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muse

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
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13

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

muse f.

Bd. 12, Sp. 2735
muse, f. 11) musa. die gelehrte dichtung des 17. jahrh. führt das wort, zunächst im plural, in die gehobene rede ein, indem sie, nach dem vorbilde der alten, den dichter oder schöngeist den schützling und liebling der musen sein läszt und ihren beistand für ihn anruft oder ihn behauptet: Apollo komm herbei mit deiner musen schaar, lasz ihre hand mich leiten auf dieser neuen bahn, so will ich sicher schreiten, wohin mein geist mich trägt. Opitz 1, 22; wie oft ich biszanher den Helicon bemüht, der musen vaterland, ausz eifer auf ein lied, das lesens würdig sei. Tscherning (1642) 311; so viel Athen und Rom an weiszheit schönes hat, so viel hat beides dir gegeben in der taht, o du der musen zier, und lust der charitinnen. P. Fleming 89; es steigt der musen schaar von ihrem sängerberg, macht ihre saiten klar und zieht sie lieblich auf. Birken Guelfis 39; das wort wird notwendiges zubehör der dichtersprache für lange hinaus, bis auf unsere zeit: Diana will nicht mehr nackend baden, weil sie weisz, dasz sie das lob ihres schneeweiszen leibes verlohren hat (gegenüber einer schönen jungfrau). Apollo wünschet sie unter den musen zu haben, wenn das verhängnis nicht den schlusz gemacht hätte, dasz sie solte lieben und geliebt werden. Chr. Weise erzn. 57 Braune; wo die geheime quelle der himmlischen schönheit fleuszt, deren oberste wellen, mit strahlenden urnen in der hand, schöpfen die grazien und mit ihnen schöpfet der musen chor. Stolberg 1, 266; da pflückten dir die musen von den blüthen aus dem hain. 267; (wolken und winde) euch ruf ich an als musen; führt zum ziele mein lied von der Fortuna launschem spiele! Uhland ged. 429; andre zeiten, andre musen; und in dieser ernsten zeit schüttert nichts mir so den busen, weckt mich so zum liederstreit, als wenn du, mit schwert und wage, Themis, thronst in deiner kraft. 80; die gunst, herschaft der musen: freund, welchen fleisz und geist vom pöbel unterscheidet, freund, dem der musen gunst vor tausend andern lacht. Günther 577; was wird ihr durch die gunst der musen nicht gelingen? Wieland 23, 236 (Oberon 11, 60); durch welch geheimen zwang erwacht mein schlafender gesang? ich fühle wiederum die herrschaft weiser musen. Uz 1, 103; die musen winken einem, verlassen einen: alle neun, sie winkten mir oft, ich meine die musen; doch ich achtet es nicht, hatte das mädchen im schoos; nun verliesz ich mein liebchen; mich haben die musen verlassen, und ich schielte verwirrt, suchte nach messer und strick. doch von göttern ist voll der olymp; du kamst mich zu retten, langeweile! du bist mutter der musen gegrüszt. Göthe 1, 354; einer winkt den musen: er, der die musen an die Leine winkte. Hölty 45 Halm; den musen gram werden: (er) ward nicht den musen gram, entwarf auch noch ein lied. Hagedorn 1, 32; muse im singular, die den dichter begeisternde göttin meinend: nun, werter freünd! hier wirst du finden, was meiner muse nächst gerieht. Drollinger 102; dann klingt die laute bezaubernd in meiner muse geschäftiger hand. Uz 1, 11; sang meine muse doch so ziemlich artig noch. 21; wie? meine muse sieht mich trinken, und schlummert unermuntert ein? 201; blumen des bachs, der wiese pflückt die freundschaft dir, den stolzeren lorbeer dir die muse. Stolberg 1, 241; die muse fehlt nicht selten, wenn man sie eben will. Uhland ged. 62; die deutsche muse, der deutschen dichtkunst: die deutsche muse soll nicht jauchzen, sondern klagen: denn Deutschland fühlt der waffen wuth. Uz 1, 239; muse Teutoniens, du bietest deiner schwester, der Brittinn, trotz, und überfleugst sie bald! du lächelst, muse, der gaukelnden afterschwester, die, in den goldenen sälen Lutetiens, ihr liedchen klimpert. Hölty 85 Halm; die deutsche muse. überschrift eines gedichtes von Schiller. 22) muse, eine gattung vornehmlich indischer bäume, musa. Nemnich. 33) muse, name der schmetterlingsgattung heliconia.
3884 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mûseswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    mûse swv. 1. mäuse fangen. 2. heimlich und listig stehlen, beschleichen, schleichen ( vgl. Schmeller 2,629 ). Jac. Grimm…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    museM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    muse , M. Vw.: s. mōse (2) L.: MndHwb 2, 1042 (muse)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Muse

