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Möhre

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Möhre

Bd. 5, Sp. 1228
Möhre Wk. V 25 gibt die Verbreitungsgeb. von M., gelbe Rübe, Wurzel an; danach hat das Rhfrk an der Nahe u. im Saargeb. heute durchweg gele Rieb (Riew); resthaft in Kreuzn mǫăt, –ōă- Hahnenb Kirn Pferdsf Sobernh; am dichtesten mūăt, –ō- in Birkf (hier für M. u. die rotfleischige, stumpfe Karotte); mōă(r)t Wend-Ausw Aulenb (-ūă-) NLinxw Urexw Winterb [daneben Wend-Stdt mōrk; Haupersw Oberk -ū-; Pl. -gə]; Saargeb. mōrt Ottw-Dirming (Pl. mōrə) Illing Merchw Scheuern (-ū-) Schiffw Uchtelfang Wiesb, Saarbr-GrRosseln Dudw (ganz vereinzelt noch mūrt, Pl. -də u. mōrə) Wehrden (-u-) [neben gell Rieb hat Saarbr noch Wurzel in Emmersw Karlsbrunn Lauterb Püttl SNikolaus]; der Hunsr (mit Ausnahme von Goar, wo mūər, –ō-, Pl. -rə) hat mōrt [Simm-Bruschd, Zell-Bärenb Irmenach -ū-; Corw mōr; Buch Dorw Manneb Sabershsn -ū-, Pl. -rə] [ausserdem gel Riew Simm-Rheinböllen Schwarzerden, Goar-NHeimb Rheindieb Trechtinghsn u. s. Mohrrübe]; die Formen mit -rt setzen sich zunächst an der Saar fort, in Saarl heute nur noch vereinzelt: mūrt Gresaub (Pl. mūrən) Limb; -ō- Dilling Wadgassen [sonst in Saarl heute allg. Wurzel (Hostenb Gelwurzel); gelle Riew Dilling Schaffhsn Wadgassen; W. auch Merz-Becking, Saarbg-Pesch]; in Merz im Süd. -ū-, sonst -u- u. -o- [-ø- Britten; -ou- Haustdt Reimsb; mu·r.ən Sg. u. Pl. Büschf]; in Saarbg, trier. Hochw. -u-, meist -o- [-ø- Besch Helfant Kelsen Nohn Winchering, Trier-Geizenbg Kell Schilling; -ou- Freudenbg Stdt]; Mos in Trier u. Bernk -u-, –o- [-ǫ- Bernk-Dhron Neumag]; Trier n. Mos, SWittl zur Mos hin, Bitb, SPrüm mūăt [mu·r.t Prüm-Binschd Irrhsn Jucken Lützkampen; mūər, Pl. mūrtən Lambertsbg; mūăr, Pl. -rən Trier-Orenhf Schleidw Sirzenich Zemmer (mūăr, Pl. -rdən), Bitb-Gindrf Halsd Herforst Hosten Kyllbgw Orsf Pickliessem Preist Speicher SThomas], Pl. -dən, –tən; das übrige Geb. des Mosfrk u. Goar hat mūər, –ū:- [mu·r. Bitb-Malbg, Wittl-Bausend Bombog Cröv Honth Kinderbeuren Krinkhf Reil, Zell-Aldegund, Prüm-Büdesh Elcherath Flering Lüneb Oos Pronsf Weinsf Weinsh, Daun-Brockschd Ellschd Lissing Mückeln Neunk Pelm Strohn Steining Tettschd Winkel; mūər, –ū:-, Pl. mu·r.ə Daun-Berling Boxbg Derschd Nerdlen OEhe Roth Schönb Udler, Koch-Auderath Bertrich Calenborn Driesch Eppenbg Kennfus Meiserich W u. NMay, SAden; -ō- Wittl-Altrich Gippenr, Zell-Beilst Bullay Haserich Kaimt Moritzh, Koch-Forst, Kobl-Lay Mallendar, Goar-Basselschd Biebernh Birkh Braunshorn Hirzenach Leining Lingerhahn Morshsn Norath O u. NGondershsn Rheinbay; -o- Koch-Alflen Auderath Lutzerath Ulmen Wollmerath, Daun-Strohn, Prüm-Welchenhsn], Pl. -rə(n), –·r.ə; Neuw mūər, Pl. -rə(n) [doch dazu Pl. mu·r.ə im kurköln. Teil; -o- Hammerst Jungeroth Kurtschd]; Altk im O. mūr, Pl. mūrn; sonst mūr, Pl. mu·r.(ə)n zur Sieg hin, mo·r.ən nach der Stdt Altk zu [mōr, Pl. mo·r.