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rahn

nhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rahn adj.

Bd. 14, Sp. 69
rahn, adj. dünn, schlank, schmächtig. 11) im ahd. fehlend, mhd. erst spät als ran bezeugt (mhd. wb. 2, 1, 552b. Lexer wb. 2, 340, wo das wort unrichtig mit langem vocal angesetzt ist). mnd. findet sich in gleicher bedeutung rank, lang und dünn, schlank (Schiller-Lübben 3, 420), im heutigen niederdeutsch fortlebend, wie rahn im mittel- und oberdeutschen; das niederländische gewährt dafür beide formen: ran, ranck, rene, exilis, tenuis, gracilis, gracilentus, junceus, praetenuis corpore. Kilian; so dasz damit wenigstens wahrscheinlich gemacht wird, wie rahn und rank ursprünglich éin wort seien und wie auf mittelniederländischem boden sich eine scheidung der form vollzogen habe. nur über den weg sehen wir nicht klar, den das ursprünglich nicht mittel- und oberdeutsche adjectiv genommen hat, um dahin zu gelangen und sich festzusetzen; brauchte wer mit sîner rede vlæmet (Neidhart 82, 2) das wort und erlangte es so eingang in die volkssprache? auch das altnord. rakkr bedeutete gerade, schlank, was sich inn. rank, schlank, schwed. rank, schwankend, noch fortsetzt; ags. ranc aber gieng in die bedeutung üppig, frech, stark über, wovon engl. rank, geil, fett, üppig. vergl. weiteres unter dem adj. rank. 22) rahn ist der heutigen schriftsprache fremd geworden, lebt aber noch weitverbreitet in mundarten: im fränkischen theile von Waldeck raohm, mager Curtze 493b; in Oberhessen rân, gesprochen rôn, rôm, mager, schmächtig, besonders von personen, auch von thieren Vilmar 314; rhein. rahn, dünn, mager, schmächtig, schmalleibig, besonders von thieren, hier und da auch [] von schlanken dünnen bäumen gesagt. Kehrein 321; bair. rân und rânig, schlank, schmächtig. Schm. 2, 102 Fromm.; tirol. rn, rôn, rnig, schlank, hager, schmächtig Schöpf 532; schwäb. rahn, dünn, lang, schlank Schmid 424; elsässisch rân, hager Fromm. 2, 562, 10; schweiz. rahm, schlank Stalder 2, 255; ran, schlank gewachsen Hunziker 201; ran, rank, lang und dünn, schlank, mager Seiler 234b. die wörterbücher bis ins 17. jahrh. verzeichnen das wort noch als lebendiges: gracilis rahn l. ring, rane l. geschmidig, ran Dief. 267c; tenuis, schmale l. ran 578a; rahn, gracilis, gracilentus, junceus Dasyp.; ran, klein und dünn, exilis, gracilis, argutus Maaler 325a; macer, gracilis, schwank und schmaal. Schottel 1381; ran, procerus, agilis, macer, gracilis, alias lang et schwank Stieler 1505; erst Steinbach 2, 215 führt rahn pro zart, geschlang, gracilis, als nicht mehr überall gänges wort auf. die quellen brauchen es 2@aa) von der zierlichen gestalt des menschlichen leibes, namentlich des weibes: rane jungfrau, gracilis et subtilis virgo. Stieler 1505; dein leib ist ran, gar wol getan stên dir dein brust. Muscatblut bei Schm. 2, 102 Fromm.; namentlich von der leibesmitte, der weiche, seite: sie hett .. ein rane weich, gerade volle ärmlin. Garg. 77a; die weich schwanger und rhan. Wickram goldfad. k 4b; raner leib, gracilitas Maaler 325a; ein weiplich pild, das rein her plickt, der alle ire gelider sein wol geschickt, ir haupt und hals, ir arm und pein, als nit zu grosz und nit zu klein, und ir seiten sein ran und smal. fastn. sp. 266, 7; auch vom männlichen leib und seinen gliedern, schlank: langer raner mensch, caliga Maximini. Maaler 325a; ein raner mensch, homo procerae staturae, alias aufgeschossen. Stieler 1505; grad, ran, beschorn, ohn bart. Fronsperger kriegsb. 1, 175a; da kam ein person, die ich, weil sie keinen bart hatte, nicht unterscheiden kondte, ob sie ein mann- oder weibsbild wäre: sie war rahn von leib. Philander 1, 181; die Franzosen haben die schenkel rahn, die Spanier gar dicke, also dasz eines Spaniers waden so dick ist, als eines Franzosen oberer schenkel. Phil. Lugd. 5, 58; ein solcher rahner, flüchtiger gewandter bursch. Kurz sonnenwirth 375. 