Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
misten
misten
Mist m. ‘tierischer Kot, mit Kot und Harn vermischte Streu, Dung’, ahd. mist (9. Jh.; mistun f. ‘Misthaufen’, 8. Jh.), mhd. asächs. mist, mnd. mes(t), mnl. mist, mest, nl. mest gehen auf die gleiche germ. Form zurück wie got. maíhstus, eine tiefstufige Bildung mit s-tu-Suffix (germ. *mihstu- m.) zu einem in mnd. mīgen, mnl. mīgen, aengl. mīgan, anord. mīga, schwed. (mundartlich) miga bezeugten starken Verb (germ. *meigan) mit der Bedeutung ‘harnen’; vgl. dazu (ohne tu-Suffix) asächs. mehs, mnl. mis, mes, aengl. meox, miox ‘Harn’. Außergerm. vergleichbar sind aind. mḗhati ‘harnt’, griech. omé͞ichein (ὀμείχειν) und lat. meiere ‘harnen’, so daß eine Wurzel ie. *meig̑h- ‘harnen’ (wozu mit altem sk-Suffix auch Maisch, s. d.) anzusetzen ist. Nicht verwandt sind engl. mist, anord. mistr ‘Nebel’. – misten Vb. ‘von Mist säubern, mit Mist düngen’, ahd. mistōn (10./11. Jh.), mhd. misten; ausmisten Vb. (16. Jh.). Mistkäfer m. schwarzer, Kot und Mist (besonders der Pferde und Rinder) zur Brutpflege einbringender Käfer (16. Jh.).