ən Sörth; mur, Pl. -ən NSchelderhütte]; Siegld mūr, Pl. -rn [-ō- Littf; mūr, Pl. muərn Eisern u. sonst Ld; muər, Pl. muərn Freudenbg]; Berg mūər [Gummb-Hesselb Mühle Stdt mūrə; Pernze mōărə], Pl. -rən; Rip mūər, Pl. mu·r.ə [u. zum Sg. mūər in Sieg u. MülhRh dem Rheine zu u. in Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür der Pl. mo·r.ə, Pl. mūrə OAden, Rheinb-Mutschd Rupperath; mȳər, Pl. mu·r.ə MülhRh-Marialinden; Köln-Stdt mōr, Pl. mu·r.ə; Aach-Stdt mo·r.ə, Pl. -·r.ə]; Eup mū·ə.rə, my·r.əkə; Monsch, Jül, SNfrk mūər, Pl. -rə [Heinsb-Saeffelen Süsterseel mōrə Sg. u. Pl.: Kref-Fischeln Osterath, Mörs-Kaldenhsn Asbg, Geld-Schravelen mōr, Pl. -rə]; Demin. mērdχə(n), –ī-, mȳərχə, –kə f.: 1.a. Mohrrübe, daucus carota Allg., auch gel M. genannt; man unterscheidet Garden- (Hof-) oder Zucker-, Mai- von den Feld-, Peərds-, Geils-, Ferkes-, Säusm.ən; Herres-, Wenterm.ən; lang, halflang, korte M.ən; rut, wisse, geəl M.ən; die zuckerreichen Zwergmöhren, meist mit Erbsen gemischt, Mürcher, in Siegen Karottcher; bei den Gardenm. mannigfache Sorten: Stüpp, Stümp, Stupp-, Stüppches-, Stutz-, Schroffes-, Gerschtem.ən, Grönköpp, Mussterte, Adventsstömp; nach der Herkunft holländsche Stüpp (Stömp), Lobbericher, Söuteler (Süchtelner), Länker (Kref-Lank), Rödder (Rath) Stömp, Mofəter Penn (holl. Monfort); scherzh. nennt man sie Galgenpinn (Polizeigriffel, s. d. W.); Kopp (Stomp, Stupp) Romp, Schwanz (Sterz) Teile der M.; M.ən säən, krauden (jädden), kappen (hickeln), graven (roppen, döbben, ausmachen, –duhn), botzen, schrappen (schaben, schappen, rappen) (s. d. W.). — Bauernregeln. Wer well M.ə esse, darf de März nit vergesse Goar, Ahrw, Kemp, — den Jusep nit v. Sol-Leichl, — Gertrude net v. Goar-Carb, Monsch. De zwelfte Mai es de Muhredag Zell-Mastershsn. Sie spricht: Sitt (sät) mich frih oder spot (spät), eich kommen äwwer irscht am (im) Brochmont Trier-Schleidw. Man soll sie nicht im Zeichen des Krebses säen, sonst bekommen sie viele Schwänze; nicht im jungen Licht, sonst fressen die Erdflöhe die Saat; man soll sie im Zeichen des Fisches säen, dann werden sie schön glatt Verbr. Um sint Jann (24. VI.) sevve unger en Wann auf das Flächenmass, den eine Getreidewanne hat, müssen dann sieben Pflänzchen sein, dann stehen sie dicht genug Heinsb-Höngen. De M.ən mussen dreimol berutscht gen gejätet werden Bitb-Ehlenz; haben die Mädchen bis St. Jann (24. VI.) das M.feld noch nicht gejätet, stellen die Burschen einen Strohmann oder Dornenzweig drauf, u. die Mädchen dürfen nicht mit zur Kirmes gehen Bergh-Horrem, Grevbr-Wickr. Wenn de M.ə heren de Senseklang, gehn se richtig en de Gang Bernk-Immert. St. Benedict mecht de M.ən dick Eif, Geld-Leuth. Am Allerseelentage nach der Messe werden die M. ausgegraben Rip, Nfrk; M., nach Michelstag ausgemacht, werden wurmstichig Saarbg-Cahren. Wenn et Kreskend es gebore, hant Röbe on M.ə der Schmak verlore Rip, Nfrk, Merz-Losh. Wenn Kristus es opgestanne, do peift mer met de M.ə danne Daun-Strotzbüsch. — RA.: M.ə wie Ben so dick Dür-NZier. Et Mädchen het en appelrond Gesechte wie en M. Altk-Birken. En Hand (Fenger) wie e Bürdsche M.