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Pech

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Pech

Bd. 3, Sp. 1200
Pech 1. Das war Pech, sagte der Schuster, als er Butter haben wollte und in den Quark griff. 2. Mancher bringt kein Pech hervor und will Honig machen. 3. Pech und Theer ist Ein Heer. 4. Pech und Theer ist Schiffers Ehr'. n.: Peg og tiere er baadsmends ære. (Prov. dan., 60.) Schwed.: Beck och tjära ar båtsmans ehra. – Det är ingen lastelig orenlighet, som man kan twätta af sig. (Törning, 11.) 5. Pech und Unverstand gehen nicht von der Hand (kleben fest). 6. Rühr' nicht an heiss Pech ohne einen langen Löffel. 7. We met Peich ömgeht, beschmiert sich de Häng. (Aachen.) – Firmenich, I, 494, 149. 8. Wei Pick anpäcket (anfasst), de beschnuddelt sik. (Waldeck.) – Firmenich, I, 326, 54. 9. Wer das Pech rühret an, bringet ein flecken auch darvon. – Henisch, 1040, 48; Petri, II, 244. 10. Wer in heisses Pech greift, zieht die Hand gar schnell zurück. »Wer heisses Pech anrührt, Masen davon führt.« (Eiselein, 504.) Lat.: Hoc scio pro certo, quod si cum stercore certo vinco seu vincor, semper ego maculor. 11. Wer kann für Pech, wenn's Haus voll ist. 12. Wer mit bech oder koln vmbgeht, der bescheisst leicht die hend. – Franck, I, 85a; Gruter, I, 81; Egenolff, 345a; Petri, II, 737. Mhd.: Swer heizez bech rüeret, meil er dannen füeret. (Freidank.) – Wer daz pech rüeret an, derselb wirt flecket davon. (Vintler.) (Zingerle, 112.) Lat.: Nam tangendo picem vix expurgaris ad unguem. (Ruodlieb, 457.) 13. Wer mit Pech umgeht, der klebt. – Parömiakon, 331. 14. Wer Pech an den Fingern hat, kommt leicht zu Hanf um den Hals. – Altmann VI, 510. Nach älterm Recht wurden die Diebe gehängt. 15. Wer Pech angreifft, der besudelt sich. – Sir. 13, 1; Schaltjahr, III, 654; Henisch, 226, 20; Herberger, I, 46; Heshusius, CCXIV; Lehmann, 859, 2; Gaal, 1239; Bücking, 140; Mayer, I, 177; Eiselein, 504; Müller, 6; Simrock, 7730; Körte, 4689; Schulze, 151; Zehner, 370; Parömiakon, 691; Lohrengel, I, 834; Braun, I, 3192; Masson, 272; für Waldeck: Curtze, 333, 239. Auch der blosse Unverstand klebt wie Pech am Menschen und kann auch oft nicht durch das siedende Wasser des Unglücks von ihm losgeweicht werden. »Wer mit Bech umbgehet, der schmecket, der mit Schwannen umbgehet, der stinckt; der mit Kuchlen, der schmergelt; der mit Essig, der säurelet; der mit Einheizen, der brämbselet; der mit Geissen, der böckelet; der mit Säuen, der schweinelet; der mit Taback, der rauchelet, der mit Schelmen umbgehet, der schelmelet; der mit Lugnern umbgehet, schwalbelet. Bei Unzüchtigen lernet man Galanisiren oder gailanisiren.« (Chaos, 931.) »Also wenn einer bech anrürt, so wirdt er vom Bech beschmiert.« (Waldis, I, 63, 19.) »Wer mit pech vnd kolen handthiert, leichtlich sein händ derselb beschmiert.« Bleibe dem Schwarzen fern, denn Schwarzes beschmuzt, sagen die Osmanen. (Schlechta, 345.) Bei Tunnicius (417): De dat pek rört, de besmittet sik. (Inquinat et digitos cui pix attingitur atra.) Böhm.: Kdo se s smolou obírá, zmaže se od ní; kdo s ohnĕm, spáli se. – Kdo s smolou zachází, od ní zkálen bývá. (Čelakovský, 40.) n.: Hvo som rører ved beg, besmitter sig. (Prov. dan., 60; Bohn I, 379.) Engl.: Harm watch, harm catch. (Masson, 273.) – He that handles pitch shall foul his fingers. (Marin, 8.) – Touch pitch and you will be a filed. Frz.: Celui qui touche de la poix en sera souillé. (Cahier, 1425.) – Fange sèche envy s'attache – On ne manie pas la poix sans se poisser. (Cahier, 1426.) – Qui traite la poix s'embrouille les doits. (Leroux, II, 311.) Holl.: Die bi den pec wandert, wart daer af besmet. (Tunn., 11b, 6.) – Die met pek omgaat, wordt ermede besmet. – Grijp je pek, daar blijft en vlek. (Harrebomée, II, 176a.) It.: Chi tocca la pece, si sporca le mani. (Gaal, 