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Leumund

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Adelung
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Leumund

Bd. 2, Sp. 2039
* Der Leumund, des -es, plur. inus. ein im Hochdeutschen veraltetes Wort. Es bedeutete, 1) ein jedes Gerücht, in welcher Bedeutung es schon im Tatian Liumunt lautet: inti liumunt uzgieng thurah alle thie lantscaf. 2) In engerer Bedeutung, das allgemeine Gerücht, die allgemeine Meinung von jemandes moralischen Beschaffenheit; der Ruf. In einem guten, in einem bösen Leumunde seyn. 3) In noch engerer Bedeutung, der gute Ruf, der gute Nahme, im Gegnsatze des Unleumund. Jemandes Leumund kränken. Schwecht sein Leumat, Hans Sachs. Ingleichen Ruhm, Ehre, daher liumhaftig schon bey dem Willeram für berühmt vorkommt. Anm. Wachter und Frisch haben dieses Wort schon so gut aus einander gesetzet, daß wenig hinzu zu setzen ist. Leumund stammet von dem längst veralteten Zeitworte leumen, leimen, her, Isländ. liuman, schallen, tönen, rufen, und mit dem Hauchlaute Hliumur, der Schall, Angels. Hlem, wohin auch das Lat. clamare und Clamor, und das Engl. Clame, Anspruch, gehören. Auf eben dieselbe Art stammet das gleichbedeutende Ruf von rufen, und das Lat. Fama von dem Griech. φημι ab. Die Sylbe und vertritt die Stelle der Endung der Abstractorum -de, der Leumund, für die Leumde, oder vielmehr,[] sie ist aus dieser Endung verderbt. Für Leumund findet man in den ältern Zeiten auch Lummit, Lumot, in dem Schwabenspiegel Leumden, bey dem Hornegk Lewet, bey dem Logau Leumuth, und in den um das Jahr 1400 übersetzten Sprüchen Salomonis gar Lewt, Leut: Und guet Lewt faistet daz gepain, Kap. 15, 30. Auf ähnliche Art sagt man für Armuth in einigen Gegenden Ärmde, für Jugend in Holland Jeugde, für Tugend Teugde u. s. f. S. Verleumden.
1640 Zeichen · 28 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Leumund

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Der Leumund , des -es, plur. inus. ein im Hochdeutschen veraltetes Wort. Es bedeutete, 1) ein jedes Gerücht, in welche…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Leumund

    Goethe-Wörterbuch

    Leumund Ruf, Ansehen Viele der Weimarischen Freunde ziehen nach dem Rhein, nehmen Sie solche freundlich auf .. Wenn der …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Leumund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Leumund , der Ruf eines Menschen, persönliche Verhältnisse und Lebenswandel betreffend.

  4. modern
    Dialekt
    Leumundm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Leumund m. : wie schd., umgspr., Leimund [vereinzelt]. a. 1568: guts leimuts sein [PfWeist. 662 (LA-Gleisw)]. Südhess. I…

  5. Sprichwörter
    Leumund

    Wander (Sprichwörter)

    Leumund 1. Der Leumund tödtet den Mann. (S. Gerächt 10.) – Graf, 454, 457. 2. Guter Leumund, glaube vnd augen leiden kei…

  6. Spezial
    Leumund

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Leu|mund m. (-[e]s) inom (-s) m. , reputaziun f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leumund

6 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von leumund 2 Komponenten

leu+mund

leumund setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

leumund‑ als Erstglied (3 von 3)

leumunden

DWB

leu·munden

leumunden , verb. in bösen ruf bringen ( nach leumund 4): du sollst nicht leumunden! sagt das moralische nicht nur, sondern auch das kunstge…

Leumundszeugnis

DERW

leumund·s·zeugnis

Leumundszeugnis, N., ›Zeugnis über den Leumund‹, 19. Jh., s. Leumund, Zeugnis, vgl. Ullmann 1893 Leute, Pl., ›Leute, Menschen‹, mhd. liute, …

Ableitungen von leumund (3 von 3)

beleumunden

Pfeifer_etym

Leumund m. ‘Ruf, in dem einer steht’. Das nur im Dt. begegnende Substantiv ahd. (h)liumunt (8. Jh.), mhd. liumunt ‘Ruf, Ruhm, Gerücht’ gehör…

unleumund

DWB

unleumund , m. , gth. v. leumund 3, infamia. ahd. unliumunt, mhd. unliumunt, -liumt, -liunt, -leunt. unlainten Diefenbach gl. 296 b , unleum…

unleumunden

DWB

unleumunden , verb. , dasselbe wie leumunden. ahd. unliumundôn, mhd. unliumunden; infamare unlainten, unleunten, unleutern Diefenbach 296 a …

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Cotta, M. (2026). „leumund". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leumund/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „leumund". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leumund/adelung. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „leumund". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leumund/adelung.
BibTeX
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