ə Kref-Bockum, Kemp-UWeiden. Et is so still, mer ken (könnte) M.ə seə (säen) wenn keiner der Anwesenden ein Wort redet Simm-Horn. En dem seine Uhre (op dem senger Mau ‘Ärmel’, unner dem seiner Nos) könnt mer M.ə säen so schmutzig sind sie Rip, Mosfrk. En er krommen Fur (Furche) wisst (wächst) och en stracke (grade) M. Waldbr, Gummb. He hät möt de Mul M.ə gegrave er hat einen schmutzigen Mund Bergh-Glessen, Waldbr-Eckenhg. Met dem es net got M.ə schrobbe (schrappen, schaben) mit ihm ist nicht gut umgehen Heinsb-Dremmen; der lihrt noch M.ə schrabbe ohne Metz (Messer) er lebt über seine Verhältnisse u. wird noch lernen, sich einzuschränken Aach-Verlautenheide Berensbg, Elbf; du kanns mech en M. schr.! abschl. Antw. Kemp, Heinsb. De Düvel wull e Müəhrke schr., he woss net, wie he et Metz (Messer) soll pocke (packen); du schniət he sech wahl en den Dumm, dät goəf en dicke, fette Prumm (Pflaume)! Auszählr. Kemp, Kref. Kuckuck wor am M.ə schr., woss nit, wo e se an soll packe, pack se an, du bös dran! Düss, Mettm. Die Kinder streichen den Zeigefinger der einen Hand über den der andern H. zum Ausdr. der Schadenfreude u. sprechen dabei: schrapp(e), schr. Müəhrchen oder hä, kiss (ätsch, ä.; itzche; itsch, kek, k.; kitze, k.; hoi, h.; s. d. W.) schr. M.! Hunsr, Mosfrk, Rip, Berg, Kemp, MGladb, Neuss; schr., schr., M., morge kommste en't Türche (Turm), üwermorge k. en't Loch, do krigste nicks gekocht! Neuw-Engers; hitze, h., M., am Pastuərsch Düərche hängk e Körfche möt Köttelcher (Kot)! Bo-Volmershv; bes (böses) Käzchen, b. K., schr. mer e M., eso langk! Trier-Lampaden; ätsch, schapp, sch. Mihrtchen! Bitb, Prüm; batschen, eizen, sch., sch., M.! Prüm-Feuerschd; sch., sch., M., de Kaz hot e Firchen! Bitb-Kyllbgw; leier, l., Mohrtschäfchen! Trier-Mehring; ätsch, rapp(e), r., Möhrtche! Bernk, Koch. Bes de va Pullem (Köln-Poulh); mags de M.ə? Neckr. Kouchelouch (Kochloch) hat M.ə gekouch, de ganze Wech va ene Knouch! Geilk-Beggend. Moshanich, wat hat di Mor (Mutter) gekoucht? Jet Röbcher, jet Müəhrcher on och ene fette Knouch! Monsch-Witzerath. Dat Billiger (Eusk-Billig) Louch (Loch) hat M.ə gekouch, dat Döppe steht em Murlouch (Mauer-, Herdloch) Neckr. Moərn (morgen) koche me M.ə bei Abendrot gesagt MülhRh-Ensen. He deht sech jet tum Gouen (Guten) on brött (brät) sich en M. em Klomp er lässt sichs wohl sein Kref-Fischeln Osterath. We M.ə well eəte, mott de Tihnuhresklock (Zehnuhren-) nit vergeəte muss sie früh aufs Feuer setzen Kemp-Breyell. Jong, ess M.ə, de schmache we Flesch! Bergh-Blatzh. De vill M.ə iss, wiərd klok (klug); M.ən is de Weisheitskost Waldbr-Eckenhg, Rip. M.ən geten han schwanger sein Sol. Scherzh. es gibt diesen Mittag Bunne, M.ə on Tuffele on Keifleisch (gekouch om Ovvelouch) Sieg-Rhönd. M.ən on ke Flesch, dat get weste (wüste) Kresch (Schreie) Prüm-Ringhuschd. De löf (läuft) övver Seck (Seite) we de Säu, de M.ə krige er geht schief Bergh-Blatzh. [M.gerichte schier, pur M.ə; gedämpte, gestuvde, gepinigte, opgeföllte, englische M.