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schleie

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schleie f.

Bd. 15, Sp. 575
schleie, f. bezeichnung einer fischart, cyprinus tinca Nemnich, vergl. Oken 6, 296. öconom. lex.2 2603 f. frauenz.-lex. 3077 f. nach Campe auch für cyprinus latus, sonst bleich, blicke, pleinze u. s. w. ein westgermanisches wort, vielleicht mit schleim verwandt, sodasz der fisch wegen seiner schleimigen schuppen so genannt wäre. Kluge5 326a; n. sli, slie stammt wol aus dem deutschen. ags. slîw, sléow, sliú, slî Bosworth-Toller 886a; ahd. slîo, daneben slie, slei, sclio, slige, sliza, glossiert mit tinca, tincus, thuma, balaena Graff 6, 761; mhd. slîe, slîhe, slîge, sleie, schleie Lexer handwb. 2, 974. nachtr. 366; mnd. sli, slye, slig, sligge Schiller - Lübben 4, 236a; in glossen auch von andern fischarten: balacer sley zeitschrift für d. philol. 11, 315; balaena ... slige (sumerl.) Dief. gloss. 66c, polipus ... eyn sligh 445a, sly, eyn visch ane roghen. nov. gloss. 296b, senta sly, slie, schlie, schlin, sligle, schle, sleich, slyhe, schlyhe, schleyhe, schley, scleye, schleye. gloss. 527b, tenca slye, sley, schley, schleie, schleien, schly, schlyen. 577b, tinca slio vel sliza, sley. 584b, tenca schleiw, tenta slygh, tynta slig. nov. gloss. 361a, thuma sclio gl. 801a, slye tinca, merula lacustris, fullo piscis Kilian. während das wort im ags. ahd. mhd. deutlich masc. form zeigt, tritt es im nhd. als fem. auf, ebenso holl. slij. doch ist es im älteren nhd. auch als masc. noch gebräuchlich, s. die belege, und so noch heute im bairischen. der gutturale spirant (g, ch, h) bez. hauchlaut, der sowol in den ältern dialekten wie im nhd. häufig erscheint, hat keinen etymologischen wert, wenn man ihn nicht als fortsetzung des im ags. erscheinenden w ansehen will (oder anlehnung an schleichen? vgl. unten). schleihe tencha Dasyp.; schleych (die) ein gattung fisch, tinca Maaler 356a; schley, tinca, slye Gesner de pisc. 196; schlei, f. tinca, tanche Schottel 1400; schley, et schleihe, die, plur. schleyen, et schleihen, est piscis lubricus, tinca nomine, etiam tencha, et merula palustris. schleihen müssen wol gesalzet werden. Stieler 1836; schleye, die, plur. schleyen, ein fisch, quibusdam schleune, tinca Steinbach 2, 443; schleihe, f. tinca, es lassen die meisten das h weg, aber nur darum, weil man es in der aussprach wenig oder gar nicht hört. es scheint aber darein zu gehören. Frischlinus in seinem Nomenclatore p. 130 nennt sie schleich. dann es ist ein schleimiger fisch, piscis lubricus, der einem leichtlich aus der hand schleicht, von welchem schleichen er auch scheint den namen zu haben. Frisch 2, 196a. Adelung schreibt schleihe, Campe schleie oder schleihe. von neueren mundarten kennen das wort am meisten die nd. in der form slîe. brem. wb. 4, 825. Schambach 194b; sli Mi 80b; slij Dähnert 430a; slîe, slî, slêe, slê ten Doornkaat Koolman 3, 198a; preusz. schlei, schlî, sly, schley, schleie. Frischbier 2, 284a. von hochd. idiotiken führen das wort nur Schm. 2, 521 als der schleijen, schleien, schlein und Hunziker 222 als schleije, f. auf. vgl. auch: schleiche heiszt die schleie (der fisch) am Wallenstaedter see. v. Sebold 406; ain hecht laicht neur mit ainem hecht, und ain slei mit ainem sleien. Megenberg 242, 31; ein praitenn lanngen zann von einem fischs, haist polmeda (palometa) spanisch, sicht einer schleyenn gleich. Ulr. Schmidel reise 78, 10 Langmantel; von allen fischen, ohn vom schlei. Garg. 241a; weil aber nicht so vil zeher und klebichter feuchtigkeit im hechte ist, als in eim feisten karpffen, unnd schleyen. Mathesius Sarepta 34a; der schley ist sonst ein fisch, daran man leicht ein fieber erwerben kan. Hohberg 2, 505b; diese (die schleie) musz ich billig mit in die reihe der schleimigen fische setzen, maszen selbige sehr schleimig ist, und auch wohl meist dessentwegen die schleye genennet werden mag, oder vielleicht auch aus dieser ursache, weil sie ihre nahrung im schleime und moder beständig hat. Döbel 4, 83a; umb zwene karpen und ein sligen. Konr. Dangkrotzheim namenb. 428; und karpfen, hecht, schleien und ruppen die esz wir lieber dan ölsuppen. fastn. sp. 350, 26; aller hand visch man darinn (in dem weiher) fand .. rufolcken, barben, hechten, schleyen. Wickram d. irr. reit. bilger 16b; es harren meiner hand die karpfe und die goldne schleih'. Stolberg 1, 410. Campe unterscheidet das männchen als knochenschleie und das weibchen als bauchschleie, ferner als eine besondere abart die goldschleie. — zusammensetzungen: schleien-compot, schleyenfricassee, schleien-torte. frauenz.-lex. 3079 ff. schleienalet und schleienharder sind nach Campe landschaftliche benennungen einer art meeräschen (fisch), cestreus myxon.
4673 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchleieDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Die Schleie oder