1239; Pazzaglia, 375, 3; Bohn I, 86.) Krain.: Kdor za smolo prime, se osmoli. (Čelakovský, 40.) Lat.: Pix dum palpatur, palpans manus hic maculatur. (Binder II, 2582; Fallersleben, 254; Neander, 302; Masson, 273; Sutor, 562.) – Qui tetigerit picem, inquinatur ab ea. (Egeria, 246; Gaal, 1239.) Lit.: Kurs pikkin nutwer, nusimursztin. (Čelakovský, 40.) Poln.: Kdo się dotyka smoły, zmaže się od niéj. (Čelakovský, 40.) Schwed.: Den som kommer wid tjära, blir nedsmörd deraf. Slow.: Kdor za smolo prime se osmoli. Span.: Quien anda con pez, se manchará los dedos. (Masson, 273.) Ung.: A' ki szurokkal bánik, megszurkollya magát. – Ha megfogod a' szekerkenöt, kőntösödre ragad. (Gaul, 1239.) 16. Wer Pech angreift, besudelt sich; wer aus der Bulle (Flasche) trinkt (säuft), bedudelt sich. 17. Wer Pech hat, bricht den Finger im Arsch (oder: im Haferbrei) ab. Lat.: In plano frangit, cui sors est invida, plantam. (Altdorf, 62; Binder II, 1459.) 18. Wer Pech hat, stolpert im Grase, fällt auf den Rücken und bricht die Nase. – Masson, 343. 19. Wo me sich bei Peich niersetzt, do steht men auch bei op. (Aachen.) 20. Ar hat 'n 's Pach 'runter gathant (gethan). (Nürnberg.) – Frommann, VI, 329, 305. Er hat ihn bestraft, derb ausgescholten; besonders einen Vorwitzigen. 21. Da klebt Pech. – Eiselein, 504. 22. Er hat Pech. – Wurzbach II, 273. Seine Unternehmungen und Plane mislingen. 23. Er hat Pech am Fidle. In dem Sinne von 25. Spottweis heisst man in Schwaben auch den Schuhmacher Pechfidle. 24. Er hat Pech an den Fingern (Händen). Auch russisch Altmann VI, 512. Es bleibt ihm fremdes Gut daran hangen. In Oberösterreich: Pick a dö Finger habe. Lat.: Omnia viscatis manibus legit, omnia sumit. (Philippi, II, 71.) 25. Er hat Pech an den Hosen. – Eiselein, 504; Klein, II, 48. Von einem, der bei einem Besuche ungebührlich lange verweilt, der in Gesellschaft hängen bleibt. In Schwaben: Er hôt Pech an de Hosa. (Michel, 263; Nefflen, 457.) »Es gefallt mir, es geht fein von statten, besser als Bech von Hosen.« (Fischart, Gesch., in Kloster VIII, 252.) Holl.: Het is een regte pekbroek. – Hij heeft pek aan zijne broek (zijn gat). (Harrebomée, II, 176b.) 26. Er hat Pech beim Wein. – Schöpf, 491. Er ist im Wirthshause nicht vom Weinglase wegzubringen. 27. Er hat Pech unter sich. Der das Nachhausegehen Vergessende, der nicht Fortzubringende. Lat.: Hercules hospitatur. (Erasm., 905; Philippi, II, 175.) 28. Er kommt aus dem Pech nicht heraus. Lat.: Semper Ilio mala. (Tappius, 232a.) 29. Er sitzt im Pech. – Masson, 344; Braun, I, 3194. Holl.: Hij steekt in het pek. (Harrebomée, II, 176b.) 30. Es ist Pech auf der Bank. Wenn jemand irgendwo ungebührlich lange sitzen bleibt. 32. In Pech's Einöde. – Wurzbach II, 274. Im finstern Abgrunde der Hölle. 33. Nu a mich ins Pech gefûrt hôt, lässt a mich drin stecken. (Schles.) – Frommann, III, 412, 465. 34. Pech geben. Den Rückzug antreten, fliehen. »Unsere Batterien begrüssten den feindlichen Dampfer so, dass er schleunigst Pech gab.« (Bresl. Zeitung, 1864, Nr. 302.) 35. Pech im heissen Ofen aufbewahren. (S. Fuchs 365.) – Altmann V, 523. 36. Und wenn's Pech wäre, zugegriffen, ist's umsonst. [Zusätze und Ergänzungen] 37. Er will schwarzes Pech mit schwarzem Pech weiss waschen. Er erwidert Schimpfwort mit Schimpfworten. Lat.: Convicium convicio regere est lutum luto purgare. (Sailer, Sprüche, 182, 83.) 38. Sei's auch Pech, nur sei's umsonst. – Merx, 67. 39. Wer in dem peche gern vmbprudelt, klag nicht, so er die hend besudelt. Lat.: Omnia contacta denigrat pix calefacta. – Pix dum palpatur, palpando manus maculatur. (Loci comm., 31.) 40. Wer Pech hat, der ertrinkt auf trocknem Boden, sagte Hans, als der Zigeuner ertrank, da er ans Ufer gekommen war. – Schuller, 46.
7529 Zeichen · 247 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    pech

