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Rüster

mhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
14 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Rüster

Bd. 17, Sp. 332
Rüster (Ulme, Ulmus L., hierzu Tafel »Rüster I u. II«), Gattung der Ulmazeen, Bäume mit abwechselnden, zweireihigen, ungleichseitigen, fiedernervigen, gesägten, kurzgestielten, meist sehr rauhen Blättern, vor den letztern erscheinenden, in Büscheln stehenden, zwitterigen Blüten und ringsum geflügelten, einsamigen Früchten. Etwa 16 Arten in den gemäßigten Regionen der nördlichen Halbkugel, auch in den Gebirgen des tropischen Asien. Die Feldrüster (U. campestris L., s. Tafel »Rüster« und Tafel »Laubbäume im Winter II« beim Artikel »Baum«), ein Baum mit breitelliptisch eiförmigen, in eine schlanke Spitze ausgezogenen, am Grund schief herzförmigen, doppelt gesägten, rauhen Blättern, sehr kurzgestielten Blüten in dichten Knäueln und am Rande kahlen Flügelfrüchten. Das Holz ist blaß fleischrot mit braunem oder braunrotem Kern und ziemlich breitem, gelbweißem Splint; es ist grob, aber ziemlich glänzend, hart, spaltet schwer, aber glatt und ist an der Luft und unter Wasser dauerhaft. Die Feldrüster steigt im Gebirge bis 800 m und verbreitet sich von Nordafrika durch Europa bis Sibirien und Kleinasien. Sie erreicht eine Höhe von mehr als 30 m und ein Alter von mehreren hundert Jahren. Man kultiviert sie in zahlreichen Varietäten. An manchen Rüstern bemerkt man an den Zweigen stark hervortretende Korkflügel (Korkrüster, U. suberosa Ehrh.). Die Waldrüster (Bergrüster, U. scabra Mill.), in Europa und Nordasien bis zum Amur, mit größern, rundlichen, zugespitzten, am Grunde breit geöhrten, doppelt gesägten, auf der Oberfläche oft steifhaarigen, unterseits zuerst weich haarigen Blättern. Von Formen dieser Art sind in neuester Zeit die meisten Anpflanzungen gemacht worden. Die Flatterrüster (Bastrüster, U. pedunculata Fougeroux, U. effusa Willd., s. Tafel), 10–30 m hoher Baum, mit sehr ungleichseitigen, meist elliptischen, spitzen, oberseits unbehaarten, unterseits kurzhaarigen Blättern, langgestielten Blüten und Früchten mit bewimpertem Rand, wächst in Europa bis zum Ural und im nördlichen Orient und ist als Waldbaum besonders heimisch in den Rhein-, Donau- und Elbniederungen, vorzüglich im Flachland. Die Ulmen gehören zu den schönsten Zierbäumen und wachsen unter günstigen Verhältnissen sehr rasch. Sie waren schon im Altertum, besonders bei den Römern, beliebt; man benutzte sie namentlich, um den Weinstock daran emporranken zu lassen. Das Holz wird von Wagnern, Drechslern, Maschinen- und Mühlenbauern und von Instrumentenmachern sehr geschätzt und das Korkrüsterholz ziemlich allgemein weit vorgezogen; besonders wertvoll ist die Ulmenmaser (zu Gewehrschäften, Ulmer Pfeifenköpfen). An Brennwert wird es der Eiche gleichgestellt; Rüsterbast ist seiner und gefügiger als Lindenbast. Das Laub ist gutes Schaf- und Rindviehfutter. Die innere Ulmenrinde wird als adstringierendes Mittel, zum Gerben und Gelbfärben, im nördlichen Norwegen auch als Zusatz zum Brot verwendet. Man benutzt Rüstern als Mischholz im Hochwald und als Oberholz im Mittelwald. Sie schlägt lebhaft vom Stock aus, treibt auch Wurzelbrut und ist deshalb auch im Niederwald wohl verwendbar. Sie verträgt das Verpflanzen bis zur Heisterstärke leicht. Auch durch Absenker (Ableger) läßt sie sich leicht verjüngen.
3222 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rüsterstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    rüster stm. gerüstemacher Ot. 427 b .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rǖster

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Rǖster , des -s, plur. ut nom. sing. in der Landwirthschaft einiger Gegenden, ein Nahme der Sterze am Pfluge, wo der…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rüster

    Goethe-Wörterbuch

    Rüster fem Ulme uralte R-n (Ilmen) sich fast zur Höhe des Schlosses [ Hartenberg bei Eger ] erheben und von unten herauf…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rüster

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rüster ( Ulme , Ulmus L ., hierzu Tafel »Rüster I u. II«), Gattung der Ulmazeen, Bäume mit abwechselnden, zweireihigen, …

  5. modern
    Dialekt
    rüster

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    rüster rüstig: he is noch rüster (1885) Ro Kühl .

