lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Sark

as. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
9 in 7 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
50
Verweise raus
30

Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Sark Pl.

Bd. 5, Sp. 1184
Wossidia Sark Pl. Sarke (Pestordn. Ro 1624, B 3a; Hey. Punsch. 122; StaStargard@PrillwitzPrillw), Sarken (HaHagenow@GrevenGrev), Sarker (Mi 74a), Särker (Sta Stargard@NeustrelitzNStrel) n., m. Sarg; zum Auslaut s. die Reime Quark: Sark Babst 2, 106; Sark: Mark Hey. Punsch. 123; stark: Sark Stillfr. Lust 32; die öfter vorkommende, da von Wo. durchgehend benutzte Schreibung Sarg ist hd. Orthographie ohne abweichenden Lautwert, sofern nicht in einzelnen Fällen schon Übernahme der spirantischen Aussprache aus dem meckl. Hd. vorliegt; das Wort ist in der Mundart n., das mnd. ebenfalls vorhandene m. blieb nicht bewahrt; doch ist es schon um 1900 aus dem Hd. erneut eingedrungen: dat Sark Babst 2, 106; Reut. 2, 164; Bri. 1, 188; Hey. Punsch. 127; Egg. Trems. 128; H. Schröd. Buerh. 2, 111; dat Sarg Muss. Spr. 61; RoRostock@DierhagenDierh; PoppB; Dob; HaHagenow@RedefinRed; Sta Stargard@TriepkendorfTriepk; Schö; de Sark GüGüstrow@BoitinBoit; de Sarg RoRostock@WustrowWustr; WiWismar@SternbergSternb; 'n ollen Sarg RoRostock@RibnitzRibn; den Sarg Wustr; WaWaren@Alt RehseARehse; HaHagenow@WittenburgWitt; keenen Sarg Wa; SchwSchwerin@NeuendorfNeu. 1. ältere Belege: 'Baldik (s. Boldeke, Bd. 1, 999), wirok unde wes me behuvet, ane sark, schal de provist dartu dun' (1355) UB. 13, 609; 'sine vrunde ... leden en in ein sark' (Wi 1430) Jb. 55, 112; 'VI s. vor een sark' (Wi 1483) 33, 85; 'in ein Sarck leggen' Gry. Lb. 3, H 4b; 'sie ... in jhr Sarg legen' (Ro 1624) Pestordn. A 4b; 'den todten Körper, nachdem er von den Wärterinnen gewaschen, angezogen und ins Sarg gelegt' Pestordn. 1680; 'die fürstl. Beamten sollten ... solches Sarg ... bezahlen' Spald. Land. 2, 234. 2. Rdaa.: hal em de Düwel, denn bruukt he keenen Sarg SchwSchwerin@NeuendorfNeu; ick hau di, dat di keen Sarg to Paß to krigen is Pa; dee (ein sehr unruhiger Mensch) möt in 'n Sark noch fastbunnen warden, süs steiht he inne Nacht vör de Husdör Ro; dee spälen all Koorten up 't Sarg gesagt, wenn die Verwandten schon vor dem Begräbnis Karten spielen Sta Stargard@TriepkendorfTriepk; auf die Mahnung des verspätet eintreffenden Pastors an die Trauergesellschaft, die sich die Wartezeit mit Tanzen verkürzt hat: leiwe Lüd', dat geiht doch nich! erfolgt die Antwort: wi hebben dat Sark hochkant stellt, un dunn güng' 't RoRostock@RibnitzRibn; auch losgelöst von solcher Situation als Rda. gebraucht, die zum Fröhlichsein auffordert: ach wat, stellt 'n Sarg in de Eck un lat't uns danzen Wi. 3. Sitte: das ehrenvolle Begräbnis erforderte, daß man die Leiche 'mit Dodenlaken bewinden, in ein Sarck leggen unde mit Christlikem Gesange tho Grave singen unde bringen unde ... thor Erde herlick bestedigen kan' Gry. Lb. 3, H 4b; Särge mit erhöhtem Deckel waren ein Privileg der „besseren“ Stände, während die Armen sich mit einem Näsendeckel (s. d., Bd. 5, 68) begnügen mußten: 'betreffend der Särge bleibet dem 1. Stande erlaubet, solche mit erhobenen Deckeln wie auch 6 Hängen verfertigen zu lassen. Der andere Stand aber muß solche mit halb platten Deckeln und 4 Hängen, der 3. aber mit ganz platten Deckeln ohne Hänge gebrauchen' (1734) Wi; 'eine Leiche, für die nichts bezahlet werden kann, muß in einem Sarge mit plattem Deckel auf der Armenseite begraben werden' (1797) Sa. Land.-Ges. 4, 526; eine herzogliche Verordnung von 1773 'untersagt den sogenannten geringen Leuten ... den Gebrauch eichener Särge bei Vermeidung einer Strafe von 5 Reichstalern oder 8 Tagen Gefängnis' Meckl. 