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Partei

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Partei Die

Bd. 3, Sp. 587a
Die Partei, Mz. — en, überhaupt mehrere Dinge Einer Art, ohne Rücksicht auf die größere oder kleinere Menge. Eine Partei Waaren. Man kauft die Waaren in Parteien wohlfeiler als einzeln. Eine Partei Gassenjungen, Zuschauer , eine Menge. Besonders, eine Menge Menschen Einer Art, Einer Verrichtung  So heißen die zur Jagd oder Jägerei gehörigen Personen Jagdpartei, welche Jagdpartei in Wien wieder in die Rüdenpartei, Reiherpartei, Krähenpartei  getheilt ist. So ist im Kriegswesen die Partei auch ein Haufen Soldaten von unbestimmter Anzahl (Détachement). Eine Partei auf Kundschaft ausschicken. Streifende Parteien, umherstreifende Haufen von Soldaten, um etwas zu erbeuten, zu plündern  Daher, auf Partei ausgehen, auf Beute ausgehen. I engeren Bedeutungen, mehrere Personen, welche einerlei Meinungen, Grundsätze, Glauben haben (Faction, Secte); in Gegensatz derer, welche entgegengesetzte Meinungen, Grundsätze, Glauben haben. Der Staatsrath war in mehrere Parteien getheilt. Von einer Partei zur andern übergehen. Es gab in Deutschland immer eine Französische Partei, die es mit Frankreich hielt und an Deutschland zum Verräther wurde. Eines Andern Partei halten, von seiner Partei sein, es mit ihm halten, mit ihm gleich gesinnet sein, und Gleiches wollen; auch nur, seine Meinungen, Grundsätze  verfechten, für seinen Vortheil kräftig mitwirken. »Können Sie glauben, daß ich Ire Partei gegen meine Schwester habe halten müssen?« daß ich Sie habe vertreten, Sie vertheidigen müssen? Lessing. Eines Partei nehmen, zu seiner Partei treten, seine Partei ergreifen, sich zu seiner Partei schlagen, zu seiner Partei übergehen. Eines Partei verlassen. I einer Sache Partei nehmen, sich zu einer oder der andern Partei bekennen, sich auf die eine oder die andere Seite schlagen. Sich eine Partei machen, andere Personen auf seine Seite bringen, daß sie ihm anhangen und seine Sache gegen Andersdenkende oder das Gegentheil Wollende verfechten. Besonders, eine Menge, eine Gesellschaft von Personen, die sich zu Einem von dem Glauben der Meisten abweichenden Glauben bekennen, eine Glaubenspartei, Religionspartei. Die Kirche theilte sich frühzeitig in Parteien Zuweilen wird auch eine einzelne Person, in Gegensatz einer andern ähnlichen, eine Partei genannt. So sind zwei Personen, die einen Vertrag mit einander schließen, die beiden den Vertrag schließenden Parteien oder Theile. I noch engerer Bedeutung heißen Parteien, vor Gericht mit einander streitende Personen. Die Parteien vor Gericht laden, verhören, vergleichen, entlassen. Die klagende Partei, der Kläger; die beklagte Partei, der Beklagte, Verklagte. Auch eine Person, welche man heirathet, wird eine Partei (Partie) genannt, mit Hinsicht auf ihre äußern Umstände. Eine gute Partei thun, kreffen, gut, reich heirathen. Frisch. Ehemahls hatte Partei auch die Bedeutung von Streit, Zwist. »Sie han ein klein parthey unnder in.« Theuerdank.
2918 Zeichen · 31 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ParteiDie

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Die Partei , Mz. — en , überhaupt mehrere Dinge Einer Art, ohne Rücksicht auf die größere oder kleinere Menge. Eine Part…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    2Partei

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Partei Familienname eines Schreibers am päpstlichen Hof 50,114 ReinF VIII 322 [ Zit s v Johannes ] Renata Kwaśniak, Mi…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Partei

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Partei , vor Gericht, die streitenden Personen; P. verhandlung , ihre Vorträge.

  4. modern
    Dialekt
    Partei

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Partei Band 1, Spalte 1,1212f.

  5. Sprichwörter
    Partei

    Wander (Sprichwörter)

    Partei 1. Die Parteien würden oft zusammenkommen, wenn die Advocaten nicht dazwischenständen. Die Aegypter sagen: Die Pa…

  6. Spezial
    Partei

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Par|tei f. (-,-en) 1 (in der Politik) partí (-tis) m. 2 (vor Gericht) pert (-s) f. ▬ Partei ergreifen tó posiziun ; in e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit partei

154 Bildungen · 141 Erstglied · 11 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von partei

part + -ei

partei leitet sich vom Lemma part ab mit Suffix -ei.

Zerlegung von partei 2 Komponenten

par+tei

partei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

partei‑ als Erstglied (30 von 141)

partei(j)isch

Idiotikon

partei(j)isch Band 4, Spalte 1625 partei(j)isch 4,1625

Parteiabzeichen

PfWB

partei·abzeichen

Partei-abzeichen , Partei-buch , Partei-fahne , Partei-herrschaft , Partei-mitglied , Partei-wirtschaft wie im Schd.

