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schlupfen

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

schlupfen schw.

Bd. 5, Sp. 1126
schlupfen schw.: 1.a. 'sich gleitend, geschickt (durch eine Öffnung) in eine Richtung bewegen', schluppe (šlubə) [verbr. (außer Südostecke), Bertram § 124 Christmann Kaulb 19 Heeger Südostpf. 11 Mang 108 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 27, 40 Lambert Penns 136 Krämer Gal 188], schlupfe (šlubfə) [Südostecke der Pf]; Zs.: dadurch-, darüber-, darunter-, durch-, ver-, fort-, heim-, heraus-, herein-, herüber-, herum-, hinab-, hinauf-, hinaus-, hinein-, hin-, hinüber-, hinunter-, nach-, unter-, weg-, zurückschlupfen. Die Maus schluppt ins Loch [KU-Adb]. Die Hinkelcher schluppe unner die Gluck [ZW-L'wied]. De Mairer (Maurer) schluppt in de Backowe, um ihn auszumauern [KU-Schmittw/O]. Der es em dorch die Finger geschluppt [RO-Dielkch]. Die Sunn schluppt hinner die Wolke [KU-Bedb]. De Mund iss in die Wolke g'schluppt [Birmelin Penns Gezw. 53]. Wann die Katz ehre Kopp dorch e Loch bringt, kann se aach dedorch sch. [KU-Schmittw/O]. RA.: Er esch in de Hanf g'schluppt 'Er hat Selbstmord begangen (sich am Hanfseil aufgehängt)' [LA-Frankw]. Er schluppt em noch in de Orsch 'Er schmeichelt sich würdelos ein' [KU-Schmittw/O]. Es schluppt ehr unner de Rock, von einem Kind, das sich ängstlich an die Mutter hält [PS-Schmalbg]. Er schluppt zu er 'Er hat (ein heimliches, intimes) Verhältnis mit ihr' [KB-Bennhs, mancherorts], schluppt unner die Schurz, dass. [LA-Ranschb]. De Valtin schluppt zu de Luwis, dass. [KU-Schmittw/O]. Ich wellt, ich kennt in e Mausloch sch. 'Ich möchte mich (aus Scham) verkriechen' [LA-Nd'hochstdt]. Schlupp in de Backofe, dann bischt außer de Welt!, sagt man zu einem, der sich einer unangenehmen Situation entziehen möchte [LA-Nußd, vereinzelt VPf]. BR.: Wann die Sunn in de Sack schlupft 'vor ihrem Untergang in einer Wolke verschwindet', gibt's Rechewedder [BZ-Steinf]. Volksmed.: Bei Nesselsucht muß man in e Mehlsack sch. [KU-Bedb]. Brauchspruch bei Mutterwehen: Mudder, du sollscht rucke, durch meinen Daumen sollschde sch. [BZ-Albw]. VR.: Hoschde Hunger? - Schlupp in die Gummer! [Wilde 81, Var. ebd.]. Is ders heeß? - Schlupp in die Geeß [KU-Diedk]; einen weiteren VR.: s. kreischen1 1 a. — b. 'untertauchen, untergehen'. De Nache is g'schluppt 'Der Nachen ist untergegangen' [LU-Altr]. — 2. 'in ein (aus einem) Kleidungsstück schlüpfen' [verbr.]; in de Mandel (Hut, Ärmel) sch. [KU-Diedk, verbr.]; in die Hosse (Schuh, Strimp, Klääder) sch. [LA-Ranschb, verbr.]. Schlupp emol in de Wammes! [KU-Kollw]. Ich schlupp schnell in meiⁿ Aⁿzug [LA-Nd'hochstdt]. Komm, schlupp!, sagt der Fuhrmann, wenn er dem Pferd das Kummet anzieht [BZ-Dernb]. Die Mäde, die schluppe / trotz Kält in's dinn Kläd [Kraus Pädcher 16]. RA.: unner die Haub sch. 'sich verheiraten' [KU-Nerzw, mancherorts]. Die Sunn schluppt in die Hose 'versinkt in Wolken' [ZW-Gr'bundb]. Volksgl.: Mit wellre Hand as en Bobbel 'Baby' 's erscht Mol in die Kleeder schluppt, weist, ebs rechts oder links werd [Fogel Beliefs Penns Nr. 93]. — 3. 'ausschlüpfen, aus einem Ei, einer Verpuppung, einer Knospe herauskommen' [verbr.]; vgl. ausschlüpfen. Die Hinkelcheʳ schluppe aus de Schal [KL-Wörsb]. Die Bien sinn frisch geschluppt [KL-Matzb]. Sie schluppe aus de Woll, die Knospen des Weinstocks [LA-Rhodt GH-Freckf]. RA.: wie aus em Ei geschluppt 'frisch, neu, adrett' [KU-Jettb, mancherorts]. Der esch erscht aus de Schal geschluppt 'Er ist noch zu jung, zu unerfahren' [BZ-Stein]. — Südhess. V 476; Rhein. VII 1409 schluppen; Els. II 469, ALA I 187.
3529 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlupfen

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Schlupfen und

  2. modern
    Dialekt
    schlupfen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schlupfe n [lùpfə allg., lypfə Lutterb. ] 1. schlüpfen. In d Hose n s. Lutterb. U., in's Bett s. Dü. Spw. Wer z u erst…

  3. Sprichwörter
    Schlupfen

    Wander (Sprichwörter)

    Schlupfen Er schlupft em hint'n nei. – Michel, 265; Nefflen, 458. Er gibt sich alle Mühe, seine Gunst, sein Wohlwollen z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlupfen

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schlupfen 2 Komponenten

sch+lupfen

schlupfen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von schlupfen (1 von 1)

verschlupfen

DWB

verschlupfen , verschlüpfen , verb. sich schlüpfend verbergen: id quod simplex, tegere ac velare se, vel abstrudere Stieler 1810 ; ( die sch…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schlupfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlupfen/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „schlupfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlupfen/pfwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlupfen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlupfen/pfwb.
BibTeX
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