33, 19; Begräbnissitten im 19. Jh. in RoRostock@WarnemündeWarn: 'da ein Leichenwagen fehlte, mußte der Sarg getragen werden ... Junge Leute wurden in Höhe der Hüften getragen. Dem Trauerzuge voraus ging einer seiner Kameraden mit einem Schiffsmodell. Über dem Sarg wurde ... eine blau-weiß-rote Fahne (Rostocker Farben) als Baldachin auf vier gekreuzten, schwarz angestrichenen Stangen von den Freunden des Verstorbenen getragen. Jungfrauen erhielten das große Totenkreuz und die Brautkrone auf den Sarg, Frauen ihr Brautgesangbuch unter das Haupt. Alte Leute wurden auf den Schultern der Träger zum Kirchhof gebracht, auf dem Sarge lag dann regelmäßig ein Kruzifixus. Es gab weder Kranz, noch Blumen. Der Sarg wurde nur von zwei leinenen Leichentüchern bedeckt, das untere weiße ragte überall unter dem schwarzen hervor ... Bei Glockengeläute und Gesang der Knaben — 16 bei großen Beerdigungen, sonst 8 — fand die Beisetzung statt, nachdem der Sarg erst noch dreimal um die Kirche getragen worden war' F. Barn. Warn. 271 f.; die Vorsorge der Menschen, ehrenvoll begraben zu werden, stand hinter dem allgemeinen Brauch, sich zu Lebzeiten bereits das Totenhemd (s. Dodenhemd, Bd. 2, 357) und den Sarg anzuschaffen allgem.; Arch. Landesk. 17, 445; Nu kän w' dat Sark noch sülwsten sehn; Naost kän s' uns noch 'n Näsenquetscher gäwn Hey. Punsch. 122; in RoRostock@WustrowWustr standen die schon angeschafften Särge auf dem Kirchenboden, für plötzlich Verstorbene lieh der Tischler, wenn er mit der Arbeit nicht so schnell fertig werden konnte, sich einen dieser Särge; früher nagelten se den Sarg to, hüt ward he jo toschraben (1938) Wa Waren@Alt RehseARehse. 4. Aberglaube: der Meßstock, den der Tischler beim Herstellen des Sarges benutzt hat, darf nicht für andere Gegenstände wieder verwendet werden, er könnte den Tod übertragen, darum wird er mit ins offene Grab versenkt GüGüstrow@BoitinBoit; der Kamm, mit dem man den Toten gekämmt hat, kommt mit in den Sarg RoRostock@RibnitzRibn; man kann sich von Krankheiten befreien, indem man sie dem Toten mit in den Sarg gibt: ein Inpisser legt eine mit Zeug verschlossene Flasche, in die er dreimal gepißt hat, mit hinein Dob; wenn einen Lüs' anhext sünd, möt man weck dorvon in Papier wickeln un in 'n Sarg rinstäken WaWaren@RöbelRöb; symbolisch gibt man Warzen mit, indem man sie, während die Glocken läuten, stumm bestreicht RoRostock@RibnitzRibn; der Sarg kann weitere Sterbefälle ankündigen: wenn beim Aufladen des Sarges auf den Wagen de Pir trügg'zoppen un de Sarg kümmt rügg'warts wedder nah de Dör von dat Truerhus rin, starwt in dat sülwe Hus bald noch ein Wo. Sa.; wenn der Tischler viele Nägel nicht richtig in den Sarg zu schlagen vermag und sie ut 'n Sarg rutkamen, gibt es bald wieder einen Toten RoRostock@WustrowWustr; ein alter Sargnagel ist ein wirksames Zauberwerkzeug: 'ock moth ein vOerrustert yseren Nagel, den men by einem Doden Grave ungesOecht lyggende fyndet, darmit velichte ein Dodensarck vOernagelt, teken don in erem tOeverschen Handel' Gry. Lb. 2, L 3a; 'n Nagel von 'n verfollen Sarg möt man in de Pirkrüff slahn, denn warden de Pir fett WiWismar@PepelowPep; vgl. Sarknagel; sieht man im Traum jem. im Sarge liegen, bedeutet das seinen baldigen Tod: H. Schröd. Buerh. 2, 111; ein Schwerkranker sagt: ick ward' nich wedder, ick heff mi in 'n Sarg liggen seihn WaWaren@JabelJab. 5. übertr. altes, leckes Schiff, das den Seeleuten leicht den Tod bringen kann: dat is 'n ollen Sarg RoRostock@RibnitzRibn; WiWismar@KirchdorfKirchd; 'n swimmendes Sarg RoRostock@DierhagenDierh; in so 'n Sarg verköp ick mi noch lang' nich Wo. Seem. 2, 110; mit Stroh geflochtener Kastenwagen: krig' den Sarg mal rut HaHagenow@WittenburgWitt. FN. Sarg großer Stein im Plauer See. 6. Syn.: verhüllend ne höltern Wahnung, derb Fleischkasten, -kist. Zss.: Hunn'-, Jumfern-, Kinner-, Liken-, Murersark, -sarg. — Mnd. sark n., m. — Dä. 397a; Kü. 3, 24; Me. 4, 267.
6960 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    sarkst. M. (a?) (i?)

