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ruewe

mhd. bis mnd. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
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2 in 2 Wb.
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

¹rü̂we f.

Bd. 2-2, Sp. 2365
1rü̂we (rwe), rü̂w (ruͤw), rûwe, rouwe (vorw. westfäl.), rouw (row; vorw. westfäl.), f. (Gen. Sg. -n rü̂we; Pl. -n rü̂we); rü̂we, rûwe, rûwen (ruen), °rouwe (rauwe; vorw. westfäl.), °rouwen (westfäl.), m. (Gen. Sg. rü̂wen rouwes rouwen rouwens): 1. Schmerz, de sêle heft angest und sorge de licham heft pîne unde r. (Sidrach 186), mî heft ümmevangen de r. des dôdes ‚dolores' (Köln. Bibel Ps. 17, 5; Lüb.: wêdāge, Halberst.: smerte); — (übertr.:) Gewalt, Schädigung, heft sik vȫrgenōmen mit der hülpe und der anderen bōven sēvendûsent wērhaftiger tô pērde unde vôte dörch dat stift van Münster mit r.n unde vorderven geweldichlĩk tô tênde (Osnabr. Gqu. 2, 87). — 2. Kummer, Betrübnis, „ruwe, contricio, penitencia, drofnysse” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), „Van ruwen pre dolore pre mesticia pre tristicia” (Voc. Strals. ed. Damme), dô sê de quâden tîdinge hö̂rede hadde sê E. nicht getrö̂stet sê wêre van r.n gestorven (Paris und Vienna 105), van der betrachtinge unde van den danken hadde sê grôte r. angest unde nôt dat sê []van rechter bedrö̂fnisse lach icht sê wêre dôt (Elisabeth 17); — Schmerz, Trauer um einen Verstorbenen, ümme Krassevôt ērer süster dôt drēven sê r. unde drö̂venisse grôt (RV 17, V. 314). — 3. Schuldgefühl wegen begangener Handlungen und Wunsch diese rückgängig zu machen, Reue, hîr wert uns gelêret dat wî in allen werken schȫlen den ûtganc merken unde dôn nê(i)n dinc sünder vȫrsichtichê(i)t uppe dat wî nicht in bö̂se r. kāmen wen wî ênen quâden ende sên unde denne nicht wedder kêren kȫnen (Derendorf 407), de r. kümpt vēle tô spâde als dat ōrdê(i)l is gedân (Hölscher 77), (Sprw.:) nârü̂we is der wîve r. (Prov. Comm. 18), nârü̂we is der wîve ȫver dat kümpt vāken dat it ôk der menne r. wart (Chr. d. d. St. 16, 423). — 4. (relig.:) Anerkenntnis der eigenen Sünden die zu tiefer Reue führt, „Contritio” (De Man 138), „penitudo penitencia” (Voc. Strals. ed. Damme), r. is alsô Ambrosius sprekt dat men dat behantslāge unde belê(i)de dat men gedân heft unde dat sülve nümmer mêr dô (Borchling RB 1, 255), grôten r. saltû hebben in der bicht alsô grôt dat trêne ût den ôgen sollen vlêten (Langenberg 89), recht/wâr r. aufrechte Reue als eines der drei Hauptstücke des Bußsakraments (r. bicht pênitencie/bôte), de 7 sacramente ... dat vêrde is pênitentie unde is vullenkummen r. unde bicht unde hōlden bôte vȫr de sünde (Zs. Phil. 13, 23), „Is oͤuerst de Minsche in dodtsuͤnden / und scheidet van hyr mit warer ruwe / und mit dem H. Sacramente / efft he dat hebben mach / so wandelt Godt van Barmherticheit wegen syne Pyne / de in der Helle vor de Dodtsuͤnde ewich scholde syn / in eine tydtlyke Pyne des Fegefuͤrs / darinne he boͤten moth / dat he in disser tydt synes leuendes nicht geboͤtet hefft / etc. Dyt syn der Papisten eigene wordt” (Nic. Gryse Spegel V 2r), unvulkāmen r. unzureichende Sündenanerkenntnis und Reue, wen ê(i)n nicht nôchsāme r. heft gehat in der bicht alsô dat ēm villîchte sîne sünde nicht wērden vorgēven wörde hê geö̂liget sô vorsmâdet got de sülven unvullenkāmen r. nicht men güt ēm gnâde in sîne sêle (Christensp. 363). — 5. Buße für begangene Sünden, „Penitencia ruwe, bote” (De Man 138), r. begân/dôn Buße tun, begât r. wente dat rîke der hemmele sik nâlet (Buxteh. Ev. Matth. 3, 2; ebenso Lüb. Bibel, Köln.: pênitentie, Halberst.: bôte). rü̂wmantel, rü̂weklê(i)t, ~kôp
3355 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rüwef. stf. swf. stf. stf. swm. stf. swf. swfm. swm.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz)

    riuwe f. Erz.iii Lanc. Schürebr. ruge Cranc rûe stf. Lilie rûiwa swf. Will. rüwe stf. Seuse rûwe stf. Eilh. Brun ruwe sw…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹rü̂wef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    1 rü̂we ( rwe ), rü̂w ( ruͤw ), rûwe, rouwe (vorw. westfäl.), rouw ( row ; vorw. westfäl.), f. ( Gen. Sg. -n rü̂we ; Pl.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruewe

