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reff

nhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

reff n.

Bd. 14, Sp. 489
reff, n. in mehreren bedeutungen. 11) gestell aus stäben oder brettern zum tragen: ref vel meisa, sarcina Graff 4, 1154; capeta, reiff, reff, refe doruff man tregt Dief. 96c; clitella ein reff, reffe, reff l. gereff dar uff man tregt, reiff, raiff, reuff, raff, tragreff, nd. en ref dar men uppe drecht 127c; clitella reff dar me den cram mede drecht nov. gloss. 97a; clitella, daruff mann die bürd legt, dasz sie das lastbar thier, oder der mensch tragen künde, wandelreff Alberus; aerumnae vel aerumnulae, clitellae, muli Mariani ein reff ebenda; das räff, darauf man etwas zuo rugk tragt, aerumna, muli Mariani Maaler 324d; und gie dar und nam ein ref und bant sînen gesellen ûf dʒ ref alsô dôt. Pfeiffers übungsb. 198, 21; demnach nam ich mein kind uff ein räff mit der wiegen uff min ruggen und zoch darvon. Th. Platter 67 Boos; kompt Alleprex, der sophoisch krämer, tregt ein ref mit wahrn. Ayrer 108b (547, 31 Keller); er setzt sein ref ab. 108c (549, 6); es ist eingepackt. der bote schnürt den mantelsack und das reff. Göthe 21, 12; ein schwer bepacktes reff setzte er sogleich in die ecke. 23, 7; trat ein untersetzter munterer mann zu uns heran, der auf einem ziemlich groszen reff eine verhältniszmäszig leichte bürde zu tragen schien. 49; der plur. reffs statt des gewöhnlichen und berechtigten reffe: die gassenbuben mit ihren reffs auf dem buckel, die wollten alle retten helfen. Bettine briefe 1, 39. vergl. auch hafenreff. 22) an sensen eine mit der sense parallel gehende gabel von holz, an welche sich die halmen im mähen lehnen, worauf sie von derselben ohne alle verwirrung auf die seite geworfen werden. Jacobsson 3, 378a; im Schwarzwalde räf, reff, lattenwerk an sensen, die zum mähen des habers und andern getreidearten gebraucht werden. Schmid 421; in der Wetterau reff, räff besondere reffartige vorrichtung an der sense, um das getreide beim mähen auf die seite zu legen. Kehrein 326; ebenso niederdeutsch. brem. wb. 3, 464. 33) reff, raufe oder lattenwerk, worin dem vieh das heufutter aufgesteckt wird: schwäbisch das räf, reff Schmid 421; bairisch der und das reff, reft. Schm. 2, 66 Fromm.; in der Wetterau das reff und räff. Kehrein 326. auf diese bedeutung wird die redensart bezogen: das letzte im räf haben, dem tode nahe sein. Schmid a. a. o.; Uehli, du hesch 's letzt im räf, sel chani der sage! Hebel 1, 146; ebenso geht wol auch folgendes darauf: wir wollen einen wechselgesang zu seinem lobe anstimmen! (ironisch). bei mir hat er auch noch im reff! Fr. Müller 2, 99, hat noch etwas zu gute oder auf dem kerbholze. vergl. raffe. 44) reff, tragkorb, aus stäben geflochten. schwäbisch. Schmid a. a. o. 55) reff, knochenwerk, gerippe eines körpers; niederd. rif, rift, sceleton, cadaver. brem. wb. 3, 489; und gieng us dem hus an den galgen, da lag ein reff von einem diep, der was herabgefallen. Ulensp. 20. hist., s. 27 Lappenb.; die magt fischet darnach, und uberkam das reff (eines hundes) uff der schuoffen (schaufel). 47. hist., s. 70; vgl. hessisch gereffel das gesamte gebeine, in rheinischen strichen allerhand altes gerümpel von Pfister nachträge 231 (in der Altmark aber ist reff der rücken, buckel Danneil 171b, diesz dann wol mehr von nr. 1 her übertragen). 66) wahrscheinlich hiermit hängt zusammen der weit verbreitete, sowol hoch- als niederdeutsche schimpfname für ein altes weib: schweiz. räf, räfz, reff, pöbelschimpf für das weibliche geschlecht Stalder 2, 254; baslerisch zänkische weibsperson, e räf fonnere frau, en alt räf, altes weib Seiler 233a; bair. ein ref, ein altes ref, spottweise für eine weibsperson. Schm. 2, 66 Fromm.; ebenso in Mitteldeutschland weit verbreitet; dann das alte reff meinet sie were jetzundt allein, von jedermann ungehindert. buch der liebe 206c (vorher ein alte vettel); sie sei auch nicht umsonst als das bösest räf bekannt, land auf land ab. J. Gotthelf schuldenb. 5. die bedeutung fuszt augenscheinlich auf der vorstellung des dürren, gerippeartigen: nach dem euszerlichen ansehen sind etliche (frauengestalten) dickleibig, feist und was füllig; etliche schmal (dünne) mager und straubicht (dürr reff), etliche wolgestalt, schön, etliche heszlich und scheuszlich. Comenius sprachenthür von Docemius § 278; vergl. dazu niederd. reff, ein langes und hageres, meist auch bejahrtes frauenzimmer. Schambach 169a; in Pommern he is as'n reff, er ist sehr mager. Dähnert 377a; he is een rift, oder so mager, as een rift, mager wie ein dürres gerippe. brem. wb. 3, 489. 77) der eigentliche begriff des wortes reff ist dunkel, vergleiche aus verwandten sprachen fehlen. gehören die vorstehend unter 1 bis 6 aufgeführten bedeutungen als ausläufer éiner urbedeutung zusammen, so fuszen sie wol auf der vorstellung eines stab- oder sparrenwerks, und dann stehen sie zunächst zu dem sp. 54 aufgeführten rafe (auch in der schreibung raffe) dachsparren, ahd. ravo, mhd. rave, das dort wiederum mit schwed.n. raft latte, mnd. rafter, raffert zusammengestellt ist. die bed. 5 oben faszt sonach das gerippe, namentlich den daran besonders sichtbaren brustkorb wie ein sparrenwerk auf; und die beziehung gerade dieser bedeutung zu ahd. alts. href, ref, ags. hrif kann nicht aufrecht erhalten werden, schon um deswillen nicht, weil hier ein ganz anderer begriff hervortritt: href vulva, uterus Graff 4, 1154; alts. ref venter gl. lips. 756. 758; ags. de vulva, of mêdernum hrife Haupts zeitschr. 9, 441b. 88) ob hierher auch fällt: reff, ein mit starken eisernen zähnen versehener kamm, wodurch der flachs, an andern orten auch der hanf gezogen wird, um die samenköpfe (knotten) abzustreifen. Kehrein 1, 326; bleibt unentschieden. vgl. dazu raffel sp. 55 fg., reffen und riffel.
5715 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Rêff

