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schneien

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

schneien schw.

Bd. 5, Sp. 1310
schneien schw. : 'das Fallen von Schnee', schneie (šnaiə) [vereinzelt im Kr. KU und südl. Kr. PS, verbr. s. K. 338, Krämer Gal 190], schnaaie (šnājə) [LU-Altr], schnee (šnē) [KU-Quirnb BZ-Nd'horb], schnee'e (šnēə, šnEə) [verbr. WPf außer Kr. Kus und lothr. SWPf, mancherorts im Gebiet zwischen Land und Germh, s. K. 338, Kamm 58 PfId. 127 Mang 121, Buffington-Barba Penns 65 Lambert Penns 137 Schwartz 97], schneen (šnēn) [KU-Brück Obw/T RO-Obd], schneeje (šnējə) [Krämer Gal 190], schneeche [Bergz (Kamm 58)], schneede (šnēdə) [HB-Breitft ZW-Mittb], schneere (šnērə) [IB-Rubh], schneiche (šnaiχə, gelegentlich šnaišə) [verbr. östl. WPf und VPf außer Gebiet zwischen Land und Germh, s. K. 338, Heeger Südostpf. 28 PfId. 127, Krämer Gal 190] (der Wenkersatz Nr. 2 von 1887 führt im Verbreitungsgebiet von schneiche häufig die Schriftform schneige an, die jedoch durch Tonaufnahmen der Wenkersätze von 1958-60 nicht bestätigt wurde; belegt ist hier die Lautform schneiche, zum Teil schneische, so daß die Schriftformen schneige von 1887 wohl als hyperkorrekte Schreibungen zu werten sind), schneide (šnaidə) [KU-Bedb Blaub Dennw/Frohnb Diedk Krottb HB-Böckw ZW-Gr'bundb], schneire (šnairə) [verbr. westl. Kr. KU, WD-Bub Hoof Marth Niedkch Ostbr Saal HB-Kirk/N'häus Mimb IB-Hass Nd'würzb O'würzb Rohrb ZW-Gr'bundb Rosk KL-Gimsb Matzb], schneiere (šnaiərə) [KU-Dunzw], schneile (šnailə) [KU-A'glan O'alb HB-Böckw], schneusche (šnǫišə) [Bertram § 194], schnaue (šnauə) [ZW-Battw Bottb PS-Eppbn Luthbn Schweix Trulb Vinn Windsbg], schnie'e (šnīə) [KU-Odb RO-Duchr/O'hs Odh Rehbn]; s. K. 338; Part. Perf. g(e)schneet (gšnēd, gəšnēd) [verbr. wie schnee'e, PfId. 127, Lambert Penns 137 Krämer Gal 190], g'schneecht [Bergz (Kamm 58)], geschneit [LU-Altr, Krämer Gal 190], g(e)schneicht (gšnaiχt, gəšnaiχt) [verbr. wie schneiche, Krämer Gal 190], g'schneuscht (gšnǫišt) [Bertram § 194 (LU-Böhl Iggh NW-Frankeck Friedh Lambr Lindbg Meckh Neidfs Rödh Wachh SP-Harths Mechth LA-Gommh GH-Freisb Weingt Westh)], geschnaut (gəšnaud) [ZW-Battw], geschniet (gəšnīd) [RO-Duchr/O'hs]. Im Vergleich zu den Aufnahmen von 1887, die in K. 338 dargestellt sind, zeigt eine Erhebung von 1960 im wesentlichen das gleiche Verbreitungsbild, jedoch ist schnaue völlig, schneire in weiten Teilen durch schnee'e abgelöst; in der nördl. VPf dringt schriftsprachliches schneie vor; vgl. kotteln 1bβ, schniffeln; Zs.: einschneien, verschneen, herein-, zuschneien; für schneien gilt auch: es fährt mit Schnee, fahren I5c, Schnee machen; frisch geschneicht [NW-Frankeck]; schwach schneiche [SP-Mechth]. Es schneit [HB-Einöd IB-Seelb SP-Mechth]. Es schneet [verbr. wie Infinitiv schnee'e, s. K. 338, Don-Schowe Torscha]. Es schneicht [verbr. wie Infinitiv schneiche, s. K. 338, Gal-Brig]. 's schnäicht [PS-Bobth]. Es schneischt [KL-Frankst LU-Altr NW-Gönnh Lambr Spey GH-Westh]. Es schneut [PS-Eppbn]. 's schnäkt [GH-Neubg]. Es schniet [RO-Duchr/O'hs Odh Rehbn]. Es schnaut [ZW-Battw PS-Vinn]. Es schneet aarich [KU-Roßb RO-Dielkch KB-Kriegsf GH-Hatzbühl], schneit aarig [ZW-Hornb], schneicht aarich [LU-Opp LA-Altd]. 