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schleie

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schleie , Fisch, s. Schlei .

  3. modern
    Dialekt
    Schleief.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schleie f. : ' der Fisch Tinca tinca ', Schlei (šlai) [ KU-Bedb LU-Opp LA-Wollmh ]. a. 1596: darinnen 101 hecht, sambt 3…

  4. Sprichwörter
    Schleie

    Wander (Sprichwörter)

    Schleie 1. Die Sleyen seyn ein artztet aller Fischen. – Forer, 168 a ; Germania, XVI, 102. »Davon (dass die Schleien mit…

  5. Spezial
    Schleie

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schleie (Tinca tinca) f. (-,-n) ‹itt› (Karpfenfisch) tinca (-ches) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleie

91 Bildungen · 91 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schleie

schlern + -ei + -e

schleie leitet sich vom Lemma schlern ab mit Suffixen -ei und -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schleie 2 Komponenten

sch+leie

schleie setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schleie‑ als Erstglied (30 von 91)

Schleienalet

Campe

schleie·n·alet

† Der Schleienalet , — es, Mz. — e , eine Art Meeräschen (Cestreus 4. Kl. Myxon, Muco Gesn .); auch Schleienharder .

schleien II

RhWB

schleien II -e- gleiten s. schlitten.

schleien III

RhWB

sch·leieniii

schleien III -e·i.- MGladb-Odenk schw.: absol. mit Bitten belästigen. — Abl. die Schleierei, dat Geschlei.

schleienmaul

DWB

schleie·n·maul

schleienmaul , n. os tincae, der äuszere muttermund, orificium uteri externum, os uterinum, ausdruck der anatomie. Meckel anatomie 4, 721 .

schleierdoctor

DWB

schleier·doctor

schleierdoctor , m. frauenarzt: o wie werden die schleierdoctor pfeisen wie die schlangen gegen den krötten. Paracelsus (1589) 2, 14 .

Schleiererbgut

DRW

schleier·erbgut

Schleiererbgut, n. durch die Braut in die Ehe eingehendes Erbe A. habe vor der J. zwey andere gemahlinnen gehabt, so beyde gar bald gestorbe…

schleiereule

DWB

schleier·eule

schleiereule , f. eulenart mit sehr schöner zeichnung und einem groszen schleier ( s. 3, c ) um die augen, strix flammea Nemnich. Oken 7, 12…

schleierfalte

DWB

schleier·falte

schleierfalte , f. : so sasz sie stumm vor mir, ohne dasz ich ihren atem hörte oder aus der mindesten bewegung ihrer schleierfalten und ihre…

schleierflor

DWB

schleier·flor

schleierflor , m. leichtes gewebe, wie es zu schleiern gebraucht wird; auch für den schleier selbst: wenn ihr ( dem mädchen ) röthend die so…

schleierfrau

DWB

schleier·frau

schleierfrau , f. : schleyerin, alias schleyerfrau, die, foemina veste lugubri induta, pullata, justa faciens funeri Stieler 1848 ; foemina …

schleierfrei

DWB

schleier·frei

schleierfrei , adj. ohne schleier: sie tanzte stets, am ersten mai ... den weiszen busen schleierfrei. Hölty 21 Halm.

Schleiergeschmuck

DRW

schleier·geschmuck

Schleiergeschmuck, m. Zierrat in Form eines Schleiers verpott, ... durch welches ... weybs persohnen ... verwahrnet ..., sich solchen kappen…

schleiergestalt

DWB

schleier·gestalt

schleiergestalt , f. verschleierte, verschwimmende, unklare gestalt: aber als er in jener hand ( des toten freundes ) zwei warzen wieder fan…

schleiergewand

DWB

schleier·gewand

schleiergewand , n. : die meerfrau steigt aus den wellen, und setzt sich zu mir an den strand; die weiszen brüste quellen hervor aus dem sch…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schleie". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schleie/dwb?formid=S11035
MLA
Cotta, Marcel. „schleie". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schleie/dwb?formid=S11035. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schleie". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schleie/dwb?formid=S11035.
BibTeX
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