  6. Sprichwörter
    Rüster

    Wander (Sprichwörter)

    Rüster Besser eine Rüster im Wein als im Epheu zu sein. Lat. : Praestat vineae ulmum esse quam hederae. ( Bovill, I, 133…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruester

32 Bildungen · 29 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ruester

ruest + -er

ruester leitet sich vom Lemma ruest ab mit Suffix -er.

Zerlegung von ruester 2 Komponenten

rue+ster

ruester setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ruester‑ als Erstglied (29 von 29)

Rüsterbaum

GWB

ruester·baum

Rüsterbaum wie ‘Rüster’; pl B35,79,15 CarlAug [Anf] Sept 21 K Syn Ilme Rüster Ulme Ulmenbaum Undine Kramer U.K.

rüsterblase

DWB

ruester·blase

rüsterblase , f. so heiszen die blasen der rüster, welche im frühjahr ihre blätter bedecken; in ihnen lebt die rüsterblasenwanze ( cimex gal…

rüsterblatt

DWB

ruester·blatt

rüsterblatt , n. die blätter der rüster dienen als viehfutter Nemnich 2, 1520 , und man schrieb ihnen heilkraft zu: so jemands eyter auszhus…

rüstercicade

DWB

ruester·cicade

rüstercicade , f. cercopis ulmi; so heiszen die gelblichweiszen cicaden, welche im frühling und frühsommer auf der unterseite der rüsterblät…

Ruestereⁿ

Idiotikon

Ruestereⁿ Band 6, Spalte 1558 Ruestereⁿ 6,1558

rüsterfalter

DWB

ruester·falter

rüsterfalter , m. papilio polychlorus Nemnich ; auch der schildkrottfalter, die grosze Aurelie, der grosze fuchs genannt. Oken 5, 1422 .

rüstergalle

DWB

ruester·galle

rüstergalle , f. gallapfelartige blase auf den rüsterblättern; sie rühren von der speziell auf den rüstern lebenden blattlaus ( aphis gallar…

rüsterholz

DWB

ruester·holz

rüsterholz , n. lignum ulmi, hart und schwer, im wasser dauerhaft, daher besonders für wasserräder, pumpen, röhren und ähnl. verbraucht, auc…

Ruesterholz N

Idiotikon

Ruesterholz N. Band 6, Spalte 1558 Ruesterholz N. 6,1558

Rüsterīe

WWB

rueste·rie

Rüsterīe f. [ Wal Alt] Zurüstung und dadurch entstehende Unordnung.

Rüster II

RhWB

Rüster II -y:- = Ofenrost s. bei Rost IV.

Rüster III

RhWB

Rüster III das Wort selten, rīsdər, –ī:- Kreuzn-Bretzenh , Birkf , Zell-Raversbeuren , Kobl , Bitb-Bollend Wiersd ; -ē:- May-Löf ; -ȳ:- Mons…

Rüsterkāmere

WWB

ruester·kamere

Rüster-kāmere f. 1. Polterkammer ( Wbg Kü ). — 2. Raum unter der Treppe (Frbg.) ( Bri Be). ⟨ Rüster-k . ( Wbg Kü ), Rüste-k . ( Bri Be) ⟩

Rüsterpit

WWB

ruester·pit

Rüster-pit m. [ Lhs Bek] (Sonnwend-)Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia). ⟨ Rüster-p . ( Bek Vh ), Rüste-p . [Lhs] ⟩

rüsterrinde

DWB

ruester·rinde

rüsterrinde , f. man schrieb ihr heilkraft zu: die blätter und rinden des rustbaums sollen etwas warmer natur seyn, und ein krafft haben zu …

rüstersaft

DWB

ruester·saft

rüstersaft , m. feuchtigkeit, welche in gallapfelartigen blasen der rüsterblätter enthalten ist; man schrieb ihr heilkraft zu, siehe unter r…

rüsterspringer

DWB

ruester·springer

rüsterspringer , m. orchestes viminalis, ein auf den blättern der rüster lebender rüsselkäfer. Oken 5, 1635 .

Rüstertenstrup

WWB

Rüsterten-strup m. Kletten-Labkraut, klebriges Labkraut (Galium aparine) ( Bri Nf).

Rüstertor

PfWB

ruester·tor

 Rüster-tor n. : FlN, alter Torname in Neustdt, Rüsterthor [ Dochnahl 196].

Rǖsterwanze

Adelung

ruester·wanze

Die Rǖsterwanze , plur. die -n, eine Art Baumwanzen, welche sich auf den Rüstern aufhält; Cimex striatus L.

ruester als Zweitglied (3 von 3)

laderüster

DWB

lade·ruester

laderüster , f. die pflugsterze ' in einigen gegenden '. Jacobsson 2, 546 a .

Rōthrǖster

Adelung

roth·ruester

Die Rōthrǖster , plur. die -n, eine Art Rüstern, welche aus Amerika zu uns gebracht worden, und ein gelbes hartes und sehr zähes Holz hat. S…