Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
MELDE swv.
1. verrathen, angeben. umbesehen er began, obe dâ wære ieman, der in mohte melden Exod., fundgr. 2,88,38. die kamerêre die meldin mich Roth. im leseb. 230,20. die miuse, die sich selbe meldent, tragent si schellen Walth. 32, 28. si begonden alle einander melden das. 105,24. ich meldeʒ ûf genâde vil lieber vriunt dir sagt Chriemhilt, als sie dem Hagen Siegfrieds verwundbarkeit verräth, Nib. 844,1. sine wolde doch niht melden die site von ir lant das. 1802,3. dannoch ist ein ander nôt, daʒ ir lieblîch munt sô rôt mich ûʒ zorne melde MS. 2,89. a. swaʒ daʒ herze tougen wider den friwent valsches hât, daʒ ouge eʒ niemer verlât, eʒn meldeʒ mit dem bliche Wigal. 4251. daʒ er vor melden sich bewar, sich in acht nehme, dass er nicht verrathen werde, frauend. im leseb. 629,28. vgl. das. 630,18. sehet daʒ ir meldens iuch bewart das. 633,24. er sprach 'und melde (= meldete) uns niemen, sô sagete ich dir gerne' Gudr. im leseb. 526,27. seht, alsô kam der reine Peleus ze felde, mit worten ich in melde troj. 3847. dâ von solt du niht melden mich Bon. 84,28. daʒ du mich niht salt schelden noch in der bîchte melden Pass. K. 589,94. in rechtir trûwe pflicht meltin si den brûdrin di geschicht Jerosch. Pf. 141. a. dâ melte er bî namin alle di dâ hâten ûf die valscheit gerâten das. 141. b. du vorchtes, daʒ er dich melde zu den lüten oder zu diner masterschaft Leys. pred. 31, 10. ich habe ein heimelîch dinc wider dich zu sprechene und dich vlêhelîchen zu bitene, daʒ du mir dar inne volgest und mich nit inmeldest myst. 161,38. swâ ein nider man wirt rîch, lebt er wol mit sîner habe, daʒ man in lobt ûf und abe, daʒ ist dick den andern zorn, die von adel sint geborn, die dâ sprechent... und meldent sînen anevanc Teichn. 201. eʒ ist alsô heimelîch daʒ... ich habe sorge, sage ich eʒ euch, daʒ eʒ zu leutbor worde und mochte gemeldit werdin zitt. jahrb. 35, 16. daʒ ir zu Gorlicz komet an der bedemerunge, daʒ eʒ icht gemeldit wurde und jene gewarnt wurden das. 35,26. dem sagete Amelius sîn heimelichkeit. zu eim tage bewîste er untrûwe und melte in vor dem konig leseb. 983,17. wer auch, das under den stulsässen deheiner wär belümbdet... dass er nit frig wär, so mag ein jeklicher hofjünger... einen solichen wol mälden und den heissen ufstan und vernichten so lang bis das er sich besetzt, dass er fryg sige Gr. w. 1,24. — tradere melden sumerl. 29,67.
2. aussprechen. gewalt mag melden understân, gedanke muoʒ man ledic ungevangen lâʒen gân MS. 2,127. b. die bedeutung, welche das wort heute hat, eine nachricht bringen, eine mittheilung machen, verkündigen, findet sich in der ältern sprache kaum schon, daher ich Ettmüllers erklärung zu Frl. 9,17 dîn (der priesterschaft) maht, diu meistert unde melt 'die herrscht und verkündet' beanstanden möchte.