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Schloße

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Adelung
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schloße

Bd. 3, Sp. 1539
Die Schloße, plur. die -n, Regentropfen, welche im Herunterfallen aus der Luft in Eis verwandelt worden. Es fallen Schloßen. Wo es sehr häufig, besonders in manchen Gegenden, als ein mit Hagel gleichbedeutendes Wort gebraucht wird. Andere unterscheiden die Schloßen von dem Hagel, aber nicht auf eine gleichförmige Art. Luther gebraucht das Wort Schloße von den größten und stärksten Hagelkörnern, welches auch der in diesem Worte liegenden Onomatopöie gemäß zu seyn scheinet. Er schlug ihre Weinstöcke mit Hagel und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen, Ps. 78, 47; wo das in der letzten Stelle befindliche Wort חנמל, nach Stosch Bemerkung, großen und starken Hagel bedeutet. Andere kehren es um und gebrauchen Hagel von den größten, Schloßen aber von den kleinern Körnern dieser Art. Man hat Schloßen gefunden, die über 3 Loth, und Hagel, der über 3/4 Pfund wog. Anm. Es gehöret zu dem Zeitworte schleißen, aber nur so fern in beyden Wörtern ein gemeinschaftlicher Laut zum Grunde liegt. Das Griech. καλαζα, Hagel, Schloßen, ist genau damit verwandt. Daß nichts als eine Onomatopöie in diesem Worte gesucht werden müsse, erhellet aus dem Engl. Sluicy Rain, welchen wir mit ähnlichen Nachahmungen Platzregen, Schlagregen nennen. Weil die Fälle, wo dieses Wort im Plural collective gebraucht wird, häufiger sind, als wo es distributive vorkommt,[] so machen die meisten Sprachlehrer daraus den falschen Schluß, daß dieses Wort nur allein im Plural üblich sey. Aber wie oft sagt man nicht, jede Schloße wog ein Loth u. s. f. In einigen Oberdeutschen Gegenden gebraucht man dieses Wort sogar im Singular und zwar im männlichen Geschlechte collective, so wie Hagel, welche Form aber im Hochdeutschen fremd ist. Donner, Blitz und harter Schloß Soll bey dir vorüber gehn, Opitz. Wie, wenn ein kalter Sturm den Schloß, den er gebieret, auf die Saate wirft, ebend. Da das o in der Aussprache gedehnt wird, folglich der folgende harte Zischlaut eine etwas gelindere Aussprache bekommt, so kann dieses Wort nicht anders als mit einem ß geschrieben werden.
2040 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schloße

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Schloße , plur. die -n, Regentropfen, welche im Herunterfallen aus der Luft in Eis verwandelt worden. Es fallen Schl…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schloße

    Goethe-Wörterbuch

    Schloße auch -ss- a kollektiver Pl für: hagelartiger Niederschlag, als Witterungsphänomen; auch: Unwetter mit Hagel, ver…

  3. modern
    Dialekt
    Schloßef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schloße f. : ' Hagelkorn ', Schloß (šlōs) [verbr. (jedoch im Sg. wenig gebr.), Schandein Ged. 248 Lambert Penns 135 Kräm…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlosse

69 Bildungen · 69 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

schlosse‑ als Erstglied (30 von 69)

Schloßeck

PfWB

schlos·seck

Schloß-eck f. : Name einer Burgruine, amtl. Schloßeck [ NW-Hardbg ].

schloßeln

PfWB

schloss·eln

schloßeln schw. : 1. 'leicht hageln'. Es schloßelt [ NW-Frankeck ]. — 2. 'fein regnen bei Tauwetter' [ NW-Elmst ]. Abl. zu schloßen .

Schlõßenei

Campe

schlosse·nei

Das Schlõßenei , — es, Mz — er , eine Benennung länglich runder durchsichtiger Quarzkiesel.

Schloßengewitter

PfWB

schlossen·gewitter

Schloßen-gewitter n. : 'Gewitter mit Hagel', Schloßegewiddeʳ [ BZ-Gossw ], -gewirreʳ [LA-Impfl], Schloußeg'widdeʳ [ GH-Hatzbühl ]. —

Schlõßenkorn

Campe

schlossen·korn

Das Schlõßenkorn , — es, Mz. — körner , eins der gefrornen, aus der Luft herabfallenden Körner, die man Schloßen nennt, eine Schloße .

Schloßenschlag

PfWB

schlossen·schlag

Schloßen-schlag m. : 'Hagelschlag', Schloußeschlaach [ LA-Gommh ]. Achzehunnertneinesiwwezich war de ärgscht Sch. [ebd.]. Südhess. V 460 . —

Schloßenstein

Adelung

schlossen·stein

Der Schloßenstein , des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, ein Nahme der kleinen, weißen, rundlichen Kieselsteine, welche den Schloßen äh…

Schlõßensturm

Campe

schlossen·sturm

Der Schlõßensturm , — es, Mz. — stürme , ein mit Schloßen begleiteter Sturm, oder ein Sturm, welcher Schloßen herbeiführt. Winterleid war lä…

Schloßentabak

PfWB

schlossen·tabak

Schloßen-tabak m. : 'durch Hagel in der Qualität beeinträchtigte Tabakblätter', -duwack [ Wilde 237]. —

Schloßentag

PfWB

schlossen·tag

Schloßen-tag m. : 'jährlicher Gedenktag an ein verherrendes Hagelwetter mit Bittgottesdienst', Schloßedag [RO-Münchw (Unwetter vom 16. 6. 18…

schloßenweiß

PfWB

schlossen·weiss

schloßen-weiß Adj. : ' sehr weiß, blaß, fahl ', schloßeweiß (šlōsəwais) [verbr., Gal-Dornf], schlouße- [ NW-Geinsh SP-Harths LA-Herxh ], sch…

Schloßenwêtter

Adelung

schlossen·wetter

Das Schloßenwêtter , des -s, plur. ut nom. sing. ein mit Schloßen vermischtes, aus Schloßen bestehendes Wetter.

schlossenwiss

ElsWB

schlossen·wiss

schlosse n wiss [lóswis Su. M. ; lûswis Logelnh. Horbg. K. Z. Betschd. Han. ; lôsəwis Bf. ] Adj. weiss wie Hagel, sehr weiss (bes. von de…

Schlosserbir(li)

Idiotikon

Schlosserbir(li) Band 4, Spalte 1496 Schlosserbir(li) 4,1496

schlosserblech

DWB

schlosser·blech

schlosserblech , n. messingblech, welches der schlosser zu allerlei arbeit gebraucht. Jacobsson 3, 633 a .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schlosse". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlosse/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „schlosse". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlosse/adelung. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlosse". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlosse/adelung.
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