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selde

mhd. bis nhd. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

selde f.

Bd. 16, Sp. 510
selde, f. (mit ĕ) kleines ländliches anwesen, hütte, landschaftlich, früher häufiger und von allgemeinerer bedeutung, etymologisch zu saal gehörig, got. saliþva, nur im pl. saliþvos bezeugt, herberge, μονή, μοναί, κατάλυμα, ξενία. Schulze got. gloss. 295a; ags. sælþ, wohnung. Bosworth-Toller 811a, selde, proaula, i. domus coramaula, sumerselde, zetas aestivales, winterselde, zetas hyemales. glossen ebenda 859a. 934b. 1236b; as. selida, wohnung, haus, herberge; anderfrk. selitha, salitha, wohnung, herberge, hütte; ahd. salida, selitha, selida, seleda, selda, domicilium, mansio, tugurium, habitaculum, tabernaculum, domus, nidus, officina, mappale. Graff 6, 177, mhd. selide, selede, selde, sölde, md. solde, wohnung, haus, herberge, bauernhaus, hütte, sowie der dazu gehörige grund und boden. Lexer mhd. hdw. 2, 852, in letzterer anwendung landschaftlich auch noch nhd., meist in den formen selde, sälde. Birlinger 385b, sölde Schmid 497, selden, sölden, seld, söld. Schm.2 2, 268. 269. namentlich gilt es als bezeichnung eines kleinen eigentlich nicht selbständigen, frohn- oder zinspflichtigen ländlichen anwesens. Schm. a. a. o. Schmid erklärt a. a. o. kleines bauerngut von einer bis vier jauchert in jeder flur: item die selden, lehen und huben soll man nit zertrennen unvergont mius gn. h. von Hirsou, es wer dann in erbfalls wis oder ein kind uszustüren, doch das daruf ouch zimlich zins gelegt werd. weisth. 6, 314, 21 (Schwaben, v. 1424); dar nach witer anpringung und verwilligung gescheen durch all ander herschaft so güter und sölden daselbst habend. 239 (Schwaben, v. 1487); sedelhof samt den dreyen selden darzu gehörig. quelle v. 1526 bei Schm.2 2, 268; derselb baur war sunst auch irrig und widerwertig und sasz auf einer söld, die geheret dem Reymundus Fugger zue. d. städtechron. 23, 244, anm. 1 (Augsburg, v. 1529); die leser (hülfsgeistlichen) haben zuo Langeneiffen etlich selden und ecker gehept. 237, 12 (Augsburg, v. 1534); zu wissen, das nachvolgend lehengüeter und sælden zu Mecklingen und die inhaber der selbigen von alter dem closter Anhausen mit aller oberkait, gebot und verboten underworfen seien. weisth. 6, 310, 1 (Schwaben, v. 1588); auf selbiger seiten bis in den Weilerbach hinab an Tobias Widenmanns, Nördlinger, sölden. 279, 28 (Schwaben, v. 1686). vgl. auch Frisch 2, 262c. verhältnis der selde zum hofe, zur hube (hufe): a. 1445 gibt eine selden [] 12 dn. steuer, während der hof 9 szl. dn. gibt. Schm.2 2, 269; a. 1501 findet man von einer abgabe auf einen hof 28, auf eine hueb 15, auf eine selden 10 kreuzer gelegt. ebenda; in akten von 1595 wird ein hof mit 100, eine hueb mit 50, eine sölden mit 25 fl. besteuert. ebenda; ain hof, ain hueb, ain söld ist dem andern in diszem landt ganz ungleich. quelle v. 1605 ebenda; und wan aber ainer peunten (einzäunen) will, so soll er allemahl den dritten acker einzeun, so er hat in demselben feld, an wismat ain ganzer hof ain ganz tagwerck, ain halber hof ain halbs tagwerck, ain hueben und lechen iedes nach seiner grösse, ain sölden als weit, so lang ross und pflueg ist, einfachen mag. Salzb. taid. (1870) 96, 1 (v. 1671); die alte bair. polizeiordn. (von wann?) bestimmt das seelgerät für den besitzer eines ganzen hofes auf 12, für den einer hub auf 6, für den einer sölden auf 3 szl. dn. Schm.2 2, 269. unterschieden werden leere selden (häuser mit keinem oder wenig zugehörigem land), deren der ganze hof 16 enthält, und gute selden oder bauselden, deren nach dem ehemaligen hoffusz 8 auf den ganzen hof gerechnet werden. doch ist dies verhältnis nicht ganz feststehend. Schm.2 2, 268. die ersteren heiszen auch schlechte: bausölden sind nach Chlingensberg de jure hofmarch. praedia, quae agris, pratis et fundis, sed paucioribus quam quartarius (der viertelhofsbesitzer) sunt instructa, ut aliquibus in locis 8 bausölden, alibi 14 uni integro manso (hof) aequiparent, schlechte oder läre sölden aber, so kain bau haben, und deren zuweilen 16, zuweilen 20, 24 einem ganze hofe gleich. ebenda. ebenso einfache: a. 1682 gibt der hof 5 fl., der halbe 3, der drittelshof 2 fl. 30 kr., das lehen oder der viertelshof 2 fl., ein bausölden, dabei man etwas anbauen und vich unterhalten kann, 1 fl. 30 kr., ein einfache sölden, dabey nichts als ein gärtl oder auch sovil nit ist, 1 fl. als landdefensionsbeitrag. nach der alten bair. polizeiordnung darf ein hof 24, eine hub 12, eine bausölden 8, ein söldner, der nichts zu bauen hat, nur 4 schafe halten. ebenda. im bair. unterland hat der besitzer einer bauselden in der regel nur ein paar ochsen, im oberland auch wol ein paar pferde, um seinen feldbau zu versehen. ebenda. die selden (seln, söllen) für die arbeiter in gebirgswaldungen ist nur eine hütte aus baumstämmen. 268, sölde, sölden, sölln, f. für holzarbeiter im walde bestimmte hütte. Schöpf 679.
4849 Zeichen · 108 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    seldestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    selde stf. ort, wo man sich aufhält, wohnung, herberge. goth. saliþvôs ( fem. plur. ), ahd. salida Gr. 3, 427. Ulfil. wb…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sêlde