ə; M.ə mit Grumberekless; Mührcher met Eərze (Erbsen); doller Jakob (Girret), Galgenpenn, Schniderkurasch, Stühl on Bänk, Kiköm (schau um), Tirtei, Hohndervor (-futter); s. d. W. u. die Zs]. M.ə un Schweinsuhre, dat es e got Esse Zell-Briedel. Speck on M.ə esse de Bure Dür-Hastenr; Sp. on M.ə sall dech de Puckel schure Kemp-Kaldenk. M.ə on Bonne stoppen dat Louch (Mund) sättigen Bo-Rösbg. M.ə on Buəhne, dat sall mi jongk Hertzke kruəne (krönen); ävver Eier on Wetebruət (Weizenbrot), dat es minne beteren Duət Kemp-Brüggen. Es der Bur en der Nut (Not), dann göft e em Bruət; es e derdur, dann göft e gen M. SNfrk (o. O.). Et wor mich, äls wenn ich en M. ejen Hals gehat häi (hätte) Aach. Wer war das? Antw.: De Mann möt de M. en de Fott (Gesäss), dem sollste et Grönt (Grün, Laub) afbite! MGladb. Wenn mer dem en M. hengen herenstich, schlef (schleift) he et Lof (Laub) üvver de Iərd Grevbr-Garzw. Se schare sech en M. en de Arsch sie lassen es sich gut sein MGladb. Jetz kann ich mer en M. en de Äsch (Asche) lege! ich habe volle Freiheit, da die Dienstherrschaft ausser Hauses ist Bergh-Kirchherten. Ech hauen dich, datste sibbe Dag M.ə kotz! Jül-Gevelsd. N. N., Dotz, hät M.ə gekotz, hät opgeleck, hät got geschmeck! Neuss-Gohr, Grevbr-Weckhv, Köln-Widdersd (dieser Reim auch Neckspr. gegen die von Schleid-Sötenich, Köln-Poulh, Neuss-Dormag Stürzelbg). Komme de Matzere (Erk-Matzerath) Bure, schmite os met M.ə, kom dat Vütze Henke, schmit os met dat Stenke usf. Hannes, Mannes, M., schlag mich an en Uhr! Altk-NFischb. — Rätsel. Ruə (rote), r. Rippet, geəl es der Tippet (Spitze), schwort es et Loək, wo ruə, r. R. de Nas e stock? Heinsb (Rippel-Tippel Breberen; Rippsel-Pippsel Aach-Münsterbusch). Ri, r. Rippert, gel as de Fippert, schw. as et Loch, wu de ri, r. R. hot dran (drin) gestoch? Trier-Schleidw. Ru, ru Rupper, gell es de Fupper, schwarz es et Louch, wo de rurer R. dre kouch? Schleid-Mülh. Rürer, r. Rüpper, dat Gel es Füpper, dat Schwarz es et Louch, wo der rürer, r. R. drus kouch? Schleid-Reetz. Ri, r. Rippel, gel os de Zippel (Pippert Köln-Hürth), schw. os dat L., bo et erauskroch? Koch-Urschmitt, — wo mer de gele Z. drin kocht? Hunsr, — wo der geəl Z. enen stoch? Wittl-Krinkhf, OBerg. Rauh, r. Ripp (rauhe Rippert Dür; rauhe Rippe-Tippe MülhRh-Vilkr), gell es de Pipp (rut es de Zipp Altk-Willr), schw. es dat L., wo der gele P. dren kouch? Sieg, MülhRh. Roje (rote), r., Ripe (rawwe, r., R. Emmerich), gel sin de Pipe, schw. et et Gatt, wor de r. R. drin satt? Geld, Klevld (s. Wurzel). Rurer, r. Reppert, grön es der Steppert, schw. es det Loch, wo der r. R. en höch? Siegld. Röje, r. Rüpper, gel es der Füpper, schw. es et Louch, röhr, R. gar mer gekouch? Schleid-Lommersd. Hu, hu Huppert, g. de Fuppert, schw. as et L., wo de g.