2@bb) in die bedeutung dürr, mager übergegangen: das der Tritanus wol eines rhanen und dürren leibs, aber uberaus stark gewest. Eppendorff Plinius (1543) 7, 19 s. 16; und der (kranke) mensch ist gewonlich mager und dürr und ran umb sich, mit kleinen dürren glideren. Gersdorf feldb. d. wundarzn. 87; die schenkel, gegen den füszen zu, dick, oben rahn. Philander 2, 445; doch ist er (der tod) so genaw und rahn. Weckherlin 569; (zwei weiber) die erste, schwer und corpulent, die andre schmahl und rahn, wenn die mich stöszt und niederrennt, fängt die zu poltern an. Fr. Müller 1, 288. 2@cc) von thieren und deren gliedern, schlank, dünn, schmächtig: (ein schönes pferd soll haben) dürre rane backen oder kiefel. M. Herr vierf. thier (1546) 34a; item die rahne gestalt des ganzen leibs (beim pferde), das luockere fleisch. Uffenbach neues rossbuch 2, 4; die pferde, welche einer hitzigen und truckenen complexion und ran von leib sind. 16; die magre und rane gestalt desz leibs. 18; disz erste geschlecht (von fischen) hat einen langen ranen leib. Forer fischb. 41b; das bisemthier ist dem reech gleich gestaltet, aber räner, niderer und holdsäliger. thierb. 28a; orbis oblongus, ein raner lumpfisch. 85b; der blauvogel ist von farb ganz blau, mit einem ranen schnabel. Heuslin vogelb. 20b; darumb die Araber die langen, ranen und zarten eier für die besten habend. 95b; ihr (der wasserhühner) leib ist ran und zusammengezogen, nit dick und weit umb sich. 110a; derhalb geschicht, dasz kalte körper als der weiber und solcher thier, die sich den winter verbergen, oft über die masz feist werden, so dargegen die hitzigen mager und rhan bleibend. Wirsung arzneib. (1572) 538; nach disem hirsch hab kein verlangen, er ist so dür mager und ran, ein feisten ich wol finden kan. Schade sat. u. pasqu. 1, 150, 178, die schenkel aber wolt er (der sich beschauende hirsch) nicht han, sie warn zu dürr und viel zu rhan. Waldis Esop 1, 86, 12. 2@dd) vom dünnen gedärm: ylion, ein langer raner darm bei siben oder acht ellenbogen. Gersdorf feldb. d. wundarzn. 11; ilion ist der lang ran darm. 97; die wunden des magens und [] der kleinern ranen därm aber fürnehmlich des lehrdarms .. sind unheilbar. Walth. Ryff chirurg. 76b; krimmen und darmgicht der ranen därm. schwang. frauen rosengarten 101a. 2@ee) von pflanzen, stengeln, zweigen, bäumen: es (das kraut) hat einen kleinen ranen stengel. Thurneiszer von wassern (1572) 374; dies kräutlein hat eine zertheilte lange und rane ... wurzel. erdgewächse (1578) 54; welche wurzel undenausz mit einem ranen subtilen schwenzlein wechset. 58; wann die stauden und bäumlin, die es trägt, ran, aufrecht, ungekrümmt ... sint. Sebiz feldb. 25; aus der wurzel wachsen dünne rahne stengel. Tabernaem. 372; das holz vom königsapfelbaum, vom rahnen feigenbaum. anm. weiszh. lustg. 71; der baum vergleicht sich fast einem birenbaum, allein dasz er etwas dünner und rahner ist. 387; ich habe einmahl gelesen, dasz eine gewisse persohn den teufel im traume sahe, so rahn und hoch, wie ein cypressenbaum. pers. baumg. 1, 6; eine weidene .. rahne ruthen. Hohberg 3, 2, 374a; die vögel mit dem leim zu fangen, nimmt man eine lange rahne stange. ebenda. 2@ff) rahn vom wein: die wein haben auch ihre krankheiten und mängel, die ich alle curirn kan. ist ein wein weich und zehe, dasz man ihn aufhasteln könde, so hilf ich ihm .. ist er rahn und so roth wie ein fuchs, so bring ich ihm seine natürliche farb in dreien tagen wider. Simpl. 3, 186 Kurz; vergl. dazu der raan, ein geschmack etlicher alten wynen, caries vini. Maaler 321b; vielleicht auch vom bier: und sie (die bettler) mit etlichen rahnen bier beschenket. Pape bettel- u. garteteufel M 5a (wenn hier nicht druckfehler für kannen).
7587 Zeichen · 147 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rahn