    Köbler As. Wörterbuch

    sark , st. M. (a?) (i?) nhd. Sarg ne. coffin (N.) ÜG.: lat. (aedicula) GlPW Hw.: vgl. ahd. sark (st. M. a?, i?) Q.: GlPW…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    sarkst. M. (a?, i?)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    sark , st. M. (a?, i?) nhd. Sarg, Sarkophag ne. coffin ÜG.: lat. loculum Gl, sarcophagus (M.) Gl, (titulum) Gl, tumba Gl…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sarkN., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    sark , N., M. nhd. Sarg, Totensarg, Sarkophag, Reliquienschrein, Schrein, Behältnis, Leib Marias Vw.: s. dōden-, kinder-…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sark

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sark ( Sercq ), eine der engl. Kanalinseln, 10 km östlich von Guernsey, 5 qkm groß mit (1901) 506 Einw., besteht aus zwe…

  5. modern
    Dialekt
    SarkPl.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Sark Pl. Sarke (Pestordn. Ro 1624, B 3 a ; Hey. Punsch. 122; Sta Prillw ), Sarken ( Ha Grev ), Sarker ( Mi 74 a ), Särke…

Verweisungsnetz

63 Knoten, 67 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 1 Wurzel 2 Kognat 1 Kompositum 51 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sark

60 Bildungen · 53 Erstglied · 3 Zweitglied · 4 Ableitungen

sark‑ als Erstglied (30 von 53)

Sarkad

Meyers

Sarkad (spr. schárkad), Großgemeinde im ungar. Komitat Bihar, an der Staatsbahnlinie Großwardein-Békés-Csaba, mit (1901) 8760 magyarischen (…

Sarkasmus

Pfeifer_etym

sark·asmus

Sarkasmus m. ‘Hohn, bissiger Spott’. Griech. sarkasmós (σαρκασμός) ‘das Hohnlachen eines Zornigen, höhnende Rede, bitterer Spott’, abgeleite…

sarkastisch

Pfeifer_etym

Sarkasmus m. ‘Hohn, bissiger Spott’. Griech. sarkasmós (σαρκασμός) ‘das Hohnlachen eines Zornigen, höhnende Rede, bitterer Spott’, abgeleite…

sarkbôm

MNWB

sark·bom

sarkbôm , m. , Tragstange zum Tragen der Särge u. Schreine bei Bestattung u. Prozession.

sarkbāre

KöblerMnd

sarkbāre , F. nhd. „Sargbahre“, Katafalk (ungeschmücktes Gerüst auf dem der Sarg aufgebaut wurde) E.: s. sark, bāre (3) L.: MndHwb 3, 30 (sa…

sarkbōm

KöblerMnd

sarkbōm , M. nhd. „Sargbaum“, Tragstange zum Tragen der Särge und Schreine bei Bestattung und Prozession E.: s. sark, bōm L.: MndHwb 3, 30 (…

