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Partei

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
16 in 15 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Partei f.

Partei f.

Partei f. ‘Gruppe Gleichgesinnter, Vereinigung von Personen mit der gleichen politischen Überzeugung, um bestimmte Ziele durchzusetzen’, auch ‘Partner eines Vertrags, einer der beiden Gegner im Rechtsstreit’, mhd. partīe ‘Abteilung, Personengruppe, Gruppierung’, mnd. partī(g)e ‘Personenverband, Parteiung, einseitige Parteinahme, Prozeßpartei’, entlehnt aus afrz. partie ‘Teil, Gebiet, Anteil, Verteilung, Trennung, Rechtshandel, Heiratsmöglichkeit, Seite, Richtung, Gegner’, dem substantivierten Femininum des Part. Perf. von afrz. mfrz. partir ‘teilen, verteilen, trennen, sich entfernen, aufbrechen’ (frz. partir ‘abreisen, aufbrechen, losgehen’), dem lat. partīre (partītum), auch partīrī ‘teilen, trennen, zuteilen’ zugrunde liegt; dieses ist gebildet zu lat. pars (Genitiv partis) ‘Teil, Anteil, Seite’. Partei ‘Personengruppe mit gemeinsamen Interessen’, das in einigen Verwendungen noch längere Zeit im Wechsel mit später entlehntem Partie (s. d.) gebraucht wird, bezeichnet seit dem 15. Jh. auch jede der in Verhandlungen oder einem Rechtsgeschäft sich gegenüberstehenden Seiten (‘Vertragspartner, Prozeßgegner’) sowie (zuerst niederrhein.) eine Gruppe mit gemeinsamem Wohnsitz (‘Haushaltung, Familie, Mietspartei’, obsächs. 1Parte f.); vom 16. Jh. an steht es für ‘sich von anderen sondernde politische oder konfessionelle Gesinnungsgemeinschaft’ und vereinzelt schon für ‘Heiratsmöglichkeit, zu heiratende Person’ (besonders unter dem Gesichtspunkt der Vermögensverhältnisse, hierfür seit dem 17. Jh. auch Partie, das sich schließlich durchsetzt); in der Militärsprache des 17. Jhs. ist es außerdem ‘Streifzüge unternehmende kleine Schar’. In mehreren seiner Bedeutungen, namentlich im Sinne von ‘politische Organisation’, zeigt Partei semantischen Einfluß des (ebenfalls zu afrz. mfrz. partir gehörenden) Maskulinums mfrz. frz. parti ‘Anteil, Lage, Beruf, Stand, zu heiratende Person, Entschluß, Interessengruppe, Organisation’, frz. auch ‘Trupp von Soldaten, Streifkorps’ (afrz. parti ‘Teil, Anteil, Menge, Lage’). – Parteigänger m. ‘Anhänger einer politischen Richtung, einer Persönlichkeit’ (Anfang 19. Jh., meist abschätzig), zuvor ‘Führer oder Angehöriger einer Streifzüge unternehmenden Schar’ (17. Jh.). Parteigenosse m. ‘Mitglied einer politischen Partei’ (Anfang 19. Jh.), in der Sozialdemokratie seit den 70er Jahren des 19. Jhs. allmählich durch die kürzere Form Genosse (s. d.) verdrängt. parteiisch Adj. ‘einseitig für eine Partei, eine bestimmte Interessengruppe, einen von zwei Gegnern eingestellt, voreingenommen, befangen’ (16. Jh.), auch ‘einer Gruppe, Partei angehörend, zu ihr stehend’ (15. Jh.); entsprechend unparteiisch Adj. (15. Jh.). parteilich Adj. ‘eine Partei betreffend, vertretend, Partei ergreifend’ (20. Jh.), ‘parteiisch’ (15. Jh.). Parteilichkeit f. ‘theoretisches und praktisches Eintreten für die Interessen einer Partei’ (20. Jh.), ‘einseitige Stellungnahme oder Beurteilung’, auch ‘Uneinigkeit’ (um 1500). Parteiung f. ‘Zersplitterung in einander bekämpfende Parteien, Spaltung, Zwietracht’ (Ende 15. Jh.); vgl. mhd. partīen ‘(sich) in Parteien spalten’.
3105 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ParteiDie