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    2. Das Rêff , des -es, plur. die -e, ein Wort, welches eine Ausdehnung in die Höhe und Länge, und ein aus langen, schmal…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Reff

    Goethe-Wörterbuch

    Reff Traggestell, Rückentrage aus Stäben u Brettern; auch als Attr des heiligen Christophorus; einmal im Vergl für Auftr…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Reff

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Reff , Tragkorb, Kiepe. Im Seewesen Vorrichtung zur Verkürzung eines Segels durch Aufbinden (Reffen) ; s. Takelung .

  4. modern
    Dialekt
    Rëff

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Rëff [Ráf Fisl. ; Raf Horbg. Dü. Lobs. ; Demin. Raflə Su. ] n. 1. Rückenkorb Fisl. Su. 2. Futterraufe — ursprüngl. wohl …

  5. Sprichwörter
    Reff

    Wander (Sprichwörter)

    Reff 1. Wat wo'stu oalle Reäp 1 , hadde 'n Eämpersströäter 2 to 'me oallen Wîwe saght, un eär wat med 'me S'chenkenknuak…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit reff

74 Bildungen · 61 Erstglied · 7 Zweitglied · 6 Ableitungen

reff‑ als Erstglied (30 von 61)

Reffbaum

SHW

Reff-baum Band 4, Spalte 1303-1304

Reffbrett

SHW

Reff-brett Band 4, Spalte 1303-1304

Reffkamm

SHW

Reff-kamm Band 4, Spalte 1305-1306

Reffmacher

SHW

Reff-macher Band 4, Spalte 1305-1306

Reffzinken

SHW

Reff-zinken Band 4, Spalte 1305-1306

Reffzinn

SHW

Reff-zinn Band 4, Spalte 1305-1306

Reffband

Campe

reff·band

Das Reffband , — es, Mz. — bänder , ein Band, woran ein Reff getragen wird. I der Schifffahrt sind die Reffbänder oder Reffbanden dünne geth…

Reffbank

RhWB

reff·bank

Reff-bank Sieg-Kurschd f.: B., Brett, auf der die Flachsreffe angebracht war.

