimm. chron.2 3, 414, 25; ein syrop und ein pulverlîn suochet einer, der wil ein arzet sîn. Hugo v. Trimberg renner 16715; so schreibt der arzat dar, eʒ gelte hut oder har, das er im mache die besten sirupen von krütern und von wurzen. des teufels netz 10018; was kranckheit ein mensch thuet peladen, dem kan ich (ein arzt) helffn mit gottes gnaden durch ein sirob oder recebt, das seiner kranckheit widerstrebt, das der mensch wirt wider gesund. Arabo die arczney erfund. H. Sachs 23, 274, 6 Keller-Götze. in einer übertragen gebrauchten wendung: het mir (Franz von Sickingen, der vor der himmelsthür steht) der sirop nit so früe das herz abgestoszen, ich wolt inen noch wol recht laxativa geben haben. Schade sat. u. pasqu. 2, 56, 28. 22) in den folgenden stellen ist sicher süsze flüssige arznei gemeint: mach rôsensyrop alsô. seud rôsen in waʒʒer und tuo zucker dar ein, sô wirt derlai syropl. der syrôp hât die art, daʒ er des êrsten enlœst oder waichet die gäng, und dar nâch widerhelt er die gäng und ist guot wider des leibes hinlauf und wider daʒ wüllen und wider die âkraft. Megenberg 345, 15; mach violsyropl alsô. seut den viol in waʒʒer, seich daʒ dann durch ain tuoch und tuo zukker dar zuo, sô wirt der syrop .. der syropl entsleuʒt den leip und macht in vertich in hitzigen fibern. 425, 7; disz (endivien und anderes) siede in gnugsamen wasser, dasz der dritte theil eingesotten werde, und ohngefehr ein halb klein masz brü bleibe, darzu thu 12 untz zucker, lasz zu eim syrup sieden, läuter den mit eyerklar. Wirsung arzneib. (1537) 37 C. so gilt dann syrup auch später allgemein für süsze dickflüssige arznei, daneben für eine dickflüssige zuckerlösung, mit der arzneistoff vermischt wird: da er etwas fieberte, bekam er einen trank verordnet, der schmeckte aber so ganz abscheulich, dasz er ihn nicht nehmen wollte, und der arzt versuchte es, ihm das gebräu durch einen sirup mundgerechter zu machen. Anzengruber 4, 189. statt des zuckers dient zur bereitung auch honig, der ja zucker enthält: syrup zu bereiten .. wann es dann gesotten ist, wie fast bey jedem angezeigt, so setz den zucker oder honig zu. Wirsung arzneib. (1597) 37; sirup et syrup, syrupus, liquor medicamentorum mellitus sive sacharatus, alias honig- sive zuckersaft. Stieler nachsch. 27b. vgl. auch sirup von honig, essig und wasser eingesotten, oxymeli, sive oxymel. Maaler 375b. [] ähnlich fruchtsyrup des conditors, süszer, bis zur honigdicke eingekochter fruchtsaft. Karm.-Heeren3 8, 695. Adelung erklärt syrupp als mit zucker zur honigdicke eingekochten saft, dergleichen man aus den decocten oder aufgüssen vieler pflanzen, blumen und früchte hat. 33) allgemein collectivisch für dickflüssige zuckerlösung, wie man sie durch einkochen von zucker mit wasser erhält und unrein auch als abfall bei der herstellung von zucker aus zuckerrohr und runkelrüben als sogenannte melasse gewinnt. Karmarsch-Heeren3 8, 695, 'ein flüssiges, klebriges wesen, so beinahe wie ein starkes öl beschaffen ist und in der zuckersiederei von dem farin in basterformen abgesondert und gesammelt wird.' Jacobsson 4, 354a. zum schönen, süszen von wein gebraucht, daher das folgende bild: ihr wein (frömmigkeit, religiöse gesinnung) ist ein edler jahrgang und in groszer fülle, aber die kellerwirthschaft, die faszbinderei ist nicht so gründlich und sicherstellend, und sie laufen eher gefahr mit dem branntwein weltlicher wissenschaft, dem syrup äuszerlicher mystik und dem schwefel protestantischer lehre aufgefüllt und geschönt zu werden. Brentano 9, 122.
5632 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sirupst. M., sw. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    sirup , st. M., sw. M. Vw.: s. sirop

