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rüster

mhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rüster f.

Bd. 14, Sp. 1548
rüster, f. ulmus campestris (vgl.ulme, f.). diese bezeichnung des bekannten baumes ist ursprünglich speziell hochdeutsch. rüster vergleicht sich bildungen wie ahd. aphaltera, affoltera, affoltra, apholter (malus), hiufaltar u. ä. gramm. 2, 530 und ist gewisz alt, obgleich ältere belege für rüster fehlen (rüster J. Wigand catal. herbarum in Borussia nasc. 1580, s. 88). früher bezeugt ist die zusammensetzung des ersten bestandtheiles mit baum und holz: ruʒboum ulmus ohne quellenangabe bei Graff 2, 866. später gewöhnlicher mit einschub eines t rüst-, rustbaum: rusz-, ruster-, ruost-, rystenbaum Diefenb. 625a, rüsterholtz ebenda, rüstbawm nov. gl. 384a, aus hochdeutschen quellen. Kilian hat rustboom, das er als hoch- und niederd. bezeichnet. in rusterbaum, rüsterholz ist wol unser rüster bezeugt, ebenso wie rüstenbaum auf rust, ruost zurückweist, das als benennung von ulmus früh begegnet (vgl. die glosse ruost in zeitschr. f. d. alterth. 9, 390) und später neben den übrigen namen des baumes fortlebt, ruszbaum bestätigt die ahd. glosse ruʒbaum. rüstbaum, ulnus Dasyp. ruostbaum, rysenbaum, ulmus. Maaler 338d. πτελέα, ulnus rüstbaum. Frischlin nomencl. (1586) 33b. germ. rustholz, rustbaum, ulmbaum belg. olmen Dodon. stirp. hist. pempt. (Antverp. 1583) 825; nit in marmor, sonder auf olmen oder rüstbaumründen. Fischart Garg. 32b; rüsten, aspen, eschen. Sebiz 59, rustbaum Tabernaemont. 1394 D ff. rustbaum ulmus Stieler 115, rüstbeumenbast, ulmeum 157, ulm, der alias ulmbaum, ilmenbaum et rustbaum 2383. rüstebaum, rüezbaum, rüstholz, rüsche, rust. Nemnich 2, 1519, der rusten, die russel Höfer 3, 54, vergl. Schm. 2, 163. 157. Pritzel - Jessen 419 ff. Frisch 2, 138c hat rüster; rüstbaum ist ihm veraltet. Adelung bezeichnet rüster noch als landschaftlich, das jetzt neben ulme durchaus schriftgemäsz geworden ist: durch eine von hohen rüstern gemachte allee. irrgarten 421; einzelne reihen hochstämmiger eschen oder knorrichter rüstern, zu beiden seiten der alten grenzgräben gepflanzt, faszten einen theil der kornfelder ein. Immermann werke 1, 142; nebelgrau webt im thau elfenreigen, dort wo rüstern am druidenaltar flüstern. Matthisson ged. 115; die winde wehn und flüstern im laub erhabner rüstern. Platen 18a. belege aus der älteren litteratur für rüstbaum: nit wirt ufhoren zuo süfzen die turteldub von dem hohen luftigen rüstboum ulmus. J. Adelphus Mülich das hirtenb. Virgilij 5b; wie sich zusammen reimen neglin und roszmarein, weinreben zu rüstbeumen. P. Denaisius bei Opitz (1624) 167; seht, wie der eppich kan die grünen armen schlingen, ringt üm den rûstbaum her. P. Fleming ged. 152 (1666). die rüste: ergreifft er einen strick, und wirfft jhn der Gabrinen zu hals', und hengt sie auff, es must jhm darzu dienen ein alte dicke rüst. Dietr. v. d. Werder ras. Roland 24, 44. in der ahd. glosse ruʒboum scheint der charakterisierende bestandtheil von rüster in seiner ursprünglichen form gewahrt zu sein; er wird am natürlichsten zu dem gemeingermanischen verb. ags. reótan, altn. rjóta, ahd. riuʒan, mhd. rieʒen, flieszen, flieszen lassen gestellt. sehr treffend würde die rüster als der triefende, flieszende baum bezeichnet; die blätter der rüster bedecken sich im frühjahr massenhaft mit kleinen von blattläusen (s. unter rüstergalle) herrührenden bläschen, die mit flüssigkeit gefüllt sind. diesem sog. rüstersaft wurden grosze heilkräfte zugeschrieben: man pfleget im junio den safft zu sammlen, welcher in den knöpfflein gefunden wird ... wer einen weydbruch am gemächt hat, dem soll man leine tüchlein in diesem safft netzen und überlegen ... etliche rühmen diesen safft hoch, die frische wunden damit zu heylen ... das angesicht darmit bestrichen, soll es schön und klar machen. Tabernaemontanus 1395 F und G.
3784 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rüsterstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    rüster stm. gerüstemacher Ot. 427 b .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rǖster

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Rǖster , des -s, plur. ut nom. sing. in der Landwirthschaft einiger Gegenden, ein Nahme der Sterze am Pfluge, wo der…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rüster

    Goethe-Wörterbuch

    Rüster fem Ulme uralte R-n (Ilmen) sich fast zur Höhe des Schlosses [ Hartenberg bei Eger ] erheben und von unten herauf…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rüster

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rüster ( Ulme , Ulmus L ., hierzu Tafel »Rüster I u. II«), Gattung der Ulmazeen, Bäume mit abwechselnden, zweireihigen, …

  5. modern
    Dialekt
    rüster

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    rüster rüstig: he is noch rüster (1885) Ro Kühl .