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Die Partei , Mz. — en , überhaupt mehrere Dinge Einer Art, ohne Rücksicht auf die größere oder kleinere Menge. Eine Part…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    2Partei

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Partei Familienname eines Schreibers am päpstlichen Hof 50,114 ReinF VIII 322 [ Zit s v Johannes ] Renata Kwaśniak, Mi…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Partei

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Partei , vor Gericht, die streitenden Personen; P. verhandlung , ihre Vorträge.

  4. modern
    Dialekt
    Partei

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Partei Band 1, Spalte 1,1212f.

  5. Sprichwörter
    Partei

    Wander (Sprichwörter)

    Partei 1. Die Parteien würden oft zusammenkommen, wenn die Advocaten nicht dazwischenständen. Die Aegypter sagen: Die Pa…

  6. Spezial
    Partei

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Par|tei f. (-,-en) 1 (in der Politik) partí (-tis) m. 2 (vor Gericht) pert (-s) f. ▬ Partei ergreifen tó posiziun ; in e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit partei

154 Bildungen · 141 Erstglied · 11 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von partei

part + -ei

partei leitet sich vom Lemma part ab mit Suffix -ei.

Zerlegung von partei 2 Komponenten

par+tei

partei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

partei‑ als Erstglied (30 von 141)

partei(j)isch

Idiotikon

partei(j)isch Band 4, Spalte 1625 partei(j)isch 4,1625

Parteiabzeichen

PfWB

partei·abzeichen

Partei-abzeichen , Partei-buch , Partei-fahne , Partei-herrschaft , Partei-mitglied , Partei-wirtschaft wie im Schd.

Parteiansicht

GWB

partei·ansicht

*Parteiansicht Es kam zur Erwähnung, ob Bérangers heitere Liebeslieder vor seinen politischen den Vorzug verdienten, wobei Goethe seine Mein…

Parteiantrag

DERW

partei·antrag

Parteiantrag, M., ›von einer Partei im Rechtsstreit gestellter Antrag‹, 19. Jh., s. Partei, Antrag

parteibenennung

DWB

partei·benennung

parteibenennung , f. was parteiname: das wort 'tory', welches zu derselben zeit als parteibenennung aufkam, bedeutete in Irland eine art sch…

parteibestrebung

DWB

partei·bestrebung

parteibestrebung , f. : die Jakobiner waren zur anstiftung und begehung jedes frevels geneigt, wenn ihnen derselbe für ihre parteibestrebung…

Parteibetrieb

DERW

partei·betrieb

Parteibetrieb, M., ›Dispositionsmaxime, Verfahrensgrundsatz nach dem die Einlei- tung und Fortführung eines Prozesses nur auf Grund von Proz…

parteien

DWB

part·eien

parteien , verb. , reflexiv, sich in parteien spalten, uneinig mit einander werden, partei wider jemanden nehmen ( vgl. parteier), spätmhd. …

parteien

FWB

1. ›sich in Parteien teilen, Gruppen bilden; Parteiungen anzetteln, jn. zu Parteiungen bewegen, Zwietracht säen‹.; 2. ›Partei ergreifen, sic…

Parteienbefehl

DRW

parteien·befehl

Parteienbefehl, m. amtliches Schreiben an eine Partei (I) [Taxordnung:] ain gemainen parteienbevelch umb 20 kr. 1545 Fellner-Kretschmayr II …

Parteieneid

Meyers

parteien·eid

Parteieneid , der einer Partei auferlegte Eid, im Gegensatze zum Zeugeneid. Vgl. Eid.

