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Säl

mnd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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5 in 3 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Säl Pl., m., n.

Bd. 5, Sp. 1162
Wossidia Säl Pl. Sälen f., Sälen, Pl. Sälen, -s m., Sädel, Pl. Sädel, -n m., n. Siele, Pferdegeschirr, Riemenwerk des Zugviehs. 1. alte Belege: 'item X solid. pro IIII redis, que dicuntur selen' (1327) UB. 7, 496; 'XXIIII sol. corrigiatori pro seelen' (1351) 13, 21; 'pro ungento currus, rotis, seelen, halteren' (1352) 151; 'perde spannen ... to arbeide yn den selen' (1405) Tech. Bürg. 285. 2. neuere Preis- und Sachangaben: 'gemeine Bauer-Sielen ohne Umschlag 3 ßl., ein umschlagen Siel 4 ßl.' (Pol.-Ord. 1562) Bär. Ges. 4, 1, 82; '2 Sielen-Geschirre mit Zäume und 2 Sattel-Küssen à 14 Rthl.' (1792) N. Monschr. 1, 203; 'ein Sielen, an den Seiten mit Rehhaut besetzt mit kurzen hanfenen Strängen' N. Strel. Anz. 1848, S. 264b. 3. neuere Mundartbelege: Sälen Sielen Mi 73b; de Schum klackt em (dem Pferd) man ümmer so loppenwis' ünner de Sälen rünner Bri. 2, 200; oft bildl.: wenn ick man de richtigen Sälen dortau hadd, denn spannt ick mi sacht an de Wacht an 3, 49; Se legen so dull un so Wiß in de Sälen (arbeiteten so eifrig) 1, 136; as ... Ostern vörbi wier, güng dat werre rin in de Sälen (in den Dienst) bi Bur Patzig Hack. Papp. 80; ick bün so tidig in de Sälen kamen habe schon früh in festem Dienst gestanden RoRostock@GresenhorstGres; Dei Landmann will ook mal herut ut 'n Sählen! (einmal nicht arbeiten) Camm. Reg. 161; Von morrns bet abends in den Sälen! Reut. 7, 38; 'T is doch nüdlich, wenn de Minsch mal ut den ollen däglichen Sälen rutekümmt 6, 38. 4. Sälen Sielengeschirr wird als Pluraletantum gebraucht und schließlich auch als Sg. aufgefaßt, vgl. Kü. 3, 18 und Me. 4, 467; hierher vielleicht schon die 3 eben angeführten Belege; ik ... wull den Sälen ... von de Mähr trecken Hack. Papp. 103; nu (am Sonntagabend gesagt) geiht 't de ganze Woch wedder in 'n Sälen WaWaren@RogeezRog; morgen ... krup ick wedder in den Sälen H. Schröd. Buerh. 2, 73; Pl. -s: wer de Sälens nich smeert, möt den Sattler den Geldbüdel smeren HaHagenow@GammGamm. 5. häufig ist für Sälen die Form Sädel, gesprochen Sdl; sie nimmt ihren Ausgang von dem Lautwandel -len nach langem Vokal zu -del, vgl. sbEdl spielen Teu. Gesch. meckl. Mda. 230; m.: Jac. 1, 109; Sädel 'Siedelgeschirr' PaParchim@GoldbergGoldb; bildl.: morgen (am Tage nach dem Fest) smiten se uns den Sädel wedder œwer de Uhren müssen wir wieder tüchtig arbeiten SchöSchönberg@Hohen SchönbergHSchönb; desgl. morgen haken se uns den Sädel wedder œwer Wa; desgl. de Sädel hängt wedder baben de Dör Wa; hüt hett he (der Herr) uns den Sädel richtig œwerhungen uns sehr angestrengt arbeiten lassen Wa; in 'n sweren Sädel bün ick ümmer wääst habe mein Leben lang schwer arbeiten müssen RoRostock@DoberanDob; alle Mann bliben in 'n Sädel, bet de Vörmeiher striken deit vorher darf keiner mit der Arbeit innehalten (1930) Ha; drückt di dei Sädel all wedder? zum Übellaunigen gesagt WaWaren@Groß FlotowGFlot; denn' (den Toten) drückt de Sädel nich mihr Wa; Pl.: morgen (nach dem Fest) passen se uns de Sädeln wedder an Wa; de Schum geiht œwer de Sädel der Puckel wird naß bei schwerer Arbeit Ro Rostock@LichtenhagenLicht; dee (ein zu jeder Arbeit Befähigter) is in alle Sädel to paß, kann fin un groff HaHagenow@RedefinRed; ick bün in alle Sädel to paß, bloß de Pirsädel sünd mi 'n bäten to grot un de Hunn'sädel 'n bäten to lütt sagt scherzhaft jem., der sich auf fast alle Arbeiten versteht WaWaren@PenzlinPenzl; n.: wi hebben 't Sädel lang' nog dragen haben lange genug gearbeitet, können nun sterben Wa; weiterer Beleg s. unt. 6. 6. übertr. Riemenwerk, Gurt: wi Schepers hadden dor 'n Sädel vör mit 'n Ring un Reim, dor wir de Hund an fast, dat he nich mank dat Wild lopen ded' MaMalchin@BasedowBas; Sädel haben auch die Bometschers (Treidler) um den Leib mit einer Leine Wa; vgl. auch Trecksädel; Sädel Gurt, den der Rodersmann des Schiffes bei schwerem Wetter umschnallte, um nicht fortgespült zu werden RoRostock@WarnemündeWarn; Dierh; auch wenn das Schiff ein Oewersmiter (s. d., Bd. 5, 263) ist, möt de Rodersmann in 't Sädel stahn Wo. Seem. 2, 102; bei der Wadenfischerei tragen die Fischer vor dem Bauch 'an einem Leibriemen ein Querholz ..., daran ein Haken (de Selen) befestigt' ist. 'Denselben schlagen sie, rück- und wieder vorwärts schreitend, in immer entferntere Ösen des Flottund Grundsimms und ziehen so das mächtige Netzwerk aufs Trockene' Dolb. Küst. 111. 7. Zss.: Achter-, Arbeits-, Bu-, Hinner-, Kutsch-, Lei-, Wadensäl; Gurt-, Hunn'-, Koren-, Kummet-, Kumm-, Rauder-, Smer-, Treck-, Trügg'-, Unnersädel. — Mnd. sele. — Br. Wb. 4, 582; Dä. 394a; Da. 179a; Kü. 3, 18; Me. 4, 467.
4391 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    saelst. M., N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sael , st. M., N. Vw.: s. sāl (1)