ə dron stoch? Wittl-OÖffl. Ru, r. (ri, ra) Ruppert, gel es der Stuppert, schw. es dat L., worin de R. hat gestoch? Saarl-Griesborn, Prüm-Ringhuschd. Rau, r. Ribberich, g. es de Zibberich, schw. es et L., wo r., r. R. dren koch? Berg. Rauhe, r. Wippchen, g. as den Zippchen, schw. as et Loch, gren as de Stok? Bitb-Irrel. Rauh, r. Rupp, g. as de Fupp, schw. as et L., wo de r., r. R. raus kecht? Trier-Gutw. Rue (roter), r. Retzel, r., r. Bretzel, r., r. lange Stak (Stecken); roən (rate) ens, wat es dat? MGladb. — Scherzfr. Womet ossen (assen) de Israeliten et Manna? Met Murre (Möhren) May-Luxem. — Volksbr. Rohe M. (ein Pulver aus getrockneten M.) sind gut gegen die Spulwürmer der Kinder, geschabt als Kühlmittel bei einer Geschwulst Allg.; gegen Gelbsucht wurde eine ausgehöhlte M. mit dem Urin des Kranken angefüllt u. in den Rauchfang gehängt; sowie die M. einschrumpfte u. vertrocknete, verging auch die Gelbsucht oNahe, Goar. Wenn man das breite Ende einer M. zuerst anbeisst, muss man sich übergeben Gummb-Harschd. M., in Döbbelchen geschnitten u. im Backofen gebrannt, werden gemahlen u. unter das Kaffeemehl gemischt Gumb; M.saft gibt man in die Butterkirne, damit die Butter gelb wird Verbr. M.laub gehört in den Krautwisch Sol. — b. rut M. rote Bete, beta rubra Verbr. nach Wk. IV 8 Bitb-Stdt, Wittl verbr., Bernk-Erden Graach Kesten Maring Noviand NEmmel Wehlen, Zell verbr., Koch, Kobl, Goar-Weiler, Simm-Corw, Manneb Sabershsn Stdt, May, Daun-Demerath Katzwinkel Darschd Mückeln Schönb Strohn Udler, Aden verbr., Ahrw-Cassel, Malm-Hinderhsn, Neuw-Heimb Weis GrMaischd Isenbg, Siegen. — c. well M. Schierling, Kerbel, Erdrauch Verbr. — d. well M. Stoppelrübe Koch-Faid. — 2. übertr. a. sachl. α. Pl. Kornkaffee, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — β. der knorpelige Teil des Pferdeschwanzes Koch, May, Rip, SNfrk. — γ. der feste Bestandteil innerhalb des Markes des Tierhornes Erk-Gevenich. — δ. männl. Geschlechtsteil, bes. bei Tieren (Stier, Rüde) Trier-Mehring, Altk-Wissen Betzd, Rheinb-GrBüllesh, Sol. RA.: Dat krit mich met der M. die Arbeit ist zu anstrengend Köln-Widdersd; de M. afhan erschöpft sein (aus der Soldatenspr.) SNfrk, Eusk-Gymnich, Dür-Derichsw Gürzenich Langerwehe Winden, Jül, Altk-Wissen. — ε. verächtl. Pl. Finger Siegld, Düss, Kref, — ζ. verächtl. dicke Nase; wat hot den en M. am (im) Gesicht! Bitb-Bollend, Sieg-Ägid, Köln-Vingst. — η. Zapfen an der Waschbütte Aach-Ld. — θ. Durchstecker, durch den der Kasten eines Kippwagens an dem Geläuf festgehalten wird, so dass er sich nicht zur unrechten Zeit entleeren kann, in der Bergenspr. Altk, Siegld, — ι. Der Draht, aus dem die Nadeln hergestellt werden Aach-Stdt. — κ. Pl. die am Saume des Tannenforstes stehenden Bäume, die nicht die Höhe der übrigen Tannen erreichen, da sie dem Winde ausgesetzt sind u. ausserdem starke Seitenäste treiben, in der Spr. des Holzfachmanns Siegld-Netphen. — λ. en al M. eine alte Geschichte Koch-Lutzerath. — b. persönl. α. kleiner Wurm Trier-Schweich. — β. al M. verächtl. alte Kuh MGladb-Giesenk. — γ. Murre Pl. Neckn. derer von Ahrw-Westum, Schleid-Floisd; Mohrden derer von Trier-Waldrach.
15006 Zeichen · 438 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Möhre

