lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Leumund

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
17
Verweise raus
11

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Leumund m.

Leumund m.

Leumund m. ‘Ruf, in dem einer steht’. Das nur im Dt. begegnende Substantiv ahd. (h)liumunt (8. Jh.), mhd. liumunt ‘Ruf, Ruhm, Gerücht’ gehört zu der unter 1laut (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *k̑lēu- ‘hören, wovon man viel hört’. Suffixablaut (ie. -men-) zeigen got. hliuma ‘Gehör’, awest. sraoman- ‘Gehör’; auf eine adjektivbildende to-Erweiterung des Suffixes in seiner schwundstufigen Form (ie. -mṇ-) führen dagegen ahd. (h)liumunt (ie. *k̑leumṇto-) sowie aind. śrṓmata- ‘guter Ruf, Berühmtheit’, so daß von einer Bedeutung ‘Gehörtes, Rühmliches’, auch ‘öffentliche Meinung’ ausgegangen werden kann. Im Mhd. stehen neben liumunt (md. lūmunt) die abgeschwächten Formen liument, liumet, liumt, dazu auch schwache Formen wie liumde, leumde. Im Nhd. hat sich die vollere Form gehalten, weil man das Wort volksetymologisch als der Leute Mund aufgefaßt hat. Die zugehörigen Verben setzen dagegen meist die Kurzform mhd. liumde fort: beleumden Vb. neben beleumunden ‘einen Leumund ausstellen’, mhd. beliumden, beliumunden ‘jmdn. in den Ruf von etw. bringen’, oft im Part. Prät. beleumdet, beleumundet ‘im Ruf, in einem bestimmten Ruf stehend’. verleumden Vb. ‘jmdn. schlechtmachen, böswillig verdächtigen’, mhd. verlium(un)den, verliumen ‘in schlechten Ruf bringen’; dazu Verleumder m. (16. Jh.), verleumderisch Adj. (17. Jh.), Verleumdung f. (16. Jh.).
1351 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Leumund

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Der Leumund , des -es, plur. inus. ein im Hochdeutschen veraltetes Wort. Es bedeutete, 1) ein jedes Gerücht, in welche…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Leumund

    Goethe-Wörterbuch

    Leumund Ruf, Ansehen Viele der Weimarischen Freunde ziehen nach dem Rhein, nehmen Sie solche freundlich auf .. Wenn der …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Leumund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Leumund , der Ruf eines Menschen, persönliche Verhältnisse und Lebenswandel betreffend.

  4. modern
    Dialekt
    Leumundm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Leumund m. : wie schd., umgspr., Leimund [vereinzelt]. a. 1568: guts leimuts sein [PfWeist. 662 (LA-Gleisw)]. Südhess. I…

  5. Sprichwörter
    Leumund

    Wander (Sprichwörter)

    Leumund 1. Der Leumund tödtet den Mann. (S. Gerächt 10.) – Graf, 454, 457. 2. Guter Leumund, glaube vnd augen leiden kei…

  6. Spezial
    Leumund

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Leu|mund m. (-[e]s) inom (-s) m. , reputaziun f.

Verweisungsnetz

31 Knoten, 26 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Kompositum 19 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leumund

6 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von leumund 2 Komponenten

leu+mund

leumund setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

leumund‑ als Erstglied (3 von 3)

leumunden

DWB

leu·munden

leumunden , verb. in bösen ruf bringen ( nach leumund 4): du sollst nicht leumunden! sagt das moralische nicht nur, sondern auch das kunstge…

Leumundszeugnis

DERW

leumund·s·zeugnis

Leumundszeugnis, N., ›Zeugnis über den Leumund‹, 19. Jh., s. Leumund, Zeugnis, vgl. Ullmann 1893 Leute, Pl., ›Leute, Menschen‹, mhd. liute, …

Ableitungen von leumund (3 von 3)

beleumunden

Pfeifer_etym

Leumund m. ‘Ruf, in dem einer steht’. Das nur im Dt. begegnende Substantiv ahd. (h)liumunt (8. Jh.), mhd. liumunt ‘Ruf, Ruhm, Gerücht’ gehör…

unleumund

DWB

unleumund , m. , gth. v. leumund 3, infamia. ahd. unliumunt, mhd. unliumunt, -liumt, -liunt, -leunt. unlainten Diefenbach gl. 296 b , unleum…

unleumunden

DWB

unleumunden , verb. , dasselbe wie leumunden. ahd. unliumundôn, mhd. unliumunden; infamare unlainten, unleunten, unleutern Diefenbach 296 a …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „leumund". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leumund/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „leumund". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leumund/pfeifer_etym. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „leumund". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leumund/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_leumund_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„leumund"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/leumund/pfeifer_etym},
  urldate      = {2026-05-11},
}