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sirupM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    sirup , M. Vw.: s. sirop L.: Lü 350a (sirup)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    sirupm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    sirup , m. dickflüssige zuckerlösung. Jacobsson 4, 354 a . Steinbach 2, 593 . Stieler nachsch. 27 b . Schottel 1416 . Hu…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sirup

    Goethe-Wörterbuch

    Sirup [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sirup

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sirup (arab. Sirob ), konzentrierte Zuckerlösung, die neben Rohrzucker mehr oder weniger Traubenzucker und Schleimzucker…

  6. modern
    Dialekt
    Sirup

    Schweizerisches Idiotikon · +5 Parallelbelege

    Sirup Band 7, Spalte 1270 Sirup 7,1270

  7. Sprichwörter
    Sirup

    Wander (Sprichwörter)

    Sirup He is töwer as Sirup öwe de Görte. – Eichwald, 1721.

  8. Spezial
    sirup

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sirup [sī·rup] m. (-s) Sirup m. , Saft m . ◆ sirup por la tos Hustensirup m .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sirup

80 Bildungen · 45 Erstglied · 34 Zweitglied · 1 Ableitungen

sirup‑ als Erstglied (30 von 45)

sirupback

DWB

sirup·back

sirupback , n. m. in der zuckersiederei ein groszer vierkantiger kasten, worin der sirup aufgehoben wird, syrupback. Jacobsson 4, 354 b . de…

Sirupbotting

MeckWB

sirup·botting

Wossidia Sirupbotting n. wie das Vor. Reut. 3, 30; Zyropbötting Mi 110 b ; 'n Sirupsbotting smeren schmeicheln Ro Rostock@Klockenhagen Klock…

Siruphaler

MeckWB

Wossidia Siruphaler m. Sirupholer: wi hebben 'n lütten Sirupshaler ein voreheliches Kind, das uns Sirup aufs Feld bringt Ha.

sirupisch

DWB

sirup·isch

sirupisch , adj. zu sirup: es wird dich aber hie bey gesetzte figur unterrichten, dasz .. dreyerley species der purgationen sind. nemlich ei…

sirupisieren

DWB

sirupisieren , verb. zu sirup, mit romanischer endung: wer da will die zimmeraxt nemen ( sc. dem zimmermann, bildlich für: die ursache der k…

Sirupkruk

MeckWB

sirup·kruk

Wossidia Sirupkruk f. Sirupskruke: Smoltengel ut de Sirupskruk Kosewort Wa.

siruplein

DWB

sirup·lein

siruplein , n. , deminutiv zu sirup, in der form siruplin, nach 2, bildlich: wir haben im vorgehendem articul ein solch siruplin bereit, das…

Siruplicker

MeckWB

sirup·licker

Wossidia Siruplicker m. junger Kaufmann; Zeigefinger im Fingerreim Wo. V. 3, 291. Me. 4, 498.

Sirupmul

MeckWB

sirup·mul

Wossidia Sirupmul n. im Kinderreim: Rike mit dat Sirupsmul Wo. V. 3, S. 342; 4, 943; öft.

Sirupnäs'

MeckWB

sirup·naes

Wossidia Sirupnäs' f. im Neckreim Philipp mit de Sirupsnäs' Wo. V. 4, 284.

Siruppott

MeckWB

sirup·pott

Wossidia Siruppott m. Sirupstopf; Ehestand in der Wendung dee sünd rin in 'n Sirupspott Wa; Ro Rostock@Ribnitz Ribn . Me. 4, 498.

Sirupprinz

MeckWB

sirup·prinz

Wossidia Sirupprinz m. Kaufmann Ro Rostock@Ribnitz Ribn ; Reut. 2, 303; 3,10; 130. Me. 4, 498.

