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ölen

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ölen

ölen

Öl n. ‘flüssiges Fett, fette dicke Flüssigkeit’, ahd. oli (8. Jh.), mhd. ol(e), oli, öl(e), asächs. oli, mnd. ȫlie (woraus anord. olea, olia), aengl. œli, ele (engl. oil jedoch aus afrz. oile), mnl. ōlie, ōly, nl. olie sind entlehnt aus vlat. *olium, lat. oleum, das auf griech. élaion (ἔλαιον) ‘Olivenöl, Öl’ zurückgeht, ein Wort unbekannter (wohl mediterraner) Herkunft. Daneben steht ahd. (um 800), mhd. olei, mnd. oley aus vlat. *oleion, einer Mischform aus lat. oleum und griech. élaion; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 346 ff. Wort und Sache sind wohl vornehmlich durch das Christentum ins Germ. eingegangen, da im kirchlichen Bereich das Öl bei Taufe, Krankenölung, Priester- und Bischofsweihe ein wesentlicher kultischer Bestandteil ist. Seit dem 17. Jh. wird das Wort auch für Erdöl (s. Erde) und seit dem 18. Jh. für tierische Fette verwendet. – ölen Vb. ‘mit Öl versehen, zubereiten, salben’, mhd. ol(e)n, öl(e)n, oleien. Ölung f. ‘das Auftragen, Zuführen von Öl’; vgl. letzte Ölung ‘Krankensalbung mit geweihtem Öl’ vor zu erwartendem Tode, daher auch ‘Sterbesakrament’, mhd. olunge, ölunge, oleiunge. ölig Adj. ‘ölhaltig’ (16. Jh.), vgl. vorausgehendes spätmhd. ölechtig. Ölbaum m. ‘Olivenbaum’, ahd. oliboum (9. Jh.), mhd. ölboum. Ölgötze m. ‘steifer, teilnahmsloser, verständnisloser Mensch’, nur noch in der Wendung wie ein Ölgötze (dastehen, dasitzen), vgl. da stehn wir wie die ol gotzen (Luther), in den reformatorischen Kämpfen auch eine Schelte für die bei der Weihe gesalbten Priester; vielleicht gekürzt aus Ölberggötze für die am Ölberg schlafenden Jünger (Matth. 26, 40). Oder ist mit Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 310, ausgehend vom betretenen Schweigen der zurückweichenden Häscher auf die Frage Christi „wen sucht ihr?“ im angeführten Lutherzitat, eher an die Soldaten der Kohorte zu denken, die Christus gefangennehmen sollten (Joh. 18, 4 bis 9)? Vgl. Ölberger Plur. (landschaftlich obd.) als Schelte für ‘Häscher, Schergen, Stadtsoldaten’ (16. Jh.).
1990 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ölenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ölen , öln stn. die letzte ölung Mag. cr. 115 b . mit peichten, mit ölen Mz. 4,150.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ölen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Ölen , der

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ölen

    Goethe-Wörterbuch

    ölen Wie kann es einem vernünftigen Manne schmeicheln..seinen Namen auf geöltem [ölgetränktem 52,126,2 ThS V 5 ] Papiere…

  4. modern
    Dialekt
    ölen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    öle n [êlə Hi. Steinb. Su. Dü. ] 1. Öl pressen; 2. schmieren (Maschinen). — Schweiz. 1, 182. Bayer. 1, 62.

  5. Sprichwörter
    Oelen

    Wander (Sprichwörter)

    Oelen Einen ölen, binden und schinden, wenn der Todte nichts mehr kann empfinden. – Fischart, Prakt., in Kloster, VIII, …

  6. Spezial
    ölen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ölen vb.tr. (schmieren) unje (unj, unt). ▬ ein Schloss ölen unje na saradöra.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit oelen

31 Bildungen · 5 Erstglied · 24 Zweitglied · 2 Ableitungen

oelen‑ als Erstglied (5 von 5)

ölenzen

DWB

oelen·zen

ölenzen , verb. nach öl riechen, schmecken Stieler 1382 . vgl. ölelen .

oelen als Zweitglied (24 von 24)

afschȫlen

MNWB

afschȫlen , swv. , wegspülen, weggespült werden.

afspö̑len

MNWB

afspö̑len , swv. , reinigen, abspülen, fortspülen .

ansœlen

MeckWBN

ans·oelen

Wossidia ansœlen anschmutzen, -schmieren: wat hest du di dor nu wedder ansœlt? Lu Ludwigslust@Groß Laasch GLaasch .

besȫlen

MNWB

bes·oelen

besȫlen (besalen) , swv. , besudeln, beschmutzen , maculare, polluere, immundare.

bevö̑len

MNWB

bevö̑len , swv. , fühlen, merken. sik b. fühlen, sich fühlen.

