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schlipfen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlipfen verb.

Bd. 15, Sp. 745
schlipfen, verb. , ableitung von schleifen, sich zu diesem verhaltend wie schlitzen zu schleiszen, ritzen zu reiszen, ahd. slipfan, häufiger in zusammensetzungen Graff 6, 807—809, mhd. slipfen. 11) die bedeutung ist meist 'gleiten, ausgleiten' (vgl. schleifen II, A, 1, besonders b, ζ oben sp. 593), so schon ahd. Graff a. a. o. [] und mhd. Lexer mhd. handwb. 2, 982, ebenso: schlipffen, labare Dief. 313c, labi 314a. Dasypod., schlipffen, zuo hauffen fallen, collabi, labi, prolabi Maaler 356b, schlipfen, labi Schottel 1402. nach Stieler 1857 ist schlipfen ungefähr dasselbe wie schlüpfen, doch musz dabei berücksichtigt werden, dasz durch die in manchen mundarten übliche aussprache des ü wie i eine formale vermischung beider verben stattgefunden hat. eben diese vermischung hat wol dazu beigetragen, dasz schlipfen in der heutigen schriftsprache erloschen ist, doch, während die ableitungen schlüpfrig und schlüpfrigkeit die auf schlipfen zurückgehende bedeutung des 'glatten' zeigen, wird schlüpfen heute in der regel im alten, eigentlichen sinne von 'schliefen' gebraucht, ist also in der bedeutung meist unbeeinfluszt durch schlipfen. als 'wider willen gleiten, ausgleiten' erscheint dies noch in heutigen mundarten Stalder 2, 329. Tobler 389a. Hunziker 223. Seiler 255b, in gleichem sinne bieten es die folgenden älteren belege: der selbig schlipft ein wenig, dasz er fiel in die ebene. Th. Platter 181; ûf dem stîge er slipfte. Albertus leben Ulrichs bei Lexer mhd. handwb. 2, 982. in bildlichen wendungen: und glycherwyse als die jungen zwy und schosse niderfallend und nit ufrecht belyben mugent, sy hangen danne an jren pfeln und stöcken mit den banden angeheft, also schlipft ouch die jugend der jungfrovwen und wirffet offt und dick sich selbs darnider es syge dann daʒ sy geregieret werd mit vernunft und wyszhait der alten. N. v. Wyle transl. 135, 1 Keller; aber jr sind ... menschen, und nicht gött: ouch nit ewig, sonder tödenlich: und jr mügend schlipffen, jrren, betrogen werden und verfueret. derselbe in Wackernagels altd. leseb. 1041, 8 (bei Keller an der stelle 223, 15 wol fälschlich schippfen); der dunckt mich sicherlîch nit beis (weis), und möcht wol slipffen auf dem eys. O. v. Wolkenstein 19, 4, 6; wer uberhebt sich das er stand der luog und schlypff nit uff den sand. Brant narrensch. 56, 81 Zarncke. zweifelhaft bezüglich der bedeutung ist die glossierung des worts durch lubricare Dief. 337a und Stieler 1857. kaum wird hier lubricare im eigentlichen sinne von lubricum facere zu nehmen sein, es scheint vielmehr als 'ausgleiten' verstanden zu sein, wofür die glossen gliten, glitschen, lubricare Dief. a. a. o. sprechen. auch im weiteren sinne von 'gleiten' erscheint das wort und nähert sich so der bedeutung von schlüpfen: schlipffen, redare est cum reda vehere. vocabularius ante. lubricitate sua elabi Wachter 1433: o wär ein giftig pfeil durch lung und herz geschlipft. Lohenstein Ibr. Bassa 1, 227; als neulich Cälius vor meiner thüre wetzte, und mir den pasz verbog, war ich ihm so behend durch seinen arm geschlipfft, wie einer, dem es brennt. Günther 1038; bildlich: dan es ist am tag und ist wâr, das reichtumb, gewalt und êr diser welt zergenklich und unbestendig sind, schlipfen gar liederlich hinweck und zelest zergêns wie der leib, so tödlich ist. Aventin 2, 39, 14 Lexer. die bedeutungen 'gleiten' und 'schlüpfen' hat schlipfen nach Schm.2 2, 532 auch im heutigen bair., wo es daneben eine weiterbildung schlipffezen gleiten auf dem eise, ausgleiten gibt. ebenda, östr. schlipfitzen Höfer 3, 96. dazu schlipfezer, lapsus Schm. a. a. o. 22) schlipffen, reiszen, facere crenam Apherdiani tyrocin. (1580) 105, eine bedeutung, die schwer mit der vorigen zu vereinigen ist. vgl. schlippen 2.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schlipfenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schlipfen , verb. , ableitung von schleifen, sich zu diesem verhaltend wie schlitzen zu schleiszen, ritzen zu reiszen, a…

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