Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
quarren
quarren
quarren Vb. ‘wehleidig quäken, in weinerlichem Tonfall jammern, einen heiseren, schnarrenden Laut von sich geben’, seit dem 18. Jh. in der Literatursprache bei norddeutschen Schriftstellern zunächst für die Lautäußerung des Frosches bezeugt, nach mnd. quarren ‘grollende, brummende Töne ausstoßen’; lautnachahmend, vgl. (stark flektierendes) ahd. queran ‘seufzen’ (9. Jh., irqueran, um 800) und parallele Bildungen wie nhd. (landschaftlich) querren, quirren, quurren. Zieht man aind. gṛṇā́ti ‘ruft, ruft an, preist’, lit. gìrti ‘rühmen, loben’, aslaw. granъ ‘Formel, Vers’, lat. grātēs (Plur.) ‘Dank’ heran, so kann (trotz semantischen Schwierigkeiten) ein Anschluß an die Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘die Stimme erheben, loben, preisen’ erwogen werden. Jedoch können die mit qu- anlautenden dt. Formen auch für Anlautvarianten von ahd. kerran ‘ächzen, knarren, plappern’ (8. Jh.), karrōn ‘knarren, quietschen, toben’ (11. Jh.), mhd. (landschaftlich) karren, kerren, aengl. ceorran ‘knarren, kreischen’, anord. kurra ‘knurren, murren’ gelten, so daß eine Verbindung zu der unter krähen, Kranich (s. d.) angeführten Schallwurzel ie. *ger- ‘heiser schreien’ möglich ist.