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Rüter

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
5 in 4 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Rüter m.

Bd. 5, Sp. 1109
Wossidia Rüter Rüder, Pl. Rüter, Rüters m. Reiter; das entlehnte mndl. rūter Kriegsmann, Landsknecht, das über das Französ. auf mlat. rupt(u)arius Angehöriger einer rupta Abteilung, Rotte zurückgeht; seit dem 11. Jahrhundert treten diese Leute in Haufen und einzeln als Freibeuter und Wegelagerer auf; als Söldner erscheinen sie als rter to vôte und rter to perde; indem sich die letzte Bezeichnung verkürzt, erhält Rüter die Bedeutung Reiter, ohne indessen das nd. Rider zu verdrängen; nur wo heimisches Sprachgefühl unsicher wird, nimmt das nd. Wort den Vokal -ü- an. Der berittene Amtsdiener heißt in alter Weise Landrider, der Zirkusreiter ebenso Kunstrider; wenn Bri. 1, 113 und 2, 112 aber beiden Wörtern den Vokal -ü- gibt und bei Mi 72a und einigen anderen, auch in volkstümlicher Sprache der Reiter Rüder genannt wird, so gehören diese Fälle dem Worte Rider an. Dagegen wird man die Schreibform Rüder in der festen Formel Rüter to Pir und in FN., welche Flurstücke bezeichnen, die das Futter für Kavallerieabteilungen zu liefern hatten, allein aus Rüter durch die im Lande geläufige Konsonantenschwächung herleiten müssen: Rüde Reiter, bes. Rüde tou Pie, gewöhnlich Rire Schmidt Gad. 3, 35; für diese Unterscheidung spricht die Angabe Rider Reiter und Rüter Kavallerist bei Da. 173a. Vgl. auch Reuter. 1. Kriegsleute: '12 dusent ruter to vote' (1519) Beitr. Rost. 3, 2, 16; 'bracht an ruteren 400, an landesknechten 500 mit in (hinein in die Stadt)' Dietr. V. Lohe 21; 'dieweile averst Vigke vom Berge mit seinen rutern darbinnen lach' (1556) Tessin Buk. 103; 'wol ryden ys der Rter kunst' Gry. Wed. P 4a; eques 'ein Rter' Chytr. 132; 'Men wiel nu dei Rüters, Soldaten un Tyden Uns Skavernack andaun' (1712) Kohf. Hg. 12, 2; Rüter, willt ji 't, orer ick gäw 't de Katt so sprachen die Bauern nach dem Bericht von Günth. zu den hannöverschen Reitern, die bei ihnen gegen Zahlung in Winterquartieren lagen, aber nicht zahlten und daher mit der schlechtesten Kost vorlieb nehmen mußten; beide Belege beziehen[] sich auf den Nordischen Krieg und die Exekutionen zur Zeit des Herzogs Karl Leopold. 2. Reiter, ohne Bezug auf Heer und Krieg: De Rüters swenken sick tau Pird (die Jagdgesellschaft) Reut. 7, 69; de Hingst ... Ahn Rüter 95; Rüter GüGüstrow@KobrowKobr; MaMalchin@TeterowTeter; dor kem 'n Rüter riden Wo. V. 1, 956 b; hier is 'n Rüder räden RoRostock@Poppendorf bei MarlowPoppM; dree Rüters, dree Jakers im Klöppelreim; s. Jaker (Bd. 3, 1058). 3. die Erinnerung an die drangsalierenden fremden Truppen ist im Kinderreim bewahrt: Un wenn de bösen Rüters kamen, Denn willn wi seggen, wi hebben 't nich dan (im Abzählreim) Wo. V. 4, 896; Wenn man de bösen Rüters nich kaamt (im Laternenlied) 622; daher stammt auch die Benennung eines ausgelassenen, sein Zeug zerreißenden Knaben: ick wir as Kind 'n willen Rüter LuLudwigslust@EldenaEld; HaHagenow@BelschBelsch; SchwSchwerin@PinnowPinn. 4. die Wiederkehr der alten Formel Rüter tau Pir im Namen eines Speckstücks auf einem Brothappen hat offenbar dieselbe Ursache wie im Abschnitt 3; der Wortlaut ist ergänzt in dem Reim, mit dem Knaben den Speckhappen auszählen, auf wen der Reim dot fällt, bekommt ihn: Rüter to Pir, Soldaten to Fot, Wist du nich äten, so scheet ick di dot (1887) MaMalchin@DargunDarg; Wa; anderseits wird ein Speckwürfel auch allein mit Rüter bezeichnet (1889) RoRostock@RibnitzRibn; Klock; ein'n groten Rüter kakt', dörchwussen Speck Gild. Dörp. 48; einen lütten Rüter Fleisch kleines Stück Fleisch StaStargard@GranzinGranz; ferner hieß ein Weihnachtsgebäck für Knaben, aus Kuchenteig geschnitten und Krinten als Augen eingesetzt, Rüter to Pir (1933) LuLudwigslust@DömitzDöm; Rüder to Pierd Bey. Lp. 56. 5. Rüter to Pir bildhaft übertr. das Holzgestell auf dem abgemähten Kleefeld, worauf Kleeheu zum Trocknen gesteckt ist. 6. Zss.: Fleisch-, Speck-, Vörrüter. FN.: Rüterbarg, -dik, -hüürn, -koppel, -soll, -wisch. — Riter Br. Wb. 3, 488; Rüter Dä. 389b; Da. 173a; Kü- 2, 689; Me. 4, 237.
4034 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rü̂term.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    rü̂ter ( Ruͤter, ruiiter ), +* reuter, m. ( Pl. -s -e -n rü̂ter, Dat. -en rü̂tren ): 1. berittener und bewaffneter Edelm…