's schneicht e bisselche (biß'l) [LU-Opp NW-Haßl], schneet e bißche (bißje, bissel) [KB-Kriegsf KL-Siegb FR-Bockh GH-Hatzbühl]. 's schnajscht dick 'Es schneit stark' [LU-Altr]. Es schneet ganz feiⁿ [KU-Bedb ZW-Bechhf Stamb FR-Bockh], fescht [KU-Hinzw ZW-Stamb], ordelich (orndlich) [FR-Bockh GH-Kand], sterk (stark) [FR-Bockh], dichdich [KB-Albish]. Es schnaut wiescht (wüst) [ZW-Battw]. Es hot g'schneicht [KL-Fischb], hot geschneet [KB-Kriegsf]. Es schneet in oom (einem) fort [RO- Sippf]. Es schneet, was es kann [KU-Bedb]. Och, was schneicht's! [LU-Opp]. Es schneet, daß mer de Weg nimmi find [ZW-Gr'bundb]. Was schneicht's, was schneicht's, 's is alles zu 'Es schneit stark, der Himmel ist ganz mit Schneewolken bedeckt' [NW-Haßl]. Ui, waß schneets in große Flocke! Ja, de Winter nauⁿ kumm [Kühn Schnitze I 50]. Ob's naß werd oder klar, ob's schneet [Kraus Pädcher 10]. Wann's schtiwwert (stiebert 'fein regnet'), blost (bläst) un schneet un dobt, / Do watt die Grundsau 'Waldmurmeltier' noch gelobt [Birmelin Penns Poems 21]. RA.: Reechne un schnee'e aus eem Säckel 'gleichzeitiges Regnen und Schneien' [BZ-Heuchh]. 's reent un schneet in een Säckelche, dass. [KU-O'alb]. Es schneit, wie wann do owwe die Bettziech 'Bettbezug' verreß wär [PS-Fehrb]. Antwort auf die bohrende Frage eines Kindes: »Was ess' mer heint (heute) »Kapusta mit Kwas, wann's reent, werd's naß, wann's schneet, werd's weiß, wann's g'friert, gebt's Eis« [Gal-Bagbg Stanislau]. Sagsprichwort: »Wann's nore drei Daag schnee dät!« sagte der Wilhelm Meckel bei der Hitze im Heumachen (er arbeitete nicht gerne) [Gal-Josbg]. WR.: Wann's uf Lichtmeß stermt un schneicht, esch de Friehling nimmi weit, esches awwer kloor un hell, kummt de Lenz noch nit sou schnell [GH-Nd'lustdt, KU-Diedk Nerzw ZW-Stamb NW-Frankeck SP-Mechth LA-Gommh Nd'hochstdt GH-Zeisk]. De April isch oft nit gut, er schneicht im Bauer uf de Hut [BZ-Annw, BZ-Albw]. Is der April (Mai) aach noch so gut, er schneet (schneicht) 'm Bauer uf de Hut [mancherorts Don Gal Buch]. Schneit's im Oktober gleich, dann wird der Winter weich [PS-Geisbg]. Volksgl.: Wenn es schneit am Hochzeitstag, fallen Dukaten in den Schoß, d. h. dann wird das Ehepaar mit Reichtum gesegnet sein [Zweibr]. Em Glickseliche reechent's ins Grab un em Uⁿglickseliche schneit's uf de Hochzetdaach [LA-Nd'hochstdt]. Karwoch, reent's net, do schneit's doch [KL-Siegb]. Rätsel: Ich weeß 'n Garde mit weiße Pallisade, 's rechnt net neiⁿ un schneicht net neiⁿ un esch doch immer naß (der Mund mit den Zähnen) [GH-Westh]. 32 Ellerche stehn in eim Ställerche, 's reent net druf un's schneet net druf, un sin doch alle naß (die Zähne im Mund) [mancherorts Gal Buch]; vgl. Ellellell, Ellerchen. VR.: Es reent, es schneet, es geht e kalter Wind, die arme Soldate verfrieren mit ehrer Flint [KU-Bedb]. Es schneicht, die Katz geht mit de Leicht 'Totenbegräbnis' [GH-Zeisk]. Wann's Brootwärscht reent un Bretzle schneit, dann bitte mer de Herrgott, daß es Wetter so bleibt [Krieger 22]. — Zu den F. schneiche vgl. ahd. snîgan st. V. 'schneien' (Ahd.Glosswb. 566); mhd. snîwen, snîen 'schneien' ( Lexer II 1040). — Rhein. VII 1606 ff.; Lothr. 459; Els. II 492; Schwäb. V 1061 ff.; Hess.-Nass. III 355/56; Kluge- Seebold22 647; KDSA 239; Frankf. V 2788.
6459 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schneienv., ntr.