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Rahn , adj. et adv. S. Adelung Rahnig .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rahn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rahn , Rudolf , Kunsthistoriker, geb. 24. April 1841 in Zürich, studierte auf den Universitäten Zürich, Bonn und Berlin,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rahn

44 Bildungen · 19 Erstglied · 24 Zweitglied · 1 Ableitungen

rahn‑ als Erstglied (19 von 19)

rahn I

SHW

rahn I Band 4, Spalte 1191-1192

rahn II

SHW

rahn II Band 4, Spalte 1191-1192

rahnbiegend

DWB

rahnbiegend , part. : bei eim wolgesetzten müllersackstracken mann von leib ( steht ) auch ein ranbigend, tieffundament gewelbig, wol gegoss…

Rahnen

Campe

rah·nen

† Rahnen , v. trs . dehnen, strecken; rangen. D. Rahnen .

rahngliederig

PfWB

rahn·gliederig

 rahn-gliederig Adj. : = PfWB feingliederig ; e rohgliedriches Männche [Gal-Hohenbach ( Krämer Gal 171)]; vgl. PfWB rahnknöchelig . Das Bes…

rahnheit

DWB

rahn·heit

rahnheit , f. : dünne, ranheit, tenuitas, gracilitas, subtilitas. Calepin. (1570) 1534 .

rahnig

DWB

rahnig , adj. wie rahn, s. d. nr. 1: jedoch kein hasen sie erleuft, wer sie noch so ranig und mager. lied von 3 löblichen bewrin, flieg. bl.…

rahnig I

SHW

rahnig I Band 4, Spalte 1191-1192

rahnig II

SHW

rahnig II Band 4, Spalte 1191-1192

rahnjan

KöblerGot

rahn·jan

rahnjan , sw. V. (1) nhd. rechnen, berechnen, halten für, rechnen unter, anrechnen ne. estimate (V.), reckon, figure out, evaluate, assess (…

rahnknöchelig

PfWB

rahn·knoechelig

rahn-knöchelig Adj. : = PfWB feinknöchelig , rahⁿknechlich [ RO-Messbhf ]; vgl. PfWB rahngliederig .

Rahnock

MeckWB

rah·nock

Wossidia Rahnock Pl. -en f. äußerstes Ende der Rahe: cornua antenarum 'de ende edder spitzen an der segelstange, de Rahnocken' Chytr. (1585)…

rahnrübe

DWB

rahn·ruebe

rahnrübe , f. rote lange rübe: krautstengel, ruben, mörhen, pfätterrübel, rahnruben ( als futter für schweine ). Hohberg 2, 309 a . vergl. o…

Rahnschaub

ElsWB

rahn·schaub

PfWB Ra h nschaub , Anschau [Rânœyp Betschd. ; Ânœy Hag. ] m. Schwingelgras, Festuca silvatica, auch Carex silvatica, trockenes Waldgras, …

rahn als Zweitglied (24 von 24)

älterahn

DWB

aelte·rahn

älterahn , m. proavus, s. die unter ahn beigebrachte stelle Lessings.

Dohlkrahn

RhWB

Dohl-krahn -kr: Sieg-Fussh f.: dass.

drehkrahn

DWB

dreh·krahn

drehkrahn , m. womit man lasten in die höhe hebt, franz. chevre, engl. crane Beil 151 .

geschoszkrahn

DWB

geschosz·krahn

geschoszkrahn , m. krahn an lafetten schwerer geschütze, um die geschosse ins rohr zu heben Röhrig a. a. o.

Mastenkrahn

Campe

masten·krahn

Der Mastenkrahn , — es, Mz. — e , ein dem Krahne ähnliches Werkzeug oder Gerüst, mit dessen Hülfe man die Masten in die Schiffe setzt.

Oberahn

DRW

ober·ahn

Oberahn, m. Vorfahr der vierten Generation unter denen sechzehen obersten ahnen, oder so genannten ober-ahnen, passiren nicht allein diejeni…

scherenkrahn

DWB

scheren·krahn

scherenkrahn , m. mastenmaschine mit drehbarem gerüste, die mächtigste art hebemaschinen, meist in hafenplätzen verwendet, s. Karmarsch-Heer…

steinkrahn

DWB

stein·krahn

-krahn , m. ' eine maschine, mittelst welcher man grosze steine ... in die höhe winden kann ' Jacobsson 7, 442 b ;

strahn

DWB

strahn , m. , s. DWB strähne .

uferkrahn

DWB

ufer·krahn

-krahn , m. krahn am quai, auf dem molo, s. Karmarsch-Heeren techn. wb. 3 4, 306; die gröszten lasten, welche von den ... uferkranen bewälti…

ururahn

DWB

ururahn , -ahne , m. , urahn mit ur- C 4 b. syn. urguckahne Fischer schwäb. wb. 6, 296 ; 311: in der obristen zell stet ururahnhere oder uru…

ururururälterahn

DWB

ururururälterahn Lessing 1, 8 M. in der th. 1, 192 mitgetheilten stelle. vgl. Scheffels ururururwald bei Behaghel von deutscher sprache 82 .…

vorahn

DWB

vor·ahn

vorahn , m. : also nennt man die sechs ahnen, weiter hinaus sind die vorahnen oder vorfahren, majores Schottel haubtspr. 258 ; dieselbe welt…

vorderahn

DWB

vorde·rahn

-ahn , m. , gelegenheitsbildung, so viel wie ahn, vorfahr ( s. oben 7): bisweilen geschiehts, dasz kinder den eltern der eltern ähnlicher we…

voroberurahn

DWB

voroberurahn , atavus 28. — voroberuranfrau, atavia 545. — s. zu diesen schwerfälligen bildungen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2088 . — vg…

Ableitungen von rahn (1 von 1)

rahne

DWB

rahne , f. 1 1) schlankheit, schmächtigkeit: gracilitas, klaine, rane, megere Dief. 267 c . 2 2) eine rote rübe von langer form ( vgl. rahnr…