  2. modern
    Dialekt
    Rüterm.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia Rüter Rüder, Pl. Rüter, Rüters m. Reiter; das entlehnte mndl. rūter Kriegsmann, Landsknecht, das über das Franz…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rueter

67 Bildungen · 39 Erstglied · 27 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von rueter 2 Komponenten

rue+ter

rueter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rueter‑ als Erstglied (30 von 39)

rü̂terbêr

MNWB

rueter·ber

*° rü̂terbêr , n. : Einstandsgabe der neu aufgenommenen Reitendiener in Hamburg, ēr gewȫntlĩke plichtige r. gēven (Hamb. Reitendiener 1556).

rü̂terdênst

MNWB

rueter·denst

rü̂terdênst , m. ( Pl. -e ) : bewaffnete Unterstützung , Kriegsdienst, ümme ênen r. vrüntlĩken angesöcht (Meckl. Jb. 20, 106), hê ... dêde v…

Rüterduurn

MeckWB

Wossidia Rüterduurn m. Hundsrose Ma.

rǖteren

WWB

ruete·ren

rǖteren V. eilig gehen, laufen ( Kr. Steinfurt Stf Rh).

rüterēren

WWB

ruete·reren

rüterēren V. 1. (z.B. für ein Fest) zurüsten ( Kr. Halle Hal Kr. Halle@Brockhagen Bh ). — 2. hin und her bewegen ( Kr. Altena u. die krfr. S…

rǖtergār

WWB

rueter·gar

rǖter-gār Adj. [verstr. bes. OWestf SWestf] 1. halbgar, nicht ganz weich gekocht oder durchgebraten, nicht ausgebacken und daher wasserstrei…

rü̂tergelt

MNWB

rueter·gelt

rü̂tergelt , n. ( Gen. Sg. -des ) : Abgabe für Rüstungsaufwendungen, (Hamburg:) dat sê tô Hamburg ê(i)n mâl r. alse 1 mc. lü̂b. ... gēven mo…

rü̂tergeselle

MNWB

rueter·geselle

rü̂tergeselle , m. ( Pl. -n ) : Landsknecht, Söldner, dâr mākeden ût de hamborger r.n jēgen sê dê grēpen ērer (Chr. d. d. St. 31, 1, 228).

