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roeslein

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

röslein n.

Bd. 14, Sp. 1232
röslein, n. , demin. zu rose, mhd. rœselîn, rôselîn, rœsel; rosula, rosel, röszlin. Dief. gloss. 500c. im nhd. wechseln röslein und röselein ohne unterschied; jetzt ist röslein das gewöhnliche; oberdeutsch daneben auch rösle. der plural röserlein nur vereinzelt in dialekten (vgl. kinderlein u. a.), z. b: ich flouckte mir de reserlai, ich bond mer wuol a'n kranz. Erlach volksl. 4, 225. 11) eigentlich: und andere mit blümelein, mit myrten, gilg und röselein verschräuckte sträusz und kränzlein binden. Weckherlin 349; ein röslein, wenns im lenzen lacht und in den farben pranget. P. Gerhard 12 Gödeke; groszväter mit aufgeschlagener bibel, und in der ahninnen hand ein röselein oder ein pfirsich. Voss Luise 56, 26 Hempel. bezeichnung nach der farbe, rothe, weisze, helle röslein u. dergl.: were mochte des ein meister sin, das sich ein rotfarwe roselin clare geferwet und fin. zeitschr. f. d. alterth. 2, 131; sie wolte in den grünen wald nach roten röslein gen. Uhland volksl.2 158 (93 b. 1); ach dasz, was anrürn deine hend, in rote röslein sein gewend. P. Melissus bei Opitz (1624) 164; wie die rohten röszelein, aller blumen zieraht seyn. Venusgärtl. 18 neudr.; was stichst du mich, du röslein roth? Arndt 68; im garten, in dem weiszen schein fand ich ein rothes röselein. Immermann 11, 61; zarte, schneweisze wängelein, wie marmorstein poliert, doch als die blanken röselein mit röte purpuriert. liederb. aus dem 16. jh. 19, 10; dann nur die liechten röselein, die reisten her auf mich. Uhland volksl.2 53 (27, 5); ihr hübsch lavendel, roszmarein, ihr vielfarbige röselein. Erlach volksl. 1, 399. mit hervorhebung des duftes: die röslein dufteten stille und blickten lieblich herfür. Uhland ged. (1864) 221. röslein brechen: die röslein sind zu brechen zeit, derhalben brecht sie heut! Uhland volksl.2 49 (21, 1); rot röslein wolt ich brechen zum hübschen krentzelein. P. Melissus bei Opitz (1624) 165. röslein als schmuck, besonders an den busen gesteckt: gieb mir zum wenigsten heute das röselein, das dir am busen wallt! Voss 2, 307; wann sie sich glänzend schauen läszt, die röslein an der brust. Uhland ged. (1864) 28. [] 22) mit symbolischen beziehungen, als blume der liebe; auf gräbern, besonders liebender: und sollt' ich einsmals scheiden, wo begräbt man mich dann hin? in meines liebchens garten, wo rothe röselein stehn. Erlach volksl. 4, 73. daher vorbedeutung des todes des, bez. der geliebten: do fielen drei röslin in mein schosz. 'nun sag, nun sag, guot röslin rot: lebet mein buol oder ist er tot?' Uhland volksl.2 291 (150, 3. 4); da falle drei röselein mir in den schoos. und diese drei röselein sind rosenroth: jetzt weisz i net, lebt mein schatz, oder ist er todt. Erlach volksl. 4, 331. röslein für jungfrauschaft: der Venus röselein mit seinen grünen zweigen must endtlichen daran, von groszer fewers gluth verwelcken und allhier verliern sein höchstes gut. Zinkgref bei Opitz (1624) 206. 33) sprichwörtliche redensarten. 3@aa) röslein unter den dornen: also soll sein ein jeder christ ... wie undern wölffen die schäflein, under den dornen ein röszlein. Fischart 2, 367 (gel. verk. 1413); wann tugent plüt hi in der not, als in dem hag di röszle rot. Schwarzenberg 158c. 3@bb) das feld röslein tragen lassen, gutes muths sein, in der sprache des 16. jahrh.: gilt es aber also, so kan ich wol schweygen, das creütz darüber thuon, und es röszlin lassen tragen. S. Franck verbütschiert buch (1559) 404b; darumb habt einen kecken sinn und lasset das felt röslein tragen! Ayrer 1892, 31 Keller; ja frisch und freydig wil ichs wagen und wil es lassen röszlein tragen. Cl. Stephani geistl. action (1568) ciiija. 44) rosette: mein herr, ich wolt mir gehen ein rot samattins par pantoffel machen lassen, und guldene röslein darauff. erzherzog Ferdinand von Tirol spec. vitae hum. 26 neudruck. 55) übertragen mit bezug auf rote farbe und blühendes aussehen. 5@aa) für mund, wangen, lippen: zwei röslein sind die lippen dort, die lieblichen, die frischen. H. Heine 15, 68; also blühen märchenbilder aus des mundes röselein. 209. 5@bb) umschreibung für ein mädchen: liebstu mich, so lieb ich dich, röslein auf der heiden! Uhland volksl.2 86 (56, 1); grüsz' dich gott, mein mündelein roth, lebest du oder bist du todt, oder schläfst du, schöns röslein roth? Erlach volksl. 3, 80; mir liebt für alle mein' sinnen ein röslein, ist wohlgestalt't. 133; was solln junge mägdelein? solln sie allzeit sitzn allein? o nein, die schönen röselein die geben uns schön kräntzelein. Ol. Variscus ethogr. mundi (1614) B 5a; sah ein knab' ein röslein stehn, röslein auf der heiden. Göthe 1, 17; o sieh mich nicht so lächelnd an, du röslein jung, du schlankes reh! Geibel 1, 71; es müszt' in eis vergehen traurig unser röslein (unsre schwester). 2, 199. 5@cc) für wunden, besonders die wunden Christi (s.rose 6, d), vgl. Schade sat. u. pasqu. 2, 308. allda pflegt er auch brechen die rote röselein. Spee trutzn. 37, 114 Balke; wie der sommer sich bestecket mit auch kleinen blümelein, also Daphnis sich bedecket mit auch kleinen röselein. 226, 68. auch sonst: o schöner liebesgarten, voll röslein blutigroth und aufgeblühtem tod! Körner 1, 144; es flosz wohl über den winterschnee sein blut aus tiefen wunden. roth röslein blüht aus dem schnee so kalt. Geibel 1, 62. nur als vergleich: du junges gras, was stehst so grün? muszt bald wie lauter röslein blüh'n, mein blut ja soll dich färben. Herwegh ged. eines lebend. 22. [] 66) verhüllend: röslein brechen, alvum exonerare. Melander 1, 204; unsere kinder pflegen zu sagen, wann sie fein höfflich sprechen, ich wil gehen rösslen oder rösslen brechen. anm. weish. lustg. 663.
5689 Zeichen · 127 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    rösleinn.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    röslein , n. , demin. zu rose, mhd. rœselîn, rôselîn, rœsel; rosula, rosel, röszlin. Dief. gloss. 500 c . im nhd. wechse…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Röslein

