Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
mûse swv.
1. mäuse fangen.
2. heimlich und listig stehlen, beschleichen, schleichen (vgl. Schmeller 2,629). Jac. Grimm in der vorrede zu Merkels Lex Salica XLIII fg. hält das wort in der letztern bedeutung für ein selbstständiges altes, nicht erst von mûs abgeleitetes, wenn auch mit dem stamme dieses zusammenhängend, das bereits in dem musido, mosido, chrêomosido, leichenberaubung, der malbergischen glosse erscheine. vgl. auch Weigand, deutsches wb. 2,123. swelch fuchs sich sînes mûsens schamt, der muoʒ verderben doch MS. 2,175. b. er kündic vuhs, umb Heimburc er mûset Helbl. 5,45. mit dem vuchse konde er mûsen Jerosch Pf. 112. d. sô der wolf mûsen gât, sô ist sîn êre geswachet Vrid. im leseb. 533,15. der gie nie mûsen um den hert Msh. 3,881. b. ein mûsar der mûset nâch sîner art Frauenl. 88,5. di wîl daʒ her ûf las alumme mûsinde di eigir Jerosch. Pf. 117,6. kluogheit mûset MS. 2,130. b. vgl. Scherz 1086. wil der rihter hôher bî der Persenicke mûsen, dâ ist ir vil, die strît ûf kirchtagen kunnen heven Nith. 13,5. sô sint dannoch tûsent, die umb diu schrannen mûsent, unde klagten gerne Helbl. 2,708. vgl. Renner 12395.