rü̂tergestalt

MNWB

rueter·gestalt

*° rü̂tergestalt , f. : Erscheinungsbild eines berittenen Landsknechts, kâmen twê dü̂vele in r. int hûs rîden (Nic. Gryse Laienbibel 1, K 3 …

rütergor

MeckWB

rueter·gor

Wossidia rütergor halbgar, von Speisen Sta Stargard@Grammertin Gramm ; auch rütergor utseihn von unbestimmter Farbe (1887) Ha Hagenow@Redefi…

rü̂terhôt

MNWB

rueter·hot

*° rü̂terhôt , m. ( Pl. -hö̂de ) : Reiterhelm?, „ 29 Brunswikeske ruterhode, doss. 8 daler ” (Hans. Gbl. 1899, 209).

rü̂terich

MNWB

ruete·rich

° (rü̂terich) , + reuterich , adj. : in der Art eines berittenen Landsknechts, „ dair lieten die ruetters palssrocke af macken mit einem hal…

rü̂terîe

MNWB

ruete·rie

rü̂terîe ( -ige ), f. : 1. berittene Heerschar, Reiterei, sunder is dat āpenbâr dat P. ... dâr sîn wēsen heft mit sîner r. dê denne de lü̂de…

rü̂terjunge

MNWB

rueter·junge

*° rü̂terjunge , m. ( Pl. -ns ) : berittener Troßjunge , de r.ns āverst worden ôk vȫrût gesant (Renner ed. Klink 1, 336).

rü̂terkōgel

MNWB

rueter·kogel

° rü̂terkōgel , m. ( Akk. Pl. -en ) : Kapuzenmantel für einen bewaffneten Reiter, schütten- rü̂ter- und bōdenkōgelen tô neyen (Dortm. KR 144…

rü̂terkost

MNWB

rueter·kost

° rü̂terkost , f. : Ausgaben für den Unterhalt von Söldnern (Hans. Ub. 11, 379).

rü̂terlēger

MNWB

rueter·leger

° rü̂terlēger , n. : Feldlager berittener Söldner , dit wolden di lantsknechte redden schickeden ôk îlich int r. umb hülpe (Renner ed. Karst…

rü̂terlĩk

MNWB

rueter·lik

° rü̂terlĩk , adj. : kämpferisch, ritterlich, tô Varle strîdede hê sêr dat ēm wart r. êr (Osnabr . Gqu. 2, 181).

Rüterpüter

MeckWB

Wossidia Rüterpüter m. ein Knabe, den man auf dem Knie reiten läßt Ro Rostock@Marlow Marl ; Schw Schwerin@Pinnow Pinn ; lütten Rüterpüter Ka…

rü̂terrecht

MNWB

rueter·recht

° rü̂terrecht , n. : Kriegsrecht der Berittenen , nâ r.e und wōnhê(i)t reysige hāve tô bü̂tende und vênâmen tô dê(i)lende in jü̂welkes kȫken…

Rütersalw

MeckWB

Wossidia Rütersalw f. Läusesalbe; vgl. MeckWB Reutersalw . Me. 4, 238.

Rǖtersalwe

WWB

rueter·salwe

Rǖter-salwe f. [verstr.] Quecksilbersalbe; Salbe gegen Ungeziefer (wie z.B. Filzläuse).

rü̂tersch

MNWB

rueter·sch

*° rü̂tersch , adj. : bewaffnet, söldnerisch, ên r.er vôtknecht (Nic. Gryse Laienbibel 1, Dd 3 r ).

rü̂terschēl

MNWB

rueter·schel

° rü̂terschēl , n. : Auseinandersetzung mit Bewaffneten, in demsulven jâre kam Hônôver ôk in vâre ... dȫr r. (Chr. d. d. St. 16, 192).

rü̂terschot

MNWB

rueter·schot

° rü̂terschot , n. : (Hamburg:) eine Steuer für Rüstungsaufwendungen, dat ên îdermenlich dâr sülfte sîn gewȫntlĩke schot ôk noch unbetalt r.…

rü̂tersgewîse

MNWB

rueter·s·gewise

° rü̂tersgewîse , adv. : zum Kriegszug stet gerüstet , bewaffnet, tô behôf unser lantschap r. tô dênste t'kommen (Kindlinger Münst. Beitr. 1…

rueter als Zweitglied (27 von 27)

Gekrüter

ElsWB

gek·rueter

PfWB LothWB RhWB Gekrüter [Kəkritər Lützelstn. ] Pl. heilsame Kräuter.