    Goethe-Wörterbuch

    Röslein Dimin; auch Röß- Kosename für eine Rose; auch in personifizierendem Zshg; ‘das R. brechen’ zugl im Topos für: ei…

  3. Sprichwörter
    Röslein

    Wander (Sprichwörter)

    Röslein 1. Röslein, die zu brechen, muss man brechen heut'. 2. Wer Röslein nicht im Sommer bricht, der bricht sie auch i…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit roeslein

26 Bildungen · 1 Erstglied · 25 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von roeslein 3 Analysen

roeslen + -e + -in

roeslein leitet sich vom Lemma roeslen ab mit Suffixen -e und -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: roeslen+-in ros+-lein

roeslein‑ als Erstglied (1 von 1)

rösleinrot

DWB

roeslein·rot

rösleinrot , adj. : wolt erlich lassen dich pegraben in meinem röslein roten rock als meinen lieben holder stock. H. Sachs fastn. sp. 5, 115…

roeslein als Zweitglied (25 von 25)

äschenröslein

DWB

aeschen·roeslein

äschenröslein , wurde schon unter anweiden aus Garg. 55 a beigebracht, die schwierigkeit der stelle liegt in anweiden. denn eschrösel, eschr…

Alpenröslein

GWB

alpen·roeslein

Alpenröslein wohl für die Gebirgsrose (Rosa alpina L) [ auf Sizilien ] Hinter Monreale rückt man in ein schönes doppeltes Thal .. indeß auf …

erdbröslein

DWB

erdbröslein , n. frustulum terrae: die ameise baut sich eine wohnung aus grashalmen, erdbröslein und kiefernadeln. Göthe 15, 325 .

eschröslein

DWB

esch·roeslein

eschröslein , n. sorbus torminalis und domestica: das sommerobs, quitten, eschröslein ( sorba ), pflaumen und deren gleichen soll man nach m…

glücksröslein

DWB

glucks·roeslein

glücksröslein , n. : glücksröslein nennt man in der regel die rehflocken der fingernägel H. Pöhnl dt. volksbühnenspiele (1867) 1, 126 . —

heidenröslein

DWB

heiden·roeslein

heidenröslein , n. dim. zum vorigen. es ist die überschrift zum liede sah ein knab ein röslein stehn, röslein auf der heiden. Göthe 1, 17 .

Lichtröslein

GWB

licht·roeslein

Lichtröslein botan, Gattung aus der Familie der Nelkengewächse LA II 9A,28,5 M13 Morph Plp Syn GWB Lychnis Michael Schilar M.S.

margenröslein

DWB

margen·roeslein

margenröslein , märgenröslein , n. wie das vorhergehende: Märgenröszlein seind zwei zamer geschlecht, eines mit rothen, das ander mit schnee…

Schaumröslein

Campe

schaum·roeslein

Das Schaumröslein , — s, Mz . gl. ein Name des gemeinen weißen Behen (Cucubalus behen L .); auch Schaummohn .

Steinröslein

Campe

stein·roeslein

Das Steinröslein , — s, Mz . gl. eine Pflanze, welche zu demselben Geschlechte gehört, welches den Kellerhals oder Seidelbast in sich begrei…

waldröslein

DWB

wald·roeslein

waldröslein , n. 1 1) die waldrose: ihr einzig töchterlein war mildrer art ... in strenger hut erwuchs sie hold und zart, wie ein waldröslei…

wetterröslein

DWB

wetter·roeslein

-röslein , n. , wie wetterrose 3: Marzell a. a. o. ; wetter röszlein alcea peregrina ( gesellschaftsname ) Neumark neuspross. teutscher palm…

wildmärgenröslein

DWB

wildmärgenröslein , n. , wildes, d. h. unechtes märgenröslein, s. dieses oben th. 6, 1625; nach Chomel öcon. lex. 4, 1160 auch gliedweich, g…

zistenröslein

DWB

-röslein , n. : cisten-röslein ' eine pflanze mit vielen, dem fruchtboden einverleibten staubfäden, einem staubwege, und einer fünfblätterig…

zitterröslein

DWB

zitter·roeslein

-röslein , n. , diminutiv zu zitterrose 2 ( s. d. ); zur entstellung aus zeitlöslein s. die belege bei Marzell pflanzennamen 1, 560. 1 ) bel…