Sirupsack

Wander

sirup·sack

Sirupsack Dem könnte man auch einen Sirupsack schicken. Die Entstehung der Redensart gehört der neuern Zeit an und beruht auf einem gerichtl…

sirupsäut

MeckWB

sirup·saeut

Wossidia sirupsäut -söt sirupsüß: 'siener Sirup-söte Bruht' (1727) Kohf. Hg. 21, 1.

sirupsbengel

DWB

sirup·s·bengel

sirupsbengel , m. , volksmäszig spöttisch. 1 1) süszes herrchen, süszlicher courmacher. Albrecht 212 b . 2 2) verkäufer in einem krämerladen…

Sirupsbotterbrot

MeckWB

sirup·s·botterbrot

Wossidia Sirupsbotterbrot n. Brot mit Aufstrich aus dicker Milch und Sirup: Erichs. Läusch. 93; Wo.-Neum. Volksschwänke 25; Wa.

sirup(s)dick

DWB

sirup·s·dick

sirup(s)dick , adj. : syrupsdick Sömmerring menschl. körper (1839) 6, 103 , syrupdick Muspratt a. a. o. 3, 194 . —

sirup(s)dicke

DWB

sirup·s·dicke

sirup(s)dicke , f. : syrupsdicke Marperger kaufmannmagazin (1708) 310 , Jean Paul w. 27, 86 ( Hempel ), syrupdicke Karmarsch-Heeren techn. w…

Sirupsfräter

MeckWBN

Wossidia Sirupsfräter m. Ökel name eines Warnemünder Kapitäns Wo. Sa.

Sirupsfru

MeckWBN

Wossidia Sirupsfru f. Sirupsfrau; in einer Sage: in 'n Gulitzer Barg, wo de Sirupsfru in sitten ded' Ha Hagenow@Kuhstorf Kuhst .

sirup(s)held

DWB

sirup·s·held

sirup(s)held , m. , verächtlich für einen ladendiener, verkäufer: aber er musz noch viel besser von uns als von jenen syrupshelden gedrillet…

sirup als Zweitglied (30 von 34)

Chindersirup

Idiotikon

Chindersirup Band 7, Spalte 1270 Chindersirup 7,1270

Chindlisirup

Idiotikon

Chindlisirup Band 7, Spalte 1270 Chindlisirup 7,1270

Eisensirup

Campe

eisen·sirup

Der Eisensirup , des — s, o. Mz. eine mit weißem Weinstein bereitete Eisenauflösung, die bis zur Dicke des Sirups eingekocht ist (Syrupus Ma…

granatapfelsirup

DWB

granatapfel·sirup

granatapfelsirup , m. : item ist der stulgang des kindes geel, so sol man im geben rosen sirupen, ... oder granatöpffelsirupen mit ein wenig…

granatsirup

DWB

granat·sirup

-sirup : granatensyrup Wirsung artzneyb. (1588) 248 c ; granatsirop Campe 2 (1808) 441 a , —

grünsirup

DWB

gruen·sirup

-sirup terminus der zuckerfabrikation Lueger lex. d. ges. techn. 1, 216 ;

Hindbersirup

Idiotikon

Hindbersirup Band 7, Spalte 1270 Hindbersirup 7,1270

Kartoffelsirup

GWB

kartoffel·sirup

Kartoffelsirup -syrup aus Kartoffelstärke gewonnener Sirup Vergiß .. ja ein Fläschgen K. und Kartoffelzucker nicht GWB B23,16,25 Christiane …

Merrettigsirup

Idiotikon

Merrettigsirup Band 7, Spalte 1270 Merrettigsirup 7,1270

Pfirsichblütsirup

Campe

pfirsichbluet·sirup

Der Pfirsichblütsirup , — es, Mz. — e , ein sirupartiges abführendes Arzeneimittel, dessen man sich besonders zur Abtreibung der Würmer bedi…

Rüeblisirup

Idiotikon

Rüeblisirup Band 7, Spalte 1270 Rüeblisirup 7,1270

Schneckensirup

RhWB

schnecken·sirup

Schnecken-sirup (s. S.) Allg. n.: angebl. Absud aus zersetzten Schnecken, syrupus althaeae, altes Mittel gegen Husten.

Üllichssirup

RhWB

Üllichs-sirup (s. S.) Allg. m.: S. aus Zwiebelsaft u. braunem Zucker, Volksmittel gegen Husten.

Viōlsirup

Idiotikon

Viōlsirup Band 7, Spalte 1270 Viōlsirup 7,1270

wermutsirup

DWB

wermut·sirup

wermutsirup , m. , aus der wermutpflanze gewonnener sirup, in arzneibüchern des 16. jhs., vgl. DWB wermutsaft : du auch den wermuot sirop in…

Ableitungen von sirup (1 von 1)

sirupe

KöblerMhd

sirupe , st. M., sw. M. Vw.: s. sirop