  2. modern
    Dialekt
    Säln.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Säl [zêl fast allg.; sêl Ri. Ha. ; zail Sgd. Lix. — Pl. Zêlər, sêlrə, zail] n. 1. Seil, Tau. Wdgn.: Sälre schisse Ri. Ha…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sael

102 Bildungen · 101 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

sael‑ als Erstglied (30 von 101)

Sälatte

PfWB

sael·atte

Sä-latte f. : ' Werkzeug zum Vorbereiten des Bodens für die Saat oder das Pflanzen ', Sälatt, See- [ RO-O'mosch KL-Rodb BZ-O'schlettb ].

sälbern

RhWB

sael·bern

sälbern -ę·l.v- MülhRh-Brück schw.: die Butter s., dick auftragen.

Sälbich

LothWB

salb·ich

Sälbich [zèlbiχ Kr. ; zèlwiχ Av. ; sàlwe Ri. ] m. Salbei (Salvia officinalis). — pfälz. Sėlb.

sälblein

DWB

salb·lein

sälblein , n. , dimin. zu salbe f., älter sälblin, oberdeutsch sälbli: das du könnest an allen orten mit dem braunen sälbli darein kummen. W…

Sälbling

Pfeifer_etym

salb·ling

1Salm m. ‘Lachs’. Lat. salmo wird am Rhein in die westgerm. Sprachen übernommen. Ahd. (10. Jh.), asächs. salmo, mhd. mnd. salm(e), mnl. salm…

Sälchen

GWB

sael·chen

Sälchen auch ‘Sä(ä)lgen’ kleiner Saal, auch für ein Zimmer [ betr Jena ] zum Speißen wenn sie viele Personen hätten das runde Säälgen im Thu…

sældærinne

Lexer

sældærinne stf. beglückerin, heilbringerin Heinz. 947. sældærîn Msh. 2,156 a ;

sælde

Lexer

sælde stf. BMZ sâlide Gen. D. 105,5. md. sêlde, salde (: balde etc. ) Albr. 13,37. 21, 250. 22,586. Osw. ( bei Hpt. ) 672. 1008 —: güte, wol…

sälde

FWB

1. ›(gottgegebenes) irdisches Glück, Wohlergehen (e. P. oder Gruppe)‹; auch in Wunsch- und Segensformeln, wohlmeinenden Begrüßungen, Verabsc…

sældebërnde

Lexer

saelde·bernde

sælde-bërnde part. adj. BMZ sælde bringend, mit sich führend Parz. Himlf. Msh. 1,105 b . 203 b . Lobges. 21,8. Gerh. 2236. 3254. sældenbernd…

sældec

Lexer

sældec adj. s. v. a. sælec, zu folgern aus

sældecheit

Lexer

sældec-heit stf. s. v. a. sælecheit Msh. 1,31 a . Lanz. 1339 var.

sældehaft

Lexer

saelde·haft

sælde-haft adj. BMZ sælde habend, segensreich, glückselig Lanz. (1334. 4343). Strick. Wwh. 342,16. Msf. 94,19. 205,15. Silv. 2554. sældenhaf…

sældelôs

Lexer

sael·delos

sælde-lôs adj. ib. ohne sælde, unglückselig Trist. ( U. 547,4). Troj. (22592. 612). Silv. 430. Part. B. 7369. 9198. 262. Karl 9854. Msh. 1,5…

sælden

Lexer

sael·den

sælden swv. ib. ælec machen, beglücken Ms. ( H. 1,290 a ) ;

sældenbar

Lexer

saelde·n·bar

sælden-bar adj. ohne sælde. sünden die tötleich sint und saldenbar Ring 25 b , 43.

sældenbërc

Lexer

saelde·n·berc

sælden-bërc stm. glücksberg, ein fing. ortsname. süeʒiu wort und süeʒiu werc habent die vom Sældenberc Renn. , s. zu Freid. 82, 9. vgl. unz …

saeldenflühtec

BMZ

saeldenflühtec adj. die sælde fliehend, von ihr entfernt. eʒ ist ein sældenflühtic mâl und slîchet umbe und umbe entwer Winsbeke 27,5.

Ableitungen von sael (1 von 1)

unsælen

LexerN

un-sælen swv. in verunsælen 3,281.