Parteiansicht

GWB

partei·ansicht

*Parteiansicht Es kam zur Erwähnung, ob Bérangers heitere Liebeslieder vor seinen politischen den Vorzug verdienten, wobei Goethe seine Mein…

Parteiantrag

DERW

partei·antrag

Parteiantrag, M., ›von einer Partei im Rechtsstreit gestellter Antrag‹, 19. Jh., s. Partei, Antrag

parteibenennung

DWB

partei·benennung

parteibenennung , f. was parteiname: das wort 'tory', welches zu derselben zeit als parteibenennung aufkam, bedeutete in Irland eine art sch…

parteibestrebung

DWB

partei·bestrebung

parteibestrebung , f. : die Jakobiner waren zur anstiftung und begehung jedes frevels geneigt, wenn ihnen derselbe für ihre parteibestrebung…

Parteibetrieb

DERW

partei·betrieb

Parteibetrieb, M., ›Dispositionsmaxime, Verfahrensgrundsatz nach dem die Einlei- tung und Fortführung eines Prozesses nur auf Grund von Proz…

parteien

DWB

part·eien

parteien , verb. , reflexiv, sich in parteien spalten, uneinig mit einander werden, partei wider jemanden nehmen ( vgl. parteier), spätmhd. …

parteien

FWB

1. ›sich in Parteien teilen, Gruppen bilden; Parteiungen anzetteln, jn. zu Parteiungen bewegen, Zwietracht säen‹.; 2. ›Partei ergreifen, sic…

Parteienbefehl

DRW

parteien·befehl

Parteienbefehl, m. amtliches Schreiben an eine Partei (I) [Taxordnung:] ain gemainen parteienbevelch umb 20 kr. 1545 Fellner-Kretschmayr II …

Parteieneid

Meyers

parteien·eid

Parteieneid , der einer Partei auferlegte Eid, im Gegensatze zum Zeugeneid. Vgl. Eid.

parteieneifer

DWB

parteien·eifer

parteieneifer , m. : es bedurfte nur einer kleinen abwesenheit des parteieneifers ( der Leibnitzianer und Cartesianer ) .., so war die besch…

Parteienhandel

DRW

parteien·handel

Parteienhandel, m. Bestw. auch Partei- I Vorgang, an dem eine private Partei (und nicht die Obrigkeit als solche) beteiligt ist woellen wir …

parteienkampf

DWB

parteien·kampf

parteienkampf , m. kampf der parteien gegen einander ( vgl. parteikampf) Becker weltgesch. 13, 85 .

Parteienrat

DRW

parteien·rat

Parteienrat, m. Sitzung des Parteihofrats wellen wir, das an unserm hofe [zu allen parteisachen, so iustitiam betreffen] ain steter parteien…

Parteiensekretar

DRW

parteien·sekretar

Parteiensekretar, m. leitender Beamter beim Parteihofrat [die Schreiben an die Parteien soll] derselb parteiensecretari ... dem ordenlichen …

Parteienstaat

DERW

parteien·staat

Parteienstaat, M., ›durch politische Par- teien bestimmter Staat‹, 2. H. 20. Jh., s. Partei, Staat

Parteientag

DRW

parteien·tag

Parteientag, m. Versammlungstag von Parteien (II) wir den partheyentag gen Kaufbeuren auf den 14. tag des monats julij gesetzt haben 1525 Mi…

Parteienverhör

DRW

Parteienverhör, n. gerichtliche Einvernahme herbracht, daß neben dem herren richteren der scholteis dem partheyenverhoer, wan dieselbige vor…

partei als Zweitglied (11 von 11)

Mauspartei

DRW

maus·partei

Mauspartei, f. zu mausen (II) Diebesbande, auch polemisch gebr. wegen des abgenommenen viehes im teltowischen kraise, daß es möge restituier…

Mißhellspartei

DRW

Mißhellspartei, f. Partei in einem Streit den mißels partheien nach ihren besten verstand verhelfen mit abmeßen, zumeßen, föhren zu richten,…

Prinzipalpartei

DRW

prinzipal·partei

Prinzipalpartei, f. Prozeßpartei iU. zu deren Vertreter welcher sin recht durch anwalt gefürt hett, so sollen die wort der vrteil vff den an…

Raubpartei

DRW

raub·partei

Raubpartei, f. wie Räubervolk auf denen ämbtern, die noch wegen deren raubparteien die sichersten zu erachten 1644 ProtBrandenbGehR. II 355 …

stallpartei

DWB

stall·partei

stallpartei , f. : jrer fürstl. durchlaucht stallpartei. steir. handschr. v. 1709 bei Unger-Khull 568 b .

Tapisseriepartei

DRW

tapisserie·partei

Tapisseriepartei, f. Herstellungs- bzw. Lieferanteil an einer Tapezerei vgl. Partei (IV) S., tapitzierknecht, in abslag seiner tappissereipa…

Teidingspartei

DRW

teiding·s·partei

Teidingspartei, f. Prozesspartei bdv.: Teidinger (II) die recht vergoͤnnen den teidigs parteien beid in grossen vnnd kleinen, wichtigen vnd …

widerpartei

DWB

wider·partei

widerpartei , f. , gegenpartei, gegner, zu partei 2 und bes. 3 b teil 7, sp. 1466; spätmhd. widerpartîe, mnd. wedderpartie, mnl. wederpartie…

Ableitungen von partei (2 von 2)

unparteilich

DWB

unparteilich , adj. adv. , gth. v. parteilich. mnd. unpartielik; mnl. onpartilijc. von Adelung in edlerer schreibart als wohlklingender dem …

urpartei

DWB

-partei Spengler untergang des abendlandes 2, 562 , beide mit ur- C 4 c. —