    Althochdeutsches Wörterbuch

    pech Gl 3,92,65 s. gi- [h]raspahi.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    PECH

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    PECH s. bech (pechich arzneib. Diemer G. III ).

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pêch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Pêch , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, ein festes Harz, welches, wenn man es ang…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pech

    Goethe-Wörterbuch

    Pech 1 (durch Destillation von harzhaltigem Holz, Kohle od Erdöl entstehender) schwarzer, teerartig-zähflüssiger Stoff; …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pech

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Pech , durch Sieden gereinigtes Harz der Nadelholzarten, von mehr oder weniger spröder Consistenz, von verschiedener Far…

  6. modern
    Dialekt
    Pech

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Pech Band 2, Spalte 2,3–5

  7. Sprichwörter
    Pech

    Wander (Sprichwörter)

    Pech 1. Das war Pech, sagte der Schuster, als er Butter haben wollte und in den Quark griff. 2. Mancher bringt kein Pech…

  8. Spezial
    pech

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    pech [pẹch] m. (pec) Bäcker m. ( → furná). ▬ fá le pech den Bäckerberuf ausüben. ✒ pec y morinas n ’ aroba nia, an ti al…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pech

384 Bildungen · 290 Erstglied · 90 Zweitglied · 4 Ableitungen

pech‑ als Erstglied (30 von 290)

Pecharsch

SHW

Pech-arsch Band 1, Spalte 639-640

Pechblume

SHW

Pech-blume Band 1, Spalte 639-640

Pechdraht

SHW

Pech-draht Band 1, Spalte 639-640

Pechei

SHW

Pech-ei Band 1, Spalte 639-640

Pechesel

SHW

Pech-esel Band 1, Spalte 639-640

Pechfackel

SHW

Pech-fackel Band 1, Spalte 639-640

Pechfarze

SHW

Pech-farze Band 1, Spalte 639-640

Pechfarzer

SHW

Pech-farzer Band 1, Spalte 639-640

Pechhans

SHW

Pech-hans Band 1, Spalte 639-640

Pechhengst

SHW

Pech-hengst Band 1, Spalte 639-640

Pechkanone

SHW

Pech-kanone Band 1, Spalte 639-640

Pechkopf

SHW

Pech-kopf Band 1, Spalte 639-640

Pechkugel

SHW

Pech-kugel Band 1, Spalte 639-640

Pechkübel

SHW

Pech-kübel Band 1, Spalte 639-640

Pechliese

SHW

Pech-liese Band 1, Spalte 639-640

Pechmilch

SHW

Pech-milch Band 1, Spalte 639-640

Pechnelke

SHW

Pech-nelke Band 1, Spalte 639-640

Pechofen

SHW

Pech-ofen Band 1, Spalte 639-640

Pechsack

SHW

Pech-sack Band 1, Spalte 639-640

pech als Zweitglied (30 von 90)

begrīpech

KöblerMnd

begrīpech , Adj. Vw.: s. begrīpich

Büppech

Idiotikon

Büppech Band 4, Spalte 1427 Büppech 4,1427

Chǟsappech

Idiotikon

Chǟsappech Band 2, Spalte 937 Chǟsappech 2,937

Epfelhappech

Idiotikon

Epfelhappech Band 2, Spalte 937 Epfelhappech 2,937

Fáßpech

Adelung

fass·pech

Das Fáßpech , des -es, plur. inus. ein besonders zubereitetes Pech, womit die Bierfässer gepichet werden.

Faßpech

BWB

Faßpech Band 2, Spalte 2,7

Ableitungen von pech (4 von 4)

entpechen

DWB

entpechen , pice liberare, lospechen.

peche

AWB

peche . Gl 3,642,23 s. behhari.

verpechen

DWB

verpechen , verb. mit pech verkleben, befestigen, mhd. verbichen. 1 1) nhd. verpichen, verbichen, mit päch verkleiben und vermachen, oppilar…