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Möhre , plur. die -n, ein Nahme einer Art eßbarer rübenartiger Wurzeln und ihrer Pflanzen; Daucus L. Die wilde Möhre…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Möhre

    Goethe-Wörterbuch

    Möhre gelbe Rübe, Mohrrübe, Karotte; einmal explizit für die ganze Pflanze iUz eßbaren Wurzel Jestetten mit fruchtbarer …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Möhre

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Möhre , s. Mohrrübe .

  4. modern
    Dialekt
    Möhref.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Möhre f. : ' Karotte, Mohrrübe (Daucus carota) ', Mehʳ [ KU-W'mohr PS-Schmalbg ], Möhʳ [ KU-Ehw ], nach dem Schd.; altmd…

  5. Sprichwörter
    Möhre

    Wander (Sprichwörter)

    Möhre 1. De Murre (Mohrrübe) wôre sauer. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 325, 248. 2. Iss êne Mehre in der glüende…

  6. Spezial
    Möhre

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Möh|re (Daucus carota) f. (-,-en) ‹bot› re ghel m. , carota (-tes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moehre

118 Bildungen · 109 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

moehre‑ als Erstglied (30 von 109)

möhrenacker

DWB

moehre·n·acker

möhrenacker , m. acker wo möhren wachsen: weisz er nicht, wenn die schweine auf den möhren- oder rübenacker kommen, so erwischt die gröste s…

Möhrenbläch

RhWB

moehre·n·blaech

Möhren-bläch -ęχ, –Eək, –ēə- Berg, SNfrk n.: dass. RA.: He hät e M. op der Mauen (Ärmel) der Junge, der seine Nase auf dem Ärmel abputzt Sol…

Möhrenblatt

RhWB

moehre·n·blatt

Möhren-blatt (s. S.) Allg. n.: wie nhd. Ele, dele, M., unser Kuh is noch satt; siwwe Gässe (Ziegen) un e K., Pere, schliess die Stallder (-t…

Möhrenbohne

RhWB

moehre·n·bohne

Möhren-bohne (s. S.) Jül-Langw Roerd , Aach-Alsd Merkst , Geilk , Heinsb , Erk , Grevbr f.: Saubohne, die im Garten ins M.feld gepflanzte di…

Möhrenbrei

RhWB

moehre·n·brei

Möhren-brei Hunsr m.: 1. Gericht aus gestampften Möhren. — 2. Neckn. für Goar-Udenhsn .

Möhrenbünk

RhWB

Möhren-bünk -ø- Kemp , Kref-Fischeln , Geld-Stdt [ -o- Kemp-Grefr ] m.: ein Gericht, bestehend aus Buttermilch (Milch), reifen weissen Bohne…

Möhrenbutter

RhWB

moehre·n·butter

Möhren-butter (s. S.) Allg. f.: B., gelb, sich ergebend nach der Fütterung mit Feldmöhren; auch B., mit dem Safte der Möhre gelb gefärbt.