22 Bildungen · 11 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

ruewe‑ als Erstglied (11 von 11)

rü̂wekôp

MNWB

ruewe·kop

rü̂wekôp , m. : Rückgängigmachung eines Kaufvertrages mit Zahlung eines Abschlages, Reukauf, „nummus penitencialis ... ter vulgariter dictus…

¹rü̂welĩk

MNWB

ruewe·lik

1 rü̂welĩk , rü̂w- , adj. ; rü̂wlĩk , rü̂welken , adv. : 1. schmerzhaft, leidvoll, dãrdörch sê underdrücket und tô r.er vorderfinge und slim…

rü̂welinc

MNWB

ruewe·linc

° rü̂welinc , m. : Schuldgefühl für begangene Handlungen und Wunsch diese rückgängig machen zu können, Reue, sölkes geschüt in anderen sünde…

Rüwels

MeckWB

rue·wels

Wossidia Rüwels n. loses Korn Ha; zu rüfeln 1 .

rü̂wenisse

MNWB

ruewe·nisse

rü̂wenisse ( ruenysse ), f. : 1. Schuldgefühl wegen begangener Handlungen und Wunsch diese rückgängig zu machen, Reue, de sēgevechter in Isr…

rü̂werinne

MNWB

ruewe·rinne

rü̂werinne , f. ( Gen. Pl. -inne ) : 1. bereuende Sünderin, herre dû vorsmâdest nicht den schêker zô dîner minne noch Mariam de r. (Könemann…

rü̂we (rou)

MNWB

ruewe·rou

° ~rü̂we (-rou), f. , nachträgliche, zu spät kommende Reue, Sprw. n. is der wîve rü̂we (SL, s. auch Schichtb. 423), n. quellet sêr (Tunniciu…

rü̂wesam

MNWB

ruewe·sam

° rü̂wesam , rü̂w- , adj. (flekt. -sām- ): reuig, bereuend, sö̂ke nêmandes kôsinge sunder güt ût dîn innege bet tô godde unde holt êne r.sām…

rü̂wesammich

MNWB

ruewesam·mich

° rü̂wesammich , adj. (flekt. -eg- ): schmerzvoll , belastet, kōmet tô mî alle dê gî ārbê(i)det an êneme r.-egen lēvende unde dê gî beswâret…

ruewe als Zweitglied (10 von 10)

berü̑we

MNWB

berü̑we (berüw , berouwe , berou) , f. und n. , Betrübnis, Reue.

galgenrü̑we

MNWB

galgen·ruewe

galgenrü̑we , f. , Reue aus Todesangst, die sich unter dem Galgen einstellende Reue dessen, der der Strafe nicht mehr entgeht; dann: unechte…

Gesprǖwe

WWB

Ge-sprǖwe n. - sprühe Geschwüre im Mund, bes. bei Kindern ( Kr. Warburg Wbg Kü).

²hant(ge)trü̑we

MNWB

hant·getruewe

2 hant(ge)trü̑we , m. , Testamentsbürge, -bevollmächtigter, -vollstrecker, testamentarius (wie 2 hantveste), tôtestere unde h.-n. Auch Erbe,…

sprü̂we

MNWB

° sprü̂we , f. , Pferdekrankheit, feiner mehlartiger Belag der Mundhöhle bei Mundschwamm (Nd. Jb. 6, 89). Vgl. 1 sprê, ° sprêwen, ° sprü̂e, …

Strǖwe

WWB

Strǖwe f. [Alt] 1. das sträubende Nackenhaar bei Hund und Katze, wenn sie böse sind ( Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid Alt Kr. Alte…

untrü̂w(e)

MNWB

unt·ruewe

untrü̂w(e) , ° ungetrü̂we (Wagner Corp. iur. met. 1035), ° untreuwe (Bugenhagen-Bibel 1 Macc. 5, 4), f. : 1. Untreue, Verrat, „ er vruntscha…

Ableitungen von ruewe (1 von 1)

berü̑we

MNWB

berü̑we (berüw , berouwe , berou) , f. und n. , Betrübnis, Reue.