    Mittelniederdeutsches Wb.

    sêlde s. sâlde.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SeldeDie

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    1. ✱ ✱ Die Selde , Mz . u. das Glück, das Heil; bei Otfried, Notker  salda, salde, salida . er ist uns ze selden und ze…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit selde

54 Bildungen · 40 Erstglied · 13 Zweitglied · 1 Ableitungen

selde‑ als Erstglied (30 von 40)

Sel de boussage

Meyers

Sel de boussage (franz., spr. ßell dö bußāsch'), Kuhkotsalz, arsensaures Natron.

seldekene

LW

sel-dekene, f. Decke von Seehundsfell.

seldelêhen

Lexer

selde·lehen

selde-lêhen stn. eine selde als lêhen Mb. 36 a , 641. sel lêhen Schm. Fr. 2,269.

Seldelos

Campe

selde·los

✱ ✱ Seldelos , adj . u. adv . ohne Glück, kein Glück habend; unglücklich. Ehemahls auch seldenfrei . Davon die Seldenlosigkeit .

selden 1

KöblerAfries

selden 1 , Adj. nhd. selten ne. rare Hw.: vgl. an. sjaldan, ae. seldan, ahd. seltan* Q.: W E.: germ. *seldana-, *seldanaz, Adj., selten; vgl…

seldenære

BMZ

selden·aere

seldenære stm. bewohner einer selde; eines wohnhauses auf dem lande ohne länderei; miethsmann. Schmeller 3,237. Oberl. 1474. leseb. 941,38. …

seldenbar

DWB

selden·bar

seldenbar , adj. , so würde die nhd. entsprechung des mhd. sældenbære, glück-, heilbringend ( zum vorigen ) lauten, neben dem auch sældebære…

Seldenbeunde

DRW

selden·beunde

Seldenbeunde, f. zu Beunde zu einer ¹Selde (II) gehöriges, abgegrenztes Flurstück? die strittige söldenpeunt ... einzuantworten schuldig 166…

Seldenbüchlein

DRW

Seldenbüchlein, n. vom Seldenmeister geführtes Verzeichnis der Einkünfte gefäll: es gefallen jährlich zu N. 6 malter ... korn von unterschie…

seldener

Lexer

selde·ner

seldener , seldner stm. BMZ bewohner, besitzer einer selden, häusler Schm. Fr. 2, 269 ( aus Münch. r. u. Mb. ). gepaursleute und seldner Mz.…

seldenguot

Lexer

selden·guot

selden-guot stn. eine selde mit dazu gehörigem grund und boden Gr.w. 3,563. 73. dem. selden-, sellgüetlein Schm. Fr. 2,269.

seldengut

DWB

selden·gut

seldengut , n. kleines, nicht selbständiges ländliches anwesen, auch söldengut. vgl. das erste selde: item es sind auch gute zu Heydenfeld, …

seldenhaus

DWB

selden·haus

seldenhaus , n. kleines bauernhaus, meist zu einem gröszeren gut oder dgl. gehörig, davon abhängig, mhd. seldenhûs Lexer mhd. handwb. 2, 863…