Borgfrölen

MeckWBN

Wossidia Borgfrölen n. Burgfräulein Müll. Reut. 18 a .

dwö̑len

MNWB

1 dwēlen (twelen) , I. stv. ( Prt. dwôl , dwö̑len , Part. [ge]dwōlen ), II. swv. (dwēlede), irren, irre gehen, umherirren, tô jenigen sîden …

gevö̑len

MNWB

gevö̑len , swv. , s. vö̑len. —

grölen

DWB

gro·elen

grölen , vb. 1 1) form und ursprung. die herleitung des erst im 18. jh. häufiger belegten wortes ist schwierig; es scheinen form- u. bedeutu…

herümwœlen

MeckWBN

Wossidia herümwœlen refl. sich herumwälzen: he ... Wäöhlt sick up den Buk herüm Hey. Punsch. 45. Zu walen 1 .

krȫlen

MNWB

kro·elen

krȫlen , grȫlen , swv. , wüst schreien, Lärm machen.

lêt (moelen-)

MNWB

° ~lêt (moelen-), n. , Mühlenlied, verbreitete Allegorie über die Messe. —

²nâspö̂len

MNWB

2° nâspö̂len nachspülen, hinterherspülen (im Wortspiel mit dem vorigen?) (Emder Jb. 20, 124 Anm. 1).

sāg(e)mȫle(n)

MNWB

sāg(e)mȫle(n) , -mölle , f. , Sägewerk, Sägemühle .

schölen

DWB

scho·elen

schölen , verb. , nd. wort. 1 1) spülen Campe, mnd. scholen spülen, eine flüssigkeit hin und her bewegen, im wasser hin und her schwenken, d…

schüffel (moelen-)

MNWB

°* ~schüffel (moelen-) Schaufel für das Getreide in der Mühle (Belege nur spätere Hamb. KR.). —

²spö̂len

MNWB

2 spö̂len (spoͤlen , spoelen) , swv. , trans. spülend reinigen, de kannen s. ; techn. das gesponnene und gehaspelte Garn nach dem Waschen sp…

ümmewö̂len

MNWB

ümmewö̂len , üm- , umb- , swv. : 1. umwühlen , umwälzen, „ Vmmewolen circumrostrare rostro commouere” (Voc. Strals. ed. Damme 441), „ so geb…

underkö̂len

MNWB

under·koelen

° underkö̂len , swv. : unterkühlen, sich erkälten , „ so scult tu ene wol bewaren vnde scult ene alle dage besen vnde scolt ene behoden , da…

underschȫlen

MNWB

under·schoelen

° underschȫlen , swv. ( Part. Prät. -schǖlet ) : sich als Absicht festsetzen, „ dar jo vnderschuled heft, wu me Luneborg vnderbreken vnde de…

upkö̂len

MNWB

upkö̂len , -kü̂len , swv. : 1. c. A. p. jemdn. der Kälte aussetzen, „ Wen men de lude [an der Schwindsucht Erkrankte] men stylle lyggen let …

¹vorkö̑len

MNWB

vor·koelen

1 vorkö̑len , swv. , 1. intrans. kühl werden, erkalten; Part. prät. adj. de vorkö̑lede gōdes minne. 2. kühlen, abkühlen, erfrischen, erquick…

Ableitungen von oelen (2 von 2)

beölen

DWB

beölen , oleo imbuere, mit öl bestreichen, nnl. beolien. sich beölen, betrinken: im capowein beölt sich mancher. Klam. Schmidt; auch für sic…

verölen

DWB

verölen , verb. mit öl versehen, bestreichen. Heinsius 4, 2, 1331 a .