Reffbürdchen

RhWB

Reff-bürdchen -bøtšə SNfrk n.: B. Flachs, zum Reffen zusammengebunden; drei Hampele Floss woər e R.

Reffbutterramme

RhWB

Reff-butterramme (s. S.) SNfrk f.: 1. gut belegtes Butterbrot, das die Reffer erhielten, auch Kinder holten sich ein R. — 2. übertr. grosses…

Reffchensmächer

RhWB

Reffchens-mächer -fχəs- Westerw m.: Korbmacher, der die R. 1 l α anfertigt.

Reffeln

Campe

reff·eln

† Reffeln , v. ntr . mit haben , im N. D. fasen, fasern, sich fasern; im Hannöverschen und Braunschweigschen, rebeln, rebbeln. D. Reffeln .

reffen

DWB

reffen , verb. flachs durchziehen, um die knoten abzustreifen: ich reff, pecto linum Alberus ; in der Wetterau reffen. Kehrein 1, 326 ; eben…

reffen I

RhWB

reffen I s. o. bei Reff.

reffen II

RhWB

reffen II das Wort, mhd. rüffen , im Ablaut zu raffen, ist Rhfrk, an Nahe, Saargeb., Hunsr, an der Saar, Mos bis einschl. Koch (die Mos bild…

reffern

PfWB

reff·ern

reffern schw. : ' Fußball spielen ', reffere [Kaislt (Junge)].

rëf ffes

Lexer

reff·fes

rëf , -ffes stn. BMZ stabgestell zum tragen auf dem rücken, capeta, clitella (ref, reff, refe, riffe, reif) Dfg. 96 c . 127 c , n. gl. 97 a …

Reffflœgel

MeckWBN

Wossidia Reffflœgel m. seem. Ring am Segel: durch die Reffflœgels werden beim Reffen der Segel die Stäkboltens gezogen Ro Rostock@Ribnitz Ri…

Reffgat

Campe

reff·gat

Das Reffgat , — es, Mz. — e , in der Schifffahrt, die in dem Segel befindlichen Löcher für die Reffbänder und Reffseisingen. Röding.

Reffgras

PfWB

reff·gras

Reff-gras n. : ein Unkraut im Weinberg, Reffgras [ BZ-Schweig ]. —

Reffholz

RhWB

reff·holz

Reff-holz Birkf , Bernk (Hunsr) n.: dürres Aufleseholz; R. mache solches Holz sammeln u. bündeln.

reffig

WWB

ref·fig

reffig Adj. mager (bei Tieren) ( Min St).

reff als Zweitglied (7 von 7)

Seniorentreff

RDWB1

Seniorentreff m встреча пожилых людей, клуб для пожилых

Betrèff

Adelung

bet·reff

* Der Betrèff , plur. car. ein Wort, welches nur noch in den Kanzelleyen mit der Präposition in adverbisch gebraucht wird. In Betreff seines…

Schreff

Idiotikon

sch·reff

Schreff Band 9, Spalte 1572 Schreff 9,1572

Tragerêff

Adelung

trage·reff

Das Tragerêff , des -es, plur. die -e, ein Reff, d. i. hölzernes Gestell, eine Last darin auf dem Rücken zu tragen. S. Adelung Reff .

Ableitungen von reff (6 von 6)

bereffe

BMZ

bereffe swv. was ich berefse. er berefte die sundære litanei 868. berefte ich in Vrid. 80,21. vgl. die varr.

bereffen

Lexer

be-reffen swv. BMZ tadeln, strafen Lit. Freid. swer mich dar umb berefte (: krefte) j.Tit. 4096 ; ebenso u. häufiger:

gereff

DWB

gereff , n. : gereff, dar uff man tregt, clitella, ein reff. voc. inc. teut. i 1 b ; geräff Teichner A 60 b . s. reff 1.

reffe

BMZ

reffe swv. hieher? er ( der wagen ) was zesam gerefft mit widen Helbl. 1, 634. — vgl. reffe u. refse.

verreffen

RhWB

ver-reffen: einen v., bereffen Wend-Seitzw .

zerreffen

RhWB

zer-reffen: sich sərr. sich streiten Simm-Tiefenb .