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rosenrot

mhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rosenrot adj.

Bd. 14, Sp. 1215
rosenrot, adj. roth wie eine rose, roseus. Stieler 1625, mhd. rôserôt und rôsenrôt; auch mittelengl. rosered. selten begegnet ein comparativ: heller, goldner, rosenröther bricht uns dieser morgen an, als das erste licht, da äther mutter Tellus lieb gewann. Bürger 1b. auch hier finden sich die nebenformen rosinrot, rosinenrot, ja sogar rosinienrot, die erste besonders bei Luther (vgl.rosenfarb): und der priester sol cedern holtz und isopen und rosinrote wolle nemen. 4 Mos. 19, 6; färben soll sein (des kleinen Schmerzenreich) unschuldig blut rosinroth diese kammer. maler Müller 3, 255; ist der apfel rosinroth. Lehmann 170 (bei Uhland rosenrot, s. unten); das blümli das ich meine, das ist rosinenrot, ist herzentrost genennet. Uhland volksl.2 84 (54, 3); darzu war sein küriszrock von gleicher farb, von gutem kermessin, rosinienrot und weisz. buch d. liebe 242c. 11) von rosen und blumen überhaupt: und ein röslein rosenroth pflanzt mein schatz nach meinem tod. Erlach volksl. 4, 143; alle blümchen von der au', sollen seinen wagen schmücken, rosenroth, und weisz und blau. musenalm. 1798, 145. von früchten, besonders äpfeln: und is de appel rosenrot, de worm de is darinne. Uhland volksl.2 42 (17 A 6); äpfelchen rosenroth beiszet dein zahn. Arndt 340. von edelsteinen: im andern (auge) glüht' ein rosenrother stein, recht wie des knaben frisches wangenblut. Uhland 172. von der farbe des menschlichen gesichts, sowol dauernd als vorübergehend (ausdruck der freude, scham u. s. w.): ir rôsenrôtiu varwevil minneclîchen schein. Nibel. 281, 2; der rede im antwürte bôt mit liehtem munde rôsenrôt Engelhart der süeʒe. Konr. v. Würzb. Engelh. 4350; dürft' ich sie umfahn und küssen auf den rosenrothen mund. Uhland 234; es lacht ihr rosenrother mund. Hölty 146 Halm; ewer pracht und stoltzes prangen jhr jungfrawen so jhr führt in den rosen-rothen wangen. H. Albert in den ged. der Königsberger dichterkr. 50 neudruck; sennin, o wie reizend blüht deine wange rosenroth. Lenau 73 Barthel. bildlich: in kühler morgenstunde, da der junge tag mit rosenrothen wangen noch auf den bergen lag. Geibel 2, 202; ir schœneʒ antlützedaʒ wart rôsenrôt. Nib. 240, 1; ir einer ich mîn küssen bôt: diu wart dâ von gar rôsenrôt. Ulr. v. Lichtenstein 280, 6; 'der teufel hörts!' — 'und gott auch', versetzte Walt; und fügte dann leise, rosenroth, und abgewandt hinzu ... J. Paul flegelj. 4, 160. als farbe der gesundheit und des blühenden lebens: ir varwe rôsenrôt wart in kurzen zîtenvon trinken und von spîse. Gudrun 1046, 2; unsers lebens zier brüstet sich zwar heute und ist rosen-roht, morgen kranck und todt. S. Dach in den ged. d. Königsberger dichterkr. 240 neudr. von der kleidung u. dergl.: sie (die schulmädchen) waren alle weisz oder rosenrot gekleidet. Keller 6, 17; rosenrot ist, was sie deckt, pechschwarz, was sie drüber streckt. Dan. Czepko bei Palm beitr. (1877) 285; schön geschmükt mit rosenrothen schlaifen deckte mich der unschuld schwanenkleid. Schiller 1, 227. von wunden: uns in reimen lasset zwingen Daphnis (Jesu) wunden rosenrot. Spee trutzn. 224, 6 Balke. von der farbe der morgen- und abendröthe, des tages u. s. w.: über dem frühlingsbräunlichen grün lag der warme wiederschein des abendhimmels wie ein rosenroter florschleier. Ludwig 2, 619; die luft glüht rosenroth. Geibel 1, 138; wollen klagen mit hellem schlag bis an den rosenrothen tag. 2, 133. bildlich: in trüber dämm'rung sieht sie (die liebe) schon den rosenrothen morgen. 1, 196. 22) übertragen, rosenrothe küsse: reich mir her dein mündlein voll küsse rosenroth. Arndt 72. alles in rosenrothem lichte sehen, als zeichen heiterer, optimistischer stimmung (vergl. in rosigem lichte, rosige laune). ähnlich: die ganze welt erscheint mir nun in rosenrother schminke. Karl Müchler (1802) der kritikaster u. der trinker (studentenlied). 33) das neutrum substantiviert, sehr oft bei Luther: und solt einen furhang machen von geler seiden, scharlacken und rosinrot. 2 Mos. 26, 31; der weis zu arbeiten an gold, silber, ertz, eisen, stein, holtz, scharlacken, gelseiden, leinen, rosinrot. 2 chron. 2, 14; ihre bläszlichen wangen hatten sich mit dem schönsten rosenrothe gefärbt. Göthe 25, 357; Elysium sein (Jupiters) blik, sein schimmernd angesicht mit rosenroth purpurisch durchgewoben. Schiller 1, 320; sieh, süsze maid, wie das rosenroth auf frischen wangen spielet! Arndt 36. rosenroth auf kattun, auf seide u. s. w. Jacobsson 3, 448b. 7, 98b. ein sanftes, zartes rosenroth: die dämmerung vom sanften rosenroth und dem golde der untergehenden sonne umfloss das verwegene, trunkene paar. Klinger 10, 118; und auf der eingesunknen wange bot ein sanftschattirtes rosenroth der todesblässe trotz. Gotter 1, 69. mit lilienweisz verbunden: ach, jene sanftgemischten farben von rosenroth und lilienweisz. Bürde bei Campe s. v. lilienweisz. von Aurora gesagt: nehmt noch dazu die zärtlichste der farben die dieser göttin eigen ist, das süsze rosenroth das ihren leib umfliesst. Wieland 10, 215. freier gewendet; als anrede an Maria: o rosenrot, o lilienweiʒ Wackernagel kirchenl. 2, 541, 2.
5126 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rôsenrôt