Gerüter

RhWB

ger·ueter

Ge-rüter jər:də(r) Bo-NBachem Sg. t. n.: Stall u. Scheune, Wirtschaftsgebäude im Gegens. zum Wohnhaus.

Hinnebrüter

Wander

hinne·brueter

Hinnebrüter A iss a rechte Hünneprüter. – Gomolcke, 138. Ein Mensch, der unthätig in der Stube sitzt. Müsste nach schlesischer Aussprache ge…

Höirǖter

WWB

hoi·rueter

Höi-rǖter m. [verstr.] Gestell zum Trocknen von Heu auf der Wiese. ⟨ -›rǖter‹, - roiter , -„reiter“ ⟩

Ofe(n)brueter

Idiotikon

Ofe(n)brueter Band 5, Spalte 1009 Ofe(n)brueter -üe- 5,1009

ofenbrüter

DWB

ofen·brueter

ofenbrüter , m. der immer beim ofen brütet, hockt. appenz. ofabrûeter Tobler 345 b .

pērderü̂ter

MNWB

perde·rueter

° pērderü̂ter ( -ruyter ), m. ( Pl. -rü̂ter ) : berittener Kriegsmann, ‚eques'; — südwfäl. u. ndrhein. Belege.

Probenrüter

MeckWB

proben·rueter

Wossidia Probenrüter m. wie das Vor. : 'das Probenreuter-Gesetz' (1859) Arch. Landesk. 9, 143; stolze Ablehnung eines Schiffers zu reiten: P…

Sandrüter

MeckWB

sandr·ueter

Wossidia Sandrüter m. wird der abgeworfene Reiter spöttisch genannt Ostmeckl. Heim. 4, 124. Br. Wb. 4, 588; Dä. 396 b ; Me. 4, 262.

Schüterüter

MeckWB

schuete·rueter

Wossidia Schüterüter m. Schmetterling H. Schröd. Gord. 37; Buerh. 2, 5; Herumtreiberin Puls Hw. 30.

sonnenbrüter

DWB

sonnen·brueter

sonnenbrüter , m. ' ein fauler kerl, der lieber in der sonne sich brütet als arbeitet, wie es häufig die ecken- und marktsteher machen. ' Ho…

Speckrüter

MeckWB

speck·rueter

Wossidia Speckrüter m. wie -happen Wi Wismar@Kirchdorf Kirchd ; Bestandteil verschiedener volkstümlicher Gerichte: säutsuer Klümp mit riklic…

Spekrǖter

WWB

spek·rueter

Spek-rǖter m. [verstr.] Griebe (hartes Stückchen, das beim Auslassen von Fett und Talg zurückbleibt).

Stē²nrǖter

WWB

sten·rueter

Stē²n-rǖter m. Acker-Fuchsschwanz (Alopecinis nepalensis) ( Kr. Coesfeld Kos Bu).

sumpfbrüter

DWB

sumpf·brueter

sumpfbrüter , m. : ( das nest des teichrohrsängers ) bleibt immer über dem wasserspiegel und wird nicht überschwemmt, wie das so vieler sump…

Sunne(n)brueter

Idiotikon

Sunne(n)brueter Band 5, Spalte 1009 Sunne(n)brueter 5,1009

tēvenrü̂ter

MNWB

teve·n·rueter

*° tēvenrü̂ter , m. : (derber Übername für einen Hund:) Hündinnenreiter (Klingged. 50).

Vörrüter

MeckWB

voer·rueter

Wossidia Vörrüter m. Vorreiter: dat is de Vörrüter von den Sweriner Herzog Reut. 6, 204.

Ableitungen von rueter (1 von 1)

Gerüter

RhWB

Ge-rüter jər:də(r) Bo-NBachem Sg. t. n.: Stall u. Scheune, Wirtschaftsgebäude im Gegens. zum Wohnhaus.