Seldenherberge

DRW

selden·herberge

Seldenherberge, f. wie ¹Selde (II) ibidem sunt XII seltlehen, soluunt V sol. minus VI den., quelibet seltherberga XII den. um 1280 MBoica 36…

seldenhiusel

Lexer

selden-hiusel stn. dem. zu seldenhûs. sell-, sölheusl Oest. w. 226,36. 250,6 ;

seldenhof

DWB

selden·hof

seldenhof , m. kleines, meist nicht selbständiges bauerngut. Frisch 2, 262 c ( in älterer sprache ). vgl. das erste selde.

Seldenhuhn

DRW

selden·huhn

Seldenhuhn, n. junges Huhn als Abgabe von einer ¹Selde (II) [jährliche Abgabe:] söldenhüener Mitte 16. Jh. AltwürtLagerb. VII 353 jährliche …

seldenhûs

Lexer

selden·hus

selden-hûs stn. s. v. a. selde, bauernhaus, hütte W. 45 s. 58 ( 1342 ). Mz. 3,3. 4,60. Urb. B. 2,440. sel-, söl-, solhaus Oest. w. 253,5. 10…

Seldenlehen

DRW

selden·lehen

Seldenlehen, Sellehen, n. auch Seld- ¹Selde (II) als Lehen bdv.: Lehnselde de X hobis et dimidia tercia pars, de tribus que vocantur sellehe…

Seldenmeister

DRW

selden·meister

Seldenmeister, m. für das Aufnehmen und Verzeichnen der Abgaben von ¹Selden (II) zuständige Person gefäll: es gefallen jährlich zu N. 6 malt…

seldenreich

DWB

selden·reich

seldenreich , adj. reich an selde, heil, glück, segen ( s. dies oben ), auch säldenreich geschrieben, mhd. sældenrîche, daneben sælderîche L…

Seldenswē²t

WWB

selden·swet

Selden-swē²t m. 1. Sonderling, seltsame Person (Lippe WWB-Source:82:Frommann Frommann ). — 2. Faulenzer ( Kr. Paderborn Pad Xy).

seldenvoll

DWB

selden·voll

seldenvoll , adj. voll selde, heil, glück, segen ( s. dies oben ), von Keller in nachahmung alter sprache angewendet: in heller freude liesz…

selde als Zweitglied (13 von 13)

Mietselde

DRW

miet·selde

Mietselde, f. "gemietete Bude" AhdGlWB. 413 taberna meritoria mietselida 9. Jh. AhdGl. II 358, 23 Faksimile

Nachtgeselde

DRW

Nachtgeselde, f. wie Nachtselde (II) wenn ... vnser scheinpoten pei in sind in der stift so sullen si in die nachtgesell geben mit essen vnd…

nachtselde

DWB

nacht·selde

nachtselde , f. mhd. nahtselde nachtlager, nachtherberge: wann sy gedachten in, wir empfahen guten lon von in ( den frauen ) umb die nachtse…

nahtselde

Lexer

naht·selde

naht-selde stf. BMZ dasselbe Nib. Gudr. Krone (13307. 15019. 17383. 18772. 832. 22722. 26253. 27729. 28593). Warn. Bit. 552. 835. Wolfd. A. …

Pfefferbauerselde

DRW

Pfefferbauerselde, f. zehntpflichtiges kleines Bauerngut vgl. Pfefferlehen C.M. aldorth hat vor disem inengehebt die pfefferpaursölden, darv…

storchenselde

DWB

storchen·selde

storchenselde , f. , als flurname storchensälde Birlinger schwäb. augsburg. wörterb. 412 b : ' storchenherberge ( wohnplatz der störche )' s…

unselde

DWB

uns·elde

unselde , f. , zu 1 selde, wohnstätte, th. 10 1 , 510 mit un IV B in orts- und familiennamen: Fischer schwäb. wb. 6, 218 . —

vriuntselde

Lexer

vriunt·selde

vriunt-selde stf. BMZ Gudr. M. 465,4 nicht comp. an der vriunde selden, in dem befreundeten lande.

vrīselde

KöblerMhd

vrīselde , sw. F. Vw.: s. vrīselede*

Ableitungen von selde (1 von 1)

unselde

DWB

unselde , f. , zu 1 selde, wohnstätte, th. 10 1 , 510 mit un IV B in orts- und familiennamen: Fischer schwäb. wb. 6, 218 . —