Möhrende

RhWB

moehr·ende

Möhr-ende mūərę·ŋ.k uSieg, Bo , Köln , MühlhRh, Bergh , Dür , Jül , Aach , Erk , Grevbr , MGladb n.: Rindfleischschwanzstück, als Suppenflei…

Möhrendobbel

RhWB

moehre·n·dobbel

Möhren-dobbel -ǫb- SNfrk [ -ab- Kemp-UWeiden ] m.: Möhre, in Würfel geschnitten für die M.dobbelzupp.

Möhrendöschen

RhWB

moehre·n·doeschen

Möhren-dös-chen Altk , Siegld n.: kleine zylindrische Eisenblechdose, in der man den gemahlenen Kaffee zur Grube mitnimmt, in der Bergmspr.

Möhrendüppen

RhWB

moehre·n·dueppen

Möhren-düppen -ø- m.: 1. in der RA.: De ös möt dem Kopp en e M. gefalle er hat rote Haare Ahrw . — 2. übertr. scherzh. alter Hut Aach-Stdt .

Möhrendutz

RhWB

moehre·n·dutz

Möhren-dutz -o-, –ǫ- Dür-Stdt m.: verächtl. kurz gedrungener Mensch.

Möhrenfeld(chen)

RhWB

moehre·n·feldchen

Möhren-feld(chen) (s. S.) Allg. n.: wie nhd. RA.: Dat Feld he ös su fein bəarbet bie en M. Sieg-Ägid ; du hes dat F. esu zart gemach bie e M…

Möhrenfest

RhWB

moehre·n·fest

Möhren-fest n.: verächtl. 1. F., welches gross scheint u. doch nichts auf sich hat Dür-Stdt . — 2. in der Wend.: Mer gohn no Wesdəm ( Ahrw-W…

Möhrenfladem

RhWB

Möhren-fladem Schleid , Eusk m.: Fl. (Torte ohne Teigriemen), mit M.brei bestrichen.

Möhrenfliege

Meyers

moehre·n·fliege

Möhrenfliege ( Psila rosae Fabr ., s. Tafel »Landwirtschaftliche Schädlinge I« , Fig. 3), Insekt aus der Familie der Fliegen, 4 mm lang, glä…

Möhrenfresser

RhWB

moehre·n·fresser

Möhren-fresser m.: Neckn. derer von May-Kruft Kürrenbg , Zell-Stdt , Ahrw-Westum , Rheinb-Scheuren .

Möhrenfürzer

RhWB

Möhren-fürzer -fytsə Rheinb-Meckenh m.: Schimpfw.

Möhrengarten

RhWB

moehre·n·garten

Möhren-garten -jā:t NBergh , Erk , MGladb , Kemp , Kref , Mörs n.: 1. das mit Möhren bestellte freie Feld; M. schörge Möhren säen MGladb-Gie…

moehre als Zweitglied (9 von 9)

klingelmöhre

DWB

klingel·moehre

klingelmöhre , f. die gelbe rübe, mohrrübe. Peucer bei Frisch 1, 523 c , Tabernaem. ( servillum ) bei Dief. 115 b , Henisch 1766, 41 , vergl…

klingenmöhre

DWB

klingen·moehre

klingenmöhre , f. gleich klingelmöhre: siser, klingenmören vel gritzelmören. Faber thes. ( Dief. 538 c ).

samenmöhre

DWB

samen·moehre

samenmöhre , f. möhre, welche man zur besamung oder samengewinnung stehen läszt. Adelung.

satzmöhre

DWB

satz·moehre

satzmöhre , f. zum einsetzen bestimmte möhre. Adelung ; vgl. satzrübe .

schnabelmöhre

DWB

schnabel·moehre

schnabelmöhre , f. die pflanze scandix pecten Veneris Nemnich 4, 1233 . vgl. schnabelkerbel , -kraut.

Schweinsmöhre

Adelung

schweins·moehre

Die Schweinsmöhre , plur. die -n, eine Art wilder Möhren, mit einer weißen Wurzel, welche zu der Daucus Carota L. gehöret; weiße Möhre.

Wintermöhre

Adelung

winter·moehre

Die Wintermöhre , plur. die -n, Möhren, welche im Herbste gesäet, und erst im folgenden Sommer genutzet werden; zum Unterschiede von den Som…