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    rôsen-rôt s. rôserôt.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rôsenrôtadj.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    rôsenrôt , ° rûsen- (Nd. Jb. 7, 85), adj. : rosenfarbig , rosenrot, „roseus roseus colore” (Voc. Strals. ed. Damme), (At…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    rosenrotadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    rosenrot , adj. roth wie eine rose, roseus. Stieler 1625 , mhd. rôserôt und rôsenrôt; auch mittelengl. rosered. selten b…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rosenrot

    Goethe-Wörterbuch

    rosenrot -roth; Großschr B3,29,22 ; auch subst Farbbezeichnung, rot-rosafarben; mehrf in farbtheoret Zshg die Mädchen au…

  5. modern
    Dialekt
    rosenrot

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    rosenrot Farbnuance.

  6. Spezial
    rosenrot

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ro|sen|rot adj. rosa.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rosenrot

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von rosenrot 2 Komponenten

rosen+rot

rosenrot setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rosenrot‑ als Erstglied (1 von 1)

Rosenroth, Laurentius v

DWBQVZ

--- wahrhafftige newe zeittung von schrecklichen vngewittern, so sich im nechst vergangenem jar in der Slesien begeben haben, wunderbarlich …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rosenrot". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rosenrot/dwb?formid=R07513
MLA
Cotta, Marcel. „rosenrot". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rosenrot/dwb?formid=R07513. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rosenrot". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rosenrot/dwb?formid=R07513.
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