Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Senge
Senge
sengen Vb. ‘die Oberfläche von etw. leicht, ein wenig verbrennen’, ahd. bisengen ‘sengen, an-, verbrennen’ (8. Jh.), mhd. mnd. sengen, mnl. senghen, singhen, nl. zengen, aengl. (be)sencgan, engl. to singe und schwed. (mundartlich) sjängla lassen sich vergleichen mit frühnhd. senge ‘Trockenheit, Dürre’ (15. Jh.), mhd. (ablautend) sungen, sunken ‘anbrennen, versengt werden’, isl. sangur ‘angebrannt’ sowie aslaw. prěsǫčiti ‘versiegen lassen, austrocknen’, russ.-kslaw. sučitisja ‘kochen, sieden’ und den unter seicht (s. d.) genannten germ. und außergerm. Formen. Die dort angeführte Wurzel ie. *sek-, nasaliert *senk-, hat aus der Bedeutung ‘versiegen (lassen)’ die Bedeutungen ‘trocknen, austrocknen’, in den oben genannten germ. Formen darüber hinaus die Bedeutung ‘verbrennen’ entwickelt. – versengen Vb. heute geläufiger als das Simplex, mhd. versengen. Senge f. landschaftlich ‘Hitze’, spätmhd. senge ‘Trockenheit, Dürre’, nordd. md. ‘Schläge, Prügel, Hiebe’ (19. Jh.), wohl im Anschluß an sengen im Sinne von ‘die Oberfläche mit etw. überziehen und brennen machen’.