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Schneien , v. ntr. imp. mit haben. Es schneiet , es fällt Schnee. Es schneiete. Es wird schneien . I O. D. wird es unreg…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schneien

    Goethe-Wörterbuch

    schneien auch -eyen; ‘es hab geschneit’ B8,33,8 1 als Schnee niedergehen; unpersönlich ‘es schneit’; gelegentl subst Inf…

  3. modern
    Dialekt
    schneien

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schneie n [nèjə Fisl. Co. Dü. Bf. ; nêjə Ensish. Str. ; næijə Su. ; néjə M. K. Z. ; næìjə Ndrröd. ; nejə Wingen ] …

  4. Sprichwörter
    Schneien

    Wander (Sprichwörter)

    Schneien 1. Es schneit, es schneit, dass 's Baura kheit, dass 's Beattelleut gräbt, dass d' Hirta frät. ( Erolzheim. ) –…

  5. Spezial
    schneien

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schnei|en vb.impers. novëi (nëi, novü). ▬ es schneit al nëi; es schneit leicht al sblauchëia ; körnig schneien (graupeln…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schneien

9 Bildungen · 3 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schneien 2 Komponenten

sch+neien

schneien setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schneien‑ als Erstglied (3 von 3)

schneien II

RhWB

schneien II = entästen s. schnühen.

schneien III

RhWB

schneien III im OBerg in Gummb-Bergneustdt Kotthsn Marienheide schw.: absol. an etwas, etwas schn., naschen, von Kindern, Katzen. — Abl.: di…

schneien IV

RhWB

schneien IV das Wort, ahd. snîwan, ist allg., u. zwar -aiə(n), –ęi-, –ę·i.-, –e·i.- [ Trier-Stdt -ī:j-, ət –ī:t; im Berg in MülhRh , Lennep …

schneien als Zweitglied (4 von 4)

durchschneien

DWB

durch·schneien

durchschneien , durch eine öffnung schneien Stieler 1898 , niederd. dôrsnîen Schambach 46 a . es sind öffnungen in dem dach, und es schneit …

hereinschneien

GWB

herein·schneien

hereinschneien ‘wie hereingeschneit’ konkr u übertr im Vergl, einmal iSv in eine best Sphäre (unverhofft) eintreten u dort Befremden auslöse…

verschneien

DWB

versch·neien

verschneien , verb. durch schneien zudecken oder zugedeckt werden. ahd. farsnîwan, belegt im part. perf. versniegun perga, ninguidos pyrenas…

zuschneien

DWB

zuschneien , v. eigentlich, trans. u. intr. Kramer 2, 623 b : in einer verlassenen, ... und zugeschneiten hirtenhütte Göthe 19, 292 W.; ( es…

Ableitungen von schneien (2 von 2)

beschneien

DWB

beschneien , nivibus obruere und obrui: mhd. besnîen. Bon. 43, 97 ; heute beschneiet alles, wird von schnee bedeckt; seit mir das alter hat …

verschneien

DWB

verschneien , verb. durch schneien zudecken oder zugedeckt werden. ahd. farsnîwan, belegt im part. perf. versniegun perga, ninguidos pyrenas…