Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
michil
in den meisten anderen ahd. Textzeugnissen:
‚groß(artig), bedeutend, stark, zahlreich, viel-
teilig, viel, langdauernd, umfassend, intensiv,
beträchtlich, bedeutsam, außergewöhnlich, laut,
erhaben, (all-)mächtig; copiosus, firmus, gran-
dis, gravis, immensus, inexhaustus, inexple-
tus, ingens, magnalia, magnificatus, magnitu-
do, magnus, maius, maximus, multiplex, mul-
titudo, multus, non vilis, numerosus, plus,
procerus, propensius, quantitas, quantus, sae-
vus, spatium, superabundans, tantus, valde‘,
michiles teiles ‚großenteils; magna parte‘, mi-
chiles werdes (sîn / wesan) ‚von großem Wert
(sein), so viel kosten; magnum pretium, magne,
magnum esse, pretiosi ponderis, tanti / tantum
valēre‘, michiles alteres ‚von hohem Alter;
grandaevus‘, michil finstar ‚tiefe Finsternis‘,
unmez michil ‚unermesslich groß; immensus,
ingens‘, wio / harto michiles mêr / bezzira ‚um
wieviel / sehr viel mehr / besser; quanto magis
(melior)‘, michil mêr ‚viel mehr‘, michil wara
neman ‚besonders Acht geben auf‘ <〈Var.: -hh-,
-hch-, -chh-, -h-, -c-, -hk-, -k-; -el>〉. – Mhd. mi-
chel adj. ‚groß‘, frühnhd. michel adj. ‚dss.‘. Im
Nhd. wird das Adj. nicht mehr verwendet, es
wurde völlig von groß und viel verdrängt. Es
begegnet nur versteinert und synchron nicht
verständlich in ON wie Michelstadt (8. Jh. Mi-
chilnstat), Michelbach (a. 748 Michilnpach) etc.
bzw. in ndd. ON bzw. RegionsN wie Meck-
lenburg (10. Jh. Mikilinburg) etc.