Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
nemnen
8./Anfang des 9. Jh.s), im Abr und weiteren Gl.,
bei I, in MF, im T, OT, in B, GB, bei O, im Ph,
in NBo, NCat, NMC, Ni, Nm, Ns, Nps, Npg,
Npw, Prs B, GGB I und MGB: ‚bezeichnen,
einen Namen geben, benennen, anführen, an-
geben, bedeuten, meinen, anreden, nennen, hei-
ßen (pass.), aussagen, Zeugnis ablegen; appel-
lare, assignare, censēre, cognominare, compel-
lare, dicere, evocare, loqui, memorare, nomen
tribuere, nomen vocare, nominare, nomine con-
vocare, numerare, nuncupare, testificari, vo-
care‘, part.prät. ginemnit ‚bezeichnet, genannt,
mit Namen, berühmt; nomine, nominatus‘, fora
ginemnit ‚schon vorher erwähnt; praedictus‘,
ginemnit werdan ‚heißen; dici‘, zi guote nem-
nen ‚segnen, Gutes erweisen; benedicere‘, zi
ubile nemnen ‚verwünschen, verfluchen; male-
dicere‘, ioman wîh nemnen ‚jmdn. heiligspre-
chen; sanctificare‘, bî namen nemnen ‚mit/
beim Namen nennen; nomine vocare‘, daz nem-
nit ‚das heißt; id est‘ <〈Var.: -mm-, -nn-, nemen;
prät. nemnida, synkopiert namta, namda, nan-
ta; part.prät. ginamnit, ginemnit, ginant>〉. Die
Nasalfolge -mn- ist vorwiegend bei I und im
T noch erhalten, gewöhnlich ist Assimilation
zu -nn- eingetreten, im Alem. zu -mm- (vgl.
Braune-Reiffenstein 2004: §§ 99. 123 Anm. 2.
125). – Mhd. nemmen, nennen sw.v. ‚einen Na-
men geben, beim Namen rufen, nennen, fest-
setzen, bestimmen, zu etw. ernennen, erklä-
ren, rechnen, zählen zu, ausrufen, bekannt ma-
chen, rühmen, preisen‘, part.prät. genant ‚be-
rühmt, bekannt‘, dîne minne ich im nenne ‚ich
sage ihm, dass du ihn lieb hast‘ (daneben auch
mhd. -nuomen in benuomen sw.v. ‚namhaft ma-
chen‘ [s. u.], frühnhd. benumen, benümen sw.v.
‚etw./jmdn. nennen, bezeichnen, etw. festset-
zen, festlegen, bestimmen‘), nhd. nennen ‚jmdm.
einen bestimmten Namen geben, als etw. be-
zeichnen, einen Titel geben, angeben, erwäh-
nen, anführen, benennen, einen bestimmten Na-
men haben, heißen, für sich in Anspruch neh-
men, behaupten, etw. zu sein‘.