Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
luchsen
luchsen
Luchs m. Der Name des kleinen Raubtieres zeigt in ahd. (9. Jh.), mhd. luhs, asächs. lohs, mnd. mnl. nl. los, aengl. lox suffixales s (vgl. dagegen das ohne s gebildete zugehörige Fem. aschwed. lō, schwed. lo). Nasalsuffix liegt vor in armen. lusan ‘Luchs’, Nasalinfix in griech. lýnx (λύγξ). Auf einer Wurzelform mit gedehnter Schwundstufe beruhen die balt. Formen lit. lū́šis, lett. lūsis sowie die slaw. Entsprechungen; russ. rys’ (рысь), aruss. rysь ist wohl aus *lysь mit Ersetzung des l durch r unter Einfluß von *rysъ ‘scheckig, rot’, vielleicht durch Tabuvorstellungen begünstigt, entstanden (vgl. 2, 557). Auszugehen ist von ie. *leuk̑- (wozu aind. rúśan ‘hell, licht, weiß’, russ. lýsyj, лысый ‘kahlköpfig, mit einer Blässe versehen’), einer palatalisierten Variante der Wurzel ie. *leuk- ‘leuchten, licht’ (s. licht und 1Lohe), so daß als Benennungsmotiv die funkelnden Augen des Tieres oder sein grauweißes Fell gelten können. – luchsen Vb. ‘scharf aufpassen, auf der Lauer sein’, landschaftlich auch ‘stehlen’ (18. Jh.), wofür heute häufiger abluchsen Vb. ‘mit List an sich bringen’ (ebenfalls 18. Jh.). Luchsauge n. meist übertragen ‘scharfes Auge, dem nichts entgeht’ (16. Jh.).