  6. Sprichwörter
    Rüster

    Wander (Sprichwörter)

    Rüster Besser eine Rüster im Wein als im Epheu zu sein. Lat. : Praestat vineae ulmum esse quam hederae. ( Bovill, I, 133…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruester

32 Bildungen · 29 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ruester

ruest + -er

ruester leitet sich vom Lemma ruest ab mit Suffix -er.

Zerlegung von ruester 2 Komponenten

rue+ster

ruester setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ruester‑ als Erstglied (29 von 29)

Rüsterbaum

GWB

ruester·baum

Rüsterbaum wie ‘Rüster’; pl B35,79,15 CarlAug [Anf] Sept 21 K Syn Ilme Rüster Ulme Ulmenbaum Undine Kramer U.K.

rüsterblase

DWB

ruester·blase

rüsterblase , f. so heiszen die blasen der rüster, welche im frühjahr ihre blätter bedecken; in ihnen lebt die rüsterblasenwanze ( cimex gal…

rüsterblatt

DWB

ruester·blatt

rüsterblatt , n. die blätter der rüster dienen als viehfutter Nemnich 2, 1520 , und man schrieb ihnen heilkraft zu: so jemands eyter auszhus…

rüstercicade

DWB

ruester·cicade

rüstercicade , f. cercopis ulmi; so heiszen die gelblichweiszen cicaden, welche im frühling und frühsommer auf der unterseite der rüsterblät…

Ruestereⁿ

Idiotikon

Ruestereⁿ Band 6, Spalte 1558 Ruestereⁿ 6,1558

rüsterfalter

DWB

ruester·falter

rüsterfalter , m. papilio polychlorus Nemnich ; auch der schildkrottfalter, die grosze Aurelie, der grosze fuchs genannt. Oken 5, 1422 .

rüstergalle

DWB

ruester·galle

rüstergalle , f. gallapfelartige blase auf den rüsterblättern; sie rühren von der speziell auf den rüstern lebenden blattlaus ( aphis gallar…

rüsterholz

DWB

ruester·holz

rüsterholz , n. lignum ulmi, hart und schwer, im wasser dauerhaft, daher besonders für wasserräder, pumpen, röhren und ähnl. verbraucht, auc…

Ruesterholz N

Idiotikon

Ruesterholz N. Band 6, Spalte 1558 Ruesterholz N. 6,1558

Rüsterīe

WWB

rueste·rie

Rüsterīe f. [ Wal Alt] Zurüstung und dadurch entstehende Unordnung.

Rüster II

RhWB

Rüster II -y:- = Ofenrost s. bei Rost IV.

Rüster III

RhWB

Rüster III das Wort selten, rīsdər, –ī:- Kreuzn-Bretzenh , Birkf , Zell-Raversbeuren , Kobl , Bitb-Bollend Wiersd ; -ē:- May-Löf ; -ȳ:- Mons…

Rüsterkāmere

WWB

ruester·kamere

Rüster-kāmere f. 1. Polterkammer ( Wbg Kü ). — 2. Raum unter der Treppe (Frbg.) ( Bri Be). ⟨ Rüster-k . ( Wbg Kü ), Rüste-k . ( Bri Be) ⟩

Rüsterpit

WWB

ruester·pit

Rüster-pit m. [ Lhs Bek] (Sonnwend-)Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia). ⟨ Rüster-p . ( Bek Vh ), Rüste-p . [Lhs] ⟩

rüsterrinde

DWB

ruester·rinde

rüsterrinde , f. man schrieb ihr heilkraft zu: die blätter und rinden des rustbaums sollen etwas warmer natur seyn, und ein krafft haben zu …

rüstersaft

DWB

ruester·saft

rüstersaft , m. feuchtigkeit, welche in gallapfelartigen blasen der rüsterblätter enthalten ist; man schrieb ihr heilkraft zu, siehe unter r…

rüsterspringer

DWB

ruester·springer

rüsterspringer , m. orchestes viminalis, ein auf den blättern der rüster lebender rüsselkäfer. Oken 5, 1635 .

Rüstertenstrup

WWB

Rüsterten-strup m. Kletten-Labkraut, klebriges Labkraut (Galium aparine) ( Bri Nf).

Rüstertor

PfWB

ruester·tor

 Rüster-tor n. : FlN, alter Torname in Neustdt, Rüsterthor [ Dochnahl 196].

Rǖsterwanze

Adelung

ruester·wanze

Die Rǖsterwanze , plur. die -n, eine Art Baumwanzen, welche sich auf den Rüstern aufhält; Cimex striatus L.

ruester als Zweitglied (3 von 3)

laderüster

DWB

lade·ruester

laderüster , f. die pflugsterze ' in einigen gegenden '. Jacobsson 2, 546 a .

Rōthrǖster

Adelung

roth·ruester

Die Rōthrǖster , plur. die -n, eine Art Rüstern, welche aus Amerika zu uns gebracht worden, und ein gelbes hartes und sehr zähes Holz hat. S…