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    2. Die Muse , plur. die -n, aus dem Griech. und Lat. Musa, Μυσα, eine von den neun Gottheiten oder Vorstehern der schöne…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Muse

    Goethe-Wörterbuch

    Muse ‘Muße’ u ‘Mußen’ B1,45,20u24 ; mehrfach (pl) neben ‘Grazie(n)’ bzw ‘Charitinnen’ 1 Göttin der schönen Künste a als …

  5. Sprichwörter
    Muse

    Wander (Sprichwörter)

    Muse 1. Die Musen lieben die Veränderung. Lat. : Amant alterna Camoena. ( Philippi, I, 23. ) 2. Wollen die Musen fröhlic…

  6. Spezial
    Musef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Muse , f муза , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit muse

231 Bildungen · 224 Erstglied · 5 Zweitglied · 2 Ableitungen

muse‑ als Erstglied (30 von 224)

museal

LDWB1

museal [mu·se·āl] adj. (-ai, -a) museal.

Musealien

FiloSlov

museal·ien

Musealien , fpl материалы , мн , музейные

musear

AWB

musear Gl 4,31,44 s. mûsaro.

Mūseārn

WWB

muse·arn

Mūse-ārn - ond Mann, der den Mädchen nachläuft (Frbg.) ( Tek Ld) .

mûsebîter

MNWB

muse·biter

mûsebîter , m. , °1. Spottname für die Katze (Liliencron Volksl. 2, 217). 2. s. mü̂ser. —

Mus'eck

MeckWB

mus·eck

Mus'eck f. verschwiegener Winkel, der gern von Liebespaaren aufgesucht wird Ma Gnoi , auch FN.

mūsedō²d

WWB

muse·dod

mūse-dō²d Adj. [verstr.] mausetot, ganz tot. ⟨ ›mūs(e)‹ - ⟩

mūsedrek

WWB

muse·drek

mūse-drek m. [Lippe Hal] Mäusekot. — Ra.: Wenn oist de Miusedreck dotüsken sitt, … wenn sich erst Zwietracht, Hass, Zank, Streit u.a. einges…

Museen

Meyers

Museen , s. Museum . Museenkunde , s. Kunstwissenschaft .

Museensammlung

GWB

muse·en·sammlung

Museensammlung museale Zusammenstellung von Kunstgegenständen u Antiken; mBez auf ein neu zu errichtendes Museum in Berlin; pl Das Meyersche…

mūsefāl

WWB

muse·fal

mūse-fāl Adj. [verstr.] (von Pferden) fahl wie eine Maus. ⟨ ›mūs(e)‹ - ⟩

Mūsefallenkǟrl

WWB

Mūse-fallen-kǟrl m. [verstr.] 1. Person, die mit Mausefallen handelt, hausieren geht; Person mit südländischer Einstellung, die Mausefallen …

mūsefarwig

WWB

mūse-farwig Adj. [verstr.] (von Pferden) mäusefarben. ⟨ ›mūs(e)‹ - ⟩

Mūsegeªrste

WWB

Mūse-geªrste f. Mäusegerste (Hordeum murinum) ( Lst Dr).

Mūsegetandßel

WWB

muse·getandssel

Mūse-ge-tandßel n. - tānßel Mäusefraß, Rückstände vom Fressen der Mäuse (z.B. Papierschnitzel) ( WmWb ).

muse als Zweitglied (5 von 5)

Geschmuse

RDWB1

Geschmuse n abwertend см. RDWB1 Geknutsche

Affen-Muse

Adelung

affen·muse

Die Affen-Muse , plur. inus. der Nahme einer Pflanze auf den Molucken, welche zu den Musen gehöret, eine aufrecht stehende Blumenkolbe und a…

almuse

KöblerMnd

alm·use

almuse , F., N. Vw.: s. ālmisse

Ableitungen von muse (2 von 2)

ermûse

BMZ

ermûse swv. heimlich, schleichend bestehlen. bis das ich ir die preun ermaus Wolkenst. 71,1,9.

gemuse

DWB

gemuse , n. sumpf, s. gemöse 3.