parteieneifer

DWB

parteien·eifer

parteieneifer , m. : es bedurfte nur einer kleinen abwesenheit des parteieneifers ( der Leibnitzianer und Cartesianer ) .., so war die besch…

Parteienhandel

DRW

parteien·handel

Parteienhandel, m. Bestw. auch Partei- I Vorgang, an dem eine private Partei (und nicht die Obrigkeit als solche) beteiligt ist woellen wir …

parteienkampf

DWB

parteien·kampf

parteienkampf , m. kampf der parteien gegen einander ( vgl. parteikampf) Becker weltgesch. 13, 85 .

Parteienrat

DRW

parteien·rat

Parteienrat, m. Sitzung des Parteihofrats wellen wir, das an unserm hofe [zu allen parteisachen, so iustitiam betreffen] ain steter parteien…

Parteiensekretar

DRW

parteien·sekretar

Parteiensekretar, m. leitender Beamter beim Parteihofrat [die Schreiben an die Parteien soll] derselb parteiensecretari ... dem ordenlichen …

Parteienstaat

DERW

parteien·staat

Parteienstaat, M., ›durch politische Par- teien bestimmter Staat‹, 2. H. 20. Jh., s. Partei, Staat

Parteientag

DRW

parteien·tag

Parteientag, m. Versammlungstag von Parteien (II) wir den partheyentag gen Kaufbeuren auf den 14. tag des monats julij gesetzt haben 1525 Mi…

Parteienverhör

DRW

Parteienverhör, n. gerichtliche Einvernahme herbracht, daß neben dem herren richteren der scholteis dem partheyenverhoer, wan dieselbige vor…

partei als Zweitglied (11 von 11)

Mauspartei

DRW

maus·partei

Mauspartei, f. zu mausen (II) Diebesbande, auch polemisch gebr. wegen des abgenommenen viehes im teltowischen kraise, daß es möge restituier…

Mißhellspartei

DRW

Mißhellspartei, f. Partei in einem Streit den mißels partheien nach ihren besten verstand verhelfen mit abmeßen, zumeßen, föhren zu richten,…

Prinzipalpartei

DRW

prinzipal·partei

Prinzipalpartei, f. Prozeßpartei iU. zu deren Vertreter welcher sin recht durch anwalt gefürt hett, so sollen die wort der vrteil vff den an…

Raubpartei

DRW

raub·partei

Raubpartei, f. wie Räubervolk auf denen ämbtern, die noch wegen deren raubparteien die sichersten zu erachten 1644 ProtBrandenbGehR. II 355 …

stallpartei

DWB

stall·partei

stallpartei , f. : jrer fürstl. durchlaucht stallpartei. steir. handschr. v. 1709 bei Unger-Khull 568 b .

Tapisseriepartei

DRW

tapisserie·partei

Tapisseriepartei, f. Herstellungs- bzw. Lieferanteil an einer Tapezerei vgl. Partei (IV) S., tapitzierknecht, in abslag seiner tappissereipa…

Teidingspartei

DRW

teiding·s·partei

Teidingspartei, f. Prozesspartei bdv.: Teidinger (II) die recht vergoͤnnen den teidigs parteien beid in grossen vnnd kleinen, wichtigen vnd …

widerpartei

DWB

wider·partei

widerpartei , f. , gegenpartei, gegner, zu partei 2 und bes. 3 b teil 7, sp. 1466; spätmhd. widerpartîe, mnd. wedderpartie, mnl. wederpartie…

Ableitungen von partei (2 von 2)

unparteilich

DWB

unparteilich , adj. adv. , gth. v. parteilich. mnd. unpartielik; mnl. onpartilijc. von Adelung in edlerer schreibart als wohlklingender dem …

urpartei

DWB

-partei Spengler untergang des abendlandes 2, 562 , beide mit ur- C 4 c. —