Sarkdauk

MeckWB

Sarkdauk n. Sarglaken, Leichentuch: as wiren olle Erinnerungen mit en Sarkdauk taudeckt Reut. 6, 427.

sarkel

MNWB

sar·kel

sarkel , m. , Stempel für Heringstonnen, s. sirkel, serkel.

sarkelen

MNWB

sark·elen

sarkelen , swv. , Heringstonnen stempeln, s. sirkelen, serkelen.

sarkemākent

MNWB

sarkemākent , n. , Anfertigung v. Särgen.

sarkemāken

KöblerMnd

sarkemāken , N. nhd. „Sargmachen“, Anfertigung von Särgen E.: s. sarkemāken (1), sark, māken (2) L.: MndHwb 3, 30 (sarkemākent)

sarkemākent

KöblerMnd

sarkemākent , N. Vw.: s. sarkemāken* (2)

Sarkkist

MeckWB

sark·kist

Sarkkist f. a. Spr. Sarg: 'in der Pasche nacht nimpt men dat holteren Christbilde (das man am Karfreitag symbolisch bestattet hat) uth der g…

Sarklack

MeckWB

sark·lack

Sarklack m. zum Anstreichen der Särge benutzter Lack, schlechtester Lack des Tischlers Sta NStrel .

sarklāken

MNWB

sark·laken

sarklāken , n. , Tuch das über den Sarg gebreitet wird, Sarglaken.

sarklāken

KöblerMnd

sarklāken , N. nhd. „Sarglaken“, Tuch das über den Sarg gelegt wird E.: s. sark, lāken (1) L.: MndHwb 3, 30 (sarklāken)

Sarkmaker

MeckWB

sark·maker

Sarkmaker m. Sargmacher: 'pl. (platea) sarckmaker' (Wi 1367), 'zarkmakerstrate' (1371) Jb. 66, 101. Me. 4, 268.

sarkmāker

KöblerMnd

sarkmāker , M. Vw.: s. sarkmākære*

sarkmākære

KöblerMnd

sarkmākære , M. nhd. „Sargmacher“, Sargtischler E.: s. sark, mākære W.: s. nhd. Sargmacher, M., Sargmacher, DW-? L.: MndHwb 3, 30 (sarkmāker…

sarkmākærestrāte

KöblerMnd

sarkmākærestrāte , F. nhd. „Sargmacherstraße“ E.: s. sarkmākære, strāte (1) L.: MndHwb 3, 30 (sarkmākerstrâte) Son.: ein Straßenname in Wism…

sarkmēker

KöblerMnd

sarkmēker , M. Vw.: s. sarkmēkære

sarkmēkære

KöblerMnd

sarkmēkære , M. nhd. „Sargmächer“, Sargtischler E.: s. sark, mēkære L.: MndHwb 3, 30 (sarkmāker/sarkmēker)

sark als Zweitglied (3 von 3)

dōdensark

KöblerMnd

dōdensark , M. nhd. Sarg Hw.: vgl. mhd. tōtensarc E.: s. dōde, sark W.: s. nhd. Totensarg, M., Sarg, DW 21, 619? (Todtensarg) L.: MndHwb 1, …

kindersark

KöblerMnd

kinder·sark

kindersark , N. nhd. Kindersarg E.: s. kint, sark W.: s. nhd. Kindersarg, M., Kindersarg, DW 11, 747? L.: MndHwb 2, 560 (kinderkerstinge/kin…

Ableitungen von sark (4 von 4)

besarken

Lexer

be-sarken swv. s. beserken.

sarke

BMZ

serke , sarke swv. lege in den sarg. si hieʒen sarken die künige kl. 2448 Ho. dô man in gesarket hête Nib. 1064,2 Ho. 159,5 Z.

versarke

BMZ

versarke swv. lege in den sarg. den körper versarken in einen stein Cod. Schmeller 3,282. — bildl. in die grüfte die daʒ herze versarket hât…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „sark". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sark/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „sark". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sark/meckwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sark". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sark/meckwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_sark_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„sark"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/sark/meckwb},
  urldate      = {2026-05-12},
}